Shimano Deore XT 3x10 Gruppe im Test: Die perfekte Wahl für Trekking-Enthusiasten?

Die Shimano Deore XT Gruppe ist seit über 25 Jahren im Mountainbike-Bereich bekannt und wird stetig weiterentwickelt. Doch ihr Einsatz ist keineswegs auf das Mountainbike beschränkt. Eine hohe Präzision und Zuverlässigkeit gepaart mit einem vernünftigen Preis machen sie zu einer Top Wahl für das Trekkingrad. Hier wird die Gruppe mit 3x10 Gängen angeboten. Zur kompletten XT Trekking-Gruppe gehören weiterhin Scheibenbremsen und ein Nabendynamo.

Typisch Shimano gibt es auch bei der neuesten XT-Gruppe das volle Programm: von der Bremse bis zum Kettenschloss, das es endlich auch in Shimanos Portfolio geschafft hat. Beim Erstkontakt fällt sofort der coole Look von Schaltwerk und hohlgeschmiedeter Kurbel ins Auge. Letztere hat sich bei so manchem harten Bodenkontakt zwar einige Kratzer eingefangen, funktioniert aber nach wie vor auch ganz ohne Schutzvorrichtungen einwandfrei.

Komponenten und Eigenschaften der Shimano Deore XT 3x10 Gruppe

Für Trekkingfahrer legt Shimano wert auf das breite Spektrum einer 3×10 Schaltung mit bekannter Abstufung: 48-36-26 Zähne an der Kurbel und 10-fach-Kassetten mit 11-32, 11-34 oder 11-36 Zähne an der Kassette, was eine riesige Übersetzungsbandbreite bietet.

Die als Top-Swing- oder Down-Swing-Variante verfügbaren Umwerfer bewegen mit ihrer Gesamtkapazität von 22 Zähnen die Kette reibungs- und mühelos über die drei Kettenblätter. Zuverlässig führt das Schaltwerk die Kette über die 10-fach-Kassetten hinten.

Schaltwerk und Schalthebel

Neu ist das erstmals im Trekkingsegment eingesetzte Shadow-Schaltwerk. Es zeichnet sich durch eine besonders flache Bauweise aus und ist dadurch weniger anfällig für Schäden. Geschaltet wird bei der neuen Deore mit Rapidfire-Plus-Hebeln für vorne und hinten. Sie kommen standardmäßig mit Optislick-Zügen, die nach Erfahrung für lange reibungsarme und fehlerfreie Schaltfunktion sorgen. Wir gewohnt gibt es eine optische Ganganzeige, und das Runterschalten ist mit dem Daumen oder Zeigefinger möglich.

Bremsen

Wo der Antrieb und die Schaltungskomponenten ungehemmtem Vortrieb keine Grenzen setzen, muss selbstverständlich auch das Bremssystem höchsten Ansprüchen genügen. Für Bremsen und Bremsscheiben bedient sich Shimano aus dem eigenen schon bekannten Portfolio. Speziell für die Bedürfnisse von Trekkingfahren sind auch die neuen 3-Finger-Bremshebel angepasst. Per „i-spec“ lassen sie sich so montieren, dass das Cockpit aufgeräumt ist.

Die neuen hydraulischen Scheibenbremsen wurden laut Shimano speziell für die spezifischen Anforderungen im Trekking-Einsatz optimiert. Dazu erhielten sie einen langen und komfortabel zu bedienenden 3-Finger-Bremshebel (BL-T6000). Für die entsprechende Verzögerungsleistung, die ebenfalls gezielt für das Trekking-Segment angepasst wurde, sorgen die BR-T615 Bremssättel, die für eine denkbar einfache Wartung mit der One-Way-Bleeding Technologie ausgestattet sind.

Ein Vorteil für Vielfahrer: Die neuen Bremsen sollen ideal mit den SM-RT54-Bremsscheiben (180 / 160 mm) harmonieren. Diese sind bereits zu Online-Preisen unter 10 Euro als Ersatzteil zu haben. Auch die ebenfalls empfohlenen Resin-Beläge zählen zu den günstigen Ersatzkomponenten. Ein mechanisches V-Brake-System bleibt ebenfalls im Angebot.

Kurbelgarnitur

Für einen breiten Überetzungsbereich setzt Shimano auf die Hollowtech II-Kurbel mit 48-36-26 Zähnen im 4-Arm-Design. Ersatzteilfreundlichkeit auch hier: Die drei Kettenblätter sind mit vier Schrauben einzeln am Kurbelarm befestigt und lassen sich so einfach und individuell tauschen.

Vor- und Nachteile von Kettenschaltungen

Kettenschaltungen haben den Vorteil, dass sie leicht und effizient sind. Doch zugleich sind sie verhältnismäßig anfällig gegen Schmutz und nicht die verschleißärmste Möglichkeit, ein Rad anzutreiben. Bei einer Kettenschaltung findet eine Veränderung der Übersetzung statt, indem die Kette durch Umwerfer und Schaltwerk auf unterschiedliche Kombinationen von Zahnrädern befördert wird. Hierzu ist eine seitliche flexible Kette notwendig.

Die seitliche Bewegung der Kette führt dazu, dass diese schneller verschleißt. Auch der Verschleiß der Zahnräder (Ritzel und Kettenblätter) wird durch den Gangwechsel beschleunigt. Ferner besteht die Möglichkeit, dass das Schaltwerk abreißt. Verschmutzung kann ebenfalls dazu führen, dass die Schaltung nicht mehr optimal oder auch gar nicht mehr funktioniert.

Vorteile:

  • Hohe Effizienz
  • Geringes Gewicht
  • Preiswert

Nachteile:

  • Wartungsanfällig
  • Hoher Verschleiß
  • Empfindlich gegen Verschmutzung

Alternativen zur Kettenschaltung: Getriebeschaltungen

An Trekkingrädern sind daher oft Getriebeschaltungen zu finden. Bei diesen wird die Übersetzung durch ein im Inneren der Hinterradnabe oder ein direkt an die Kurbel angeschlossenes Getriebe angepasst. Da sich die Kettenlinie bei der Art von Schaltungen nicht verändert, kann hier alternativ zur Kette auf Riemen zur Kraftübertragung zurückgegriffen werden.

Vorteile:

  • Zuverlässig
  • Wartungsarm
  • Verschleißarm
  • Immer optimale Kettenlinie

Nachteile:

  • Relativ schwer
  • Weniger effizient als Kettenschaltungen
  • Relativ teuer

Shimano Deore XT im Vergleich zu anderen Trekking-Schaltgruppen

Neben der Deore XT bietet Shimano auch andere Gruppen für Trekkingräder an, wie z.B. LX, Deore, Alivio und Acera. SRAM bietet mit den „VIA“ Gruppen GT, Centro, 27 und 24 vier Kettenschaltungsgruppen für das Trekkingrad an.

Shimano LX

Die LX Gruppe war lange Zeit die kleine Schwester der XT am Mountainbike. Im Laufe ihrer Evolution wurde sie zu einer reinen Trekking-Gruppe „umfunktioniert“ und am Mountainbike durch die SLX abgelöst. Ihr Status als „kleine Schwester“ bleibt hier bestehen. Etwas schwerer, dafür jedoch auch preiswerter, bietet sie ebenfalls 3x10 Gänge und einen Nabendynamo. Bei den Bremsen hast du die Wahl zwischen hydraulischen Scheibenbremsen und preiswerteren V-Brakes.

Shimano Deore

Am Mountainbike markiert die Deore-Gruppe den Einstieg in den sportlichen Bereich. Ähnliches gilt für die Trekkingrad Gruppe. Sie bietet die gleichen Spezifikationen wie die teureren Gruppen: 3x10 Gänge und die Wahl zwischen V-Brakes und hydraulischen Scheibenbremsen. Nur wenn du einen Nabendynamo haben möchtest, musst du auf den aus der LX oder XT-Gruppe zurückgreifen.

Shimano Alivio

Bei der Alivio Gruppe handelt es sich seit jeher um eine gute Einsteigergruppe. Sie bietet 3x9 Gänge, einen eigenen Nabendynamo und die Wahl zwischen hydraulischer Scheibenbremse und V-Brake.

Shimano Acera

Die Acera Gruppe stellt die Einsteigergruppe von Shimano dar. Die preiswerteste Trekking Gruppe schaltet 3x9 Gänge. Auch hier hast du die Wahl zwischen V-Brake und Scheibenbremse und kannst optional einen gruppenspezifischen Nabendynamo bekommen.

SRAM VIA GT

SRAM tauft seine Spitzengruppe im Trekkingbereich „Via GT“. Bei der Entwicklung bediente man sich sowohl an den hauseigenen Technologien der Rennrad- und der Mountainbike-Schaltungen und -Bremsen. Die Via GT ist mit einer 2-fach Kurbel ausgestattet, deren beiden Kettenblätter sich beliebig mit jedem der 10-Ritzel der Kassette kombinieren lassen. Gebremst wird mit Scheibenbremsen.

Nabenschaltungen als Alternative

Neben den Kettenschaltungen von Shimano und SRAM sind auf dem Trekkingrad-Markt Nabenschaltungen unterschiedlicher Hersteller zu finden. Auf jeden Fall genannt werden müssen hier die Getriebeschaltung von Pinion sowie die Nabenschaltungen von Rohloff und NuVinci. Diese Schaltungen sind aufgrund ihres - durchaus gerechtfertigten - hohen Preises ausschließlich an sehr hochwertigen Trekking- und Reiserädern zu finden.

Enviolo NuVinci

Die Enviolo NuVinci Schaltung bietet die Möglichkeit, stufenlos Übersetzungen auszuwählen. Unterschiedliche Modelle der Nabe sind erhältlich, das Modell mit der größten Übersetzungsbandbreite bietet 380% zwischen größter und kleinster Übersetzung. Damit liegt die Schaltung im Mittelfeld auf dem Markt der Nabenschaltungen. Allerdings ist sie öfter an E-Bikes als an Trekkingrädern zu finden. Dies ist hauptsächlich auf die verhältnismäßig hohen Reibungsverluste der Schaltung zurückzuführen. Dieser Kraftverlust fällt an E-Bikes weniger ins Gewicht, da er durch den Elektromotor ausgeglichen werden kann.

Pinion

Pinion bietet sein Getriebe in vier Varianten an. Die Sprünge von einem Gang in den nächsten sind bei allen konstant:

  • P1.18: 636% Übersetzungsspektrum bei einer Abstufung von 11,5%
  • P1.12: 600% Übersetzungsspektrum bei einer Abstufung von 17,7%
  • P1.9 XR:568% Übersetzungsspektrum bei einer Abstufung von 24,3%
  • P1.9 CR: 364% Übersetzungsspektrum bei einer Abstufung von 17,5%

Rohloff Speedhub 500/14

Die Rohloff Speedhub Nabe revolutionierte die Nabenschaltung. Bis heute ist die Zuverlässigkeit mit, der sie durch die 14 gleichmäßig abgestuften Gänge schaltet, unerreicht. Mit einem Sprung von 13,6% von einem Gang in den nächsten deckt die Rohloff Speedhub eine Bandbreite von 526% ab. Die Unterbringung der Schaltkomponenten in der geschlossenen Hinterradnabe macht sie weitgehend unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Dies führt dazu, dass sie nahezu wartungsfrei ihren Dienst verrichtet.

Shimano Alfine und Nexus

Shimano hat mit der Nexus eine Nabenschaltung auf den Markt gebracht, die für all diejenigen interessant sein dürfte, die auf die volle Funktionalität der Rohloff Nabe, ein breites Übersetzungsspektrum und gleichmäßige Abstufung zwischen den Gängen, zugunsten eines deutlich niedrigeren Preises verzichten können. Auch für den Einsatz im Gelände ist die Alfine Nabe anders als die Rohloff Nabe und das Pinion Getriebe nicht freigegeben.

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