Ein wirklicher Notfall an der Scheibenbremse beim Mountainbike lässt sich meist schon im Vorfeld einer Tour verhindern.
Denn anders als beim platten Reifen oder beim abgerissenen Schaltwerk, treten Probleme bei der Bremse in der Regel nicht plötzlich während einer Tour auf.
In den allermeisten Fällen kündigt sich ein Bremsversagen in einem schleichenden Prozess an und kann so frühzeitig behoben werden.
Wer regelmäßig seine Bremsbeläge auf ihren Verschleiß hin überprüft, sie rechtzeitig erneuert oder einen schwammigen Druckpunkt nicht wochenlang ignoriert, kann die häufigsten Fehlerquellen im System Bremse entweder in der heimischen Werkstatt selbst oder vom Fachmann beheben lassen.
Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten.
Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.
Kolben zurückdrücken
Das geht an und für sich recht einfach mit Reifenhebern aus Kunsstoff.
Alte Beläge drin lassen.
Ohne Betätigung (= Druck) ist es zumeist möglich, den Kolben auf Null zurückzudrücken.
Fast jedes hydraulische Bremssystem besitzt einen Ausgleichsbehälter.
Es gibt auch (sehr wenige) Systeme welche keinen AGB aufweisen.
Diese bedingen thermisch extrem gut getrennte Bremskolben/-stempel vs. dem Medium.
Unter dem Stichwort "Kolben mobilisieren" findet man zahlreiche Anleitungen.
Es ist ein einziger HS11-Bremsgriff mit der Bezeichnung MJ2017, welcher eine Einstellschraube TPA habe.
Bei HS11 Griff ist lt.
Naja, als die "damals" neuen Beläge eingelegt wurden hatte das System einen Ölstand ("Ausgangsniveau"), der jetzt bei den abgefahrenen Belägen "etwas" gesunken ist......wenn du jetzt die Kolben zurückgedrückt bekommst, steigt der Ölstand wieder auf das "Ausgangsniveau".
..."es schwankt halt nur"!
Das du keinen Zehntel-Millimeter zurückdrücken kannst, ist der nervigere Teil!
Ich habe bei mir - in Ermangelung" von Bremshydrauliköl - Nähmaschinenöl auf die Seitenränder der Kolben getröpfelt und - so wie du bereits gemacht hast - den Kolben immer ganz langsam und vorsichtig hin und herbewegt.
Da hilft jetzt nur Geduld und Gefühl, denn i.d.R. wirst aber du gewinnen.
Hast du Mineralöl oder Hydraulikflüssigkeit drinn?
Letztere zieht im Laufe der Zeit Wasser und kann so an Volumen zunehmen.
Dann wird es schlecht mit dem Zurückdrücken der Bremskolben und ein Wechsel der Hydraulikfüssigkeit steht an.
Dann sollte der Ölstand kein Problem darstellen.
Ich würde dann "das System öffenen" und dann versuchen, die Kolben zurückzudrücken....vielleicht ist der z.Zt.
Problemlösung
Doch einer der 4 Kolben lässt sich nicht zurückdrücken.
Er bewegt sich zwar etwas raus wenn ich den Bremshebel betätige, aber eben nicht rein.
Habe dann versucht mit einem Kunststoffreifenheber und etwas Kraft von beiden Seiten den Kolben reinzudrücken, aber es hat etwas sandig geknirscht und dann habe ichs gleich sein lassen.
Das klingt für mich nach einem kaputten Keramik-Kolben.
Sollte der hier sein oder?
Das sieht nicht gut aus.
Den Sattel würde ich wechseln.
Cube verbaut vielfach B-Ware, dieser Bremssattel ist mit hoher Wahrscheinlichkeit genau solch ein Produkt.
Bike ist neu, geht unter Garantie.
Nein, lässt sich nicht zurückdrücken.
Cube verbaut vielfach B-Ware, dieser Bremssattel ist mit hoher Wahrscheinlichkeit genau solch ein Produkt.
Bike ist neu, geht unter Garantie.
Der Bremssattel muss getauscht werden.
Wurde nach Reklamation anstandslos gemacht.
Ist von allein passiert, bzw.
Aber im Web gibt es unzählige Berichte zu bröselnden Keramikkolben.
Ursachen für schleifende Scheibenbremsen
Wieso schleifen Scheibenbremsen?
Ohne am Bremshebel zu ziehen, schleifen die Bremsbeläge leicht an der Scheibe.
Fünf Ursachen - fünf Lösungen.
- Zu viel Bremsflüssigkeit: Kommt bei neuen Bremsen im Auslieferungszustand immer wieder vor. Die Kolben können sich nicht weit genug zurückziehen. Da hilft nur, den Stand der Bremsflüssigkeit zu korrigieren. Anschließend müssen Sie die Bremse entlüften.
- Bremsscheibe nicht mittig: In diesem Fall den Bremssattel lockern und neu ausrichten.
- Laufrad schief eingebaut: Das kann bei Bikes mit herkömmlichen Schnellspannern passieren. Schnellspanner öffnen und neu justieren.
- Bremsscheibe verbogen: Manchmal hilft es schon, die Bremse richtig heiß zu bremsen (Achtung, nicht überhitzen!). Ansonsten vorsichtig per Hand oder mit Richtwerkzeug zurechtbiegen.
- Kolbenklemmer: Kolben und Bremssattel mit Bremsenreiniger säubern.
Bremsbeläge wechseln
Von keinem Teil hängt die Sicherheit beim Biken so enorm ab wie von Bremsbelägen.
Deshalb sollte man sie regelmäßig checken und rechtzeitig austauschen.
So klappt der Wechsel schnell und sicher.
Wie lange die Beläge halten, hängt stark von den äußeren Bedingungen ab.
Bei Matschwetter kann ein Belag schon nach einem langen Bike-Tag runter sein.
1 Millimeter sollte die Belagstärke mindestens noch betragen.
Bremsbeläge der MTB-Scheibenbremse wechseln - so geht’s:
- Sicherungsschraube entfernen: Ehe Sie mit dem Wechseln der Bremsbeläge beginnen, drücken Sie die Bremskolben mit einem flachen Werkzeug zwischen den alten Bremsbelägen so weit wie möglich zurück. So schaffen Sie Platz für die neuen, dickeren Beläge. Nun entfernen Sie den Sicherungsring und dann die Sicherungsschraube.
- Bremsbeläge entfernen: Jetzt sind die alten Bremsbeläge frei, und Sie können sie entfernen. Einfach die Beläge von beiden Seiten zusammendrücken und nach hinten aus dem Bremssattel entfernen.
- Bremssattel reinigen: Mit einem sauberen, fusselfreien Tuch die Kolben am Bremssattel reinigen. Bei stärkeren Verschmutzungen und hartnäckigem Belagabrieb hilft Bremsenreiniger. Sorgfältiges Säubern verbessert die Funktion der Kolben und erhöht damit die Leistung der Bremse.
- Kolben zurückdrücken: Sicherheitshalber nun die Kolben nochmals zurückdrücken. Vorher aber die alten Beläge grob gesäubert wieder einlegen. Das verhindert, dass die neuen Beläge beim Zurückdrücken beschädigt werden. Danach die alten Beläge entfernen.
- Beläge einsetzen: Nun die Belagsfeder zwischen die beiden Bremsbeläge setzen, die Beläge mit den Fingern zusammendrücken und in die Aufnahme zwischen den Bremskolben einsetzen. Manche Hersteller unterscheiden zwischen linkem und rechtem Belag. Unbedingt auf die korrekte Anordnung achten!
- Beläge sichern: Setzen Sie die Sicherungsschraube der Bremsbeläge wieder ein. Auf keinen Fall dabei den Sicherungsring der Schraube vergessen. Bei älteren Bremsenmodellen wird teilweise noch ein Sicherungssplint verwendet, der mit einer Zange aufgebogen werden muss.
Wir zeigen im Video exemplarisch an einer Shimano XT-Bremse, wie Ihnen der Wechsel der Bremsbeläge gelingt.
Ein wichtige Info vorab: Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten.
Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.
Bremsbeläge an der Scheibenbremse wechseln: die Arbeitsschritte
- Laufrad ausbauen: Um an der Bremse vernünftig arbeiten zu können, muss man als erstes das Laufrad ausbauen.
- Belagsicherung entfernen: Entnehmen Sie den Sicherungssplint und lösen Sie die Belaghalteschraube. Bei den meisten Modellen klappt das nach oben, manche Beläge muss man allerdings nach unten aus dem Sattel entnehmen. Heben Sie sich die Feder auf, denn manchmal ist bei neuen Bremsbeläge keine neue Feder dabei.
- Neue Beläge einbauen: Die Beläge formschlüssig in die Feder einsetzen und als Paket zusammengedrückt in den Bremssattel schieben.
- Beläge sichern: Sichern Sie die Beläge mit Sicherungsschraube und Splint bzw. dem Sicherungssplint.
Wichtig ist, dass man die neuen Bremsbeläge nicht einzeln in den Bremssattel fummelt, sondern als Paket samt Feder einsetzt.
Hat man Bremsbeläge und Laufrad wieder eingebaut muss man die Bremse nun wieder neu einbremsen.
Dazu die Bremse in kontrolliertem Umfeld mehrmals richtig heiß bremsen, damit sie ihre volle Bremsleistung entfalten kann.
Bremsscheibe montieren
Die Bremsscheiben auszutauschen, ist kein Hexenwerk.
Je nach Standard - Centerlock oder Sechs-Loch-Scheibe - sind unterschiedliche Werkzeuge nötig.
Sechs-Loch-Scheibe
Die Befestigung der Bremsscheibe erfolgt über sechs Schrauben, die je nach Bremsenmodell mit einem Drehmoment von 4-6 Nm über Kreuz angezogen werden.
Die Schrauben sind mit einer Schraubensicherung versehen, um ein ungewolltes Lösen der Bremsscheibe zu verhindern.
Centerlock-Standard
Centerlock-Scheiben werden mit einem Ring im Zentrum der Scheibe montiert.
Als Werkzeug dient ein herkömmlicher Innenlagerschlüssel.
Centerlock-Montage ist alternativ auch mit einer Nuss möglich.
Das erforderliche Drehmoment beim Anziehen des Rings ist deutlich höher: 40-50 Nm.
Die Verzahnung von Nabe und Abschlussring verhindert, dass sich die Bremsscheibe lösen kann.
Vorteil von Centerlock: Die Montage geht deutlich schneller.
Nachteil: Manche Hersteller bieten für den Shimano-Standard keine passenden Scheiben.
Laufrichtung beachten
Vorsicht: Bei der Montage der Bremsscheiben immer die korrekte Laufrichtung beachten.
Shimano kennzeichnet sie in der Regel mit einem Pfeil.
Bremssattel ausrichten und schleiffrei einstellen
Der Bremssattel sollte exakt parallel zur Scheibe stehen - so kann die Bremse kräftig zupacken und schleift nicht.
- Bremssattel lockern: Die beiden Schrauben der Bremsaufnahme lockern. Nun den Bremshebel ziehen, bis die Bremsbeläge fest an der Scheibe anliegen. Mit gezogenem Bremshebel die Schrauben wieder festziehen.
- Sichtprüfung: Nach dem Festziehen der Befestigungsschrauben sollte die Scheibe genau mittig zwischen den Bremsbelägen laufen. Ist dies nicht der Fall, Schritt 1 wiederholen und den Bremssattel nachjustieren. Beim Sicht-Check hilft ein helles Papier am Boden.
- Bremsscheibe ausrichten: Schleift die Scheibe trotz justierten Bremssattels unregelmäßig und „eiert“, ist sie verzogen. In diesem Fall mit einem speziellen Richtwerkzeug, in das der Rand der Scheibe eingeklemmt wird, oder mit den Händen und einem Tuch zum Schutz vor Fett die Bremsscheibe gefühlvoll geradebiegen. Zur Sicherheit hinterher die Scheibe mit Bremsenreiniger säubern.
Weitere Hinweise zur Wartung
Um an der Bremsanlage arbeiten zu können, müssen natürlich die Laufräder vom Rad abmontiert werden.
Vorher aber kannst Du noch prüfen, ob die Bremsscheiben gerade oder eventuell verzogen sind.
Eine verzogene Scheibe erkennst Du daran, dass sie bei Rotation im Bremssattel seitlich “taumelt“.
Ein leichter Verzug ist zu verschmerzen und kann mit einem Richtwerkzeug begradigt werden.
Dieser Verzug kann im Fahrbetrieb teils auffallen - Du spürst während des Bremsens ein leichtes, frequentes Pulsieren.
Wenn Dich das nicht sonderlich stört, kann die Scheibe ruhig so weitergefahren werden.
Ist die Scheibe stark verzogen, so dass der Bremssattel nicht mehr schleiffrei einstellbar ist, kann es sein, dass sie nicht mehr zu begradigen ist und ausgetauscht werden muss.
Nun wird noch die Reibfläche der Scheiben geprüft.
Diese unterliegt natürlich, genau wie die Beläge, einem gewissen Verschleiß, auch wenn dieser aufgrund der Härte des Stahls deutlich langsamer fortschreitet als bei den Bremsbelägen.
Nimmst Du Dir die Scheibe vor, kannst Du mit dem Fingernagel am Übergang zwischen Reibfläche und Trägerarmen oft eine „Stufe“ spüren.
Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Reibfläche bereits dünner geworden ist.
Mit dem Messschieber kannst Du die genaue Dicke messen.
Ist sie nahe der Verschleißgrenze oder gar darunter, muss sie getauscht werden.
Diese Verschleißgrenze ist auf der Scheibe aufgedruckt.
Was mir auch aufgefallen ist: die Bremsscheibe ist schon fast bei der Verschleißgrenze angekommen.
Und das nach einem Satz Bremsbeläge (originalverbaut, Resin, ohne Kühlkörper).
Wenn die Scheibe rot- bis bläuliche Verfärbungen aufweist, ist dies ein Indiz dafür, dass sie mindestens einmal auf einer Abfahrt sehr heiß geworden ist.
Das darf aber durchaus sein und ist kein Grund zum Austausch - es sei denn, die Scheibe sieht komplett „verglüht“ aus.
Schau Dir auch die Reibfläche genauer an: Siehst Du dort eingebrannte Fragmente der Beläge, hat sich Material dieser gelöst und mit der Scheibe unter Hitzeeinwirkung „verbunden“.
Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Bremsbeläge an ihre Belastungsgrenze gekommen sind.
Falls Du organische Beläge nutzt, wäre der Umstieg auf Sintermetall-Beläge ratsam, da diese mehr Hitze vertragen.
Um nichts auszulassen, empfiehlt es sich, noch die Verschraubung der Scheiben an den Naben zu prüfen, idealerweise mit dem Drehmomentschlüssel.
Die Drehmomentwerte sind jeweils auf der Scheibe bzw. auf dem Center Lock-Verschlussring aufgedruckt.
Findest Du keine Angabe auf der 6-Loch-Scheibe, sind 6-7Nm ein guter Anhaltspunkt.
Bei Center Lock ist ein Wert von 40Nm vorgesehen.
Sind die Bremsscheiben verölt oder stark verdreckt, müssen sie gereinigt werden.
Hierzu nimmst Du einen herkömmlichen Bremsenreiniger, der auf einen Öl- und fettfreien Lappen gesprüht wird.
Damit werden beide Seiten der Bremsfläche gründlich abgewischt.
Anschließend empfehlen wir, noch einmal mit einem in Wasser getränkten Lappen nachzuwischen, denn Bremsenreiniger hinterlässt Rückstände auf der Scheibe, die den Reibwert verringern und somit temporär die Bremsleistung verschlechtern.
Was mit dann noch im Händler-Manual aufgefallen ist: auf Seite 20 wird beschrieben dass die Schrauben der Bremssattelbefestigung entweder mit Draht oder einem Sprengring gesichert sein sollten.
Sicherheitshinweis
Im Sinne der eigenen Sicherheit: Die Bremsen zählen zu den am härtesten strapazierten Teilen am Bike und haben eine regelmäßige Wartung verdient.
Um unterwegs nicht plötzlich von abgenutzten Bremsbelägen überrascht zu werden, lohnt sich ein regelmäßiger Check.
ACHTUNG: Scheibenbremsen sind sicherheitsrelevante Bauteile.
Wer daran rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem sorgfältig arbeiten.
Eine Kontrollfahrt nach der Wartung schadet nie.
Ohne ausreichende Erfahrung beim Schrauben lohnt es sich, eine Bike-Werkstatt aufzusuchen und sich Rat von Experten zu holen.
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