Shimano Deore XT Schalthebel Einstellen: Eine Detaillierte Anleitung

Das Grundprinzip, wie ein MTB-Schaltwerk perfekt eingestellt wird, hat sich unabhängig von Hersteller und Schaltgruppe seit Jahrzehnten kaum verändert. Wer das Zusammenspiel aus Endanschlägen, Zugspannung und dem Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette einmal verstanden hat, kann jede Mountainbike-Schaltung mit wenig Aufwand präzise einstellen. Aktuelle Zwölffach-Antriebe (egal ob Shimano 1x12/2x12 oder Sram Eagle) weisen einen geringen Abstand zwischen den einzelnen Ritzeln auf und sind deshalb besonders sensibel. Oft entscheiden schon halbe Umdrehungen an den entsprechenden Stellschrauben über eine tadellose Funktion. An die perfekte Einstellung muss man sich deshalb in kleinen Schritten herantasten.

Diese drei Dinge lassen sich mit wenig Werkzeug und ein wenig Erfahrung und Fingerspitzengefühl schnell einstellen:

  • die Endanschläge/Begrenzungsschrauben des Schaltwerks
  • der Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette
  • die Zugspannung

Video-Anleitungen helfen beim Schrauben am Bike ungemein. Deshalb haben wir die Anleitung, wie man Shimano 1x12 Schaltungen einstellt, auch als Video produziert.

Die Wichtigsten Punkte Eines Shimano XT 12-Fach-Schaltwerks

Die Erklärung: Diese Schrauben gibt's an einem aktuellen Shimano XT 12fach-Schaltwerk. Auch alle anderen 12fach-Schaltwerke und ältere Shimano-Schaltwerke sind so aufgebaut.

Das Schaltauge (A) verbindet Schaltwerk und Rahmen. Weil es schnell verbiegt, kann man es tauschen oder mit dem passenden Werkzeug ausrichten. Wie man ein verbogenes Schaltauge am MTB repariert, lesen Sie hier.

Die Umschlingungsschraube (oft auch B-Schraube genannt) sorgt für den richtigen Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette. Dreht man sie hinein, entfernt sich das obere Schaltröllchen von der Kassette. Im Gegensatz zu Sram-Schaltungen braucht man bei Shimano kein Tool, um die Umschlingung korrekt einzustellen. Blickt man im leichtesten Gang von innen auf den Schaltwerkskäfig, ist eine mit Pfeil und "51T" versehene Hilfslinie zu erkennen. Die Zähne des größten Ritzels müssen mit der Hilfslinie fluchten.

Die obere Anschlagschraube ist bei Shimano mit einem H (high gear) gekennzeichnet und begrenzt den Schwenkbereich des Schaltwerks nach außen. Sie verhindert, dass die Kette zwischen Rahmen und Ritzel fällt.

Die untere Anschlagschraube ist bei Shimano mit dem Buchstaben L (low gear) versehen und begrenzt den Schwenkbereich des Schaltwerks nach innen. Sie verhindert, dass die Kette zwischen Speichen und Ritzel fällt.

Zugklemmung (E): Diese Schraube klemmt den Zug am Schaltwerk. Die Zugspannung wird am Schalthebel justiert.

Zusätzlich gibt's an MTB-Schaltwerken von Shimano eine Schaltwerksdämpfung, die die Kette im Gelände beruhigt. Shimano empfiehlt, die Dämpfung mit dem Kunststoff-Hebel zu deaktivieren, um die Schaltung einzustellen.

Stark gebrauchte Antriebe lassen sich oft aufgrund abgenutzter Ketten und Ritzel nicht mehr korrekt einstellen. Deshalb sollte man vorher unbedingt die Antriebsteile Kette, Kassette und Kettenblatt auf Verschleiß überprüfen (Klick zur Anleitung). Und natürlich altern auch die Schaltzüge, und die sind für eine einwandfreie Funktion der MTB-Schaltung entscheidend! Wie Sie im Rahmeninneren verlegte Schaltzüge wechseln, lesen Sie hier (Klick).

Schritt-Für-Schritt-Anleitung Zum Einstellen Einer 2-Fach-Schaltung

Wenn Sie noch keine Shimano 1x12-fach-Schaltung fahren, sondern noch bei einer 2-fach-Schaltung in die Pedale treten, beachten Sie folgende Schritte:

  1. Drehe die Schaltzugspanner der Schalthebel im Uhrzeigersinn bis auf Block. Danach eine Umdrehung zurückdrehen.
  2. Checke die geschlossene Zugbefestigungsschraube. Anschließend die Kette auf den kleinsten Gang schalten.
  3. Das Umwerferleitblech muss zwei bis drei Millimeter über den Zahnspitzen stehen. Von oben betrachtet wird das Leitblech parallel zum Kettenblatt ausgerichtet.
  4. Umwerfer und Schaltwerk besitzen Anschlagschrauben für den inneren und äußeren Endanschlag.
  5. Mit dem Schraubendreher das innere Umwerferleitblech ausrichten. Der Abstand sollte einen Millimeter zur Kette betragen.
  6. Ist das Leitblech zu nah am Rahmen, drehe die Schraube im Uhrzeigersinn. Schleift die Kette beim Kurbeln am Leitblech, drehe die Schraube gegen den Uhrzeigersinn.
  7. Richte nun die Kette auf das Schaltwerk aus. Dafür kommt die L-Schraube zum Einsatz.
  8. Liegt das obere Schaltwerkröllchen zu weit rechts, drehe die L-Schraube gegen den Uhrzeigersinn. Das Schaltwerk bewegt sich in Richtung Speichen.
  9. Als nächstes stellst du den Abstand zwischen Schaltwerksröllchen und dem größten Ritzel ein.
  10. Der Abstand der Zähne von Röllchen und Ritzel sollte sechs Millimeter betragen.
  11. Schalte die Kette auf das größte Kettenblatt und das kleinste Ritzel (Bergabgang).
  12. Mit der H-Schraube am Umwerfer richtest du das äußere Leitblech auf die Kette aus. Der Abstand sollte einen Millimeter betragen.
  13. Steht das Leitblech von der Kette ab, drehe die Schraube im Uhrzeigersinn.
  14. Die H-Schraube am Schaltwerk richtet die Kette aufs kleine Ritzel aus. Das Schaltwerksröllchen muss unter dem Ritzel stehen.
  15. Kurbeln und auf das fünfte Ritzel schalten. Die Kette muss zwischen den benachbarten Ritzeln laufen.

Shimano Umwerfer Einstellen in 6 Schritten

  1. Schritt 1: Leitblech kontrollieren
    Bevor Sie den Umwerfer einstellen, sollten Sie überprüfen, ob das äußere Leitblech des Umwerfers parallel zum großen Kettenblatt steht.
  2. Schritt 2: Abstand Leitblech zum Kettenblatt messen
    Der Abstand zwischen der Unterkante des äußeren Leitblechs und den Zähnen des großen Kettenblatts, sollte 1-3 Millimeter betragen.
  3. Schritt 3: Modus-Wandler anpassen
    An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler. Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.
  4. Schritt 4: Einstellen der unteren Begrenzung
    Schalten Sie zur Einstellung der unteren Begrenzung aufs kleine Kettenblatt und größtes Ritzel. Dann stellen Sie mit der L-Schraube das innere Leitblech so ein, dass es die Kette gerade nicht berührt.
  5. Schritt 5: Einstellen der oberen Begrenzung
    Schalten Sie aufs große Kettenblatt und kleinstes Ritzel. Justieren Sie nun mit der H-Schraube die äußere Begrenzung des Umwerfers. Die Kette soll einen minimalen Abstand zum äußeren Leitblech aufweisen.
  6. Schritt 6: Zugspannung einstellen
    Als letztes stellen Sie die Zugspannung an der entsprechenden Schraube am Schalthebel ein. Drehen Sie hierfür die Zugspannungsschraube so weit, dass die Kette das Außenleitblech gerade nicht berührt.

Umwerfer-Standards von Shimano

Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es 18 verschiedene Varianten. Darauf müssen Sie achten:

  • Top Swing/Low Clamp
    Diese Variante wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ebenfalls ein klassisch rundes Sitzrohr. Den Durchmesser gleichen bei Shimano Spacer aus.
  • Down Swing/High Clamp
    Diese Version ist für die Montage an runden Sitzrohren geeignet. Bei Shimano werden verschiedene Rohrdurchmesser durch die beiliegenden Spacer ausgeglichen.
  • E-Type
    Der E-Type-Umwerfer wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt. Dafür fällt ein Distanzring auf der Montage-Seite weg. Vor allem bei ungewöhnlichen Rahmenformen, aber nur bei BSA Lagern geeignet.
  • Direct Mount Low/Top Swing
    Dieser Shimano-Umwerfer wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert. Die Umwerfer sind an verschiedene Kettenblattabstufungen (36, 38, 39, 42 Zähne) angepasst.
  • Direct Mount High/Down Swing
    Diese Umwerfer-Variante wird ohne Schelle am Rahmen montiert, jedoch schwenkt der Schaltkäfig nach unten. Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Achten Sie aber beim Kauf auf die Kapazität beim großen Zahnkranz.

Grundlegende Parameter Für Die Einstellung Der Gangschaltung

  • Umschlingung der Kette
  • Die Anschläge
  • Seilspannung

Detaillierte Schritte Zum Einstellen Der Schaltung

  1. Umschlingung der Kette: An den Shimano Schaltwerken befindet sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs eine Markierung, die sich mit dem größten Ritzel der Kassette decken soll. Das Schaltwerk wird auf den leichtesten Gang geschalten und so eingestellt, dass sich die äußersten Zähne des größten Ritzels mit der Markierung decken.
  2. Die richtige Einstellung der Anschläge: Bei Shimano sind diese mit einem L und einem H gekennzeichnet, was für Low- und High-Speed steht. Low begrenzt also den Anschlag zum größten Ritzel mit der meisten Zähne Zahl (für langsame Geschwindigkeiten) und High ist für das kleinste Ritzel mit der niedrigsten Zähne Zahl (für hohe Geschwindigkeiten) zuständig.
    • Einstellung High-Speed Anschlag: Schalte auf das kleinste Ritzel und löse den Schaltzug vom Schaltwerk, um den Einfluss der Seilspannung zu eliminieren. Jetzt sollte die Kette genau mittig unter dem kleinsten Ritzel laufen. Wenn du das Schaltwerk per Hand nach oben drückst und wieder loslässt, sollte die Kette problemlos und schnell auf das kleinste Ritzel schalten. Mit dem Hineindrehen des Anschlags sitzt das Schaltwerk weiter innen und umgekehrt.
    • Einstellung Low-Speed Anschlag: Schaltest du also alle Gänge bis zum größten Ritzel hinauf, darf sich der Schalthebel auf dem größten Ritzel nicht oder nur noch minimal drücken lassen und das Schaltwerk sollte sich nicht mehr in Richtung Speichen bewegen. Ist der Anschlag zu weit innen eingestellt, schaltet die Kette nicht oder nur schwer auf das größte Ritzel.
  3. Einstellung der Seilspannung: Das heißt, wenn die Kette die Kassette nicht nach oben steigen möchte, braucht das Schaltwerk etwas mehr Seilspannung und du musst die Einstellschraube herausdrehen.

Nabenschaltung Einstellen: Shimano Nexus Und Alfine

Aktuell gibt es bei Shimano zwei Nabenschaltungen, die jeweils mit einer unterschiedlichen Anzahl Gänge angeboten werden. Bei älteren Rädern kann auch das Einstellen der Shimano Nexave Schaltung nötig werden. Diese Schaltung findet man durchaus noch an Rädern, Shimano bietet sie aber nicht mehr an. Die Shimano Nexus gibt es mit drei, sieben und acht Gängen (in Japan zusätzlich mit fünf Gängen), die Alfine mit acht und elf Gängen.

Um die Shimano Nexus 8-Gang Schaltung einzustellen, legt man zunächst den vierten Gang ein. Dann sucht man die beiden gelben Markierungen an der Schalteinheit der Nabe (ein Montageständer erleichtert die Arbeit), die genau in Flucht stehen müssen. Tun sie es nicht, ändert man die Zugspannung durch Drehen der Rändelschraube am Schalthebel.

Will man eine Shimano Nexus 7-Gang Schaltung einstellen, funktioniert das genauso. Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Schaltung legt man den zweiten Gang ein, die gelbe Markierung muss hier zwischen zwei weißen Begrenzungslinien positioniert sein.

Die Einstellung der Shimano Alfine-Naben funktioniert gleichermaßen. Bei der 11-Gang-Ausführung muss der sechste Gang eingelegt werden, bei der Alfine 8-Gang der vierte Gang. Wieder müssen jeweils die gelben Markierungen in der Flucht stehen und gegebenenfalls die Spannung des Schaltzugs verändert werden.

Einstellen Einer Kettenschaltung: Shimano Deore XT Und Mehr

Um eine Shimano Schaltung einzustellen, die nicht mit einer Getriebenabe arbeitet, sondern als Kettenschaltung konstruiert ist, sind einige Schritte mehr erforderlich, kompliziert ist das Ganze aber nicht. Egal, ob man eine 1x, 2x oder gar 3x Schaltung (die Angaben beziehen sich auf die Anzahl der Kettenblätter vorne an der Kurbel) wartet: man beginnt damit, die Shimano Schaltung hinten einzustellen.

Drei Schritte sind nötig: das Einstellen der Endanschläge, die Zugspannung muss justiert werden und schließlich der Abstand des Schaltwerks zur Kassette fixiert werden. An den Schaltwerken sind verschiedene Einstellschrauben angebracht, die man nutzen muss - egal ob man eine Shimano Deore 10-fach Schaltung, eine Shimano XT 10-fach Schaltung oder neuere Ausführungen mit elf oder zwölf Gängen einstellen will.

  1. Endanschläge einstellen: Zwei Schrauben definieren die Endanschläge des Schaltwerks, mit einer wird der Abstand von Schaltwerk zu den Ritzeln justiert. Die Endanschläge verhindern, dass die Kette nach innen oder nach außen über die Ritzel ins Leere fällt, wodurch Schäden entstehen können. Man beginnt mit dem Anschlag außen: zunächst schaltet man in den schwersten Gang, sodass die Kette auf dem äußeren Ritzel liegt. Dann entspannt man den Schaltzug indem man die Rändelschraube am Schalthebel im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag dreht, oder man löst die Klemmschraube des Schaltzugs am Schaltwerk. Die Leitrolle oben am Schaltwerk und das kleinste Ritzel sollten exakt in Flucht stehen, wenn man von hinten darauf schaut. Tun sie es nicht, muss man den Endanschlag verändern, indem man die mit „H“ markierte Schraube dreht. Das Schaltwerk wandert dann je nach Drehrichtung weiter nach außen oder nach innen.
  2. Zugspannung einstellen: Jetzt gilt es die Zugspannung einzustellen. Falls der Schaltzug am Schaltwerk gelöst wurde, muss man ihn wieder befestigen. Dann arbeitet man mit der Rändelschraube am Schalthebel. Zunächst dreht man die Kurbel und damit das Hinterrad - ein Montageständer ist hilfreich - und betätigt den Schalthebel, um auf das nächstgrößere Ritzel zu schalten. Wandert die Kette nicht nach oben, erhöht man die Zugspannung, indem man die Rändelschraube gegen den Uhrzeigersinn etwas nach außen dreht. Dann schaltet man über alle Gänge nach oben und wieder nach unten. Falls letzteres nicht funktioniert, muss die Zugspannung wieder etwas verringert werden.
  3. Inneren Endanschlag einstellen: Anschließend stellt man den inneren Endanschlag ein. Dazu schaltet man in den ersten Gang und überprüft die Position der oberen Leitrolle zum Ritzel. Die sollte analog zum Endanschlag unten mit dem Ritzel fluchten. Muss nachjustiert werden, funktioniert das mit der mit „L“ markierten Schraube.
  4. Abstand des Schaltwerks zur Kassette fixieren: Abschließend kommt die Schraube „B“ ins Spiel. Mit deren Hilfe kann der Abstand zwischen der oberen Leitrolle zum größten Ritzel eingestellt werden. Auch hierfür in den leichtesten Gang schalten und dann die Schraube solange drehen, bis der Abstand etwa ein Kettenglied beträgt. Bei Shimano 1x Schaltungen ist meist am Schaltwerk eine Hilfslinie angebracht, die auf Höhe der Oberkante des größten Ritzels liegen sollte - dann stimmt der Abstand.

Umwerfer Der Shimano Schaltung Einstellen

Für alle Kettenschaltungen gilt: Gibt es vorne mehr als ein Kettenblatt, muss man die Shimano Schaltung auch vorne einstellen. Auch beim Umwerfer müssen die Endanschläge und die Zugspannung eingestellt werden. Zunächst aber gilt es, seine Höhe zu fixieren.

Der Umwerfer ist mit einer Schelle direkt am Sitzrohr, oder an einer am Sitzrohr angebrachten Aufnahme mit Langloch befestigt (Direct Mount). Seine Höhe ist korrekt, wenn zwischen dem Leitblech außen am Umwerfer und den Zähnen des großen Kettenblatts ein bis drei Millimeter Abstand vorhanden sind. Außerdem sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen, bei Direct-Mount-Modellen tut es das automatisch.

Um den unteren Endanschlag einzustellen, muss man zunächst in den leichtesten Gang schalten und dann den Schaltzug entspannen, indem man die entsprechende Rändelschraube im Uhrzeigersinn dreht. Zwischen dem inneren Leitblech und der Kette sollte ein Abstand von etwa 0,5 Millimetern bestehen, gegebenenfalls muss man mit der Schraube „L“ nachjustieren.

Dann stellt man die Zugspannung mithilfe der Rändelschraube so ein, dass die Kette auf Druck am Schalthebel präzise auf das größere Kettenblatt wandert und umgekehrt. Das Prinzip ist identisch dem beim Einstellen der hinteren Shimano Schaltung.

Häufige Ursachen Für Probleme Und Ihre Lösungen

Sollten die geschilderten Arbeitsschritte nicht zur richtigen Einstellung der Shimano Schaltung führen, kann das verschiedene Ursachen haben: So können etwa die Ritzel, die Kettenblätter und/oder die Kette stark abgenutzt sein, hier hilft der Austausch. Schlimmstenfalls sind Leitbleche am Umwerfer, der Schaltkäfig des Schaltwerks oder das Schaltauge verbogen.

Kompatibilität Der Komponenten

Um Deine Schaltung bestmöglich einstellen zu können, gibt es ein paar Voraussetzungen. Alle Teile des Antriebs und der Schaltung müssen zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden. Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden.

Pflege Und Schmierung

Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch. Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein.

Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und natürlich technisch einwandfrei sein. Die Hauptursache für schlecht funktionierende Schaltungen ist zu viel Reibung. Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung. Alle beweglichen Teile müssen sauber und geschmiert sein.

Bauteile Prüfen

  1. Kassette: Wenn Du das größte Ritzel im montierten Zustand an zwei gegenüberliegenden Stellen fasst und die Kassette dann zu kippen versuchst, darf nur wenig bis kein Spiel spürbar sein. Kontrolliere bitte das Anzugsmoment der Kassette am Freilauf (40Nm). Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein. Spitze Zähne, auch „Haifischzähne“ genannt, sind ein klares Indiz dafür, dass die Kassette getauscht werden muss. Kontrolliere die Kassette auch auf etwaige Beschädigungen wie beispielsweise krumme oder abgebrochene Zähne. Ist dies der Fall, muss sie ebenfalls getauscht werden.
  2. Schaltwerk: Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Selbstverständlich darf es nicht verbogen oder verzogen sein, was beim ernsthaften Mountainbiken schon mal vorkommt. Nur ein spielfreies Schaltwerk kann die Gänge sicher, schnell und präzise wechseln. Kontrolliere auch das seitliche Spiel der Schalträdchen (idealerweise bei abmontierter Kette), indem Du daran wackelst. Sind die Lager verschlissen, kippen die Rädchen hin und her.
  3. Schalträdchen: Dann kannst Du gleich noch den Zustand der Zähne an den Schalträdchen checken: Genau wie bei der Kassette und dem vorderen Kettenblatt dürfen die Zähne der Schalträdchen ebenfalls nicht verschlissen oder beschädigt sein.
  4. Kette: Möchtest Du die Kette weiter benutzen und keine neue verbauen, solltest Du sie vorher mit einer Kettenlehre auf Längung prüfen. Spürst Du beim seitlichen Tordieren der Kette starkes Spiel und lässt sich die Kette sehr weit „biegen“, muss sie getauscht werden.
  5. Reibungsdämpfer: Der Käfig darf sich nur mit spürbarem Kraftaufwand nach vorne bewegen lassen - Du spürst ein deutliches Losbrechmoment im Gelenk, bevor du gegen die Federkraft andrückst. So soll es sein! Prüfe den Widerstand des Käfigs sowie eventuelles Spiel in den Gelenken und Röllchen.
  6. Schaltauge: Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Je nachdem kannst Du es mit einem Richtwerkzeug korrigieren, allerdings ist es bei modernen Rahmen mit Steckachse meist massiver, aus CNC-gefrästem Alu, daher schwer zu richten. Wir empfehlen, bei Beschädigung direkt ein neues Schaltauge zu verbauen.
  7. Schaltzug und Außenhülle: Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen. Beim Kürzen einer neuen Außenhülle ist wichtig, dass sie sauber und im 90°-Winkel abgeschnitten wird. Zu enge Radien bei der Verlegung der Außenhülle erhöhen die Reibung unnötig und sollten daher vermieden werden.

Überblick Der Einstellschrauben

Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks.

  • B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
  • L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
  • H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.

Detaillierte Anleitung Zum Einstellen

  1. Endanschlag unten (H-Schraube): Wenn Du auf das kleinste Ritzel schaltest, muss das obere Schaltröllchen in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen und darf nicht weiter Richtung Rahmen verfahren. Am besten geht diese erste Einstellung vonstatten, wenn noch kein Bowdenzug und keine Kette montiert sind. Drehst Du die Endanschlags-Schraube im Uhrzeigersinn, wird der Anschlag nach links, also Richtung Speichen, verschoben. Durch Drehen der Schraube gegen den Uhrzeigersinn stellst Du den Anschlag weiter nach rechts, Richtung Rahmen.
  2. Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein. Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Sie sollte komplett im Uhrzeigersinn hereingedreht werden und dann ca. 1-2 Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn wieder heraus.
  3. Endanschlag oben (L-Schraube): Hierzu schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert. Sitzt die Kette auf dem größten Ritzel, versuche, das Schaltwerk durch Drücken des Schalthebels noch etwas weiter in Richtung Speichen fahren zu lassen.

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