Von keinem Teil hängt die Sicherheit beim Biken so enorm ab wie von Bremsbelägen. Deshalb sollte man sie regelmäßig checken und rechtzeitig austauschen. Ein wirklicher Notfall an der Scheibenbremse beim Mountainbike lässt sich meist schon im Vorfeld einer Tour verhindern.
Denn anders als beim platten Reifen oder beim abgerissenen Schaltwerk, treten Probleme bei der Bremse in der Regel nicht plötzlich während einer Tour auf. In den allermeisten Fällen kündigt sich ein Bremsversagen in einem schleichenden Prozess an und kann so frühzeitig behoben werden. Wer regelmäßig seine Bremsbeläge auf ihren Verschleiß hin überprüft, sie rechtzeitig erneuert oder einen schwammigen Druckpunkt nicht wochenlang ignoriert, kann die häufigsten Fehlerquellen im System Bremse entweder in der heimischen Werkstatt selbst oder vom Fachmann beheben lassen.
Natürlich ist bei jedem Fahrrad die einwandfreie Funktion der Bremsanlage mehr als wichtig! Im Bereich der Mountainbiker spielen die Bremsen sicherheitsbedingt wohl eine noch größere Rolle aufgrund der extremen Nutzung des Fahrrades und des Fahrverhaltens des Bikers. Wer im Offroad-Bereich mit seinem MTB unterwegs ist, muss sich auf die Fahrradbremsen zu 110 % verlassen können - sie sind seine Lebensversicherung!
Beim Offroad-Biken sind die Bremsbeläge im Gegensatz zum „normalen“ Radeln deutlich höheren Belastungen ausgesetzt. Die Bremsen werden um ein Vielfaches öfter genutzt, als beim Fahren auf der Straße. Daher erhöht sich der natürliche Verschleiß der Shimano Bremsbeläge der Scheibenbremse im extremen Bereich. Noch dazu kommen die verschleißfördernden Witterungsbedingungen wie Regen, Schlamm und Matsch dazu, die die enorme Abnutzung noch dazu fördern.
Ein wichtige Info vorab: Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten. Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.
Wann sollten Sie Ihre Bremsbeläge wechseln?
Es ist immer zu empfehlen, sich mit seinem Fahrrad zu beschäftigen und auch kleinere Reparaturen und Wartungen selber durchzuführen. Wenn Sie auch die Shimano Bremsbeläge an der Scheibenbremse an Ihrem MTB selber tauschen können, ist das hervorragend und verleiht Ihnen mehr Flexibilität. Speziell auf längeren Radtouren profitieren Sie sicherlich mal davon, da Shimano Bremsbeläge an Scheibenbremsen eben typische Verschleißartikel sind und Sie so öfter mal in den „Genuss“ eines Wechsels kommen.
Sind Sie generell mal länger und auch regelmäßig intensiver mit Ihrem Mountain-Bike unterwegs, ist es ratsam sich ein paar Beläge bzw. Bremsklötze von Shimano im Gepäck dabei zu haben. Oftmals sind die Bremsbeläge von Shimano mit Linien bzw. anderen Markierungen gekennzeichnet, so erkennen Sie auch als Laie recht gut, dass ein Wechsel nun nötig ist.
Wenn ein gewisser Abrieb erreicht ist, ist es somit nötig auszutauschen, damit Ihre Sicherheit beim Thema Bremsen weiterhin gewährleistet ist. Aber es geht auch darum, dass die Felge nicht durch einen komplett abgenutzten Bremsklotz beschädigt bzw. zerkratzt wird. Die wichtigen Bremsklötze kosten lediglich ein paar Euro, sind also keine teure Investition. So kann man sich also auch ruhig immer mal ein Paar in der Fahrradgarage beiseitelegen, um Sie dann im benötigten Falle schnell zur Hand zu haben.
Spätestens wenn die Belagdicke nur noch einen Millimeter beträgt, ist Zeit, die Bremsbeläge der Scheibenbremse zu ersetzen. Genauso natürlich, verölte Beläge.
Benötigte Materialien und Werkzeuge
- neue Shimano Bremsbeläge inkl. Belagfeder / ggf.
- Mit einem flachen Werkzeug (z.B. Schlitzschraubendreher)
- Neuer Sicherungssplint (falls erforderlich)
- Schraubendreher oder Innensechskantschlüssel (je nach Modell)
- Fusselfreies Tuch
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln der Bremsbeläge
- Laufrad ausbauen: Um an der Bremse vernünftig arbeiten zu können, muss man als erstes das Laufrad ausbauen. Bevor man die Bremsbeläge ausbaut, nimmt man zuerst das Vorderrad aus der Gabel. Abschlißend wird das Vorderrad wieder eingebaut.
- Bremskolben zurückdrücken: Mit einem flachen Werkzeug (z.B. Schlitzschraubendreher) drücken Sie vorsichtig die Bremskolben in die Ausgangsstellung im Bremssattel zurück. Dies sollte erfolgen, solange die alten Beläge noch montiert sind. Wenn die alten Disc-Bremsbeläge stark verschlissen waren, ist notwendig, dass man die Bremskolben zurückdrückt, bevor man die neuen Beläge einsetzt. Dazu nimmt man Kunststoff-Distanzstücke, die vom Bremsenhersteller oft mitgeliefert werden. Im Notfall funktioniert auch ein breiter Schraubendreher, den man dann vorsichtig einsetzen kann, um die Kolben im Bremssattel ganz in ihre Ausgangsposition zurück zu drücken.
- Belagsicherung entfernen: Entnehmen Sie den Sicherungssplint und lösen Sie die Belaghalteschraube. Bei den meisten Modellen klappt das nach oben, manche Beläge muss man allerdings nach unten aus dem Sattel entnehmen. Heben Sie sich die Feder auf, denn manchmal ist bei neuen Bremsbeläge keine neue Feder dabei. Dann entfernt man mit einer Spitzzange den Sicherungs-Splint vom Befestigungsbolzen. Anschließend mit einem Schlitz-Schraubenzieher den Befestigungsbolzen herausdrehen. Wenn es sich um ältere Bremsenmodelle handelt, sind die Beläge mit einem Sicherungsstift fixiert.
- Alte Beläge entfernen: Jetzt ist es an der Zeit die Beläge zu kontrollieren, ob sie verschlissen sind oder noch gefahren werden können.
- Bremssattel reinigen: In diesem Moment kann man die Möglichkeit nutzen und die Bremskolben mit einem fusselfreien Tuch von Abrieb und ggf.
- Neue Beläge vorbereiten: Im Set der neuen Shimano Bremsbeläge liegt zumeist gleich die passende Belagfeder bei. Diese Belagfeder hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Beläge später nicht an der Scheibe schleifen; sie drücken sie im Bremssattel auseinander. Die Feder wird zwischen die neuen Bremsbeläge gelegt.
- Neue Beläge einbauen: Die Beläge formschlüssig in die Feder einsetzen und als Paket zusammengedrückt in den Bremssattel schieben. Sie müssen nun aufgrund der Feder die neuen Bremsbeläge von Shimano beim Einsetzen mit Mittelfinger und Daumen leicht zusammendrücken. Wichtig ist, dass man die neuen Bremsbeläge nicht einzeln in den Bremssattel fummelt, sondern als Paket samt Feder einsetzt. Zum Wiedereinbau der Bremsbeläge macht man sich am besten ein kleines Paket aus Feder und Bremsbelägen. Das drückt man ein bisschen zusammen und führt es von hinten in dem Bremssattel ein, sodass nach Möglichkeit die Löcher für den Befestigungsbolzen alle fluchten.
- Beläge sichern: Sichern Sie die Beläge mit Sicherungsschraube und Splint bzw. dem Sicherungssplint. Danach schraubt man den Befestigungsbolzen wieder ein und nicht vergessen: Den Sicherungs-Splint am letztes auch wieder einsetzen, damit die Bremsbeläge gesichert sind. Wenn ein Sicherungssplint verwendet wurde, überprüfen Sie diesen unbedingt auf eventuelle Beschädigungen.
- Laufrad einbauen:
- Bremse einbremsen: Hat man Bremsbeläge und Laufrad wieder eingebaut muss man die Bremse nun wieder neu einbremsen. Dazu die Bremse in kontrolliertem Umfeld mehrmals richtig heiß bremsen, damit sie ihre volle Bremsleistung entfalten kann.
- Bremssattel justieren: Nach dem Bremsbelagwechsel kann es sein, dass man den Bremssattel neu einstellen und justieren muss, weil die neuen, dickeren Beläge an der Bremsscheibe schleifen.
Zusätzliche Tipps
- Achte Sie immer auf eine regelmäßige Reinigung, denn Dreck und Schmutz wirken wie Schmirgelpapier.
- Sein Fahrrad ab und an zu putzen, ist eine Sache. Sich jedoch wirklich aktiv um sein geliebtes Bike zu kümmern, eine andere. Neben der regelmäßigen (!) Reinigung und Pflege, gehört noch mehr dazu: Nämlich die Kontrolle der bekannten Verschleißteile. Speziell die sicherheitsrelevanten Bauteile (z.B. die Bremsen), dürfen nicht in Vergessenheit geraten.
- Wer viel mit dem Fahrrad unterwegs ist und die Bremse somit häufig benutzt und daher stark beansprucht, sollte diese Kontrolle in kürzeren Abständen durchführen. Scheuen Sie also nicht, sich regelmäßig bzw. öfter mit Ihrem Fahrrad auseinander zu setzen; so lernen Sie es immer besser kennen und können sich im Ernstfall selber helfen bzw. diverse Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen.
- An vielen Fahrrädern sind die vorderen Bremsbeläge bei den Felgenbremsen viel stärker abgenutzt als die hinteren. Dies kommt daher, da die vorderen Bremsen viel öfter benutzt werden. Jedoch darf die Kontrolle auch bei den hinteren Klötzen nicht vergessen bzw. vernachlässigt werden. Teils sind die hinteren Bremsbeläge daher auch gar nicht abgenutzt, sondern sind lediglich aufgrund des Alters rissig und spröde und sollten daher schleunigst ausgewechselt werden.
- Wenn Sie dann neue Bremsbeläge von Shimano kaufen, achten Sie dabei unbedingt darauf, dass diese in die Aufnahmebügel Ihres „Drahtesels“ passen.
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