Shimano Bremsbeläge: Lebensdauer und Einflussfaktoren

Eine Fahrradbremse muss zu 100 % funktionieren. Dieser Sicherheitsaspekt für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer darf niemals außer Acht gelassen werden. Egal, ob man mit dem MTB im Gelände unterwegs ist, in den Bergen oder auf gerader und gut asphaltierter Strecke bzw. dem Fahrradweg mit seinem City- oder Touringbike. Bei quasi allen möglichen Gefahrensituationen ist es wichtig, sich auf das zuverlässige und präzise Verringern der Fahrgeschwindigkeit verlassen zu können, um Unfälle zu vermeiden.

Wann sollten die Bremsbeläge getauscht werden?

Von allen Verschleißteilen an einem Fahrrad ist der rechtzeitige Austausch der Bremsbeläge am wichtigsten. Wie schnell die Bremsbeläge verschleißen, ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Die mit dem Rad zurückgelegte Distanz ist nur einer davon. Ebenfalls von Bedeutung sind das Wetter, Fahrstil, Gewicht des Fahrers und das Material der Beläge. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu kontrollieren, ob noch genug Material vorhanden ist. Fährt man mit verschlissenen Belägen weiter, wird man im besten Fall sein Material, sprich Felgen oder Bremsscheiben unnötig stark verschleißen. Es besteht darüber hinaus die Gefahr, dass die Bremsen unberechenbar reagieren und im schlimmsten Fall komplett versagen.

Es gibt keine feste Faustregel, an der man sich orientieren kann bzw. muss: Der Zeitpunkt ist abhängig von verschiedenen Faktoren. So z.B. das bevorzugte Gelände zum Fahren, Witterungseinflüsse, Verschmutzungen und auch der jeweilige Fahrstil sind einige entscheidende Punkte, die die Haltbarkeit der Bremsbeläge beeinflussen können. Daher kann man keine Lebensdauer in einem Zeitraum oder abhängig von gefahrenen Kilometern benennen.

Es ist wichtig, immer wieder einen prüfenden Blick zu werfen und zu kontrollieren. Abgefahrene Bremsbeläge sind auch an einer immer schlechter werden Bremswirkung zu erkennen bzw. auch an fremden / störenden Nebengeräuschen. Wenn Ihnen hier etwas auffällt, ist es zügig an der Zeit die Belagdicke zu checken. Diese muss mindestens bei 1 mm liegen. Bei manchen Herstellern sind die Bremsbeläge mit farbigen Strichen markiert, um so auf einen dringenden Wechsel aufmerksam zu machen.

Wie erkennst du den Bremsbelagverschleiß?

Aktuell sind zwei Bremsentypen am Fahrrad weit verbreitet: die klassische Felgenbremse und die neuere Scheibenbremse. Während erstere an Rennrädern und Trekkingbikes zu finden ist, sind Mountainbikes mittlerweile fast immer mit Scheibenbremsen bestückt. Diese erfreuen sich aufgrund ihrer guten Bremsleistung ebenfalls zunehmender Beliebtheit an Trekking- und Rennrädern. Für beide Bremstypen sind unterschiedliche Bremsbeläge erhältlich, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften für ebenso unterschiedliche Einsatzzwecke und Anforderungen eignen.

So erkennst du den Bremsbelagverschleiß am MTB

Mountainbikes sind mittlerweile immer mit Scheibenbremsen ausgerüstet. Gebremst wird indem die Bremsbeläge von beiden Seiten gegen die Bremsscheibe drücken. Durch die Reibung zwischen Bremsbelägen und Bremsscheibe wird diese und mit ihr das gesamte Rad, an dem sie montiert ist, verlangsamt. Zugleich entsteht Wärme. Wird die Bremse losgelassen, werden die Beläge durch eine Spreizfeder zurück in ihre Ausgangsposition gedrückt.

Um zu sehen, wie viel von deinen Bremsbelägen noch übrig ist, kannst du von oben in den Bremskörper schauen, eventuell kannst du hierzu eine Taschenlampe zur Hilfe nehmen. Ziehst du nun am Bremshebel, erkennst du am Abstand zwischen Bremsscheibe und Feder, wie dick der Belag noch ist. Da der Verschleiß der Beläge sehr unterschiedliche ist, kann an dieser Stelle kein genereller Ratschlag gegeben werden, wie viel Rest-Belag vorhanden sein sollte. Mit ungefähr 1mm Stärke bist du aber in den meisten Fällen noch auf der sicheren Seite.

Wenn du deine Beläge nicht kontrollierst, kann es sein, dass du sie über ihre Verschleißgrenze hinaus nutzt. Dies macht sich dann durch metallische Geräusche und schließlich einem Abfall der Bremskraft bemerkbar. Hierbei hörst du zuerst die Spreizfeder auf der Scheibe kratzen. Dann wird die gesamte, nun von Bremsbelag freie Trägerplatte auf der Scheibe schleifen. In diesem Moment wirst du nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Bremskraft zur Verfügung haben. Weiterhin ist das Bremsen mit der Metallplatte schädlich für die Bremsscheibe. So lange solltest du die Beläge jedoch auf keinen Fall verwenden. Besser du tauschst sie, wenn bei gezogenem Bremshebel noch etwas Platz zwischen Feder und Bremsscheibe zu erkennen ist.

So erkennst du den Bremsbelagverschleiß am Rennrad

An Rennrädern sind Felgenbremsen nach wie vor am weitesten verbreitet. Auch wenn sich Scheibenbremsen zunehmender Beliebtheit erfreuen, soll es hier darum gehen, wie du den Verschleiß deiner Bremsbeläge an einem Rennrad mit Felgenbremse erkennst. Für Scheibenbremsen am Rennrad gilt dasselbe wie für solche an Mountainbikes (siehe vorheriger Abschnitt). Bei einer Felgenbremse werden die Bremsbeläge auf die Seitenflanken der Laufräder gedrückt. Bremsbeläge für Felgenbremsen gibt es aus unterschiedlichen Gummimischungen sowie aus Kork.

Wenn die Bremsbeläge einer Felgenbremse verschleißen, merkst du dies als erstes daran, dass du den Bremshebel weiter an den Lenker ziehen musst, um Kontakt zwischen Bremsbelag und Felge herzustellen. Um dies auszugleichen, verfügen die meisten Bremsen um eine Einstellschraube, mit der du den Belag wieder näher an die Felge stellen kannst. Bei Rennradbremsen findest du diese am Bremskörper selber, an der Stelle, an der die Außenhülle des Bremszugs endet. Nutze diese Einstellmöglichkeit rechtzeitig, bevor du den Hebel bis an den Lenker ziehen kannst und somit nicht mehr richtig bremsen kannst.

Um zu sehen, wann die Beläge einer Felgenbremse verschlissen sind, haben die meisten dieser Bremsbeläge eine Indikatorlinie, die dir anzeigt, wann es an der Zeit ist, die Beläge zu wechseln. Natürlich kannst du noch einige Kilometer fahren, bevor die Beläge vollkommen aufgebraucht sind, auf eine längere Ausfahrt solltest du damit jedoch nicht mehr gehen.

So erkennst du den Bremsbelagverschleiß am City- oder Trekkingrad

Bei Trekkingrädern sind Felgen- und Scheibenbremsen ungefähr gleichermaßen verbreitet. Hier gilt dasselbe, wie du schon in den Absätzen zu Mountainbikes und Rennrädern lesen konntest. Kontrolliere deine Bremsbeläge regelmäßig auf Verschleiß.

Solltest du den Bremshebel deiner Felgenbremse sehr weit zum Lenker ziehen müssen, um eine Bremswirkung festzustellen, ist es an der Zeit, die Bremse nachzustellen. Bei den an Trekking- und Cityrädern verbreiteten „V-Brakes“ ist diese Einstellschraube am Bremshebel zu finden (nicht wie am Rennrad am Bremskörper). Es ist die Schraube, die sich zwischen Bremshebel und der Bremszug-Außenhülle befindet. Um die Bremsbeläge näher an die Felge zu stellen, musst du diese Schraube ein Stück herausdrehen. Kontrolliere dann direkt die Funktion der Bremse, um böse Überraschungen bei der nächsten Fahrt zu vermeiden.

Wenn die Bremsbeläge deiner Felgenbremse die Indikatorlinie erreicht haben, ist es auch hier an der Zeit, diese zu tauschen. Bei Scheibenbremsen gilt, wie auch beim Mountainbike, dass ungefähr 1mm Belag übrig sein sollte, wenn du mit deinem Rad losfährst. Ist es weniger, solltest du den Belag bei der nächsten Gelegenheit tauschen.

So erkennst du den Bremsbelagverschleiß der verschiedenen Bremsbeläge

In diesem Kapitel erfährst du, wie sich der Verschleiß deiner Bremsbeläge bemerkbar macht. Weiterhin gehen wir darauf ein, welche unterschiedlichen Varianten von Belägen es für Scheiben- und Felgenbremsen gibt und wodurch sich diese auszeichnen. Mit den unterschiedlichen Eigenschaften der Beläge gehen auch unterschiedliche Einsatzzwecke einher.

Den Verschleiß der Beläge einer Scheibenbremse merkst du nicht. Denn Scheibenbremsen stellen sich von alleine nach. Der Abstand zwischen der Oberfläche des Bremsbelags und der Bremsscheibe bleibt immer gleich. Somit musst du auch den Bremshebel immer gleichweit an den Lenker heranziehen, damit der Belag auf die Scheibe gedrückt wird. Auch die Bremskraft sollte solange konstant bleiben, wie noch Bremsbelag vorhanden ist. Den Verschleiß einer Scheibenbremse kannst du während der Fahrt also kaum feststellen. Erst, wenn der Bremsbelag soweit runter gebremst ist, dass die Feder auf der Bremsscheibe schleift, kannst du ein metallisches Kratzen wahrnehmen. Die Bremskraft wird in diesem Zustand noch recht konstant sein.

Allerdings nicht für lange Zeit, denn es wird nicht lange dauern, bis die dünnen Reste des Belags abgebremst sind. Dann schleift die aus Metall gefertigte Trägerplatte auf der Bremsscheibe, was sich in einem deutlichen Verlust der Bremskraft bemerkbar macht. Der Klang der Bremse ist in diesem Zustand durch ein deutliches metallisches Geräusch gekennzeichnet. Solltest du merken, dass die Bremskraft nachlässt, obwohl noch genug Bremsbelag vorhanden ist, kann dies daran liegen, dass die Bremsscheibe verschmutzt oder der Bremsbelag „verglast“ ist.

Eine verschmutzte Bremsscheibe kannst du am besten mit handelsüblichem Bremsenreiniger reinigen, wie er auch für Autos verwendet wird. Einen verglasten Bremsbelag kannst du, nachdem du ihn ausgebaut hast (Anleitung unten) mit etwas Schmirgelpapier wieder „auf Vordermann“ bringen. Bei allen Arbeiten an deiner Scheibenbremse ist es extrem wichtig, dass kein Öl auf die Scheibe und erst recht nicht auf die Beläge gelangt. Sollte dies dennoch passieren, entferne das Öl von der Scheibe mit Bremsenreiniger. Gelangt Öl auf die Bremsbeläge, wirst du in kaum einem Fall drum herum kommen, diesen zu wechseln.

Felgenbremsen stellen sich im Gegensatz zu Scheibenbremsen nicht von alleine nach. Den Verschleiß einer Felgenbremse bemerkst du dadurch, dass der Bremspunkt, also der Punkt, an dem die Bremsbeläge auf die Felge treffen, immer weiter nach hinten wandert, du den Bremshebel also immer weiter an den Lenker heranziehen musst. Um dies auszugleichen, verfügen Felgenbremsen über Einstellschrauben, mit denen du den Druckpunkt einstellen kannst. Diese befinden sich bei Trekking- und Citybikes meist an den Bremshebeln, am Rennrad findest du sie am Bremskörper. Drehst du diese Einstellschraube heraus, wandert der Druckpunkt wieder nach vorne, du musst den Hebel also nicht mehr soweit ziehen um zu bremsen. Auch bei Felgenbremsen bleibt die Bremskraft über die gesamte Lebensdauer der Bremsbeläge konstant, du solltest sie möglichst dann wechseln, wenn die Verschleißlinie erreicht ist. Fällt die Bremskraft von Felgenbremsen ab, kann dies ebenfalls die Ursache haben, dass die Beläge „verglast“ sind. Dann kannst du eine Feile oder Schmirgelpapier nutzen um die verglaste Schicht - du erkennst sie an ihrem Glanz - abzutragen.

Die Eigenschaften von Bremsbelägen sind vom verwendeten Material abhängig. Diese unterscheiden sich insbesondere bei Scheibenbremsen hinsichtlich der Kraftübertragung, Dosierbarkeit, Lebensdauer und Geräuschentwicklung bei Nässe. Bei Felgenbremsen spielt weiterhin die Hitzeentwicklung beim Bremsen eine Rolle.

Bremsbelagverschleiß - Verschiedene Typen

Organische Bremsbeläge

Organische Bremsbeläge zeichnen sich durch ihre von Beginn an hohen Bremskräften aus. Sie entwickeln weniger hohe Temperaturen als dies bei Sintermetallbelägen der Fall ist und neigen dazu, auch bei Nässe nicht zum Quietschen. Allerdings verschleißen organische Bremsbeläge schneller als solche aus Sintermetall. Der Verschleiß nimmt noch zu, wenn du die Bremse etwa auf langen Abfahrten mit vielen Kurven ständig nutzt und die Beläge richtig heiß werden. Um die Hitzeanfälligkeit auszugleichen, werden organische Bremsbeläge für eher abwärtsorientierte Räder (z.B. Enduro) auf Bremsbelägen mit extra Kühlrippen angeboten, die einer Überhitzung entgegenwirken.

  • Hohe Bremskraft von Anfang an
  • Geringe Hitzeentwicklung - jedoch auch weniger Hitzebeständigkeit
  • Kaum Quietschanfälligkeit
  • Höherer Verschleiß

Sintermetallbeläge

Die Stärke von Sintermetallbelägen ist ihre lange Haltbarkeit und ihre Unempfindlichkeit gegenüber hohen Temperaturen. Ihre Bremskraft liegt etwas unter der von organischen Belägen, weiterhin neigen sie dazu, bei Nässe zu quietschen.

  • Höhere Hitzeentwicklung als organische Beläge
  • Neigen zum Quietschen
  • Halten länger als organische Beläge

Semimetallbeläge

Semi-metallische Bremsbeläge verbinden die Vorteile der beiden zuvor genannten Bremsbelag-Typen. Sie verbinden eine hohe Bremskraft mit einer hohen Lebensdauer und einer sehr guten Resistenz gegenüber hohen Temperaturen. Ihr einziger Nachteil: Sie neigen dazu, laut zu quietschen.

  • Geringster Verschleiß der drei Beläge
  • Hohe Bremskraft
  • Sehr Hitzebeständig
  • Neigen zum Quietschen

Gummibremsbeläge

Gummibremsbeläge sind der Standard bei Felgenbremsen. Sie werden aus unterschiedlichen Gummimischungen hergestellt und haben damit unterschiedliche Eigenschaften. Im Allgemeinen sind Bremsbeläge aus Gummi recht langlebig und haben eine gute Bremskraftentwicklung. Sie eignen sich gut für die Nutzung in Verbindung mit Alufelgen.

Korkbremsbeläge

Korkbremsbeläge haben den entscheidenden Vorteil, dass sie weniger Hitze entwickeln als Gummibremsbeläge. Sie sind daher für Carbonfelgen geeignet. Diese sind empfindlicher gegenüber Hitze als Alufelgen und haben andere Oberflächeneigenschaften. Korkbeläge verschleißen in der Regel deutlich schneller als solche aus Gummi.

Weitere Faktoren, die die Lebensdauer beeinflussen

Eine lange Haltbarkeit und Beständigkeit Ihrer Shimano-Scheibenbremsen am Fahrrad kann nur durch passende Pflege und Wartung erhalten bleiben. Wenn Sie beim Radeln besser gesagt beim Bremsen mit Ihrem Fahrrad merken, dass die Leistung Ihrer Shimano-Scheibenbremsen merklich nachlässt, müssen Sie dringend etwas tun. Die Behebung des Problems und die Wiederherstellung der Sicherheit sollte zügigst erledigt werden. Das Nachlassen der Bremswirkung kann verschiedene Gründe haben.

1. Regelmäßige Reinigung

Eine regelmäßige und gründliche Reinigung des Fahrrades und eben auch der Bremsen wirkt sich positiv auf alle Bauteile aus! Durch ständige Verschmutzungen wird die Bremskraft gemindert und der Verschleiß beschleunigt! Wer mit seinem Bike viel in unwegsamen Gelände - also offroad - unterwegs ist und dies auch bei jedem noch so nassen Wetter, sollte sein Fahrrad danach unbedingt jedes Mal gut reinigen. So können Sie unnötige Folgekosten aufgrund unnötig gesteigertem Materialverbrauch vermeiden.

Die Bremsbelagsoberfläche kann vorsichtig mit feinem Schmirgelpapier gesäubert werden. Wenn die Bremsscheibe von Shimano und der Shimano Bremssattel vom Schmutz befreit werden sollen, müssen erst die Beläge ausgebaut werden. Mit Alkohol kann dann die Scheibe von Shimano geputzt werden, den Sattel mit etwas Spüli-Wasser reinigen. Wichtig ist, daran zu denken, alle Komponenten danach zu trocknen.

2. Verglaste Bremsbeläge

Wenn an Ihrem Fahrrad verglaste Bremsbeläge für Scheibenbremsen von Shimano vorzufinden sind, ist die Bremskraft ebenfalls stark minimiert. Wenn Sie ein unangenehmes Quietschen oder Vibrieren beim Radfahren hören, könnte es daran liegen. Verglaste Bremsbeläge erkennt man daran, dass sie sehr glatt sind und wie poliert wirken; im Licht ist ein Schimmer zu erkennen.

Eine Verglasung der Bremsbeläge kann u.a. durch schlechtes Einbremsen neuer Beläge entstanden sein. Oder aber, es wurde langfristig zu lasch und schleifend gebremst. Um eine Verglasung zu vermeiden, ist es wichtig, dass neue Bremsbeläge immer gut eingebremst werden. Zusätzlich muss man die Bremse auf Temperatur bringen, z.B. durch kraftvolles und regelmäßiges Intervallbremsen (ähnlich wie bei einem Pkw). Meist hilft bei verglasten Bremsen leider nur ein Austausch. Bei einer leichten Verglasung kann man noch versuchen, die oberste Schicht mit Schleifpapier vorsichtig abzutragen - solange bis kein Glanz mehr zu sehen ist.

3. Ordnungsgemäßes Einbremsen

Damit neue Bremsbeläge für die Shimano Scheibenbremsen ihr Potential optimal entfalten können, ist es mehr als wichtig diese ordnungsgemäß einzubremsen. So werden auch gleich minimale Unebenheiten ausgeglichen. Noch dazu findet ein sehr wichtiger chemischer Prozess statt. Durch die entstandene Hitze beim Bremsen gasen die Materialien der Bremsbeläge aus. Der Belag ist ab Werk eher weich und härtet nun erst aus; kann dann erst seine volle und gute Bremswirkung entfalten. Wenn dieser Schritt nicht durchgeführt wird, kann es passieren, dass die Beläge vorzeitig verschleißen, verglasen oder gar die Shimano Bremsscheiben beschädigt werden.

Um perfekt Einzubremsen beschleunigen Sie mit Ihrem Rad auf etwa 30 km/h, um dann eine moderate Vollbremsung durchzuführen. Diesen Vorgang in etwa 30 Mal wiederholen je Bremse.

4. Schleifende Bremsen

Schleifende Bremsen können oftmals aufgrund einer unzureichenden Montage entstehen. Es kann aber auch sein, dass sich die Schrauben am Bremssattel im Laufe der Zeit durch Vibrationen (z.B. durch häufiges Fahren im Gelände) lockern. Daher ist es wichtig alle Schraubverbindungen in regelmäßigen Abständen immer mal wieder zu prüfen und das Anzugsmoment ggf. entsprechend der Herstellervorgaben zu korrigieren bzw. anzupassen. Ein Seitenschlag in der Bremsscheibe von Shimano kann ein punktuelles Schleifen hervorrufen. Wenn die Scheibe nicht selber mit der Hand korrigiert werden kann, muss diese leider ausgetauscht werden.

5. Fading

„Fading“ bedeutet im Großen und Ganzen den Effekt „Bremsschwund“. Im Genauen ist da jedoch eine bestimmte Art der nachlassenden Bremswirkung gemeint: eine verringerte Bremsleistung durch starkes Überhitzen bzw. Dauerbremsen. Wichtig ist immer zu berücksichtigen, dass Scheibenbremsen ausreichend Gelegenheit zum Abkühlen benötigen. Bei den hochwertigen Produkten von Shimano ist das Risiko „Fading“ etwas geringer.

Die Bremsscheiben verfügen hier über ein wirklich ausgeklügeltes Belüftungssystem: Die Beläge wurden speziell vorbehandelt und sind daher besonders arm an Gasen und noch dazu temperaturbeständiger. Bei zu starker und noch dazu andauernder Hitze werden Gase frei, welche die Bremswirkung zu einem bestimmten Anteil verpuffen lassen. Da hilft tatsächlich nur eine ausreichende Abkühlung und „pfiffiges“ Bremsverhalten: Bremsen lieber eher „stotternd“ und fest, als dauerhaft und schleifend.

6. Ungenügender Druckpunkt

Wenn Sie einen ungenügenden Druckpunkt feststellen, sollten als erstes Bremssystem, Anschlüsse und Leitungen auf Undichtigkeiten geprüft werden. Meist befindet sich Luft im System - dies kann u.a. durch häufigen Transport im Liegen oder über Kopf passieren. Die Luft wandert dabei von der Bremszange in den Schlauch und der Druckpunkt ist nicht mehr gut zu greifen. Dann muss die Fahrradbremse schleunigst entlüftet werden.

Tipps für eine längere Lebensdauer

Damit man nicht alle drei bis vier Monate seine Bremsbeläge wechseln muss, gilt es einige Tipps zu beherzigen. Durch bremsenschonende Fahrweise zögert man den Verschleiß der Beläge erheblich heraus. Schonend bedeutet in diesem Fall: keine überflüssigen oder allzu abrupten Bremsvorgänge. Darüber hinaus sollten Radfahrer ihre Beläge sowie die dazugehörigen Komponenten (Felge, Nabe) mindestens einmal in der Woche gründlich säubern. Nicht zuletzt verringert man durch die Wahl einer harten Gummimischung (Felgenbremsbeläge).

Einfluss der Bremsanlage auf die Bremskraft

Das Prinzip der Scheibenbremse beruht auf der Reibung zwischen den Belägen und der Scheibe und der Hebelwirkung, die effektiv auf das Laufrad wirkt. Im Folgenden erklären wir, welchen Einfluss welches Bauteil auf deine Bremsleistung hat.

1. Die Bremsanlage

Wie bei Schaltgruppen, gibt es auch bei Bremsanlagen verschiedene Serien bzw. Typen und zwischen den Typen eines Herstellers kann die Bremspower teileweise stark variieren. Günstigerer Bremsanlagen wie zum Beispiel die MT Serien von Shimano haben deutlich weniger Bremskraft und Bissigkeit im Vergleich zu den hochwertigeren XT und XTR Bremsen von Shimano. Das Verhältnis aus Kolben- und Hebelverhältnissen bestimmt über den Anpressdruck der Beläge und letztendlich die Verzögerung und Modulierbarkeit der Bremse.

2. Anzahl der Kolben am Bremssattel

Der Ein oder Andere kennt die Begriffe aus dem Automobil Bereich. An modernen Fahrrädern findet man meist Zwei- oder Vier-Kolben-Bremsanlagen. Eine Vier-Kolben-Bremse ist, generell gesprochen und verglichen in der gleichen Gruppe, kraftvoller als eine zwei Kolben Bremsanlage. Die größere Oberfläche des Bremsbelags einer Vier-Kolben-Bremsanlage benötigt einen geringeren Anpressdruck und leitet die Hitze besser ab, als der kleinere Bremsbelag einer Zwei-Kolben-Bremsanlage.

Die aktuellen SLX, XT und XTR Bremsen gibt es sowohl als Zwei- als auch als Vier-Kolben-Varianten um die unterschiedlichen Einsatzzwecke abzudecken. Eine Vier-Kolben-Bremsanlage ist schwerer und daher nur sehr selten an leichten Bikes wie zum Beispiel Cross Country Hardtails zu finden. Unterscheiden sollte man allerdings eben auch zwischen den Serien.

3. Durchmesser Bremsscheiben

Eine größere Bremsscheibe erhöht ganz einfach den Hebel der Bremse. Das bedeutet zum einen mehr Kraft, jedoch auch mehr Bissigkeit und erfordert daher eine gefühlvollere Dosierung bei rutschigen Streckenbedingungen. Standardmäßig finden sich meist 180 - 200mm Bremsscheiben an modernen Fahrrädern. Bei leichten Cross Country Bikes oder Trekkingrädern, die nicht wahnsinnig viel Bremsleistung erfordern, sind auch 160 mm Durchmesser zu finden. Der kleinste Durchmesser von 140 mm ist ausschließlich an Rennrädern zu finden.

4. Material des Bremsbelags und Variante der Bremsscheibe

Jeder Hersteller von Bremsanlagen stellt diverse Varianten von Bremsbelägen und Scheiben her. Dabei sind die Verwendungszwecke recht unterschiedlich und an die Art des Bikes bzw. den Fahrstil des Fahrers angepasst.Niedrige Vibrationen, lange Lebensdauer oder eben maximale Bremsleistung. Je nach Einsatzbereich, Fahrtechnik und Präferenz kann man sich die Beläge aussuchen. Welche Belags-Mischungen mit welchen Bremsscheiben am besten zusammen spielen, muss bei jedem Hersteller individuell beachtet werden.

Für Mountainbiker ist auch interessant, dass die unterschiedlichen Belagsmischungen für verschiedene Wetterverhältnisse gedacht sind. So sind beispielsweise Shimanos Sinter Beläge besser für widrige Witterungsbedingungen geeignet als die Kunstharz Versionen.

Fazit

Wer maximale Bremskraft oder das komfortabelste Bremsverhalten haben möchte, muss immer mit Abzügen in anderen Belangen rechnen. Eine sehr leistungsstarke Bremsanlage wird mehr Geräusche erzeugen und schwieriger zu dosieren sein, als eine normale Bremse. Unter Umständen kann eine sehr bissige Bremse gefährlich sein, denn zieht man sie im falschen Moment minimal zu stark, kann das ein Wegrutschen in einer Kurve oder den Überschlag über den Lenker auslösen.

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