Es gibt nichts Schlimmeres für Fahrradfahrer, als eine Kette, die sich nicht entscheiden kann, auf welchem Ritzel oder Kettenblatt sie liegen soll. Glücklicherweise lässt sich dieses Problem oft durch das richtige Einstellen des Umwerfers beheben.
Der Umwerfer befindet sich an den vorderen Kettenblättern und bewegt die Kette zwischen ihnen. Das Schaltwerk am Hinterrad führt die Kette auf die Ritzel des Zahnkranzes. Beide Komponenten ermöglichen den Gangwechsel und passen die Übersetzung an Gelände und Fahrweise an.
Der Umwerfer bewegt die Kette durch einen Käfig oberhalb des größten Kettenblatts. Dieser Käfig ist beweglich und wird durch den Schalthebel am Lenker gesteuert. Zwei Leitbleche, ein inneres und ein äußeres, führen die Kette zusätzlich.
Vorbereitung und Werkzeug
Bevor Sie mit dem Einstellen beginnen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Sauberkeit: Reinigen Sie Kette, Schaltwerk, Umwerfer, Kassette und Kettenblätter. Verwenden Sie einen Reiniger wie Muc Off Bike Cleaner und gegebenenfalls eine Zahnbürste.
- Kette: Überprüfen Sie die Kette mit einer Verschleißlehre (z.B. von Rohloff). Erneuern Sie die Kette alle 1.000 bis 1.500 Kilometer.
- Schaltzüge und Schalthüllen: Die Hüllen dürfen nicht beschädigt oder geknickt sein. Der Zugverlauf sollte keine zu engen Kurven aufweisen. Tauschen Sie Hülle und Zug aus, wenn der Schaltzug Oxidationsspuren aufweist.
Für die Einstellung benötigen Sie lediglich einen Schraubenzieher und eventuell einen Inbusschlüssel.
Die Schrauben am Umwerfer
Im Wesentlichen gibt es drei Schrauben, die für die Einstellung relevant sind:
- Einstellschraube für die Zugspannung: Befindet sich am Schalthebel (oft links am Lenker).
- H-Schraube: Justiert die obere Begrenzung, sodass die Kette nicht vom größten Kettenblatt fällt (oberen Anschlag einstellen).
- L-Schraube: Stellt die untere Begrenzung ein, sodass die Kette nicht vom kleinsten Kettenblatt fällt (unteren Anschlag einstellen).
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einstellen des Umwerfers
Schritt 1: Kontrolle aller Schaltungskomponenten
Überprüfen Sie alle Schaltungskomponenten. Kette, Kettenblätter und Schaltzüge sollten in Ordnung sein, und die Leitbleche des Umwerfers dürfen nicht verbogen sein. Stellen Sie sicher, dass sich alle Gänge am Schaltwerk problemlos schalten lassen.
Schritt 2: Lösen der Zugspannung
Lösen Sie die Zugspannung, indem Sie die Einstellschraube des Schaltzugs etwa bis zur Hälfte herausdrehen. Dies ermöglicht es, den Zug am Umwerfer zur Justierung zu bewegen.
Schritt 3: Einstellen des unteren Anschlags
Schalten Sie die Kette vorne auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel. Stellen Sie den unteren Anschlag mit der L-Schraube (L für "low") ein. Der Abstand zwischen Kette und innerem Leitblech sollte etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter betragen.
Schritt 4: Einstellen des oberen Anschlags
Schalten Sie die Kette vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Verwenden Sie die H-Schraube (H für "high"), um die Position des oberen Anschlags einzustellen. Auch hier sollte der Abstand zwischen Kette und Leitblech etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter betragen.
Schritt 5: Funktionskontrolle
Schalten Sie mit dem Schalthebel vom kleinsten in den größten Gang, um die Funktion des Umwerfers zu überprüfen. Wenn die Kette zu weit geworfen wird, überprüfen und justieren Sie den oberen Umwerfer-Anschlag erneut.
Schritt 6: Einstellen der Zugspannung
Stellen Sie die Spannung der Zugseile wieder ein. Erhöhen Sie langsam den Zug mit der Einstellschraube am Schalthebel, bis die Gangwechsel korrekt sind. Achten Sie darauf, den Zug nicht zu hoch einzustellen, da dies zu unsauberen Wechseln zum nächstkleineren Kettenblatt führen kann.
Zusätzliche Hinweise
- Höhe des Umwerfers: Der Umwerfer hat die richtige Höhe, wenn zwischen Leitblech und den Zähnen des großen Kettenblatts ca. 1 bis 3 Millimeter Platz ist.
- Parallele Ausrichtung: Das äußere Leitblech des Umwerfers sollte parallel zum großen Kettenblatt stehen.
- Modus-Wandler: An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler. Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.
Wann ist ein Umwerfer richtig justiert?
Bei der Begrenzung des Umwerfers geht es um den optimalen Abstand zwischen Kette und innerem Leitblech. Zielwert ist, dass zwischen der Kette und dem Leitblech innen noch etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sind.
Häufige Probleme und Lösungen
Sollte es bei der Probefahrt zu einem Durchrutschen der Kette kommen, ist womöglich der Antrieb verschlissen. Eine Verschleißlehre gibt Auskunft, ob Kette oder sogar Kassette/Kettenblätter ausgetauscht werden müssen.
Wenn die Kette nur widerwillig von einem Ritzel zum nächsten hüpft oder ständiges Kettenrasseln Ihre Fahrt begleitet, wird es Zeit, die Shimano Schaltung an ihrem Mountainbike korrekt einzustellen.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Kette am Leitblech des Umwerfers schleift, wenn Du vorne auf dem mittleren Blatt und hinten auf den größten oder kleinsten beiden Ritzeln bist. Mit der Zugspannung kannst du den nutzbaren Bereich feinjustieren.
Umwerfer-Standards von Shimano
Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es 18 verschiedene Varianten. Achten Sie auf:
- Top Swing/Low Clamp: Wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ein klassisch rundes Sitzrohr.
- Down Swing/High Clamp: Geeignet für die Montage an runden Sitzrohren.
- E-Type: Wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt.
- Direct Mount Low/Top Swing: Wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert.
- Direct Mount High/Down Swing: Wird ohne Schelle am Rahmen montiert, schwenkt der Schaltkäfig nach unten.
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