Shimano Deore Schalthebel 3-fach Links im Test: Günstige Schaltlösung für Mountainbikes

Die Shimano Deore Schaltgruppe ist bekannt für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ihre Zuverlässigkeit. In diesem Test nehmen wir den 3-fach Schalthebel für die linke Seite genauer unter die Lupe und vergleichen ihn mit anderen Schaltgruppen auf dem Markt.

Shimano Deore M6100: 1x12-Technologie für Einsteiger

Wie bei Shimano üblich, darf die jüngste Gruppe die Techniken der Etablierten erben. Die brandneue Deore M6100 kommt ebenfalls als 1 x 12-Antrieb daher und soll komplett ohne Bremse rund 280-290 Euro kosten. Features wie "Shadow RD+", "Two Way Release", "Hyperglide+", "Dynamic Chain Engagement+", "Rapidfire Plus" sind ab sofort im Deore-Aufgebot.

Die langlebige Edelstahl-Kassette hat harmonisch abgestufte Ritzel mit 10-51 Zähnen, was eine Bandbreite von 510 Prozent ergibt. Allerdings ist die Deore-Gruppe nicht gerade ein Leichtgewicht. Vor allem die Kassette und die Alu-Kurbeln drücken auf die Waage.

Schaltperformance und Ergonomie

Die Hebel schmiegen sich prima am Finger an, zudem lässt sich der kleinere mit dem Daumen nach vorne oder mit dem Zeigefinger nach hinten drücken - eine tolle Funktion. Die Hebel schmiegen sich prima am Finger an, zudem lässt sich der kleinere mit dem Daumen nach vorne oder mit dem Zeigefinger nach hinten drücken - eine tolle Funktion.

Hoch schaltet die Deore zwar "nur" drei Gänge auf einen Rutsch, dies funktioniert aber auch unter Last ordentlich. Dafür ist jedoch eine sehr penible, mitunter etwas zeitraubende Einstellung der Schaltung nötig. Beim Runterschalten spürt man hin und wieder eine kleine Verzögerung - das machen XT & Co. besser, aber eben nicht zu diesem Preis.

Vergleichsweise gering sind die notwendigen Fingerkräfte. Gerade Einsteigern dürfte das gefallen. Dank des zuschaltbaren Reibungsdämpfers steht das Schaltwerk auch im harten Downhill stabil - klasse.

Der Konkurrenzkampf: Shimano gegen Sram

Der Konkurrent der Japaner sitzt in den USA, entwickelt seine Schaltungen aber im unterfränkischen Schweinfurt und heißt Sram. Längst geht es bei Mountainbike-Schaltungen nicht mehr um ein Duell der Systeme, sondern der Philosophien. Um etwas Licht in das Gewirr aus Übersetzungen und Modellen zu bringen, wurden neun aktuelle Schaltgruppen von Shimano und Sram zum Vergleich geladen.

Alle Gruppen von Sram schwimmen selbstverständlich auf der Einfach-Welle. Bei Shimano haben wir Zwei- und Dreifach-Setups gewählt, wie sie an Tausenden Serien-Bikes vorkommen, und die Varianten mit einem Kettenblatt (XTR, XT und SLX) bewusst gemieden.

Wer stur aufs Gewicht schielt, wird meistens am Ende bei Sram landen. Zu deutlich wirkt sich das Wegfallen von Umwerfer und linkem Schalthebel auf der Waage aus. Doch dass 1 x 11 nicht unbedingt leichter sein muss als 3 x 10, zeigt das Duell von NX und SLX. Und in Sachen Bandbreite trennen die beiden Gruppen Welten: Während bei der NX bei 382 Prozent Schluss ist, hält die SLX mit der Kurbelabstufung 40-30-22 satte 595 Prozent bereit.

Einen deutlichen Schritt nach vorne machen die Einfach-Antriebe mit der Sram Eagle, die auf stolze 500 Prozent kommt. Und natürlich spricht auch die vereinfachte Schaltlogik für die Einfach-Antriebe. Biker können sich auf den Trail konzentrieren, anstatt sich Gedanken über die passende Schaltkombination aus Ritzel und Kettenblatt zu machen. Nur die hohen Anschaffungs- und Verschleißkosten bremsen den Hype um 1 x 12. Aber das wird sich mit günstigeren Gruppen bald ändern, da sind wir sicher.

Vergleich: Sram Eagle 1x12 gegen Shimano XTR 2x11

In der Champions League der MTB-Schaltungen kämpfen die zwei Eagle-Gruppen von Sram gegen die mechanische 2x11-Version der Shimano XTR. Wer nicht auf eine Rolex spart, sondern mit vorderen Marathon-Platzierungen bei den Kumpels Eindruck schinden will, der steht vor diesem Luxusproblem. Die wichtigste Frage dabei: Komme ich mit einem Kettenblatt vorne aus, oder bleibe ich dem Umwerfer von Shimanos Edelgruppe XTR treu?

In den Bandbreiten unterscheiden sich die beiden 1x12-Edelgruppen von Sram und die Zweifach-XTR kaum, in Sachen Abstufung aber hat die Shimano die Nase vorn. Puristen, Freunde aufgeräumter Cockpits und Biker, die wirklich auf jedes Gramm schielen, kommen an Sram nicht vorbei. Durch den Wegfall von linkem Schalthebel und Umwerfer spart man bis zu 250 Gramm. Doch das lassen sich die Amerikaner mit der goldenen Gruppe teuer bezahlen.

Wer mehr will, muss zur XT-Kassette mit 11-42er-Abstufung (XTR: 11-40) greifen. Pluspunkt Shimano: Bei ähnlichen Verschleißwerten sind die Kosten der XTR nur halb so hoch wie für die XX1 Eagle.

Weitere Shimano Schaltgruppen im Überblick

Neben der Deore gibt es noch weitere Schaltgruppen von Shimano, die sich in Preis, Leistung und Einsatzbereich unterscheiden:

  • Shimano Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder.
  • Shimano Altus: Solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Shimano Acera: Erste Erfahrungen im Gelände sammeln.
  • Shimano Alivio: Für Alltagsfahrten und leichtes Gelände.
  • Shimano SLX: Langlebig, zuverlässig, leicht und präzise.
  • Shimano Deore XT: Zuverlässige Schaltleistung und robuste Bauweise für Mountainbikes.
  • Shimano XTR: Für höchste Ansprüche an die Leistung des Mountainbikes.

Fazit

Der Shimano Deore Schalthebel 3-fach links bietet eine solide Leistung zu einem attraktiven Preis. Er eignet sich besonders für Einsteiger und Fahrer, die Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen. Zwar gibt es in Sachen Schaltperformance und Gewicht bessere Alternativen, aber für den durchschnittlichen Mountainbiker ist die Deore eine gute Wahl.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0