Shimano CS-HG80 Kassette 9-fach im Test: Ein umfassender Überblick

Die Schaltung spielt eine wesentliche Rolle am Bike, da das Wechseln der Gänge zu den Grundbedürfnissen beim Biken gehört und jeden betrifft, der sich auf zwei Stollenreifen bewegt. Neben einigen Exoten gibt es auf dem Schaltungssektor einen Zweikampf zwischen Shimano aus Japan und dem amerikanischen Herausforderer Sram. Beide Komponentenriesen versuchen, durch unterschiedliche Technologien und Preisklassen ein möglichst breites Marktsegment abzudecken.

Shimano SLX: Eine Klasse für sich

MB beschreibt die wichtigsten Schaltkomponenten von Sram und Shimano im Detail und zeigt, welche Parts nicht nur optisch, sondern auch im Praxiseinsatz glänzen. Das Testfeld reicht von den Einsteigergruppen Shimano Deore und Sram X.5 bis zu den exklusiven und hochpreisigen Klassen XTR und X.0. Dazwischen liegt Shimanos brandneue SLX, die in Zukunft die Deore LX ersetzen wird. Sram versucht mit der X.7 dagegenzuhalten. Eine Klasse darüber wetzt Shimano mit der Deore XT die Messer und tritt gegen die Sram X.9 an.

Die knackigen Schaltvorgänge der neuen SLX unterscheiden sich kaum noch von der einer XT. Die X.7 kämpft noch mit dem Umwerfer, liefert aber eine ansonsten gute Schaltperformance ab. Beim Sprung in die Hochleistungsklasse legt Sram deutlich nach.

Technische Details der Shimano CS-HG80 Kassette

Die Shimano CS-HG80 ist eine 9-fach Kassette, die in der SLX-Gruppe angesiedelt ist. Hier sind die technischen Details:

  • Name: CS-HG80
  • Preis: 60 Euro (ungefähr)
  • Gewicht: 282 g
  • Abstufung: 11-32 Zähne, optional 11-34 Zähne
  • Material: Ritzel und Träger bestehen jeweils aus Stahl

Preis-Leistungs-Verhältnis und Alternativen

Wer lieber ein paar Euro spart, aber trotzdem nicht auf hohe Qualität verzichten will, für den ist das mittlere Preissegment optimal. Einsteiger und Sparfüchse finden meist in der unteren Klasse das Passende. Gruppen, die unter Deore oder X.5 liegen, eignen sich zum sportlichen und ernsthaften Mountainbiken dagegen nicht, weil sie bei den hohen Belastungen im Gelände auf Dauer einfach überfordert sind.

Trotzdem kann viel Geld sparen, wer die Komponenten untereinander mixt - was sich insbesondere bei begrenztem Budget empfiehlt. So können Sie bereits mit einer Kurbel, die eine Klasse tiefer rangiert, einiges an Geld sparen. Wer seine Gruppe nicht sichtbar abwerten will, kann etwa durch eine günstigere Kassette sparen und trotzdem den Schein der Luxusklasse wahren. Vorsicht ist aber beim Mischen von Shimano- und Sram-Parts geboten. Während die Umwerferseite kompatibel ist, funktioniert der Mix auf Schaltwerksseite wegen des unterschiedlichen Schaltzugwegs nicht. Wer trotzdem kombinieren will, hat bei Sram die Möglichkeit, Shimano-kompatible Trigger-Hebel zu benutzen.

Bei den Shimano Kassetten sind z.B. die günstigen Modelle wie CS-580 (altes LX Version) komplett aus Stahl gefertigt. Bei der CS-HG80 (9-fach Kassette der LX und SLX Gruppe) ist einige Ritzel aus hochwertigerem und leichterem Aluminium gefertigt.

Vergleich mit anderen Shimano-Komponenten

Die Modellvielfalt bei Shimano ist groß. Bei den Shimano Ketten ist das ähnlich. Die teuren Ketten sind mit einer speziellen Beschichtung versehen, die eine bessere Resistenz gegen Schmutz und geringere Reibungswerte versprechen. Des Weiteren sind die Bolzen der Fahrradketten teilweise hohl gebohrt und die Laschen - zwecks Gewichtseinsparungen - speziell bearbeitet. Bei den Kettenblättern setzt sich dieses Spielchen fort. Günstigere Materialien und ein einfacheres Oberflächenfinish sind bei den Einsteigergruppen wie LX und SLX an der Tagesordnung. Während bei den höherwertigen Gruppen wie XT und XTR viele edle Materialien wie Carbon und Titan verarbeitet werden.

Vor- und Nachteile von Shimano und Sram

Beide Komponentenriesen versuchen ihre eigenen Wege zu gehen und mit technischen Features aufzutrumpfen. Bei Sram etwa legt der Schaltzug gegenüber Shimano den doppelten Weg zurück, um das Schaltwerk zu bewegen. Dadurch verdoppelt sich aber weder der Hebelweg, noch halbiert sich die Schaltkraft. Aber: Wenn sich der Schaltzug mit der Zeit längt, wirkt sich das beim 1:1-Übersetzungsverhältnis von Sram weniger aus als beim 1:2-Übersetzungsverhältnis von Shimano. Das Schaltwerk funktioniert deshalb ohne Nachjustierung länger. Das Ganze birgt aber auch den Nachteil, dass sich durch den größeren Weg in der Zughülle auch die Reibung vergrößert.

Der jüngste Streich von Shimano dagegen: Die "Shadow"-Technologie, die sich im Markt schnell etabliert hat. Die ­schmale Bauweise des Schaltwerks schützt wirksam gegen "Feindberührung" auf engen Trails. Perfekt auch in der Praxis auf dem Trail: das "Multi-Release"-Prinzip von Shimano, das Schaltsprünge über zwei Ritzel auf größere Gänge an der Kassettte ermöglicht. Solche Neuentwicklungen kommen in der Regel zuerst in der Top-Gruppe zum Einsatz und wandern erfahrungsgemäß erst mit der Zeit langsam zu den günstigeren Gruppen über.

Während Sram seine Trigger nur für den Daumen konzipiert, ermöglicht es Shimano, die hinteren Schalthebel mit Daumen oder Zeigefinger zu bedienen. Sram kennt keine Grenzen, was die Anzahl der geschalteten Gänge pro Hebelweg angeht. Mit etwas Übung gelingen zwei Kettenblätter oder bis zu fünf Ritzel mit einem Daumendruck. Die Anschlagschrauben platzieren die Amerikaner gut zugänglich an der Seite. In Sachen Umwerfermontage liegt aber Shimano vorn. Die schräg platzierte Schraube an der Schelle ermöglicht ungehinderte Fixierung am Sitzrohr. Im Klassenvergleich der Günstigen zeigen sich bereits erste Unterschiede. Die Deore-Shifter klicken definierter als die der X.5.

Tabellarische Übersicht der Schaltgruppen

Um einen besseren Überblick zu geben, hier eine Tabelle mit den wichtigsten Schaltgruppen von Sram und Shimano:

Gruppe Hersteller Einordnung
X.5 Sram Einsteiger
Deore Shimano Einsteiger
X.7 Sram Mittelklasse
SLX Shimano Mittelklasse
Deore XT Shimano Obere Mittelklasse
X.9 Sram Obere Mittelklasse
X.0 Sram High-End
XTR Shimano High-End
Saint Shimano No Gravity

Fazit

Die richtige Gruppe hängt vom Einsatzgebiet, persönlichen Vorlieben und vom Budget ab. Wer Top-Performance sucht, kommt an X.0 oder XTR nicht vorbei. Mit etwas Cleverness lässt sich aber viel Geld sparen, indem man sich seinen individuellen Mix sucht.

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