Shimano Cantilever Verbindungskabel Montage: Ein umfassender Leitfaden

Klassische Cantilever-Felgenbremsen gehören zu den absoluten Klassikern unter den Bremsmechanismen für Retro Mountainbikes. Ihre Einstellung oder der Austausch erfordert zwar etwas Geduld und Zeit, aber es ist definitiv machbar - vor allem, wenn du ein Herz für Retro-Mountainbikes hast. Traditionelle Cantileverbremsen sind eine Variante von Felgenbremsen.

Grundlagen der Cantilever-Bremsen

Traditionelle Cantilverbremsen verwendeten zwei Züge, den Hauptzug vom Bremshebel und eine „Traverse“ oder „Querzug“, der zwischen den beiden Bremsarmen verläuft. Das hat gut funktioniert, bis Mountainbikes erschienen und es einen Ausbruch an schweren Unfällen gab, die durch den Ausfall des Hauptzuges verursacht wurden.

Der Zug konnte sich am Bremshebel oder an einer Umlenkrolle lösen. Wenn der Hauptzug nachgibt, kann der Querzug herunterfallen und von den Stollen der Reifen erfasst werden. Als Antwort darauf hat Shimano das „Verbindungsseil“ („Link Wire“) entwickelt. Das Verbindungsseil ersetzt den Hänger und die Hälfte des Querzugs.

Das Shimano Verbindungskabel

Shimano entwickelte als Antwort darauf das sogenannte Verbindungskabel („Link Wire“). Der Hauptzug wird durch einen „Knopf“ geführt, der als Hänger fungiert, und verläuft direkt zu einem der Bremsarme. Das reduziert die beweglichen Teile und verbessert die Stabilität der Bremse.

Es gab anfangs einigen Widerstand gegen diese Konstruktion, weil sie nicht annähernd so einstellbar ist, wie ein separater Querzug (man kann sie einstellen, indem man unterschiedlich lange Verbindungskabel auswählt). Tatsächlich ist das Verbindungskabel aber grundsätzlich ein hervorragendes System.

Im Gegensatz zu Querzügen, die in einem Bogen über dem Hänger verlaufen, wenn die Bremse nicht betätigt wird, hält das Verbindungskabel alle Kabelabschnitte in einer geraden Linie. Vorteil: Im Gegensatz zum Querzug, der in einem Bogen verläuft, bleibt das Verbindungskabel immer gerade.

Einstellung und Wartung der Cantilever-Bremsen

Die Einstellung von Cantilever-Bremsen erfordert Fingerspitzengefühl, ein wenig technisches Know-how und vor allem Geduld. Aber mit den richtigen Schritten und Werkzeugen kannst du selbst die hartnäckigsten Probleme lösen. Egal, ob es um quietschende Bremsen oder schwergängige Bremsarme geht - die Lösungen liegen oft im Detail.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung

  1. Bremszug überprüfen: Schau dir den Bremszug genau an, vor allem bei vollem Lenkeinschlag. Ist er geknickt oder beschädigt? Falls ja, solltest du den Zug ersetzen.
  2. Laufrad richtig einsetzen: Ein schief eingesetztes Laufrad kann die Bremsen aus dem Gleichgewicht bringen. Falls die Bremse nicht mittig ist, prüfen Sie zuerst, ob das Laufrad richtig im Rahmen oder der Gabel montiert ist.
  3. Federvorspannung justieren: An den Bremsarmen findest du eine Federeinstellschraube. Falls die Bremse tatsächlich nicht mittig ist, liegt dies oft an einer zu hohen Reibung der Bremssockel.
  4. Seilzug und Querzug einstellen: Löse die Seilzugbefestigungsschraube am rechten Bremsarm. Verstelle den Querzug so, dass beide Seiten gleich lang sind und der Bremszug mittig verläuft. Hänge den Bremszug aus.
  5. Bremsbeläge justieren: Richte die Bremsklötze so aus, dass sie in Fahrtrichtung leicht schräg zur Felge stehen.

Detaillierte Schritte zur Fehlerbehebung

  1. Entferne die Bremsarme, indem du die Inbusschrauben löst. Überprüfe die Bremssockel und fette sie bei Bedarf. Montiere die Bremsen in umgekehrter Reihenfolge. Achte darauf, die Rückholfedern in der gleichen Position zu montieren.
  2. Hängen Sie den Querzug aus und versuchen Sie die Bremsarme mit der Hand zu bewegen. Sie sollten sich leicht und ohne grossen Widerstand bewegen lassen und immer ungefähr in die gleiche Ausgangsposition zurückkehren. Falls Sie hohe Reibung vermuten, entfernen Sie den Bremsarm.
  3. Die Oberfläche des Bremssockels sollte glatt, frei von Rost und mit etwas Fett bedeckt sein. Falls der Sockel rostig ist, ist dies normalerweise ein Zeichen, dass das Fahrrad von einem Händler nachlässig montiert wurde. Entfernen Sie den Rost mit Sandpapier und wischen Sie Schmutz und Sand ab.
  4. Wenn die Laufräder mittig sind und die Bremsarme ausreichend geschmiert und frei beweglich sind, sollte die Bremse ebenfalls mittig sein. Falls dies nicht der Fall ist, müssen Sie möglicherweise die Spannung der Rückholfedern in einem oder in beiden Bremsarmen anpassen.

Spezifische Einstellungen

Federaufhängung

Bei den meisten Cantilever-Bremssockel sind drei übereinanderliegen, kleine Löcher direkt neben dem Bremssockel angebracht. Diese Löcher dienen als Aufhängung für das Ende der Rückholfeder. Je nach dem, welches der Löcher für die Aufhängung verwendet wird, erhält man eine grobe Einstellung der Federspannung. Das oberste Loch bewirkt die höchste Spannung, das unterste Loch die geringste Spannung. In den meisten Fällen ist das mittlere Loch die beste Wahl.

Shimano-kompatible Cantileverbremsen verfügen normalerweise über eine kleine Schraube zur Feineinstellung. Diese befindet sich normalerweise auf der linken Seite der Vorderradbremse bzw. auf der rechten Seite der Hinterradbremse.

Dia Compe-kompatible Cantileverbremsen

Dia Compe-compatible Cantileverbremsen verfolgen einen anderen Ansatz. Das Dia Compe-System verzichtet auf die Aufhängung in den Löchern neben dem Bremssockel. Statt dessen wird ein eigener Federsockel als Teil der Cantilevermechanik montiert. Dieser Federsockel wird als erstes auf den Bremssockel gesteckt und verfügt über ein Loch für die Aufhängung der Rückholfeder. Solange die Schraube zur Fixierung der Bremse am Bremssockel locker ist, kann der Federsockel sich frei bewegen. Sobald aber die Bremse festgeschraubt ist, wird auch der Federsockel fixiert.

Hinweis: Bremsen, die einen einstellbaren Federblock verwenden, nutzen den Bremssockel nicht als Lagerung; statt dessen wird eine Hülse auf den Bremssockel gesteckt. Die Außenseite dieser Hülse bzw. Nicht einstellbare Rückholfedern findet man oft an älteren oder billigen Cantilever-Bremsen. Wenn bei diesen Federn die Spannung angepasst werden soll, müssen sie physisch verformt werden. Manchmal kann die Spannung erhöht werden, indem man den Querzug aushängt, und den jeweiligen Bremsarm mit entsprechend Kraft sehr viel weiter nach außen klappt, als er sich normalerweise bewegen würde. Falls dies nicht möglich ist, muss ggf.

Übersetzungsverhältnis

Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten von Bremsen, ermöglichen Cantilever-Bremse verschiedene Einstellungen, die eine mehr oder weniger hohe Übersetzung bieten. Die Übersetzung ist ein Schlüsselelement, das Sie verstanden haben müssen, bevor Sie in der Lage sind, eine Feinabstimmung ihrer Cantilever-Bremsen vorzunehmen. Das Übersetzungsverhältnis wird oft als „Kraft“ bezeichnet, wenn man von Bremsen spricht und häufig mit der Qualität einer Bremse verwechselt. Leute mit Problemen bei den Bremsen denken oft, dass sie mehr „Kraft“ benötigen, obwohl sie tatsächlich weniger brauchen!

Speziell, wenn moderne „Low Profile“-Cantilever-Bremsen mit Rennlenker-Bremshebeln kombiniert werden, ergibt sich daraus ein extrem hohe mechanische Übersetzung.

Problemlösungen bezüglich der Übersetzung

  • Zu geringe Übersetzung: Wenn die Übersetzung zu niedrig ist, führt das dazu, dass man beim Anziehen der Bremse eine angenehme, direkte Reaktion spürt. Ein Bremssystem mit zu geringer Übersetzung wird die Bremsklötze sehr schnell an die Felge drücken, tut dies aber nicht fest genug.
  • Zu hohe Übersetzung: Bei zu grosser Übersetzung ist der Bremshebel sehr leicht zu ziehen, wird aber am Lenker anschlagen, bevor die Bremse vollständig greift. Sobald der Bremshebel am Lenker anschlägt, spielt es keine Rolle mehr, wie stark man zieht!

Weitere Tipps

  • Bremsbeläge austauschen: Experimentiere mit einer anderen Gummimischung.
  • Brakebooster verwenden: Brakebooster versteifen den Rahmen oder die Gabel in der Nähe der Bremse.
  • Wechsle die Züge, sobald sie sichtbare Schäden oder Knicke aufweisen.

Die meisten Probleme mit Bremsen ergeben sich aus übermässiger Reibung oder schlechter Installation der Züge, nicht billigem Material oder Bremsen mit einfacher Qualität.

Problem Mögliche Lösung
Quietschende Bremsen Falsche Ausrichtung der Bremsbeläge, andere Gummimischung testen
Schwergängige Bremsarme Übermässige Reibung, schlechte Installation der Züge
Bremse schleift Falsche Einstellung der Federvorspannung, Laufrad nicht richtig eingesetzt

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