Shimano bringt mit der Deore M6000 eine neue Schaltgruppe fürs Mountainbike. Die neue Deore kommt in einer 2x10- und einer 3x10-Version. Außerdem gibt’s neue XT-Laufräder und einige neue, gruppenfreie Parts.
Kurz & Knapp: Shimano Deore M6000
- Neue und preiswerte Komplett-Schaltgruppe fürs Mountainbike
- 2x10 und 2x11-Varianten verfügbar
- XT-Laufräder neu
- Preis für Komplettgruppe ca. 200 Euro
Im letzten Jahr brachte Shimano seine elektronische XT Di2 und die SLX heraus, beide als 11-fach-Schaltungen. Bei der neuen Deore, die die Japaner jetzt nachlegen, bleibt es allerdings bei einem 10-fach-Ritzelpaket. Dafür bekommt die neue Schaltgruppe einige Features aus höherwertigen Gruppen spendiert.
Optionen und Technologien der Deore M6000
So kann die neue Deore, die die interne Bezeichnung M6000 trägt, künftig als 2x10- bzw. 3x10-Antrieb gefahren werden. Entscheidet sich der Fahrer für die 2x10-Variante, dann hat er die Wahl zwischen drei Übersetzungen an der Kurbel: 38-28Z, 36-26Z oder 34-24Z. Bei allen drei Varianten kommt die Kurbelgarnitur im Vierarm-Design mit Hollowtech-II-Technologie. Außerdem ist für Bikes mit breiten Naben im Boost-Format eine Alternative mit einer 3 mm weiter außen liegenden Kettenlinie erhältlich.
Für Biker, die auf 3x10 Gänge und damit auf eine hohe Bandbreite setzen, gibt’s vorne eine Kurbelgarnitur mit 40-30-22Z. Beim Umwerfer stehen drei Typen zur Auswahl: Side Swing, Top Swing und Down Swing. Um sicher zu gehen, dass die neue Deore M6000 auch wirklich an jeden Rahmen passt, gibt es für den Umwerfer fünf verschiedene Montageoptionen: mit hoher, mittlerer und tiefer Klemmschelle, als Direct Mount und E-Type.
Ob 2-fach oder 3-fach: Beide Varianten der neuen Shimano Deore setzen auf die neue 10-fach Dyna-Sys-Kassette mit einer Spreizung von 11-42Z, können aber auch mit bestehenden Kassetten im Format 11-36Z, 11-34Z oder 11-32Z gefahren werden. In Sachen Schaltwerk setzt Shimano bei der neuen Deore auf ein Shadow RD+-Modell für präzise Gangwechsel und eine sichere Kettenführung in ruppigem Gelände. Geschaltet wird mit Rapidfire Plus Schalthebeln, die es wahlweise mit bzw. ohne optische Ganganzeige gibt.
Die neuen Deore-Bremsen kommen mit Servo-Wave-Hebeln. Die wärmeisolierten M6000-Bremssättel lassen sich optional mit Ice-Tec-Bremsbelägen bestücken.
Die neue Deore-Gruppe soll ab Mai 2017 erhältlich sein.
Neue XT-Laufräder mit breiten Boost-Naben
Neben der neuen Deore bringt Shimano neue Laufradsätze der XT-Serie. Die neuen Laufräder kommen in 29 bzw. 27,5 Zoll und sind mit breiteren Felgen für den Trail-Einsatz und mit schmaleren für Cross-Country-Racer erhältlich. Die Naben sind im Boost-Format dimensioniert, also 110x15 mm vorne und 148x12 mm hinten.
Zudem hat Shimano die Achsen der Laufräder komplett neu konstruiert. Der Einstellmechanismus für den Schnellspannhebel ist im Inneren der Achse, statt an der Außenseite angebracht. Dadurch gelang es den Shimano-Ingenieuren, bei einer geringeren Gesamt-Außenbreite mehr Freiraum zwischen Schnellspannhebel und Nabenflansch bzw. Speichen oder Bremssätteln zu schaffen.
Zusätzliche gruppenfreie MTB-Komponenten
Shimano bringt außerdem mehrere gruppenfreie MTB-Parts. Unter anderem eine 2x11-Kurbelgarnitur mit 36-26Z auf Deore-Niveau mit Dyna-Sys-Technologie (interne Bezeichnung: FC-MT600). Erhältlich ist die Kurbel sowohl mit herkömmlicher, als auch mit 3 mm weiter außen liegender Kettenlinie für Bikes im Boost-Format. Daneben gibt’s eine neue 2x10-Kurbel mit ähnlichen Features (FC-MT500).
Als Ergänzung zu diesen beiden Kurbeln kommt außerdem eine neue, gruppenfreie Variante der Deore-Bremse (BL/BR-MT500).
Trekking Schaltgruppen im großen Überblick
Während die Übersetzungen von Rennrädern und Mountainbikes während der Fahrt ausschließlich durch Kettenschaltungen angepasst werden, bilden Nabenschaltungen für Trekking- und Reiseräder eine echte Alternative. Dadurch sind mehr unterschiedliche Schaltsysteme auf diesem Markt zu finden, als dies bei den sportlicheren Geschwistern der Fall ist.
Auf der Suche nach einem neuen Fahrrad stolpert man oft über Bezeichnungen, die man noch nie gehört hat und mit denen man im ersten Moment vielleicht nicht so viel anfangen kann. Um die Anforderungen unterschiedlicher Bereiche des Radfahrens zu beschreiben, lassen sich bestimmte Paradigmen finden, die diese auszeichnen. Für Trekking- und Reiseräder haben Langlebigkeit und Flexibilität oberste Priorität. Sie stehen vor geringem Gewicht oder höchstmöglicher Effizienz, die beispielsweise im Rennradbereich das Maß aller Dinge sind.
Kettenschaltung oder Getriebeschaltung?
Kettenschaltungen haben den Vorteil, dass sie leicht und effizient sind. Doch zugleich sind sie verhältnismäßig anfällig gegen Schmutz und nicht die verschleißärmste Möglichkeit, ein Rad anzutreiben. An Trekkingrädern sind daher oft Getriebeschaltungen zu finden. Bei diesen wird die Übersetzung durch ein im Inneren der Hinterradnabe oder ein direkt an die Kurbel angeschlossenes Getriebe angepasst. Da sich die Kettenlinie bei der Art von Schaltungen nicht verändert, kann hier alternativ zur Kette auf Riemen zur Kraftübertragung zurückgegriffen werden.
Vor- und Nachteile von Kettenschaltungen:
- + Hohe Effizienz
- - Wartungsanfällig
- + Geringes Gewicht
- - Verschleiß hoch
- + Preiswert
- - Empfindlich gegen Verschmutzung
Vor und Nachteile von Getriebeschaltungen:
- + Zuverlässig
- - Relativ schwer
- + Wartungsarm
- - Weniger effizient als Kettenschaltungen
- + Verschleißarm
- - Relativ teuer
- + immer optimale Kettenlinie
Kettenschaltungen von den Marktführern
Die beiden großen Komponentenhersteller Shimano und SRAM bieten zwar durchaus komplette Gruppen, die Antrieb und Bremsen umfassen, für den Trekking-Bereich an, doch wird hier öfter als in anderen Bereichen auf Komponenten verschiedener Hersteller zurückgegriffen.Das Angebot von Shimano ist zu großen Teilen dem Mountainbike Bereich entliehen und beispielsweise durch Kurbeln mit einer passenden Übersetzung an das Trekkingrad angepasst. So finden sich hier Teile der bekannten XT und Deore Gruppe wieder.
Shimano XT
Die XT-Gruppe ist vom Mountainbike bekannt. Hier wird sie seit über 25 Jahren weiterentwickelt. Doch ihr Einsatz ist keineswegs auf das Mountainbike beschränkt. Eine hohe Präzision und Zuverlässigkeit gepaart mit einem vernünftigen Preis machen sie zu einer Top Wahl für das Trekkingrad. Hier wird die Gruppe mit 3x10 Gängen angeboten. Zur kompletten XT Trekking-Gruppe gehören weiterhin Scheibenbremsen und ein Nabendynamo.
Shimano LX
Die LX Gruppe war lange Zeit die kleine Schwester der XT am Mountainbike. Im Laufe ihrer Evolution wurde sie zu einer reinen Trekking-Gruppe „umfunktioniert“ und am Mountainbike durch die SLX abgelöst. Ihr Status als „kleine Schwester“ bleibt hier bestehen. Etwas schwerer, dafür jedoch auch preiswerter, bietet sie ebenfalls 3x10 Gänge und einen Nabendynamo. Bei den Bremsen hast du die Wahl zwischen hydraulischen Scheibenbremsen und preiswerteren V-Brakes.
Shimano Deore
Am Mountainbike markiert die Deore-Gruppe den Einstieg in den sportlichen Bereich. Ähnliches gilt für die Trekkingrad Gruppe. Sie bietet die gleichen Spezifikationen wie die teureren Gruppen: 3x10 Gänge und die Wahl zwischen V-Brakes und hydraulischen Scheibenbremsen. Nur wenn du einen Nabendynamo haben möchtest, musst du auf den aus der LX oder XT-Gruppe zurückgreifen.
Shimano Alivio
Bei der Alivio Gruppe handelt es sich seit jeher um eine gute Einsteigergruppe. Sie bietet 3x9 Gänge, einen eigenen Nabendynamo und die Wahl zwischen hydraulischer Scheibenbremse und V-Brake.
Shimano Acera
Die Acera Gruppe stellt die Einsteigergruppe von Shimano dar. Die preiswerteste Trekking Gruppe schaltet 3x9 Gänge. Auch hier hast du die Wahl zwischen V-Brake und Scheibenbremse und kannst optional einen gruppenspezifischen Nabendynamo bekommen.
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