Beim Bike meiner Frau hat sich die Ganganzeige (links für Kettenblätter, der rote Plastikanzeiger liegt abgebrochen im Sichtfeld) verabschiedet. Mein Nachbar meint, dass die Ganganzeige komplett ausgetauscht werden kann? Wer kann mir dazu mehr Informationen geben und wo gibt es die Ganganzeige als Ersatzteilseparat zu kaufen?
Hallo Leute, also ich habe mir jetzt die Ersatzanzeige (Deore SL-M510) geholt.
Hallo Alfri, je nach der montierten Gruppe kann es auch interessant sein, die Ganganzeigen zu demontieren und einen Flightdeck Computer zu verwenden, der dann die Ganganzeige mit übernimmt, gleichzeitig aber noch aus der Geschwindigkeit und den eingelegten Gängen die Trittfrequenz errechnet.
Kompatibilität und Austauschbarkeit
Du brauchst "lediglich" die passenden Anbauteile für die Schalthebel deiner Frau. Diese gibt/gab es nicht nur für die Rennradhebel, sondern auch für LX, XT und XTR. Sogar mal für Nexave. Rose hatte kürzlich einige davon im Angebot.
Deore steht im Betreff! Kann man bei den Gruppen untereinander tauschen, wenn die Anzahl der Gänge gleich ist? Habe noch welche von einer LX (Baujahr 2000), wenn gebraucht i.O.
Hallo Baschdl, ja, das konnte ich auch lesen. Es gibt aber Deore, Deore LX, Deore XT (ob die XTR auch den Vornamen Deore trägt, weiss ich jetzt nicht auswendig und es ist mir auch nicht sooo wichtig), und diese Versionen gibt es in 8fach und 9fach und in unterschiedlichen Jahrgängen.
Ich habe es wohl nicht deutlich genug geschrieben, wichtig ist die Bezeichnung SL-M xxx, denn nur das "xxx" kann klären, ob es die Flightdeck-Anschlusskabel dafür gibt. Zum Kauf oder Austausch der Ganganzeige bzw. um nachzusehen, ob ich noch eine übrig habe von der Montage meiner Flightdeck-Adapter. Aber die Frage nach der Gruppe, jetzt genauer nach der Modellbezeichnung, richtete sich ja auch an Alfri...
Zu Deiner Frage: Tauschen kann man, vor allem die linken, egal ob 8 oder 9fach, sofern die Kettenlinie gleich ist in jedem Fall. MTB untereinander sind meines Wissens nach auch bei unterschiedlicher Kettenlinie die gleichen Trigger, der Unterschied liegt wohl im Umwerfer, aber darauf keine Gewähr.
Für mich ist Deore einfach nur die Deore, die anderen sind dann LX, XT, usw. (und auch die XTR gehört zur Familie Deore). Aber das ist dann Definitionssache. Das die linke Anzeige nichts mit der Anzahl der Ritzel zu tun hat, ist klar.
Unklar ist mir jedoch, was die Kettenlinie damit zu tun hat. Die Kettenlinie ist doch nur von Kurbel und Innenlager abhängig (evtl. noch von Gehäusebreite, aber da ist das passende Innenlager das regulierende Glied). Der Abstand der Kettenblätter zueinander ändert sich ja nicht, dadurch bleibt der benötigte Seileinzugweg ja gleich und die Rapidfire müssen, unabhängig von ihrem Innenleben die gleiche Seillänge einholen.
Ich will eigentlich nur wissen, ob linke MTB- Shimano- Ganganzeigen untereinander austauschbar sind weil ich hier noch welche rumfliegen hätte. Auf die Flightdeck Thematik will und kann ich nicht eingehen, weil ich davon keine Ahnung habe.
Ich schließe mich aber meinem Vorredner an, der darauf hinwies, daß die genaue Bezeichnung ..... ähmmm......wichtig für uns ist um helfen zu können!
Hallo Baschdl, wenn die Kettenlinie weiter aussen ist, braucht es eine andere Länge an Seilzug für die selbe Bewegung des Umwerfers, als wenn sie weiter innen ist. Ich weiss nur nicht, ob diese Differenz alleine im Schalthebel ausgeglichen wird oder alleine im Umwerfer (durch eine andere Kinematik) oder ein bisschen von beiden.
Bei einer anderen vorgesehenen Kettenlinie ändert sich der erforderliche Bowdenzugweg zum Wechsel der Kettenblätter, wenn der gleiche Umwerfer verwendet wird. Wenn das vorhandene System für eine enge Kettenlinie auselegt ist, und nun Teile eines Systemes für 50mm Kettenlinie verwendet werden, kann es sein (aber es muss nicht sein), dass es zu Problemen führt.
Die Anzeigen sind wegen unerschiedlicher Gehäuseformen nur bedingt untereinander austauschbar.
NÖ! Die Kettenlinie hat nix mit dem Seilweg des Umwerfers zu tun, der zurückgelegt werden muss um das Kettenblatt zu wechseln.
Ohje, eigentlich ein schwieriges Thema. Der Umwerfer macht ja eigentlich eine Rotationsbewegung, der Seilzug zieht aber nur in eine Richtung. Optimal ist sicher ein 90°Winkel zwischen Hebel und Seil, läßt sich aber nicht dauerhaft einhalten, außer man schaltet nicht. Shimano schreibt für jede Kurbel eine Innenlagerlänge vor oder empfiehlt zumindest, um eine bestimmte Kettenlinie zu erzielen.
Solltest Du evtl. etwas "upgraden" wollen, hätte ich diesen Hebel für 15 Euro incl.
Umbau auf 1x12 Schaltung
Kann ich bei meinem alten Mountainbike mit Kettenschaltung einen Umbau auf 1×12 durchführen? So oder so ähnlich lautet eine häufig gestellte Frage. Da diese sich in den meisten Fällen mit einem eindeutigen JA beantworten lässt, wollen wir uns in diesem Artikel einmal mit dem WIE und den damit verbundenen Vor- und Nachteilen auseinandersetzen.
Aber was bedeutet eigentlich 1×12 genau? Vorne hat man nur noch ein Kettenblatt an der Kurbel, wodurch unter anderem der Umwerfer entfällt. Die Gründe dafür sind meist einhellig, denn der 1×12-Standard gilt beim Mountainbike derzeit als „State-of-the-art“, also der Stand der Technik.
Vorteile des 1x12-Standards:
- Weniger Gewicht durch eine geringere Anzahl benötigter Komponenten
- Ein aufgeräumtes Cockpit
- Ein sportlicheres Schaltverhalten
- Eine unproblematischere Verwendung ovaler Kettenblätter
- Wegfall einer potenziellen Schwachstelle und Fehlerquelle durch den wegfallenden Umwerfer
- Gewichtsreduktion: Schalthebel, Umwerfer, Bowdenzughüllen, Schaltzug, Befestigungsmaterial und zwei Kettenblätter fallen weg.
- Aufgeräumtes Cockpit: Anstatt links und rechts je einen Schalthebel, entfällt der Linke vollständig. Man gewinnt Platz für andere Elemente, wie zum Beispiel den Remote-Hebel für eine versenkbare Sattelstütze.
- Sportliches Schaltverhalten: Man kann es glauben oder nicht, aber das Fahrgefühl wird „purer“. Man muss sich einfach weniger auf das Schalten konzentrieren, da man nicht mehr aufgrund des Kettenschräglaufs darauf achten muss, vorne mitzuschalten. Es gibt keine „verbotenen Gänge“ mehr. Man schaltet die Gänge einfach durch und kann jeden Gangwechsel unter Last ausführen.
Nachteile des 1x12-Standards:
- Geringere Bandbreite (wobei dieser Abstrich bei modernen 12-fach-Schaltungen immer weniger gewichtet wird).
- Höherer Kostenfaktor: Die Verschleißteile am Antrieb, Ketten und Kassetten, sind im Vergleich relativ teuer in der Anschaffung.
- Schnellerer Verschleiß der Ketten: Die Ketten verschleißen nach meiner Erfahrung schneller und sollten früher, bereits ab etwa einer Längung von 0,5 Millimetern, gewechselt werden.
- Das System ist etwas empfindlicher und anfälliger gegen Schmutz.
Benötigte Komponenten für den Umbau auf 1x12:
- Schalthebel: Um die optimale Schaltperformance zu erreichen, sollte der gleiche Hersteller gewählt werden, wie beim Schaltwerk. Seit der Einführung von 1×12 gibt es kaum noch Schalthebel mit Ganganzeige, was ich persönlich etwas schade finde.
- Schaltwerk: Je nach Bandbreite der gewählte Kassette ist darauf zu achten, die richtige Länge des Schaltwerkskäfigs (bei Shimano meist SGS) zu wählen. Das Schaltwerk sollte vom gleichen Hersteller sein, wie der Schalthebel. Alte 10-Fach-Schaltwerke können für 12-Fach-Umbauten generell verwendet werden.
- Kassette: Die Wahl der richtigen Kassette hängt bei Umbauten auf 1×12 hauptsächlich vom vorhandenen Freilauf ab. Bei älteren Bikes ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit der Shimano-HG-Freilauf. Im Low-Budget-Segment wurden allerdings auch Schraubkranznaben verwendet, bei denen der Freilauf in der Kassette integriert ist. Diese sind nicht geeignet.
- Kette: Wichtig ist, auf die Bezeichnung 12-Fach zu achten. Den gleichen Hersteller wie bei der Kassette zu wählen ist empfehlenswert, aber kein Muss. Die Kette sollte je nach verwendeter Kassette und Größe des Kettenblatts individuell abgelängt werden. Da sich die Glieder der dünnen 12-Fach-Ketten generell schlecht wieder verschließen lassen, sollte in jedem Fall ein Kettenschloss verwendet werden.
- Kettenblatt: Natürlich kann man eines der alten Kettenblätter für den Umbau verwenden. Dies empfiehlt sich allerdings nur in Kombination mit einem Kettenspanner. Die eleganteste Lösung bietet ein Kettenblatt mit der sogenannten Narrow-Wide-Verzahnung. Diese gibt es in Rund oder Oval und es wird kein Kettenspanner benötigt. Das spezielle Design der Zähne verhindert ein Abspringen der Kette sehr zuverlässig. Im härteren Gelände ist es jedoch kein Schaden, zusätzlich ein Schaltwerk mit Shadow+ oder einer vergleichbaren Technologie zu verwenden. Wer seine alte 3-Fach-Kurbel mit nur einem Kettenblatt weiterverwenden möchte, kann dies tun. Das Einfach-Kettenblatt wird dann an die Position des mittleren Kettenblatts montiert. Hier ist auf den Lochkreis zu achten.
- Umrüstkit: Hier kauft man die für den Umbau auf 1×12 benötigten Komponenten vom gleichen Hersteller als Set.
Neue Freilaufsysteme seit 12-Fach
Mit der Einführung der 12-Fach-Antriebe wurden durch die führenden Hersteller Shimano und SRAM auch neue Freilauf-Standards eingeführt. Bei SRAM heißt der neue Standard „XDR“, bei Shimano nennt man die Schöpfung „Micro Spline“.
Für welchen der beiden Hersteller man sich nun entscheidet mag für manche eine Glaubensfrage sein; in erster Linie ist es jedoch Geschmackssache. Ich persönlich setze auf Shimano, da mir das weichere und gefühlt präzisere Schaltverhalten besser zusagt und ich seit Jahren ohne große Probleme damit unterwegs bin.
Warum neue Freilauf-Standards?
Die aktuellen 12-Fach-Kassetten verfügen über ein 10er Ritzel, was die Bandbreite zusätzlich erhöht. Auch das ist neu, denn über Jahrzehnte hinweg war das 11er Ritzel das Kleinste seiner Art. Um dieses 10er Ritzel montieren zu können, wird ein kleinerer Freilaufkörper benötigt.
Es gibt aber auch 12-Fach-Kassetten, die über kein 10er Ritzel verfügen. Diese können daher problemlos auf dem alten Freilauf-Standard (HG) montiert werden.
Nachteile eines 10er Ritzels
Auch ein 10er Ritzel hat seine Nachteile. Wer also sein altes Mountainbike auf 1×12 umrüsten möchte, muss nicht zwingend eine neue Hinterradnabe einspeichen oder das Laufrad wechseln. Die Bandbreite ist bei den nachrüstfreundlichen 12-Fach-Kassetten mit 11er Ritzel natürlich etwas geringer. Sie sinkt beispielsweise von 510% auf 473%.
Dafür bietet auch sie wiederum Vorteile: Ein 10er Ritzel verschleißt sehr schnell, zudem ist die Kraftübertragung durch den sogenannten Polygoneffekt vergleichsweise ineffizient. Je kleiner ein Zahnrad ist, das von der Kette umlaufen werden muss, desto stärker prägt sich der Effekt aus. Die Kraft, die auf den nur 10 Zähnchen lastet, ist enorm.
Wenn dann noch zusätzlich ein E-Antrieb an der Kette zerrt, kann man sich ausrechnen, wie schnell das Ganze verschleißen wird. Ich selbst fahre zwei Räder (ohne E-Antrieb) mit jeweils einem 10er Ritzel auf der 12-Fach-Kassette und kann inzwischen bestätigen, dass diese nach ca. 2500 Kilometern gewechselt werden müssen. Und das bei mäßiger Benutzung, da ich auf beiden MTBs 36er Kettenblätter fahre.
Das wissen auch die Hersteller, deshalb kann man bei den modernen Kassetten die Ritzel mittlerweile einzeln kaufen. In Bezug auf die Laufleistung ist das jedoch nur mein persönliches Resümee und vielleicht hat ja jemand andere Erfahrungen damit gemacht.
Bastardschaltung
Den alten Freilauf weiterhin nutzen zu können, reduziert die Kosten und den Aufwand beim Umbau erheblich und macht diesen auch für die Eigner älterer Mountainbikes erschwinglich. Einzig Shimano hat keine 12-Fach-Kassette für den alten Freilauf im Programm. Hier kann man sich jedoch einfach am SRAM-Baukasten bedienen. Die bereits oben genannte PG-1230 lässt sich problemlos in Kombination mit Shimano-Schaltkomponenten betreiben.
Ich selbst fahre so eine „Bastardschaltung“ an einem meiner Fahrräder, also eine Schaltung, die aus den Komponenten mehrerer Hersteller besteht. Wem die Eagle-Kassette zu schwer ist, der wird beim ukrainisch-polnischen Hersteller Garbaruk fündig. Hier gibt es eine hochwertige Kassette im Sortiment, die aus einem Stück gefräst ist. Dabei ist sie sogar etwas leichter als eine vergleichbare XTR-Kassette; bei ungefähr halbem Preis.
Mein altes Mountainbike hat eine 135mm Hinterrad-Nabe mit klassischem Schnellspanner. Die alten Schnellspanner-Naben mit Standard-Freilauf lassen sich nicht umrüsten. Die Nabe kann allerdings komplett getauscht werden. Die Hersteller haben hier inzwischen nachgezogen und bieten auch 135mm Schnellspanner-Naben mit Micro-Spline-Freilauf an. Bei modernen, höherwertigen 135mm-Naben lässt sich der Freilauf dagegen umrüsten.
Spürbar komfortabler ist es natürlich mit 1×11 oder 1×12 im alpinen Gelände. Ohnehin ist das mit den Gängen bei den Einfachantrieben eine ziemlich transparente Sache.
Bei den alten 3×9-Schaltungen mit ihren legendären 27-Gängen (oder später sogar 30 Gänge mit 3×10), war das nämlich noch anders. Diese 27-Gänge waren vor allem eines: ein Verkaufsargument. Durch die Redundanz verschiedener Schaltkombinationen waren es tatsächlich nur 14 „echte“ Gänge, da einige Gänge schlicht doppelt vorhanden waren.
Einzig beim Rennrad bleibt die Option mit dem Umwerfer weiterhin eine interessante Sache. Wer ein neues Mountainbike aufbaut, wird sich ohnehin mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen Einfachantrieb entscheiden. Für den Enthusiasten, der sein 26-Zoll-Mountainbike auch die nächsten Jahre durch die Berge jagen möchte, wird sich der Umbau auf 1×12 oder auch 1×11 als Spaßfaktor ebenfalls lohnen. Dieser ist bereits ab etwa 250 Euro zu haben.
Für die Pendlerin im Flachland oder den Gelegenheitsfahrer, der hauptsächlich in der City unterwegs ist, reichen auch weniger Gänge. Oder der alte Dreifach-Antrieb wird einfach weitergefahren und ohnehin meist auf dem mittleren Kettenblatt bewegt.
Schaltzug wechseln
Damit die Gangschaltung am Fahrrad reibungslos funktioniert und sich alle Gänge sauber schalten lassen, muss neben Schaltwerk, Schalthebel und Umwerfer auch der Schaltzug inklusive seiner Außenhülle intakt sein. Hakt die Gangschaltung, ist gegebenenfalls der Schaltzug verschlissen und/oder mit der Außenhülle verklebt. In diesem Fall ist es Zeit, den Schaltzug am Fahrrad zu wechseln.
Elektronische Schaltungen
Sie schalten schnell & präzise: Elektronische Schaltungen kommen inzwischen an vielen hochwertigen Fahrrädern zum Einsatz. Ein Überblick über die Systeme. An vielen High-End-Mountainbikes, -Rennrädern und -Gravelbikes findet man bereits ab Werk elektronische Schaltungen. Auch bei Individualaufbauten und als Upgrades werden sie immer beliebter.
Die meisten funktionieren mittlerweile wireless, andere semi-wireless, also mit einer Mischung aus Funktechnologie und Kabelübertragung. Alle bieten Vorteile gegenüber Schaltgruppen mit Bowdenzügen: Sie schalten präziser und zuverlässiger.
Umwerfer und Schaltwerk erhalten die Signale der Schalthebel entweder kabelgebunden oder über Funk. Durch den Wegfall von Wartungsarbeiten sparst Du wertvolle Zeit, die Du von nun an auf dem Bike verbringen kannst!
Vorteile von E-Schaltungen gegenüber mechanischen Schaltgruppen
Der offensichtliche Vorteil elektronischer Schaltungen: Du musst Dich nicht mehr um Bowdenzügen kümmern. Vieles wird dadurch einfacher. Das betrifft Montage, Einstellung, Wartung und Verschleiß. Kabel oder Funkverbindungen müssen weder nachgestellt noch regelmäßig ausgetauscht werden. Einmal eingerichtet, liefern sie Dir konstante Schaltpräzision.
Zum Schalten drückst Du Knöpfe: Sie haben keine langen Hebelwege, erfordern keine großen Bedienkräfte und ihre Mechanik verschleißt nicht durch Schmutz. Motoren in Schaltwerk und Umwerfer übernehmen die Hauptarbeit - jedes Mal gleich schnell und stark.
Optionale Erweiterungen erlauben Dir das Schalten auch von anderen Griffpositionen aus - etwa am Oberlenker oder Lenkeraufsatz Deines Rennrads.
Natürlich bieten elektronische Schaltsysteme auch Konnektivität. Sie können mit Deinem Trainingscomputer oder mit Apps auf Deinem Smartphone kommunizieren. Der Mehrwert reicht von einer vereinfachten Konfiguration der Tasten über Informationen in Echtzeit bis hin zu detaillierter Auswertung gesammelter Daten.
Die verbundenen Endgeräte helfen Dir auch, den Ladezustand der Akkus im Blick zu haben und rechtzeitig ans Aufladen zu denken - denn ohne Energie bewegen sich die Stellmotoren in Schaltwerk und Umwerfer nicht.
Reine Funkschaltungen sind äußerst einfach zu montieren und erlauben ein besonders aufgeräumtes Bike. Dein Rahmen benötigt dafür keinerlei Kabelführungen. Du schraubst Schaltwerk und gegebenenfalls Umwerfer an den Rahmen, die Schalthebel an den Lenker und kannst die Funkverbindung aufbauen.
Ein Semi-Wireless-System arbeitet mit einer Funkverbindung zwischen Bremsschalthebeln und Schaltwerk sowie einer Kabelverbindung zwischen Schaltwerk, Umwerfer und dem zentralen Akku. Das Schaltwerk dient dabei als Gehirn der Gruppe. Es empfängt und verarbeitet die Schaltsignale und gibt sie via Kabel an den Umwerfer weiter.
Die Montage eines Semi-Wireless-Systems ist etwas aufwendiger als die des Wireless-Systems, aber deutlich einfacher als mit innenverlegten Bowdenzügen. Die E-Kabel sind dünner und flexibler und da sie, anders als Bowdenzüge, nicht regelmäßig getauscht werden müssen, ist das Verlegen normalerweise eine einmalige Angelegenheit.
Vereinfachte Schaltlogik mit oder ohne Umwerfer
Bei Gruppen mit mehreren Kettenblättern kann der elektronisch gesteuerte Umwerfer die Kettenlinie berücksichtigen - also die momentane Position der Kette auf der Kassette. Liegt Deine Kette zum Beispiel auf einem großen Ritzel, muss der Käfig nicht so weit bewegt werden, um vom großen aufs kleine Kettenblatt zu schalten, wie wenn sie weiter rechts auf einem kleinen Ritzel der Kassette liegen würde. Überschalten wird so effektiv vermieden.
Auch kannst Du (wenn Du möchtest) der intelligenten Elektronik die Entscheidung überlassen, wann das vordere Kettenblatt beim Schalten gewechselt wird. Du schaltest dann nur noch hoch oder runter, ohne darüber nachzudenken, ob Umwerfer oder Schaltwerk oder beide an der Reihe sind.
Beim manuellen Wechsel des Kettenblattes kann das Schaltwerk automatisch ein paar Ritzel entgegenschalten, damit der Übersetzungssprung nicht so groß ausfällt. Wenn Du lieber selbst entscheidest, kannst Du aber auch komplett manuell schalten.
Auch wenn Du sogenannte Einfach-Antriebe mit einem Kettenblatt fährst, profitierst Du von der verbesserten Schaltlogik der Elektronik, die ein Überschalten auf dem Ritzelpaket effektiv verhindert oder bei Bedarf in der Lage ist, mehrere Gänge zu überspringen.
Elektronisch gesteuerte Umwerfer berücksichtigen die Kettenlinie, sodass Deine Kette immer reibungslos läuft.
Shimano Di2
Shimanos elektronisches Schaltsystem ist länger am Markt als alle anderen und unter anderem bekannt für seine hohen Schaltgeschwindigkeiten. Die Abkürzung Di2 steht für „Digital Integrated Intelligence“.
Waren die Di2-Gruppen zunächst semi-wireless, hat Shimano im Sommer 2025 auch neue Schaltgruppen eingeführt, die komplett ohne Kabel auskommen. Je nach Fahrradtyp stehen Dir folgende Gruppen zur Auswahl:
| Radtyp | Gruppe | Schaltstufen | Übertragung | Mount-Type | Erscheinung |
|---|---|---|---|---|---|
| MTB | XTR Di2 M9200/XT Di2 M8200/Deore Di2 M6200 | 1 x 12 | wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2025 |
| E-MTB | XTR Di2 M9200/XT Di2 M8200/Deore Di2 M6200 | 1 x 12 | wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2025 |
| Rennrad | Dura Ace Di2 R9200/Ultegra Di2 R8100/105 Di2 R7100 | 2 x 12 | semi-wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2021/2021/2022 |
| Gravel | GRX Di2 RX827/GRX Di2 RX825 | 1 x 12/2 x 12 | wireless/semi-wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2025/2024 |
Aufgepasst beim E-MTB: Die neuen Shimano E-MTB-Schaltwerke bieten Dir mit einem Shimano-EP8- oder -EP6-Motor ein optimal aufeinander abgestimmtes System. Dadurch kannst Du smarte Funktionen, wie etwa automatisches Schalten, nutzen.
Aufgepasst bei der Shimano-CUES-Di2-Gruppe: Die CUES Di2 mit ihrer automatischen Schaltfunktion wurde für urbane E-Bikes entwickelt, aber auch schon an anderen E-Bike-Kategorie verbaut. Zusammen mit Shimanos 2025 vorgestelltem Q'AUTO-System bringt die CUES Di2 automatisches Schalten nun auch an nicht-motorisierte Urban- und Gravelbikes. Durch einen Dynamo in der Hinterradnabe wird das System mit dem notwendigen Strom versorgt - Du brauchst also nicht mal mehr einen Akku.
Fährst Du „richtig sportlich“, empfehlen wir Dir jedoch eine der oben genannten, zu Deinem Einsatzgebiet passenden Schaltgruppen.
Shimano Di2: Ergonomie
Die Belegung der Schalter ist in der Standardkonfiguration an mechanische Schalthebel angelehnt: Du hast zwei Taster, einen zum Hoch- und einen zum Runterschalten. Beim Mountainbike sind die beiden Taster, wie gewöhnlich, unter dem Lenker montiert. Beim Rennrad befinden sich die beiden Schalter direkt hinter dem Bremshebel. Das gemeinsame Bewegen von Schalt- und Bremshebel entfällt - Kraft gespart!
Mit einer Zusatztaste am Brifter kannst Du außerdem durch das Menü Deines kompatiblen Bike-Computers scrollen. Über die E-Tube-Project-App kann jeder Knopf - eventuell nachgerüstete Zusatzschalter und die bereits vorhandenen - nach Deinen Wünschen konfiguriert werden.
Zudem lassen sich über die App die Schaltgeschwindigkeit, die Anzahl der Schaltvorgänge bei gedrückt gehaltener Schalttaste und die Umwerfer-Schaltmodi konfigurieren. Shimano bietet bei Di2 mit „Synchronized“, „Semi-Synchro“ und „Manuell“ drei verschiedene Schalt-Modi.
Das bedeutet, dass Du nicht nur ein kabelfreies Cockpit wie bei den Semi-Wireless-Di2-Systemen hast, sondern komplett kabellos unterwegs bist. Der Akku sitzt hier im Schaltwerk.
Am Schaltwerk findest Du eine Status-LED für den Ladestand und den aktuellen Schaltmodus, den Einstellknopf für die Auswahl der Schaltmodi und beim Semi-Wirelss System den Ladeanschluss des Akkus. Über das Schaltwerk erfolgt auch die Kommunikation mit der E-Tube-Project-App und das Pairing mit externen Geräten, wie zum Beispiel einem Trainingscomputer.
Möchtest Du die neue Wireless-Di2-Schaltung an Deinem Mountainbike oder Gravelbike nachrüsten, montierst Du die Komponenten, koppelst die Schaltbremshebel (STI) mit dem Schaltwerk und Du bist fertig. Bei einem semi-wireless-System verlegst Du die beiden Kabel (Akku-Schaltwerk, Akku-Umwerfer) im Rahmen und montierst den Akku über eine Halterung in der Sattelstütze oder an einer dafür vorgesehenen Stelle im Rahmen. Kopple die STIs mit dem Schaltwerk und los geht’s!
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