Die Abkürzung „BFS“ steht für Bait Finesse System und lässt die Herzen von Baitcast-Fans höherschlagen. Das Bait Finesse System ist speziell für das Angeln mit leichten Ködern ausgelegt.
Was ist eine BFS-Rolle?
BFS-Rollen sind Baitcast-Rollen, die speziell für das Angeln mit sehr leichten Ködern entwickelt wurden. Komfortabel wird das aber erst mit einer BFS-Rolle (BFS = BaitFinesseSystem = ausgelegt für niedrige Ködergewichte). Sie ermöglichen es, Köder ab ca. 2 Gramm präzise und weit zu werfen, was mit herkömmlichen Baitcastern oft schwierig ist.
Aktuelle Modelle im Überblick
Bis vor Kurzem war das ein recht teurer Spaß. Es gab hier ja nur die Aldebaran BFS XG, die mit knapp 400 Euro an der Tackle-Börse notiert ist. Das hat sich geändert. Die neue Curado BFS XG - optisch schon mal richtig schick.
Shimano Curado BFS XG
Ich werfe mit der Curado BFS XG Köder von ca. 5 bis 12 Gramm. In dieser Range performt die Rolle sensationell. In meiner BFS-Range macht es praktisch keinen Unterschied, ob ich nun die Aldebaran BFS oder die Curado BFS XG verwende. Aber die Curado BFS XG wirft sich genauso stressfrei. Sie ist ungefähr gleich groß, verlegt die Schnur perfekt, verfügt auch über eine Knarre, die genauso zuverlässig anspringt, wenn ein Fisch in die Bremse geht und kurbelt sich butterweich. Magnet-Bremse? Ebenfalls vorhanden.
Meine Bremseinstellung mit Geflecht: Zahlenrädchen auf Stufe 2 und die Spulenbremse so weit zudrehen, dass der Köder langsam runtergleitet, wenn ich auf den Schnurfreigabe-Barren drücke.
Shimano Aldebaran BFS XG
Die Beste und teuerste scheint bisher die Aldebaran zu sein. Klar. Die Aldebaran BFS XG ist noch etwas leichter. Wohl wissend, dass es Angler gibt, die 2 Gramm mit ihr casten. Dazu fehlen mir aber erstens Cast-Ruten, die sich mit 2 Gramm laden. Zweitens ist der Super-UL-Bereich für mich eine Disziplin für meine leichten Spinnings.
Shimano Scorpion BFS
Jetzt ist mit der Shimano Scorpion BFS 2017 das erste Finesse-Modell auf dem Markt, das in Japan für unter 190 Euro zu haben ist. Damit wäre die Scorpion die erste bezahlbare Serien-BFS-Baitcaster.
Die Shimano Scorpion BFS XG liegt sehr gut in der Hand. Die Hauptunterschiede liegen also im Gewicht und in der Anzahl der Kugellager. Sehr gut gefällt mir die sehr fein justierbare Sternbremse und noch besser, dass die Scorpion BFS mit einer akustischen Bremse ausgestattet ist. Zieht ein Fisch Schnur ist das ähnlich wie bei Spinnrollen auch akustisch durch ein sattes Klicken wahrzunehmen.
Beide Baitcaster verfügen über das wirklich intelligente und leicht einstellbare Finesse-Tune-Break-System (kurz FTB). Der Clou an der Sache: Die Magneten wirken direkt auf den Spulenkörper. Mit dem Einstellrad an der Sideplate werden die Magneten lediglich weiter unter die Spule bewegt (stärkere Bremsleistung) oder eben davon entfernt.
Die Scorpion BFS wird in Shimanos Werk in Malaysia zusammengebaut. Auch wenn es da und dort in Vergangenheit Probleme bei der Qualität gegeben haben soll, hat Shimano das offenbar in den Griff bekommen. Shimano hat der Scorpion BFS ein - meiner Meinung nach - sehr edles Äußeres mitgegeben. Der Hagane-Body schimmert je nach nach Lichteinfall in einem Bronze- oder eher silbrigen Ton.
Für den ersten Praxis-Test habe ich die Scorpion BFS XG mit einer 12er Fireline bespult. Als Rute kam die Tailwalk BackHoo RISE C632 ML zum Einsatz. Die ist mit 96g sehr schön leicht und lädt sich ab 4,5g WG bereits sehr gut auf.
Kurz gesagt: Die Scorpion BFS macht es einem out-of-the-box wirklich leicht auch Mini-Köder auf gute Weiten zu befördern. Zum Einsatz kamen kleine Twitchbaits mit und ohne Weitwurfsystem wie ZipBaits Rigge Deep 70SP (5,3g) und 2 bzw. 3 Inch Gummis an Köpfen zwischen 1,5 und 5 Gramm. Das jeweilige Köder-Gesamtgewicht lag also zwischen 4 und ca. 10 Gramm.
Zu Beginn habe ich die Spule auf einen sehr langsamen Köderfall eingestellt und mit der Einstellung „6“ begonnen. Schnell bin ich jedoch mutiger geworden und schließlich hat sich „3“ bei etwas lockerer Spuleneinstellung als absolut bequem in einem weiten WG-Spektrum erwiesen. „3“ ist eine gute Allround-Einstellung in Kombination mit fester oder etwas lockerer Spulen-Einstellung.
Die Finesse-Scorpion nimmt das „BFS“ im Namen absolut ernst und ist dabei kein bisschen zickig!
Shimano hat mit der Scorpion BFS einen sehr interessanten Wettbewerber zur Aldebaran BFS im Programm. Wen bislang die Kosten vom leichten Baitcasten abgeschreckt haben findet nun zumindest eine etwas günstigere Alternative mit aktuellster BFS-Technik auf dem Markt.
Weitere Empfehlungen
- Daiwa Alphas Air TW
- Daiwa SS Air TW
- Shimano SLX BFS (via Amazon JP)
Alternativen zu Shimano
Neben Shimano gibt es auch andere Hersteller, die interessante BFS-Rollen anbieten.
Loongze B51 Air MC
Die Loongze B51 Air MC* ist eine leistungsstarke BFS-Baitcasterrolle, die speziell für das Ultralight- und Light-Baitfishing entwickelt wurde. Schon beim ersten Anfassen überzeugt die Loongze B51 Air MC mit einer hochwertigen Verarbeitung. Die Kurbel läuft extrem weich und die Knobs liegen angenehm in der Hand. Die nur 3,95 g leichte Spule ist perfekt für kleinste Köder ab 0,8 g. In der Praxis beeindruckt die Wurfweite und Kontrolle, die absolut mit hochpreisigen BFS-Rollen mithalten kann.
Mit einer maximalen Bremskraft von 4 kg bietet die Loongze B51 Air MC genug Reserven, um auch größere Barsche, Forellen und kleinere Hechte oder Zander sicher zu landen.
👉 Empfehlung: Eine Top-Alternative zu Shimano & Daiwa - für BFS-Fans, die maximale Performance zu einem fairen Preis suchen!
Die richtige Rute zur BFS-Rolle
Es ist beim Baitcasting sehr wichtig, eine gut abgestimmte Combi zu fischen, um das Maximum an Performance abrufen zu können.
Shimano Zodias BFS 168L
Bei meiner Suche nach einer leichten Baitcastrute für Barsch, primär für Finesse- und Gummianwendungen, bin ich schließlich auf die Shimano Zodias BFS 168L gestoßen und habe diese geordert. Die Zodias BFS 168L besticht wie jede andere Rute aus der Serie durch ihre aggressive, aber auch sportliche schwarz-rote Optik. Der strukturierte Blank ist von der Spitze bis zum Rollenhalter mit zusätzlichen Kohlefasermatten umwickelt, welche diesem ein diamant-artiges Finish verleihen. Desweiteren schütz eine Schicht Klarlack den Blank vor äußeren Einflüssen und Beschädigungen, ohne dabei in die Sensibilität einzuwirken.
Die Epoxid-Schicht um die Ringwicklung herum ist sehr sauber eingearbeitet und verschmilzt Dank Klarlack sehr weich mit dem Blank. Rote Ziernähte runden die Erscheinung ab. Vor dem Rollenhalter sitzt eine massive schwarze Metallschraube, welche zusätzlich durch rote Einkerbungen gestaltet ist. Diese wiederum hält zusammen mit dem matt-schwarzen CI4+ Rollenhalter die Rolle fest.
Die Rute, welche sich für mich im mittleren Preissegment ansiedelt, kann auch in Sachen Ausstattung absolut überzeugen. Fürs bezahlte Geld erhält man eine Fuji Alconite Beringung im K-Style mit rostfreiem Edelstahlrahmen, welche fast so leicht ist wie eine Titanium-Beringung. Geflochtete Schnüre sind für die Alconite-Einlagen kein Thema und auch die Lautstärkeentwicklung ist absolut ok. Der Spitzenring dagegen verfügt sogar über eine SiC-Einlage. Laut Shimano verringert die Einlage an dieser Schlüsselstelle (Rutenspitze) Reibungswärme und schont damit die Schnur. Bei allen Ringen handelt es sich um Semi-Micro-Guides.
Ein Highlight der Shimano Zodias BFS 168L ist definitiv der shimano-eigene CI4+ Rollenhalter. Zum einen ist er für meine Hände optimal ergonomisch und zum anderen empfinde ich die Biss- und Grundkontaktübertragung als überdurchschnittlich gut - jede noch so minimale Vibration wird zuverlässig und klar als Feedback an die Hand weitergeleitet. Last but not Least liebe ich den Hi-Power X Blank von Shimano. Die 45°-Kreuzwicklung von zusätzlichen Kohlefasermatten sorgt nicht nur für einen total geilen Look, sondern hat auch Auswirkungen auf die Blankaktion. Die Überdrehung und Verbiegung des Blanks z.B. beim Wurf, wird durch die zusätzlichen Matten minimiert, was sich als Resultat in sehr genauen Würfen wiederspiegelt.
Hervorzuheben und doppelt zu Unterstreichen gilt die Verarbeitung der Zodias BFS. Mein Exemplar verfügt über einen kerzengeraden Blank, auf welchem in einer Flucht absolut gerade Ringe sitzen. Jegliche Komponenten, welche mit Lack überzogen sind, weißen keine Bläschen oder andere Unreinheiten auf.
Beim Trockenwedeln der Zodias BFS fällt einem sofort die sensible, aber dennoch schnelle Spitze auf. Diese lädt sich bereits bei sehr leichten Ködergewichten auf und katapultiert den Bait auf ansehnliche Weiten hinaus. Das darauffolgende, sehr straffe Rückgrad der Rute schwippt nicht nach und sollte das nötige Potential mitbringen, auch größere Beifänge zu parieren. Nichtsdestotrotz bleibt es eine Finesse-Rute für Barsch, wie es auch ihm Namen mit BFS(Bait-Finesse-System) unverkennlich ausgedrückt wird.
Weitere Rutenempfehlungen
- Tailwalk BackHoo RISE C632 ML
- Soloking Acura
- Bullseye
Die richtige Schnur
Als Hauptschnur benutze ich die Sunline Cast Away in 10lb, welches gleichzeitig meine erste Schnur auf einer Baitcastrolle war. Bei der Cast Away handelt es sich um eine 8-fach geflochtene Schnur, bestehend aus 4x Nylon- und 4x PE-Fäden. Dadurch ist die Schnur extrem schockresistent und relativ starr - beides sind perfekte Eigenschaften fürs Baitcasting und mindert die Perückenbildung enorm. Selbst wenn es mal zum Backlash oder einer Perücke kommen sollte, lässt sich diese gut lösen und somit musste ich noch keinen Meter der Cast Away abschneiden.
Tipps für Einsteiger
Viele bringen nicht die Geduld auf, sich a) theoretisch mit der Materie zu beschäftigen und b) sich den Wurfablauf zu verinnerlichen. Von dem typischen Peitschen (warum auch immer man dies so macht) mit einer Spinnrute, hinzu Werfen einer BC ist eine Umstellung. Und dann möchte man auch gleich an die Wurfweiten seiner Spinning-Kombo herankommen.
Wenn man alle Bremsen schließt, geduldig ist, nicht zu viel auf einmal will und sich von dem Gedanken löst, dass das BC-Angeln so schwierig sei, dann wird es nicht lange dauern, bis man den Wurfablauf verinnerlicht hast. Wenn das klappt, kann man beginnen, die Bremsen langsam zu lösen.
Warum man gern die „Empfehlung“ ausspricht, mit schwereren Ködern (20-30g) zu beginnen, hat sicherlich 2 Gründe. Der erste wäre, dass die das Preisniveau des Tackles recht niedrig ist und zweitens die Köder einfacher zu werfen bzw. weniger windanfällig sind.
Der Hauptvorteil gegenüber einer stationären ist einfach die Köderführung. Zu den Nachteilen gehören das man das werfen erstmal neu lernen muss und man auch sehr viel konzentrierter bei der Sache bleiben muss als beim werfen mit der stationären. Es gehört ein bisschen Übung und Talent dazu und nicht jeder wird damit warm. Die Rute muss sich gut aufladen und darf nicht überladen damit das werfen gut funktioniert. Mit der stationären ist da viel mehr Toleranz.
Vor- und Nachteile von BFS-Rollen
- Vorteile:
- Präzise Würfe mit leichten Ködern
- Bessere Köderführung
- Direkter Kontakt zum Köder
- Nachteile:
- Anfangs schwieriger zu erlernen als Spinnfischen
- Höherer Preis für hochwertiges Equipment
- Benötigt gut abgestimmte Ausrüstung (Rute, Rolle, Schnur)
Alternativen zur BFS-Rolle
Gibts in dem Wurfspektrum ab, sagen wir mal 4,5-5g bereits Alternativen zu einer BFS? Ja, aber die sind jetzt auch nicht wesentlich günstiger, wenn man sich auf die größeren Hersteller am Markt bezieht. Wenn man leichte Köder werfen möchte, ist mMn eine BFS-Rolle sinnvoller.
Fazit
Die Shimano BFS Rollen bieten eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit leichten Ködern präzise und effektiv zu angeln. Ob für Forellenbäche oder das gezielte Fischen auf Barsch, mit der richtigen Ausrüstung und etwas Übung eröffnen sich neue Dimensionen des Angelns.
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