Shimano Deore XT Schaltwerk Halterung Montage: Eine umfassende Anleitung

Das Schaltwerk eines Fahrrads, insbesondere von Marktführer Shimano, ist ein zentrales, aber auch empfindliches Bauteil der Gangschaltung. Gerade bei Touren abseits befestigter Straßen ist es extremen Belastungen durch Schmutz ausgesetzt. Da es etwas absteht, kann es leicht beschädigt werden. In diesem Artikel wird erläutert, wie ein Shimano Schaltwerk am eigenen Fahrrad montiert und eingestellt werden kann.

Vorbereitung und Grundlagen

Bevor mit der Montage begonnen wird, ist es wichtig, einige Grundlagen zu verstehen und Vorbereitungen zu treffen.

Kompatibilität

Um die Schaltung optimal einstellen zu können, müssen alle Teile des Antriebs und der Schaltung zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind die Schaltstufen: Ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden. Shimano- und SRAM-Bauteile dürfen nicht gemischt werden. Für beste Performance empfiehlt es sich, auf Originalbauteile des jeweiligen Gruppen-Herstellers zu setzen.

Pflege und Schmierung

Grobe Verschmutzungen an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch. Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein. Nach dem Säubern kann man ihnen einen Tropfen Kettenöl spendieren. Dasselbe gilt für die Lager der Schalträdchen. Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und technisch einwandfrei sein.

Bauteile prüfen

Nimm Dir zuerst die Kassette vor: Wenn Du das größte Ritzel im montierten Zustand an zwei gegenüberliegenden Stellen fasst und die Kassette dann zu kippen versuchst, darf nur wenig bis kein Spiel spürbar sein. Kontrolliere bitte das Anzugsmoment der Kassette am Freilauf (40Nm). Die Kassette sollte in puncto Verschleiß im grünen Bereich sein. Kontrolliere die Kassette auch auf etwaige Beschädigungen wie beispielsweise krumme oder abgebrochene Zähne. Ist dies der Fall, muss sie ebenfalls getauscht werden.

Das Schaltwerk muss fest und mit vorgeschriebenem Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Selbstverständlich darf es nicht verbogen oder verzogen sein. Nur ein spielfreies Schaltwerk kann die Gänge sicher, schnell und präzise wechseln. Kontrolliere auch das seitliche Spiel der Schalträdchen (idealerweise bei abmontierter Kette), indem Du daran wackelst. Sind die Lager verschlissen, kippen die Rädchen hin und her. Das Schaltwerk ist dann nicht mehr in der Lage, die Kette sauber unter dem gewünschten Ritzel in Position zu bringen und sie in der Flucht zu den Ritzeln zu halten.

Dann kannst Du gleich noch den Zustand der Zähne an den Schalträdchen checken: Genau wie bei der Kassette und dem vorderen Kettenblatt dürfen die Zähne der Schalträdchen ebenfalls nicht verschlissen oder beschädigt sein.

Möchtest Du die Kette weiter benutzen und keine neue verbauen, solltest Du sie vorher mit einer Kettenlehre auf Längung prüfen. Spürst Du beim seitlichen Tordieren der Kette starkes Spiel und lässt sich die Kette sehr weit „biegen“, muss sie getauscht werden.

Reibungsdämpfer prüfen

Moderne 11- und 12-fach-Schaltwerke von Shimano und SRAM beherbergen eine Mechanik zur Erhöhung der Kettenspannung. Kontrolliere die Funktion bzw. die Wirkung der Kupplung: Der Käfig darf sich nur mit spürbarem Kraftaufwand nach vorne bewegen lassen - Du spürst ein deutliches Losbrechmoment im Gelenk, bevor du gegen die Federkraft andrückst. So soll es sein! Prüfe den Widerstand des Käfigs sowie eventuelles Spiel in den Gelenken und Röllchen.

Schaltauge

Schlägt das Schaltwerk gegen einen festen Gegenstand, verbiegt das Schaltauge auch gerne mal, obwohl das Schaltwerk selbst vielleicht gar nicht viel abbekommen hat. Ein sichtbar verzogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung per se nicht mehr zu. Wir empfehlen, bei Beschädigung direkt ein neues Schaltauge zu verbauen.

Schaltzug und Außenhülle

Damit der Schaltgriff exakte „Befehle“ an das Schaltwerk weiterleiten kann, muss der Schaltzug und die schützende Außenhülle akkurat angeschlossen sein. Wenn Du einen neuen Schaltzug installierst, solltest Du auch immer gleich prüfen, ob er reibungsarm durch die komplette Hülle gleitet. Falls nicht, musst Du besser auch die Hülle tauschen. Beim Kürzen einer neuen Außenhülle ist wichtig, dass sie sauber und im 90°-Winkel abgeschnitten wird. Nimm hierzu auf keinen Fall einen Seitenschneider oder die Kombizange, da die Hülle hierbei gequetscht wird.

Prüfe die Reibung des Schaltzugs in der Außenhülle. Präzises Schalten geht nur mit wenig Reibung! Zu enge Radien bei der Verlegung der Außenhülle erhöhen die Reibung unnötig und sollten daher vermieden werden. Die Endkappe muss kräftig auf die Hülle gedrückt werden, damit sie später nicht noch weiter nachgibt, was die Schaltzug-Spannung wiederum verändern würde.

Montage des Shimano Schaltwerks

Die Auflagefläche für das Schaltauge muss von jeglichem Schmutz und Dreck befreit sein. Setzen Sie nun das Shimano Schaltwerk zur Montage in die Aussparung des Schaltauges ein. Hier dann - erst einmal leicht - verschrauben. Jetzt die Fahrradkette öffnen und sie durch die Führungsröllchen führen.

Einstellung des Shimano Schaltwerks

Jetzt muss das Schaltwerk von Shimano eingestellt werden: Dazu stellen Sie den Schalthebel erst einmal auf den 1. Gang ein und legen die Kette auf das größte Ritzel. Dann kann der Schaltzug in das Schaltwerk eingespannt werden. Es befinden sich zwei kleine Einstellschrauben am Shimano-Schaltwerk mit denen das obere Leitröllchen ganz genau unter das größte Ritzel positioniert wird. Zwischen den beiden Zahnrädern sollte ein Abstand von etwa 1,5 Kettengliedern eingehalten werden. So schnell ist bereits die Montage samt grober Einstellung des Shimano-Schaltwerks durchgeführt.

Überblick der Einstellschrauben

Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick der 3 Einstellschrauben eines modernen Schaltwerks. Die Schrauben und deren Funktion sind bei SRAM und Shimano aber gleich, auch deren Anordnung ist sehr ähnlich.

  • B-Schraube (B-Screw): Diese Schraube ist für den Grad der Umschlingung der Kette auf der Kassette und für den Abstand des oberen Schalträdchens zum jeweiligen Ritzel zuständig.
  • L-Schraube (Low Limit Screw): Diese Schraube stellt die obere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am größten Ritzel der Kassette.
  • H-Schraube (High Limit Screw): Diese Schraube stellt die untere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs ein, am kleinsten Ritzel der Kassette.

1. Endanschlag unten (H-Schraube)

Schaltest Du das Schaltwerk in den leichtesten oder schwersten Gang, besteht bei schlechter Justierung die Gefahr, dass sich die Kette unten zwischen dem kleinsten Ritzel und dem Rahmen oder oben zwischen dem größten Ritzel und den Speichen verklemmt, sollte sie über das jeweilige Ritzel springen. Hierzu lässt sich der Schwenkbereich des Schaltwerks in beide Richtungen mit sogenannten Endanschlägen begrenzen. Dies machst Du mit der H-Schraube (High Limit Screw oder H-Screw). Hierbei steht das „high“ sinnbildlich für den schwersten Gang. Wenn Du auf das kleinste Ritzel schaltest, muss das obere Schaltröllchen in einer Flucht unter dem kleinsten Ritzel der Kassette stehen und darf nicht weiter Richtung Rahmen verfahren.

Am besten geht diese erste Einstellung vonstatten, wenn noch kein Bowdenzug und keine Kette montiert sind. Wichtig: der Schaltgriff muss auf den schwersten Gang geschaltet sein. Willst Du die Begrenzung nur kontrollieren oder nachjustieren, dann geht das aber auch mit Kette und Zug. Drehst Du die Endanschlags-Schraube im Uhrzeigersinn, wird der Anschlag nach links, also Richtung Speichen, verschoben. Durch Drehen der Schraube gegen den Uhrzeigersinn stellst Du den Anschlag weiter nach rechts, Richtung Rahmen.

2. Schaltzug klemmen und Zugspannung einstellen

Von hier aus wird nun die Zugspannung eingestellt. Als Faustregel gilt: Befindet sich das Schaltwerk mit dem Röllchen unter dem kleinsten Ritzel, soll der Schaltzug minimal vorgespannt sein. Am Schaltgriff befindet sich am Ausgang für den Schaltzug-Außenhülle eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Sie sollte komplett im Uhrzeigersinn hereingedreht werden und dann ca. 1-2 Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn wieder heraus. So hast Du in beide Richtungen Spielraum beim Einstellen.

Ist der Schaltzug in dieser Einstellung am Schaltwerk zu stark gespannt, zu sehr entspannt oder befindet sich das Schalträdchen nicht exakt unter dem kleinsten Ritzel, muss die Klemmung des Zuges am Schaltwerk nachgestellt werden.

3. Endanschlag oben (L-Schraube)

Nun stellen wir den "oberen" Endanschlag ein, also am größten Ritzel der Kassette. Hierzu schalte in den leichtesten Gang. Der Endanschlag wird mit der L-Schraube (Low Limit Screw oder L-Screw) justiert.

Ersatzteile für Shimano Schaltwerke

Hier ist eine Übersicht von Ersatzteilen für verschiedene Shimano Schaltwerke und Schalthebel, inklusive Lieferzeiten und Preisen (alle Preise inkl. 19% MwSt. zzgl. Versandkosten):

Produkt Lieferzeit Preis
Ersatzteile Shimano XTR RD-M980 10-fach Schaltwerk Artikel ist bestellt 0,00 €
Ersatzteile Shimano Deore XT RD-M786 10-fach Schaltwerk Artikel ist bestellt 0,00 €
Ersatzteile Shimano Deore XT RD-M780 10-fach Schaltwerk Artikel ist bestellt 0,00 €
Ersatzteile Shimano Deore XT SL-M8000-I Schalthebel | Halterung rechts Nr 9 1 - 5 Werktage 12,95 €
Shimano Deore XT SL-M8000-B-I Schalthebel Ersatzteil | Befestigungsschraube Gehäuse komplett Nr 5 1 - 5 Werktage 4,95 €
Shimano SLX SL-M7000 Schalthebel Ersatzteil | Gehäuse oben 10-fach rechts für Ganganzeige Nr 7 1 - 5 Werktage 10,95 €
Shimano SLX SL-M7000-B-I Schalthebel Ersatzteil | Halterung 10-fach rechts Nr 6 1 - 5 Werktage 14,95 €
Shimano SLX SL-M7100 / SL-M7100-I Spec Schalthebel Ersatzteil | Gehäuse-Abdeckung unten rechts Nr 2 1 - 5 Werktage 4,95 €

Hinweis: Die Verfügbarkeit und Preise können variieren. Bitte überprüfen Sie die aktuellen Informationen beim jeweiligen Händler.

Ein kleiner und sinnvoller Tipp zum Schluss: Wenn Sie sich mit Reparaturarbeiten am Fahrrad noch nicht so gut auskennen, ist es immer sinnvoll, vor jeder Demontage von Teilen am Fahrrad Fotos vom ursprünglichen Aufbau zu machen. Einzelteile können beim ordentlichen beiseitelegen ggf. mit einer Beschriftung später gut erkannt und wieder angebaut werden. So wird das Risiko verkleinert, sich beim Zusammenbauen mit ähnlichen Teilen zu vertun.

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