Shimano Alfine 8 Gang Nabenschaltung: Test und Erfahrungen

Die Shimano Alfine Nabenschaltung wurde als Premiumversion für eine neue Kategorie sportlicher Fahrräder mit Nabenschaltungen entwickelt. Mit der sportlich ausgelegten Alfine, auch S500 genannt, hat Shimano einen neuen Komponentensatz in Premiumversion für eine neue Kategorie sportlicher Fahrräder mit Nabenschaltungen entwickelt.

Die S500 verfügt unter anderem über eine optisch wie technisch aufgewertete 8-Gang-Nabe, hydraulische Scheibenbremsen, eine Kurbelgarnitur, spezielle Bremsgriffe und RapidFire Plus-Schalthebel. Alle Teile der Gruppe wirken optisch sehr ansprechend und dürften Shimano-typisch wohl dauerhaft verlässlich arbeiten.

Technische Details und Innovationen

In der Nabe selbst funktioniert die Kraftübertragung durch Rollen aus beiden Getriebeteilen auf die Nabe. Auch ist die Alfine im Gegensatz zur üblichen 8-fach-Nabe gewichtsoptimiert (Prototyp ca. 1590 g). Verwendet werden übrigens Nadellager wie bei der 8-Gang-Premiumversion gegen Verschleiß und besonders hohe Effizienz - gar „die höchste aller von Shimano produzierten Nabengetriebe“, strahlt Peiffer.

Zudem besitzt die Alfine ein edel poliertes, geschmiedetes Nabengehäuse - und als auffälligstes Merkmal einen filigranen Kettenspanner, der Radherstellern das Verbauen einer Alfine in Serienrahmen mit senkrechtem Ausfallende erlaubt. Damit ist der Weg frei für Hersteller, in jeden Rahmen (egal ob fürs Trekkingrad, Fitnessbike, Crossrad, Mountainbike oder Reiserad) anstelle einer Kettenschaltung ein Nabengetriebe zu verbauen.

Ganz nebenbei erleichtert der Kettenspanner auch den Radausbau beziehungsweise -einbau bei Transport oder einer Reifenpanne erheblich. …. denn um den Herstellern das Realisieren einer sportlichen 16 Gang-Modells zu ermöglichen, hat Shimano einen eigenen Kettenspanner entwickelt. Sein Vorteil: Er ist auch gedacht für Hersteller, die Rahmen bauen mit einem senkrechten Ausfallende.

Nabengetriebe ohne Schnellspanner benötigten bisher ein waagrechtes Ausfallende um ein Kettenspannen über die Achsverschiebung des Hinterrads zu ermöglichen. Weiterer Vorteil: Der Kettenspanner erleichtert den Radaus/einbau etwa zum Transport bzw.

Im blauen Shimano-Testrad entdeckten wir eine an die Nabe angeflanschte Scheibenbremse (auch im Vorderrad). Noch handelt es sich um eine XT-Version aus dem Mountainbike-Regal, später wird es eine Alfine-Discbrake geben. Montiert am Testrad ist vorerst ist eine 2-fach-Rennradkurbel (50/34 Zähne, entliehen aus der „Tiagra“-Gruppe).

Sie wird später durch eine technisch gleiche, aber wunderschön fließend geformte Alfine-Kurbel ersetzt, die uns schon präsentiert wurde. Übrigens besitzt die Alfine-Kurbelgarnitur (Einfach- oder Doppelblatt-Version) ein integriertes Achsrohr für erhöhte Steifigkeit, Gewichtsersparnis und einfache Montage.

In der Ein Kettenblatt-Version ist sie mit einem integrierten Kettenschützer ausgestattet, damit die Bekleidung nicht verschmutzt. Ihr Übersetzungsumfang entspricht den erprobten Nexus 8-Gang-Nabenschaltungen. Zwei Ritzelalternativen fürs Hinterrad bietet Shimano an: mit 18 Zähnen oder 20 Zähnen für Räder, die in alpine Regionen gekauft werden.

Interessant: Die Umkehr des Zahnprofils sowie ein Plastikring sollen beim Kettenspringen (starke Stöße) und beim Rücklaufen der Kette (Rücktreten) einem Abspringen vorbeugen. Hersteller haben die Möglichkeit, anstelle eines üblichen Umwerfers vorn den Shimano C-600 Power Changer zu verbauen - mit dem der Wechsel auf das benachbarte Kettenblatt mühelos vonstatten geht.

In einer unscheinbar unter dem Tretlager montierten Box befinden sich an die Kurbel gekoppelte Mitnehmerklinken, die nach der Gang-Auslösung am Lenker bei einer Viertelkreis-Kurbeldrehung - also mit Fußkraft! - durch eine Straffung des Schaltzugs die Kette verblüffend exakt auf das gewünschte Blatt schieben!

Vorne gibt es für die normale Alfine 8-fach-Version wahlweise ein 39-er (für Berge) oder 45-er Kettenblatt (Flachland). Als dritte Option einen Doppel-Kurbelsatz aus der C600-Gruppe mit 34/46er Kettenblatt in „Komfortauslegung“ mit dem erwähnten PowerChanger-Umwerfer.

Die Alfine-Kurbelgarnitur hat ein integriertes Achsrohr für erhöhte Steifigkeit, Gewichtsersparnis und einfache Montage. Sie ist mit einem integrierten Kettenschützer (einfach oder zweifach) ausgestattet, damit die Bekleidung nicht verschmutzt.

Als Umwerfer vorn kommt noch ein filigranes Standard-Modell aus dem hauseigenen Rennrad-Regal zum Einsatz, auch darauf könnte später mal „Alfine“ stehen. Hersteller haben die Wahl-Möglichkeit, anstelle eines üblichen Umwerfers vorn den Shimano „Power Changer“ aus der C600 Gruppe zu verbauen - mit dem der Kettenwechsel aufs zweite Blatt vorn mühelos vonstatten geht.

In seiner unter dem Tretlager versteckten Box befinden sich nämlich an die Kurbelachse gekoppelte Mitnehmerklinken, die nach der Gang“auslösung“ am Lenker bei einer Viertelkreis-Kurbeldrehung - also mit Fußkraft - via Seilzug den Umwerfer bewegen und so die Kette auf das gewünschte Blatt schieben - echt easy!

Fahrgefühl und Schaltperformance

Auffallend bei den ersten Schaltmanövern: die schnelle, exakte Gangauslösung via Schalthebel. Die neue Nabe ist voll lastschaltbar - und agiert immer mit unwahrscheinlich kurzen Reaktionszeiten!

Ein kurzes, sehr leichtes Anklicken am Hebel genügt … ein Wimpernschlag später ist der Gang drin. Kein Nachlassen im Wiegetritt am Berg mehr nötig, kein Vergleich zu alten Nabenschaltungen wo man dem Nabengetriebe eine „Gedenksekunde“ gönnen musste, bevor sie träge den Gang wechselte.

Den lustbringenden Effekt der Sportlichkeit unterstreicht auch das Umsetzen auf das großen Kettenblatt. Super weich und absolut lautlos klettert nein gleitet die Kette aufs große Blatt - und macht rießige Schubkraft möglich.

Sauschnell von 0 auf 35 km/h, brutal schnell von 35 auf 0 km/h - treffender lässt sich die Verzögerung am Alfine-Testrad wohl nicht beschreiben. Festzuhalten ist: Die auf Wunsch feinfühlig ansteuerbaren bis brachial zubeißenden Scheibenbremsen geben schon eine Ahnung dessen, welches Spaß & Sport-Potential in der Alfine steckt.

Kurzum: eine Race-Nabenschalt-/Brems-Kombination - mit astreiner einfach-klaren Bedienung, extrem reduzierten Schaltkräften und kürzester Reaktionszeit auch beim Schalten unter Last, bei optimierter Wartungsarmut, höchster Wertigkeit und deutlich verbesserter Alltagstauglichkeit im Vergleich zu einer Kettenschaltung. Wann hat es das jemals gegeben?

Einsatzbereich und Zielgruppe

Nabenschaltungen sind vor allem für den Einsatz an Rädern für den alltäglichen Gebrauch zu empfehlen. Denn aufgrund ihrer Bauart sind sie deutlich verschleißärmer, weniger wartungsintensiv und unempfindlicher gegenüber Verschmutzungen als Kettenschaltungen.

Eine hochwertige Nabenschaltung ist jedoch oft sehr teuer. Shimano bietet mit der Alfine Schaltung eine preiswerte Möglichkeit, in den Genuss einer Nabenschaltung zu kommen. Die Shimano Alfine Nabenschaltung eignet sich für all diejenigen, die sich eine zuverlässige Schaltung für den sorgenfreien Gebrauch des Alltagsrads oder für längere Ausfahrten am Wochenende wünschen.

Die Nabenschaltung ist wahlweise mit 8 oder 11 Gängen ausgestattet. Die 8-fach Variante eignet sich für flaches bis welliges Terrain, stößt aber bei steilen Anstiegen an ihre Grenzen. Die 8-fach Nabe ist damit prädestiniert für die Nutzung im städtischen Terrain und für Radtouren in tendenziell ebenen Gegenden.

Die 11-fach Alfine Schaltung ermöglicht schon einen flexibleren Einsatz. Sie eignet sich für längere Fahrten zur Arbeit und kann am Wochenende auf ausgedehnteren Touren über den einen oder anderen längeren Anstieg genutzt werden.

Varianten und Unterschiede

Shimano bietet mehrere Varianten der Alfine Nabenschaltung an. Sie kann mechanisch oder elektronisch geschaltet werden und ist in beiden Varianten wahlweise mit 8 oder 11 Gängen erhältlich. Alle Alfine Naben sind mit einer Bremsscheiben-Aufnahme ausgestattet und können so wahlweise an Rädern mit Scheiben- oder Felgenbremse genutzt werden.

Der Unterschied zwischen der elektronischen und der mechanischen Shimano Alfine Schaltung besteht darin, wie der Schaltimpuls vom Schalthebel am Lenker an das Getriebe im Innern der Nabe übertragen wird. Bei der mechanischen Schaltung kommt hier ein Schaltzug zum Einsatz. Bei der elektronischen Variante sitzt ein Stellmotor auf der rechten Seite der Nabe. Dieser stellt den gewünschten Gang ein, nachdem die Fahrerin oder der Fahrer den Schalthebel betätigt hat.

Die Anzahl der Gänge macht sich bei der Shimano Alfine Nabe hinsichtlich der Übersetzungsbandbreite, also dem Unterschied zwischen kleinstem und größtem Gang, bemerkbar. Bei der 8-fach Schaltung beträgt dieser Unterschied 307%. Wenn das Hinterrad im kleinsten Gang eine Umdrehung pro Kurbelumdrehung zurücklegen würde, wären es im größten Gang damit drei Radumdrehungen pro Kurbelumdrehung.

Wählst du die 11-fach Schaltung, beträgt dieser Unterschied 409%.

Kompatibilität mit E-Bikes

Die Shimano Alfine Nabe ist sowohl für die Nutzung im klassischen, alleine durch Muskelkraft betriebenen Fahrrad, als auch für die Nutzung im elektronisch unterstützen E-Bike ausgelegt. Sie verkraftet die höheren Kräfte, die bei der Nutzung im E-Bike auftreten, problemlos.

In Kombination mit Shimanos E-Bike Antrieb, dem Shimano Steps System, besteht die Möglichkeit, die Gänge mithilfe des Bordcomputers automatisch zu wechseln.

Schaltmechanismen

Der Gangwechsel zwischen den 11 beziehungsweise 8 Gängen der mechanischen Shimano Alfine Nabenschaltung erfolgt über einen klassischen Schalthebel, der auf der rechten Seite des Lenkers angebracht ist. Dieser verfügt über zwei Hebel, die immer wieder in ihre Ausgangsposition zurückspringen und somit in jeder Situation erreichbar sind.

Der vordere Hebel ist zur Betätigung mit dem Daumen ausgelegt. Mit diesem wechselst du in den nächstniedrigeren Gang. Der hintere Hebel lässt sich gut mit dem Zeigefinger erreichen und dient dem Wechsel in eine größere Übersetzung.

Wenn du die elektronische Alfine Nabenschaltung, die sogenannte „DI2“-Version, nutzt, wird der Schaltimpuls ebenfalls über einen Daumenschalthebel ausgelöst. Ein Stellmotor, der außen an der Nabe angebracht ist, sorgt dann für den Gangwechsel.

Alternativ kann die Alfine DI2 auch über einen Brems-Schalthebel bedient werden, der für die Montage am Rennradlenker entwickelt wurde. Über zwei Tasten auf der äußeren Seite des Bremshebels kannst du hoch- und runterschalten.

Die Alfine Schaltung verfügt weiterhin über die Option eines automatischen Gangwechsels. Wird die Nabe in einem E-Bike mit einem Shimano Steps Motor genutzt, besteht die Möglichkeit, dem System „beizubringen“, wann es schalten soll.

Der Bordcomputer registriert dann, in welchen Situationen die Fahrerin oder der Fahrer bevorzugt schaltet und mit welcher Trittfrequenz bevorzugt gefahren wird. Auf dieser Grundlage besteht dann die Möglichkeit, die Gänge automatisch durch den Bordcomputer wechseln zu lassen.

Nachrüstung

Die Shimano Alfine Nabe ist mit einer 10mm Achse ausgestattet und ist 135mm breit. Sie kann somit in jedes Rad mit „normalen“ Ausfallenden eingebaut werden. Eine Nachrüstung ist an nahezu jedem Trekking- oder Citybike problemlos möglich.

Bei der Nachrüstung macht es in den meisten Fällen Sinn, direkt ein komplettes Hinterrad mit Alfine Nabe zu kaufen.Wer ein neues Rad mit Alfine Nabe anschafft, kann sich überlegen, einen Rahmen zu wählen, der direkt für die Nutzung mit einer Nabenschaltung ausgelegt ist.

Solche Rahmen zeichnen sich durch horizontal verschiebbare Ausfallenden aus. Diese ermöglichen, die Kette stets auf der optimalen Spannung zu halten.

Vor- und Nachteile

Die Vor- und Nachteile der Alfine Nabe betreffen einerseits die Entscheidung zwischen Ketten- und Nabenschaltung und andererseits die Positionierung im Feld der Nabenschaltungen, also gegenüber der Konkurrenz.

Vorteile Nachteile
dauerhafte Zuverlässigkeit etwas schwerer als Kettenschaltungen
wenig Verschleiß geringere Übersetzungsbandbreite als die Rohloff Speedhub
kaum Wartung notwendig
hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen
sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
vielseitig einsetzbar - in E-Bike und "normales" Fahrrad
leichte, intuitive Bedienung - Option unterschiedlicher Schalthebel
automatischer Gangwechsel in Verbindung mit dem Shimano Steps Motor möglich

Die Vorteile der Nabenschaltung liegen in ihrer dauerhaften, verschleißarmen Nutzung. Eine Nabenschaltung braucht im Allgemeinen deutlich weniger gewartet zu werden, als eine Kettenschaltung. Weiterhin läuft die Kette hier stets optimal geradeaus, wodurch der Verschleiß gering gehalten wird.

Dadurch, dass der eigentlich Schaltvorgang im Innern der Nabe abgeschottet von äußeren Einflüssen stattfindet, ist dieser Schaltungstyp unempfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen als eine Kettenschaltung, bei der Wasser und Dreck von der Straßen direkt auf die Schaltkomponenten gelangen.

Gegenüber anderen Nabenschaltungen zeichnet sich die Alfine Schaltung vor allem durch ihr gutes Preis-Leistungsverhältnis aus. Als direkte Konkurrenz ist die geringfügig schwerere Rohloff Speedhub anzusehen. Diese ist mit einem Anschaffungspreis von rund 1200€ drei- bis viermal so teuer wie die Alfine Nabe.

Rohloff bietet für diesen Preis eine Nabe mit 14 Gängen und einem Übersetzungsspektrum von über 500% an. Die Rohloff Nabe ist damit die Oberklasse der klassischen Nabenschaltungen. Ihr Kundenstamm setzt sich vor allem aus Leuten zusammen, die viel bis sehr viel mit dem Rad unterwegs sind.

Wer auf das zusätzliche Übersetzungsspektrum verzichten kann, ist mit der Shimano Alfine Nabe bestens bedient.

Vergleich mit anderen Getriebeschaltungen

Mit Pinion, Rohloff, Enviolo NuVinci und Alfine gibt es unterschiedliche Getriebeschaltungen für das Fahrrad. Wie die einzelnen Hersteller im Vergleich abschneiden, kannst du in der folgenden Gegenüberstellung nachlesen.

Pinion Rohloff Enviolo NuVinci Alfine
Max. Übersetzung 636% 526% 380% 307% - 409%
Max. Gangzahl 18 14 Stufenlose Gänge 8 oder 11
Garantie Fünf Jahre bei Einhaltung der Wartungsintervalle Zwei Jahre Zwei Jahre Zwei Jahre
Gewicht Ca. 1700g Ca. 2450g Ca. 1700g
Nachrüstbarkeit Benötigt speziellen Rahmen Kann durch individuelle Konfiguration mit fast jedem Rahmen verwendet werden Kompatibel mit 135x10mm Ausfallenden Passt in jeden Rahmen mit einem Hinterbau mit den Maßen 10x135mm. Das ist quasi jeder Trekking- oder Citybike-Rahmen
Verwendung im E-Bike Funktioniert mit Nabenmotoren. Kein automatisches Schalten möglich. Getriebe kommuniziert auch nicht mit der Elektronik des Motors/Displays. Funktioniert mit Mittelmotoren. In Kombination mit Bosch Motoren wird die Nabenschaltung intelligent integriert. Empfohlene Gangwechsel werden angezeigt, im Stand wird automatisch auf einen leichten Gang zum Anfahren geschalten uvm. Funktioniert mit Mittelmotoren. Man kann die bevorzugte Trittfrequenz einstellen, die dann durch automatische Schaltvorgänge immer konstant gehalten wird. Funktioniert mit Mittelmotoren. In Verbindung mit dem Shimano Steps Motor kann auch automatisch geschaltet werden.
Wartung Fast wartungsfrei. Lediglich alle 10.000km bzw. ein Mal pro Jahr wird ein Ölwechsel empfohlen. Fast wartungsfrei. Lediglich alle 5.000km bzw. ein Mal pro Jahr wird ein Ölwechsel empfohlen. Wartungsfrei Wartungsfrei, gelegentlich müssen Schaltzüge an der mechanischen Version nachgestellt werden
Schaltgriff Drehschaltgriff Im Stand, Rollen Drehschaltgriff „Rapid Fire“ Daumenschalthebel, in der elektronischen Version Schaltknopf am Lenker oder Rennrad Brems-Schalteinheit
Schaltvorgang Im Stand oder Rollen und unter Teillast. In schnellere Gänge unter Volllast. Im Stand, Rollen und unter Teillast. Im Stand, Rollen und unter Last Im Stand, Rollen und unter Last
Wirkungsgrad Da nur zwei Getriebestufen vorhanden sind, ist ein Pinion Getriebe effizienter als eine Kettenschaltung. Der Wirkungsgrad liegt aber etwas unterhalb einer Rohloff Bietet den höchsten Wirkungsgrad aller Nabenschaltungen Durch die erhöhte Reibung ergibt sich gegenüber einer Kettenschaltung ein leichter Leistungsverlust Etwas geringer als Rohloff Speedhub
Anschaffungskosten Fahrräder samt Pinion Getriebe fangen aktuell bei ca. 2.500 € an. Seit 2019 auch für den Endverbraucher ab 649€ bis 1.499€ erhältlich. Ca. 1000 € Ca. 350-400 € Ab 150€ für die 8-fach Nabe ohne Zubehör, ca. 300€ für die 11-fach Variante

Die Alfine im Kontext der Nabenschaltungs-Renaissance

Am Beginn der modernen Schaltnaben-Renaissance stand Shimanos Nexus Inter-8. Diese neue 8-fach Nabe war sportlich ausgelegt, einfach bedienbar, langlebig, wartungsarm - und dennoch preisgünstig.

Daraus haben die Japaner drei Jahre später eine edlere Version abgeleitet: Auftritt Alfine, der erstmals eine eigene „Gruppe“ spendiert wurde - also Schalthebel, Kurbeln, später Nabendynamo und Scheibenbremsen, in abgestimmtem Design und in vergleichbarer Leistungsklasse.

Das schicke Erscheinungsbild der Alfine-Gruppe hat erheblich dazu beigetragen, dass sich einstmals brave, wartungsarme Nabenschalt-Räder zu begehrenswerten Lifestyle-Objekten mausern konnten.

Alfine 8 vs. Alfine 11

Die Alfine 8 nutzt weitgehend dasselbe Getriebe wie die Nexus, ist jedoch deutlich moderner verpackt: Sie steckt in einem glänzenden Alugehäuse und besitzt eine Scheibenbrems-Aufnahme.

Die Achter läuft in einer internen Fettpackung, die bei einer Inspektion alle ein bis zwei Jahre erneuert und das ausgebaute Getriebe ins Ölbad getaucht werden sollte. Ihre Gangsprünge liegen unregelmäßig zwischen rund 14 und 18 Prozent.

Diese Lücken sind nicht so sehr störend, doch zwischen den vielgenutzen Gängen 5 und 6 liegen ganze 22,2 Prozent: Das ist spürbar und kann den „Flow“ unterbrechen. Die Gesamtübersetzung beträgt 307 Prozent.

Für die Primärübersetzung von Kettenblatt zu Ritzel gelten Limits: Das Verhältnis der Zähnezahlen soll zwischen 2 und 2,25 liegen. Das entspricht zwei bis drei Zähnen Unterschied bei der Ritzelwahl. Dies, um die eingeleitete Tretkraft zu begrenzen und das Getriebe nicht zu überlasten.

Mit nur ein, maximal zwei Berggängen ist die Alfine 8 keine Empfehlung für häufige, starke oder lange Steigungen. Gepäckzuladung reduziert ihre bergtauglichen Gänge auf schlicht einen. In ebener Umgebung bewegt man sich bei flotter Fahrt meist in Gang 6 oder 7. Für hügelige Topografien ist das zu wenig.

Deshalb, und wohl auch, um die Lücke zur universeller übersetzten und extrem langlebigen Rohloff-Nabe etwas zu verringern, konstruierten die Shimano-Ingenieure die größere Alfine11 von Grund auf neu.

Die 11-Gang-Alfine erschien im Jahr 2011 und schaltet mit teilweise schrägverzahnten Getriebe - im Unterschied zum geradverzahnten 8er-Getriebe ließen sich dadurch offenbar Schalteffizienz, Laufruhe und Langlebigkeit steigern.

Zudem, auch das eine Neuheit, läuft das 11er-Getriebe in einem Ölbad. Deshalb werden ein erstmaliger Ölwechsel nach 1000, die folgenden alle 5000 Kilometer oder zwei Jahre nötig.

Die Alfine 11 startet im ersten Gang mit derselben Übersetzung wie die 8-Gänger. Eine Untersetzung ist bei beiden Naben nicht möglich. Die Gänge der Alfine 11 folgen jedoch enger und regelmäßiger aufeinander als bei der kleinen Schwester.

Das Spektrum umfasst 409 Prozent und springt in Stufen zwischen 13 und 14 Prozent, außer von Gang eins zu zwei. Dort schlägt der große Schaltschritt (29,2%) nicht so stark zu Buche, da man sich dort selten länger aufhält.

Der größte Gang der Achter entspricht etwa Gang neun der Elfer. Bei ihr folgen noch zwei schwere Gänge obenauf. Auch die Alfine 11 ist also nicht für Bergziegen gemacht. Doch durch ihre engere Gangstufung bleiben mit Gepäck etwa zwei, ganz ohne Last drei „Berggänge“, je nach Steigungsprozenten.

In der Ebene pedaliert man in Gang 8 als meistgenutztem Arbeitsgang.Auch hier gelten Grenzen für die Primärübersetzung: Um Überlast auszuschließen, gilt für das Verhältnis Kettenblatt zu Ritzel Faktor 1,8 bis 2. Fast alle Testräder halten diese Grenzen ein.

Fazit Testfahrt

Oft spielt es keine Rolle, ob 8 oder 11 Gänge in der Nabe stecken. Die Alfine 11 kann etwas leichter primärübersetzt werden als die 8, doch eine Überzahl an schweren Gängen bleibt.

Im Vergleich fährt man mit der 11 um etwa einen Gang variantenreicher den Berg hinauf, mit gut zwei Schnellgängen mehr bolzt man anschließend zu Tal. Gleichzeitig lässt ihre engere Gangfolge nicht so große Drehzahl-Lücken, sie fährt sich daher auch biomechanisch etwas flüssiger, weil anpassungsfähiger.

Für die 8 ergeben sich als Schwerpunkte vorwiegend ebenes Terrain mit nur geringen und kurzen Steigungen, sowie Alltags- und Kurzstrecken ohne Reisegepäck. Die große Schwester Alfine 11 darf man dagegen als rundum tourentauglich und ein wenig steigungs-freundlicher bewerten.

In den Alpen wäre sie nicht ideal eingesetzt, aber man kann selbst dort mit ihr zurechtkommen. Gepäckbeförderung macht sie ohne weiteres möglich, bei unbeladenen Bike schafft man sogar knackige Anstiege noch ganz anständig.

Riemenantrieb als ideale Ergänzung

Ein idealer Partner für Nabenschaltungen ist der (fast) wartungsfreie Riemenantrieb: Die Hälfte unserer Testräder verzichtet auf eine ölige Kette.

Ein Mehrpreis für den Riemen lässt sich nur schwer abschätzen. Riemen und Ritzelscheiben kosten rund 250 Euro mehr, doch hohe Kosten entstehen auch beim Rahmenbau: Die Sitzstrebe muss teilbar sein, der Hinterbau muss exakter und verwindungssteifer gefertigt werden.

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