Shimano bietet mit seinen automatischen Schaltsystemen eine innovative Technologie, die das Fahrerlebnis auf Fahrrädern und E-Bikes deutlich komfortabler gestalten kann. Diese Systeme, wie Shimano Cues Di2 Q'Auto und die Auto-Shift-Funktion für E-Bikes, zielen darauf ab, dem Fahrer die optimale Gangwahl abzunehmen und so ein stressfreies Fahrerlebnis zu ermöglichen.
Shimano Cues Di2 Q'Auto: Autarkes Elektronik-Schaltwerk
Shimano stößt mit dem neuen Q’Auto-System in bisher unerschlossenes Terrain vor. Mit Q’Auto bietet Shimano erstmals ein elektronisches Di2-Schaltsystem ohne Akku. Der japanische Komponentenhersteller präsentiert eine automatische Di2-Schaltung, die speziell für nicht-motorisierte Alltagsräder konzipiert wurde. Stattdessen erzeugt eine in die Hinterradnabe integrierte Dynamofunktion die benötigte Energie selbst. Damit richtet sich das System gezielt an Gravel-, Urban-, Trekkingbiker, die von den Vorteilen einer elektronischen und auf Wunsch automatischen Schaltung profitieren möchten, ohne sich um das regelmäßige Aufladen eines Akkus kümmern zu müssen.
Als Cues Q’Auto soll sie etwa an Gravelbikes, Stadträdern oder Trekkingrädern zum Einsatz kommen. Das einzige zur Q’Auto-Nabe passende Schaltwerk ist zumindest für den Start allerdings das der Cues Di2 Gruppe mit 1x10 oder 1x11 Kassette. Entsprechend kann das System also nicht mit Schaltwerken anderer Gruppen, etwa der Shimano GRX, genutzt werden.
Funktionsweise von Q'Auto
Mit Strom wird das Schaltwerk stattdessen aus einem in die zugehörige Hinterradnabe integrierten Nabendynamo versorgt. In der Nabe, genauer gesagt im Freilaufkörper, verstecken sich dazu drei Sensoren, um die Geschwindigkeit, die Trittfrequenz sowie den Steigungswinkel zu messen. Anhand dieser Daten erkennt das System, wann es Energie für die Schaltvorgänge in einen Kondensator abzweigen kann. Der Lithium-Ionen-Kondensator kann die Energie laut Shimano bis zu einem Jahr lang speichern.
Automatik-Funktion und Lernfähigkeit
Vor allem benötigt das System die Daten aus den Sensoren jedoch für eine zweite, ganz wesentliche Funktion: den automatischen Gangwechsel am Schaltwerk. Denn wo automatisches Schalten am Fahrrad bislang vor allem höherwertigen E-Bikes vorbehalten war, soll das Q’Auto-System diesen Luxus nun auch für konventionelle Fahrräder bieten. Wahlweise kann das Schaltverhalten über die kompatible Kontrolleinheit aber auch auf manuellen Gangwechsel umgestellt werden.
Das Shimano Cues Q’Auto System schaltet nicht nur automatisch, es lernt auch dazu. Immer wenn der Mensch im Sattel den Gang manuell wechselt, merkt sich das System diesen Vorgang für ähnliche Fahrsituationen und passt die Automatik an das Fahrverhalten an. Dabei kann es auf mehr als 6500 Algorithmusmuster zurückgreifen. Nach kurzer Zeit soll das System so optimal zum Fahrenden passen.
Das Q’Auto-System lässt sich über alle kabellosen Schalter und Hebel der Di2-Reihe steuern. So wie den SW-EN605-R. Im Gegensatz zum Schaltwerk benötigen die Hebel allerdings Batterie-Power in Form von Knopfzellen.
Shimano Auto-Shift für E-Bikes
Shimano bietet seit 2022 Automatik für das E-Bike mit Kettenschaltungen an, Sram hat 2023 nachgezogen. Die Shimano Cues Di2 war die erste E-Bike Automatikschaltung mit Kette, gleichzeitig führte Shimano die Automatikfunktion für die XT Di2 ein - optimiert für das Mountainbike. Beide sind E-Bike Automatik Schaltungen, die mit den Shimano-Motoren EP6 und EP801 zusammenarbeiten können.
Was bedeutet Auto-Shift eigentlich?
Das System überwacht die Fahreraktivität und wandelt verschiedene Sensordaten in die richtige Gangwahl um - und legt diesen Gang dann auch selbsttätig ein. Das Shimano Auto-Shift-System ist ähnlich wie ein PKW mit Automatikschaltung. Der E-Bike-Motor und die Schaltgruppe sind dafür eng vernetzt und per Kabel verbunden. Das ergibt ein geschlossenes E-Bike-System aus Motor, Schaltgruppe, Display, Motor- und Schaltungs-Remote.
Funktionsweise von Auto-Shift
„Auto Shift“ ist eine echte Automatik-Schaltfunktion. Geschwindigkeit und Trittfrequenz werden analysiert und die Schaltung hält die Trittfrequenz in dem vom Menschen in der App festgelegten Trittfrequenzbereich. Betätigt man den Schalttaster, löst die Di2-Einheit eine Drehbewegung des vorderen Kettenblatts aus, so dass die Kette über die hinteren Ritzel wandern kann, die Kurbeln werden dabei nicht bewegt. In Kombination beider Shimano-Funktionen kann die Schaltung den passenden Gang auch selbstständig vorwählen.
Free Shift und Startshift
Freeshift beschreibt das Schalten während des Rollens, ohne dabei in die Pedale treten zu müssen. Der Input dafür kommt entweder von euch, also vom Fahrer selbst, oder - während Auto-Shift aktiv ist - vom E-Bike-System. Um den angeforderten Gang einzulegen, dreht der Motor das Kettenblatt selbstständig, bis der neue Gang eingelegt ist. Das sind meist rund 1,5 Umdrehungen am Kettenblatt.
Startshift ist so simpel, wie es klingt. Ihr legt über die E-Tube Ride App einen Start-Gang fest. Sobald das Motorsystem nun merkt, dass ihr verzögert und voraussichtlich zu einem Stillstand kommt, schaltet das System die Gänge bis zum ausgewählten Start-Gang herunter.
Konfiguration und Anpassung
Über die E-Tube Ride App von Shimano lassen sich die unterschiedlichen Fahr- und Schaltmodi noch weiter konfigurieren. An Fahrmodi bietet Shimano ganze sieben Stück, die ihr alle auch noch nach euren Vorlieben individualisieren könnt. Weiterhin lassen sich auch beide Auto-Shift-Modi 1 und 2 unterschiedlich konfigurieren und anpassen. Das heißt im Klartext: Wer sich richtig reinfuchsen will und sich zutraut, das System ideal auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden, hat bei Shimano gewissermaßen freie Hand und kann das System genau für sich und seine Wünsche konfigurieren.
Motor-Fahrmodi können in Sachen Unterstützungscharakter (ECO - Powerful), Drehmoment (20 - 85 Nm) und Motor-Ansprechverhalten (Sanft - Schnell) angepasst werden. Bei den unterschiedlichen Auto-Shift-Modi kann zwischen Asphalt und MTB der Regler gedreht werden. Zudem könnt ihr natürlich die gewünschte Ziel-Kadenz in der App einstellen und die Anstiegsanpassung zwischen schnell und langsam vornehmen - das senkt quasi die Hemmschwelle, bevor das System schaltet.
Vorteile der Automatikschaltung
- Komfort: Die automatische Gangwahl ermöglicht ein entspanntes Fahren, ohne sich um die richtige Übersetzung kümmern zu müssen.
- Effizienz: Das System wählt stets den optimalen Gang, was zu einer effizienten Kraftübertragung und einem geringeren Energieverbrauch führen kann.
- Sicherheit: Die automatische Schaltung kann besonders in anspruchsvollen Fahrsituationen die Sicherheit erhöhen, da sich der Fahrer voll auf das Gelände konzentrieren kann.
- Anpassungsfähigkeit: Durch die Lernfähigkeit passt sich das System an den individuellen Fahrstil an und optimiert so das Fahrerlebnis.
Die Suche nach der optimalen Trittfrequenz beschäftigt Sportwissenschaftler schon seit Jahrzehnten.
Kompatibilität und Komponenten
Q’Auto wurde mit Blick auf eine breite Kompatibilität entwickelt. Das System lässt sich mit Linkglide 1x10- oder 1x11-fach Kassetten kombinieren. Das speziell entwickelte RD-U8050-SGS/GS Schaltwerk ist zudem mit der kompletten Palette an kabellosen Shimano Di2 Schaltern und Schalt-/Bremshebeln für Flat- und Rennlenker kompatibel. Dies ermöglicht eine flexible Integration in verschiedene Fahrradtypen und Cockpit-Konfigurationen.
Die Shimano Cues FH-U6060 Freehub Hinterradnabe ist in Versionen mit 28, 32 und 36 Speichenlöchern erhältlich und nutzt den 142 x 12 mm E-Thru-Standard. Ein integrierter Li-Ionen-Kondensator speichert genügend Energie, um das System auch bei längeren Standzeiten betriebsbereit zu halten. Shimano gibt an, dass die gespeicherte Energie für mehr als ein Jahr ausreiche.
Einsatzbereiche und Zielgruppe
Mit Q’Auto zielt Shimano besonders auf Alltagsradler und Pendler ab, die von den Vorteilen einer elektronischen Schaltung profitieren möchten, ohne sich immerzu um das rechtzeitige Laden von Akkus kümmern zu müssen. Mit dem System will Shimano unabhängig von Erfahrung oder Fahrkönnen noch mehr Menschen zum Radfahren motivieren, indem es eine stets optimale Gangwahl anbietet. Gerade im urbanen Umfeld mit häufigen Anfahrvorgängen und wechselnden Geschwindigkeiten könnte die automatische Schaltung ihre Stärken ausspielen.
Auch für Trekkingräder und Gravelbikes sieht Shimano Potenzial. Hier könnte Q’Auto besonders auf längeren Touren oder bei variablem Gelände seine Vorteile ausspielen, indem es den Fahrer entlastet und eine effiziente Kraftübertragung sicherstellt.
Shimano Linkglide und Hyperglide+ Technologie
- Extra langlebige Haltbarkeit durch Shimanos LINKGLIDE Technologie.
- Diese Fähigkeit ist entscheidend für drehmomentstarke e-Bikes um den Schaltkomponenten eine gewisse Haltbarkeit zu gewährleisten.
- AUTO Shift und FREE Shift Funktion
- Die Auto Shift Funktion sorgt in Kombination mit einem elektronischen Schaltwerk für einen automatischen Schaltvorgang, sodass du immer im optimalen Gang unterwegs bist.
- Free Shift ist bei eMTB Fahrten die perfekte Unterstützung, wenn du in Kurvenreichen Trails unterwegs bist.
- Diese Funktion sorgt dafür, dass der Schaltvorgang ohne pedalieren erfolgt und du voll Konzentration auf das planen und halten deiner Linie legen kannst.
Vor- und Nachteile der Shimano XT Di2 Schaltung
- Vorteile:
- Funktionale und ergonomische Gestaltung
- Zuverlässige Schaltvorgänge im Gelände
- Mehrwert auf flachen Trails und in Downhills durch automatische Gangwahl beim Abbremsen
- Entlastung weniger versierter Biker durch Konzentration auf das Gelände
- Nachteile:
- Elektronik erkennt Situationen nicht immer schnell genug
- Aggressive Fahrweise kann zu unpassenden Gangwechseln führen
- Keine Berücksichtigung der Fahrsituation in anspruchsvollen Uphills
Fazit: Die Shimano Automatikschaltung bietet eine innovative Technologie, die das Fahrerlebnis auf Fahrrädern und E-Bikes deutlich komfortabler gestalten kann. Die Systeme sind besonders für Alltagsradler, Pendler und Tourenfahrer geeignet, die Wert auf eine effiziente Kraftübertragung und ein stressfreies Fahren legen.
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