Shimano Deore SLX Schalthebel im Test: Günstige 1x12-Schaltung aus Japan

Seit Jahrzehnten träumen Biker von legendären Buchstabenkombinationen wie XTR und XT, die Schaltvergnügen und Statussymbolik zugleich versprechen. Doch die preislich darunter liegenden Schaltgruppen müssen sich keineswegs verstecken. Die tolle SLX-Gruppe beweist dies seit diesem Jahr. Die brandneue Deore M6100 siedelt sich noch ein paar Euro-Scheine darunter an, die jetzt ebenfalls als 1 x 12-Antrieb daherkommt.

Wie bei Shimano üblich, darf die jüngste Gruppe die Techniken der Etablierten erben. "Shadow RD+", "Two Way Release", "Hyperglide+", "Dynamic Chain Engagement+", "Rapidfire Plus" sind ab sofort als Features im Deore-Aufgebot verfügbar. Die langlebige Edelstahl-Kassette hat harmonisch abgestufte Ritzel mit 10-51 Zähnen, was eine satte Bandbreite von 510 Prozent ergibt. Allerdings ist die Deore-Gruppe nicht leicht, vor allem die Kassette und die Alu-Kurbeln drücken mit Vehemenz auf die Waage.

Praxistest der Deore Schaltung

Die Hebel schmiegen sich prima am Finger an, zudem lässt sich der kleinere mit dem Daumen nach vorne oder mit dem Zeigefinger nach hinten drücken - eine tolle Funktion. Die Deore schaltet zwar "nur" drei Gänge auf einen Rutsch hoch, dies funktioniert aber auch unter Last ordentlich. Dafür ist jedoch eine sehr penible, mitunter etwas zeitraubende Einstellung der Schaltung nötig. Beim Runterschalten spürt man hin und wieder eine kleine Verzögerung. Dank des zuschaltbaren Reibungsdämpfers steht das Schaltwerk auch im harten Downhill stabil - klasse.

Vergleichsweise gering sind die notwendigen Fingerkräfte. Gerade Einsteigern dürfte das gefallen. Doch auch Pros dürfen verlocken.

Shimano Deore: Eine feste Größe seit den Achtzigern

Die Shimano Deore Gruppe ist bereits seit den Achtziger Jahren eine feste Größe im Portfolio des Marktführers. Sie bildete seit jeher den Einstieg in die Shimano MTB-Komponenten. Oberhalb der Deore liegen heute die Gruppen SLX, XT und XTR. Die untere Position der Deore ist jedoch keineswegs negativ behaftet. Denn wenn man bei Shimano Komponenten eines garantieren kann, dann ist es ihre reibungslose, ja im Grunde sogar perfekte Funktion über alle Preisklassen hinweg.

Im Zuge der Upgrades, die Shimano seinen Komponenten fast jährlich spendiert, werden die Gruppen immer hochwertiger und nähern sich einander an. So hat Shimano der Deore Gruppe im Modelljahr 2021 zahlreiche Premium-Technologien implementiert, die kaum einen Wunsch offen lassen. Deshalb ist die Deore durchaus nicht nur für Einsteiger, sondern auch für ambitioniertere Biker interessant.

Unter dem Begriff „Gruppe“ versteht man in der Regel alle Antriebs- und Bremskomponenten am Bike. In Zeiten, wo Antriebe mit einem einzelnen Kettenblatt langsam aber sicher zum Standard am MTB werden, stehen Kurbeln und Schaltungen natürlich besonders im Fokus. Zu Recht, denn gerade in diesem Punkt hat Shimano die Deore auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Bisher lediglich mit Doppel- oder Dreifach-Kettenblatt erhältlich, gibt es die Deore Kurbel jetzt auch in einer Einfach-Version. Das Kettenblatt wahlweise mit 30 oder 32 Zähnen.

Die eingesetzten Technologien wie das Dynamic Chain Engagement (speziell geformte Zähne für sicheren und leisen Lauf der Kette) und Direct-Mount (zentrale Befestigung an der Kurbel) sind dieselben, wie bei den Top-Gruppen bis hinauf zur XTR. Parallel dazu sind die 11- und 10-fach Versionen der Deore weiterhin im Shimano Programm (alternativ mit Ein- oder Zweifach-Kurbel).

Kassette und Kette Deore 2021

Passend zur neuen 1-fach Kurbel hat Shimano eine Kassette mit 12 Edelstahl-Ritzeln entwickelt, mit der der Abstufung 10 bis 51 Zähne. Klar, hier muss man Abstriche beim Gewicht hinnehmen, aber dafür kann Stahl in Punkto Verschleißfestigkeit punkten. Die bewährte Hyperglide Technologie mit speziell geformten Zähnen und Steighilfen sorgt in Kombination mit der 12-fach HG Kette für Schaltperformance auf Top-Niveau. Wir sind sicher, dass man bei einem Blind-Test kaum einen Unterschied zu einer Deore XT Schaltung bemerken würde.

Schaltwerk und Schalthebel Deore 2021

Das neue 12-fach Schaltwerk kann mit seiner elegant-schwarzen Farbe nicht nur optisch überzeugen. Die bei den modernen 1×12 Antrieben üblichen, extremen Größenunterschiede der Ritzel erfordern beim Schaltwerk spielfreie Lagerpunkte und höchste Präzision. So reduzieren große Leit- und Spannrollen mit 13 Zähnen Laufgeräusche. Außerdem sorgt der robuste Käfig für hohe Kettenspannung und hält damit die Kette auch in holprigem Gelände im Zaum.

Auch der rechte 12-fach Schalthebel profitiert von den Technologien der höher positionierten Gruppen SLX, XT und XTR. Beispielsweise ermöglicht I-Spec EV einen deutlich größeren Einstellbereich der Montagepunkte am Lenker als bisher. Was die individuelle Cockpit-Ergonomie auf ein neues Level hebt. In Kombination mit weiteren Features wie Rapidfire Plus und Two-Way-Release lässt sich mit den neuen Deore Schalthebeln schneller, präziser und komfortabler denn je in beiden Richtungen durch die Kassette schalten.

Scheibenbremsen Deore 2021

Mit Präsentation des neuen 4-Kolben-Sattels stellt Shimano klar, dass die Deore Gruppe jetzt auch für sportlich-ambitionierte Biker eine interessante Option ist. Denn wer in Richtung Enduro unterwegs ist und stets nach den steilsten Abfahrten sucht, für den ist eine kraftvolle 4-Kolben-Bremse zumindest am Vorderrad Pflicht. Ob 2- oder 4-Kolben-Version - beide Bremsanlagen teilen sich denselben Bremshebel. Dessen neue, zusätzliche Abstützung am Lenker sorgt für eine steifere Konstruktion und damit bessere Kraftübertragung von den Fingern ins System.

Zudem sind die Bremshebel mit der bewährten Servo Wave Technologie ausgestattet: Im ersten Teil des Hebelwegs werden die Beläge schnell nahe an die Scheiben führt. Im zweiten Teil stellt das System dann viel Hebelweg für den eigentlichen Bremsvorgang zur Verfügung. Der Vorteil: Mehr Leistung bei verbesserter Kontrolle. Um das neue Deore-Cockpit perfekt zu machen, bietet Shimano nun auch einen Remote-Hebel für Teleskop Sattelstützen an.

Shimano SLX Bremse im Detail

Die Shimano SLX ist die günstigste Bremse aus dem Hause des japanischen Herstellers. Für 350 € verkörpert die zweitgünstigste Bremse im gesamten Testfeld unauffälliges Understatement und solide japanische Qualität. Das Portfolio von Shimano ist riesig und dadurch auch ein wenig unübersichtlich. Nach CUES und DEORE beginnt in aufsteigender Hierarchie die Serie mit „X“ im Namen: SLX, XT und XTR. Wir haben alle Bremsen der X-Serie mit vier Kolben getestet. Sie sind gleichzeitig aber auch mit einem Zweikolben-Bremssattel erhältlich.

Die SLX ist Shimanos klassische Brot & Butter-Bremse und entspricht mit 600 g ohne Scheiben ziemlich genau dem Durchschnittsgewicht in unserem großen Bremsen Vergleichstest. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Optik - außer in farblicher Hinsicht - kaum von der XT- oder XTR Bremse. Bei genauerem Fühlen kommt die SLX jedoch nicht ganz so hochwertig daher wie die XT und XTR: Die Bremshebel verzichten auf die Struktur, die den Fingergrip erhöhen soll. Dafür ist die Hebelweitenverstellung wie bei den anderen Modellen einfach und werkzeuglos.

Die Shimano SLX-Bremse verzichtet außerdem auf die „Free Stroke“-Schraube, was nicht weiter schlimm ist. Denn die Druckpunkt-Verstellung bei den Modellen XT und XTR scheint eher einen Placebo-Effekt zu haben, zumal kaum ein Multitool mehr einen Kreuz-Schraubendreher zum Verstellen im Angebot hat. Die Klemmung der Shimano SLX-Bremsen ist durchdacht und bietet mit dem I-SPEC-System gute Kombinationsmöglichkeiten mit Schalthebel oder Dropper-Remote und einen breiten Verstellbereich.

Um die am Lenker abgestützte Geber-Einheit loszubekommen, muss man nur eine Schraube lösen und im Anschluss mit einem dünnen Tool einen Sicherungsstift eindrücken. Folglich klappt die Schelle auf und man kann das Teil als Ganzes abnehmen, selbst die Schraube ist mit einem O-Ring gesichert - top, da geht nichts auf dem Trail verloren! Das Entlüften der Shimano-Bremsen funktioniert dank Trichter am Bremsgriff und dem sogenannten „One-Way Bleeding“ denkbar einfach: Geber-Einheit waagrecht stellen, Trichter füllen, aufschrauben und ein paar Mal die Bremse betätigen. Das bekommt wirklich jeder hin.

Die Bremspower der Shimano SLX-Bremse auf dem Trail ist sehr gut und ähnelt stark den anderen Shimano-Bremsen im Test. Wie bei den restlichen Stoppern des japanischen Herstellers ist auch das Bremsgefühl der SLX „digital“: Der Druckpunkt ist richtig knackig und deutlich definierter im Vergleich zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die volle Power liegt fast schon zu Beginn des Druckpunkts an und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar.

Die BrakeAce-Datenauswertung auf dem Trail lässt bei der SLX eine stärkere Bremse erwarten als bei der eng verwandten Shimano XTR: Die Brems-Ereignisse sind weniger und im Schnitt kürzer als beim Topmodell XTR, zudem ist die Front-Heck-Verteilung mit 40 zu 60 bei der SLX sehr ausgeglichen. Schaut man hingegen auf die Labormesswerte, liegt die Shimano XTR drei Plätze höher. Dennoch lässt die Shimano SLX zum Kampfpreis nichts missen und verzögert auch in Extremsituationen sehr kraftvoll.

Im Vergleich zu den teuren Shimano-Modellen muss man hier nur beim Gewicht leichte Abstriche machen, und so bekommt die SLX die Auszeichnung Kauftipp im großen Bremsen-Vergleichstest. Denn für 350 € lässt die Shimano SLX keine Wünsche offen und überzeugt sowohl in Verarbeitung, Haptik, Ergonomie und natürlich auf dem Trail. Wer sich noch mehr End-Verzögerung wünscht, kann die SLX-Bremse mit den Sinter Green-Belägen günstig upgraden und - zumindest im Labor - nahezu auf ein Level mit der fast viermal so teuren Trickstuff MAXIMA heben.

Die Shimano SLX überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test und einer starken Verzögerung samt solider Dosierbarkeit. Das digitale Bremsgefühl erfordert kurze Eingewöhnung, dafür muss man bei Anmutung, Ergonomie und Handling keine Abstriche machen. Shimano SLX Bremsen haben sich in der Vergangenheit mehrfach als unermüdliches Arbeitstier bewiesen. Dazu sind sie preislich immer sehr attraktiv. Dies sind genau die Attribute die wir für unsere Aufbaustory des Specialzed Stumpjumper gesucht haben.

Neben optischen Neuerungen galt es herauszufinden, was sich an der Performance getan hat. Immerhin wirbt Shimano mit 10 % mehr Bremskraft als beim Vorgänger. Shimano hat sich den Satz „Never change a running system.“ bei der Entwicklung der SLX Bremse (BL-M7120) scheinbar ganz oben auf das Lastenheft geschrieben. So finden wir bewährte Technologien wie den Servo Wave Bremshebel, die One-Way-Entlüftung und natürlich das Medium Mineralöl wieder.

Was sich geändert hat ist das I-Spec System, welches von I-Spec ll auf I-Spec EV modifiziert wurde. Ein cleverer Schachzug, denn nun ist es möglich den Schalthebel oder auch den Hebel der Sattelstütze direkt an den Bremsgriffen zu befestigen und so für ein aufgeräumtes Cockpit zu sorgen. Mit der Anzahl der Kolben (vier) und dazu passenden großen Scheiben war bereits vor der Montage klar, dass die Bremse primär für steile und lange Abfahrten gedacht ist.

Während dieser Abfahrten hat sich die Shimano SLX Bremse unbeeindruckt gezeigt und in jedem Moment genug Power bereitgestellt. Stoppie am Ende einer schnellen Abfahrt? Kein Thema! Eine hervorragende Leistung, die ich in diesem Fall nicht zuletzt den Bremsbelägen mit zusätzlichen Kühlrippen und den Ice-Tech Bremsscheiben zuspreche. Der Druckpunkt ist Shimano-typisch sehr straff. Eine Eigenschaft, die viele Fahrer an Shimano Bremsen schätzen. Ein bissiger Druckpunkt geht im Normalfall zu Lasten der Modulation. Ganz wegzureden ist das bei der Shimano SLX Bremse nicht, im Gegensatz zur Downhillschwester Zee fühlt sich die Modulation aber angenehmer an.

Die Ergonomie ist eines der Steckenpferde von Shimano. Als Fahrer mit kleinen Händen erfreue ich mich daran, dass ich die Bremshebel sehr nahe an den Lenker stellen kann und dort einen knackigen Druckpunkt vorfinde. Das kostet auf langen Abfahrten weniger Kraft. Der Zeigefinger schmiegt sich hervorragend in das Ende des Griffes ein und sorgt damit immer für ein kontrolliertes Gefühl.

So haben sich Bremsen von Shimano in den letzten Jahren vereinzelt mit der Eigenschaft eines wandernden Druckpunktes bemerkbar gemacht. So leider auch bei den zwei Exemplaren die mir vorliegen. Jedoch ist es nicht so, dass der Druckpunkt vom Lenker weg wandert, sondern zum Lenker hin wenn man mehrfach kurz nacheinander den Bremshebel zieht. In der Regel ist das kein Problem. Da ich meine Bremshebel aber sehr nahe am Lenker fahre, hat es mir in ein bis zwei Situationen ein wenig den Schweiß auf die Stirn getrieben.

Die Shimano SLX Vierkolben Bremse ist und bleibt ein Preis-/Leistungshammer am Bremsenmarkt. Freunde eines knackigen Druckpunktes werden hier weiterhin bedient und bekommen sogar eine bessere Modulation als noch beim Vorgänger.

Shimano SLX M7100 und XT M8100: Zwei auf einen Streich

Dass Shimano die neue XT M8100 12-fach-Schaltung vorstellt, war absehbar. Dass die Japaner aber auch die Shimano SLX M7100 mitliefern, ist eine Überraschung. Beide Schaltungen setzen auf die bewährten Features der High End Gruppe XTR. Die neue Shimano XT M8100- und auch SLX M7100-Schaltungen sind sowohl als 1-fach-Antrieb mit großer 10-51-Kassette als auch als 2-fach-Variante mit 10-45-Kassette erhältlich. Dank der neuen ergonomischen und leichtgängigen I-SPEC EV-Hebel mit größerem Einstellbereich lassen sich beide Gruppen umfassend an die Vorlieben der Fahrer anpassen. Viele der Technologien der Top-Gruppe XTR, finden sich auch in der XT- und SLX-Ausstattung. So verfügen beide z. B. über das HYPERGLIDE+ System.

Sowohl für die Shimano XT als auch für die SLX gibt es außerdem zwei neue Bremsen. Bei den neuen Shimano XT- und SLX-Schaltwerken kommen jeweils Umlenkrollen mit 13 Zähnen zum Einsatz. Für beide Gruppen gibt es je ein 1-fach- und ein kürzeres 2-fach-Modell. Natürlich verfügen alle Varianten über einen integrierten Dämpfer. Der Hauptunterschied zwischen dem XT- und dem SLX-Modell liegt sowohl in der Oberflächenbearbeitung als auch darin, dass die Rollen der XT kugelgelagert sind. In Sachen Gewicht trennen XT und SLX beim 1-fach-Modell 32 g zugunsten der XT. Beide Kassetten verfügen entweder über eine Bandbreite von 10-51 (1-fach) Zähnen oder 10-45 Zähnen (2-fach). Sie sitzen auf einem MICRO SPLINE-Freilauf und besitzen die von der XTR bekannte HYPERGLIDE+ Technologie für schnelle und leise Schaltvorgänge.

Bei den Kurbeln gibt es zwischen XT und SLX einige Gemeinsamkeiten. Beide besitzen HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten. Während die XT 1-fach-Kurbel mit Direct-Mount-Kettenblättern von 28-36 erhältlich ist, muss man auf das kleinste und größte bei der SLX verzichten - allerdings ist die Kurbel mit den XT- und XTR-Blättern kompatibel. Auch bei der Kurbellänge bietet die XT mehr Optionen und ist neben 166, 170 und 175 mm auch als 180er Version erhältlich. Auf die ganz lange Kurbel muss man bei SLX verzichten. Natürlich gibt es beide für verschiedene Achsstandards.

Das Zauberwort des neuen Shimano SLX- und XT-Schalthebel lautet I-SPEC EV. Das neue System ermöglicht es dem Fahrer, die Position der verschiedenen Hebel optimal an die Ergonomie der eigenen Hand abzustimmen. Der Hauptunterschied liegt im Inneren der Griffe. Während der XT-Hebel über die bekannte Multi-Shift-Funktion verfügt, um gleichzeitig zwei Gänge schwerer zu schalten, sucht man dies beim SLX-Modell vergebens. Außerdem besitzt der XT-Hebel gummierte Daumen-Pads, beim SLX-Hebel setzt Shimano auf eine Riffelung.

Shimano bietet für 2-fach-Antriebe je auch einen Einzelhebel für die linke Seite an. Beim Gewicht sind die Unterschiede marginal. Die 12-fach SLX- und XT-Kette unterscheidet sich einzig durch ihre Oberflächenbehandlung. Beide Ketten besitzen eine überarbeitete Innenseite, um das Kettenmanagement auf den Ritzeln zu verbessern. Das Gewicht ist mit 252 g bei beiden Ketten identisch. Im Lieferumfang ist jeweils ein Kettenschloss enthalten. Beide Ketten kommen von nun an mit einem Kettenschloss anstelle des Nietpins.

Wir hatten die Möglichkeit, sowohl die neue Shimano XT als auch die SLX 12-fach-Schaltung bereits einem ersten Test zu unterziehen. In Girona fuhren wir einen Tag mit der XT auf einem Cross-Country Rennkurs, mit der SLX waren wir einen Tag auf einer Enduro-Tour unterwegs. Beide Schaltungen funktionierten während des Tests ohne Probleme. Besonders beeindruckend bei beiden war der schnelle und präzise Gangwechsel. Selbst wenn wir in einem völlig ungeeigneten Moment unter Volllast zwei Gänge auf einmal leichter geschaltet hatten, setzte die Schaltung dies problemlos und ohne großes Krachen oder Verzögerungen um.

Die Kette wandert sehr leise aber definiert von Ritzel zu Ritzel. Das Schaltgefühl des XT-Hebels ist dabei noch knackiger und präziser. Die Möglichkeit, beim XT-Hebel gleich zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, empfinden wir als genial - aus diesem Grund würden wir persönlich immer den Mehrpreis für das XT-Modell investieren. Dank der großen Bandbreite stellen auch lange und steile Uphills für keine der beiden Schaltungen ein Problem dar. Bei der Enduro-Tour haben wir bewusst die Kettenführung ab der Hälfte der Tour demontiert und konnten dennoch keinen Kettenverlust verzeichnen. Die Dämpfung arbeitet sehr effizient und beide Antriebe sind angenehm leise.

Laut Shimano ist sowohl die neue SLX als auch XT-Schaltung problemlos für den Einsatz am E-Mountainbike geeignet. Einen speziellen Schalthebel braucht es demnach nicht. Da die SLX-Kassette über ein weiteres Stahlritzel verfügt, sollte sie hier langlebiger sein.

Mit der neuen Shimano SLX und XT 12-fach-Schaltung sind die Japaner zurück im Rennen am Schaltungsmarkt. Große Bandbreite, schnelle Schaltvorgänge und super geschmeidige Gangwechsel wissen zu überzeugen. Im Vergleich zur SLX wirkt die neue XT noch etwas knackiger und hochwertiger. Allerdings wird der Preis zeigen, ob sie das Upgrade wirklich wert ist. Rein funktional gibt es schon bei der günstigen Gruppe nichts zu meckern.

Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.

Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.

Shimano Schaltgruppen im Überblick

  • Shimano Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder konzipiert.
  • Shimano Altus: Einstiegs-Schaltgruppe mit solider Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Shimano Acera: Ermöglicht erste Erfahrungen im Gelände.
  • Shimano Alivio: Hochwertige Komponentengruppe für Alltagsfahrten und leichtes Gelände.
  • Shimano Deore: Leistungsstarke Schaltgruppe für Gelände und Mountainbike-Touren.
  • Shimano SLX: Langlebig, zuverlässig, leicht, kompakt, präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten.
  • Shimano Deore XT: Hochwertige Komponentengruppe für Mountainbikes, die sich durch zuverlässige Schaltleistung und robuste Bauweise auszeichnet.
  • Shimano XTR: Für Fahrer entwickelt, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen.

Shimano SLX M7100 im Detail

Neben der neuen Shimano XT M8100 präsentierten die Japaner vor kurzem mit der SLX M7100 auch die „Budget-Variante“ ihrer Top-Gruppe. In den letzten Jahren konnte sich die SLX zum absoluten Geheimtipp mausern und begeisterte gerade preisbewusste Käufer mit einer fast unschlagbaren Performance. Dennoch stand sie etwas im Schatten der schier allmächtig erscheinenden XT Gruppe. Ob sich das mit den neuen Generationen ändern wird? Unsere Einschätzung: Wird es!

Es gehört zur Philosophie von Shimano, dass man nach der Einführung der jeweiligen Top-Gruppen (XTR am MTB, Dura Ace am Rennrad) in den Folgejahren die neuen Features auf die günstigeren Gruppen überträgt. Bis dato wählte man hier jedoch recht selektiv aus, welche Eigenschaften es wirklich in die niedrigeren Gruppen schafften und zuweilen dauerte es auch einige Jahre, bis beispielsweise Besonderheiten der XTR Gruppe es bis zur günstigen SLX geschafft haben. Damit weist die neue SLX fast die gleichen Features auf, wie die zeitgleich präsentierte M8100 XT Gruppe.

Aber um sich Unternehmens-intern nicht zu sehr Konkurrenz zu machen, gibt es natürlich durchaus ein paar Unterschiede, die sich insbesondere bei der Optik und beim Gewicht niederschlagen. So sind die beiden Kassetten - auch hier 10-45 und 10-51 - ein gutes Stück schwerer als die Teile der XT und XTR Gruppen. Das liegt insbesondere daran, dass hier nun elf Ritzel aus Stahl bestehen (bei der XT sind es 10, bei der XTR kommt sogar Titan zum Einsatz). Ähnliches gilt für Kurbel und Schaltwerk: Ein paar Gramm mehr bringen sie auf die Waage, zudem gibt’s bei der SLX weniger Kettenblatt-Optionen: Beispielsweise muss man ohne ein 36er Blatt für one-by Antriebe auskommen.

Besonders spannend wird es beim Thema Bremsen, genauer gesagt bei den 4-Kolben Trail-Stoppern. Während nämlich die 2-Kolben Variante bis auf ihre Optik baugleich mit dem Vorgänger ist, erinnert der 4-Kolben Sattel auf den ersten Blick der XT und XTR Bremse stark. Bei den Gebern gilt fast das gleiche, wobei man hier jedoch auf die Free Stroke Adjust Schraube verzichten muss, mit der man den Druckpunkt etwas feintunen kann. Aber ganz ehrlich: Dieser Punkt dürfte für die allermeisten Fahrer verschmerzbar sein.

Bei der Performance - egal ob bezüglich der Schaltung oder der Bremsen - muss sie sich keineswegs verstecken. Während wir die Free Stroke Adjust Schraube am Bremsgeber überhaupt nicht vermissten, fiel der Schalthebel jedoch doch spürbar gegenüber seinem höherwertigen Kollegen ab: Vor allem die fehlende Option, mit einem beherzten Druck auch zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, machte sich bemerkbar.

Komponente SLX M7100 XT M8100 XTR
Anzahl Ritzel (Kassette) 11 Stahl 10 Stahl, 2 Alu Titan
Kettenblatt-Optionen Weniger Mehr Mehr
Free Stroke Adjust Nein Ja Ja
Multi-Shift Funktion Nein Ja Ja

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