Shimano Di2: Ladezustand prüfen und Probleme lösen

Eine elektrische Schaltung gehört noch kaum in unseren Alltag, doch Hobby-Radler und Amateure träumen häufig von der Di2 Serie. Das Verkabeln und Problemlösen der Di2 Komponenten ist unser tägliches Brot, gehen doch häufig genug Fragen dazu bei uns ein. Deshalb zeigen wir euch, wie eine Di2 überhaupt montiert und verkabelt wird. Zudem gehen wir auf alltägliche Probleme in der Nutzung ein, beispielsweise wenn die Schaltung plötzlich gar nicht mehr reagiert. Denn eines ist sicher: desto mehr Technik und Komplexität drin steckt, desto wahrscheinlicher ist, dass auch etwas kaputt gehen kann. Doch mit unseren Tipps wird auch eure Di2 Schaltung wieder laufen! So hoffen wir.

Di2 Montage und Einstellung

Im Folgenden haben wir beispielhaft die Shimano Di2 GRX Serie montiert. Dies ist eine Rennrad-Gruppe und wird entsprechend an Schalthebeln für Rennradlenker montiert. Insofern sind die Tipps nicht 1:1 übertragbar auf Mountainbikes, die zB. mit der XT Di2 Gruppe ausgestattet sind. Die meisten Teile sind aber identisch, zB. was die Kabel, Batterie und Verbindungs-Boxen angeht. Wir gehen auf diese aber für alle Gruppen genauer ein.

Bestandteile der Di2 Serien

Eine elektrische Schaltung besteht vor allem aus Kabeln und Verbindungssteckern und Verteilerdosen (sog. Junction-Box). Das „Mainboard“ ist im Akku integriert. Daneben ist eine Junction-A mindestens notwendig, da hier der Anschluss zum Laden und Kommunizieren via USB integriert ist. Natürlich dürfen die Schalthebel, Umwerfer und Schaltwerke nicht fehlen.

Die Kabel zwischen allen Teilen sind universell austauschbar, sogenannte „E-Tubes“. Diese Kabel unterscheiden sich nur in der Länge (von 10cm - 120cm), aber jede E-Tube kann von Akku, zu Umwerfer und allen anderen Di2-Steckern verwendet werden. Alle Teile gibt es immer als eine Variante für die interne und eine externe Montage.

Notwendige Bestandteile:

  • Akku: Als „BT-DN110“ für die Sattelstütze intern oder SM-BTR1 für die externe Montage. Dies ist das Herzstück eurer Di2.
  • Junction-A: Es gibt eine Variante für Rennradlenker (als Lenkerendstopfen) „EW-RS910“ und verschiedene andere Varianten. Die z.B. unter dem Vorbau oder im Rahmen verbaut werden, zB. die SM-EW90-A Verteilerdose.
  • Umwerfer und Schalthebel: Diese sind entsprechend eurer Wahl passend zum Rad, zB. eine XT-Di2 Gruppe fürs Mountainbike oder GRX-Di2 fürs Gravel-Bike.
  • E-Tubes: Die Kabel zwischen allen Teilen des elektrischen Schaltwerks. Diese gibt es als normale 1:1 Ende zu Ende oder als Y-Verteiler.
  • Ladegerät: Die elektrische Gruppe kann leider nicht direkt via USB-Mini geladen werden. Es muss noch ein Spannungswandler von Shimano verwendet werden, der auch eine Fehleranzeige beinhaltet, z.B. das „SM-BCR2“.

Optionale Bestandteile:

  • Junction-B: Zusätzliche Verteilerdose um beispielsweise als „Schaltzentrale“ den Akku, die Schalthebel und Schaltwerk zu verbinden. Mehrere Knotenpunkte sind in den meisten Konfigurationen notwendig. Die „SM-JC40“ als externe Dose (oder „SM-JC41“ für interne Verkabelung) hat vier Steckplätze für E-Tubes. Die meisten anderen Teile haben je zwei Steckplätze.
  • Wireless-Unit: Mit der „EW-WU111“ kann man eine Di2 Gruppe via Bluetooth abrufbar machen. Damit könnt ihr auch eine Verbindung zu eurem Radcomputer aufnehmen, damit dieser während der Fahrt den aktuell ausgewählten Gang anzeigt.
  • Zusatz-Schaltknöpfe: Wem die Schalthebel noch nicht reichen kann zB. für Aero-Bars noch zusätzliche Knöpfe zum Schalten anbringen: „SW-R9150“.
  • Diverse Halterungen und Adapter: Um die Kabel und Teile der Di2 sicher am Rahmen zu befestigen gibt es praktisch für jedes externe Teil auch eine Halterung von Shimano. Intern verlegte Teile haben ebenfalls Plastikhalter, damit nichts im Inneren rüttelt.
  • Montage-Steckerwerkzeug: Um die Kabel korrekt einzustecken und an schwierige Stellen zu kommen gibt es ein spezielles Tool von Shimano - „TL-EW02“

Verbindungsoptionen

Generell gilt an der Di2, dass alle Teile (Akku, Schaltwerk, Hebel, etc.) in keiner bestimmten Reihenfolge verbunden werden müssen. Am Ende müssen nur alle Teile miteinander sprechen können dank einer durchgehenden Verbindung, deshalb gibt es die entsprechenden Junction-B Verteilderdosen mit extra vielen Steckplätzen.

Shimano GRX Di2 Anschließen

In unserem Fall haben wir eine 1×11 Schaltgruppe. Das bedeutet, dass nur ein Schaltwerk am Hinterrad verbunden werden muss. Entsprechend ist die Verkabelung auch etwas unkomplizierter. Man hätte sogar einen Schalthebel ganz ohne Anschluss lassen können, jedoch wäre das verschenktes Potential. Schließlich kann man jedem Schalthebel eine eigene Funktion geben, zB. um gleich mehrere Gänge zu schalten oder sogar das Navi zu bedienen (Seiten blättern) ohne die Hände vom Lenker zu nehmen.

Die E-Tubes vom Schaltwerk werden über interne Kabelführungen verbunden. Ein zusätzliches Kabel, mit Klebeband verbunden, hilft bei der Kabelführung durch den Rahmen. Innerhalb des Rahmens sitzen die Junction-B und Akku. Neben dem Bremskabel geht auch ein Di2 E-Tube zum Lenker. Beide sind in einem Schrumpfschlauch untergebracht, damit das Di2 Kabel praktisch unsichtbar ist. E-Tube Kabel wird am Lenker noch mit einer Wireless-Unit verbunden, bevor das nächste E-Tube Kabel zum Schaltgriff geht. Am Schaltgriff gibt es zwei Steckplätze für E-Tubes. Eines kommt von der Wireless-Unit (und davor Junction-B). Das andere führt zum linken Schalthebel.

Sobald die Di2 Schaltung verkabelt ist müsst ihr diese nur noch einstellen.

Shimano Di2 1x-Schaltung einstellen

Damit die Schaltung perfekt indexiert ist (und darin liegt eine der größten Stärken der elektrischen Schaltung, dass sie praktisch immer perfekt eingestellt ist) müsst ihr folgende einfache Schritte durchführen. In dieser Anleitung gehen wir spezielle auf die 1-fache Schaltung der GRX Gruppe ein. Es wird also nur das hintere Schaltwerk eingestellt.

  1. Schaltet am hinteren Umwerfer auf den 5. Gang (vom größten Ritzel kommend).
  2. Aktiviert den Gang-Einstellungsmodus an der Junction-A. Der Knopf ist auch da angebracht wo das Ladekabel angeschlossen wird. Eine rote LED liegt direkt daneben. Drückt und haltet den Knopf so lange bis diese LED aufleuchtet und nicht mehr erlischt. Jetzt seid ihr im Modus zur Feinjustierung der Gänge.
  3. Benutzt den Schalthebel um das Schaltwerk in Richtung des größten Ritzels zu bewegen (wie auch zum Herunterschalten des Gangs, zB. für einen Berganstieg). Der Umwerfer wird sich in sehr kleinen Schritten weiterbewegen. Insgesamt gibt es 33 Positionen zur Feinjustierung (16 nach unten, die Ausgangsposition und 16 nach oben).
  4. Justiert den Gang solange nach unten bis die Kette leichte Berührung mit dem 4. Ritzel hat. Nun müsst ihr exakt fünf (5) Mal hochschalten (5 Stufen der Feinjustierung). Dies gilt als der optimale Referenzpunkt.
  5. Beim Schalten zur Feinjustierung muss durchgehend die Kette in Bewegung (Fahrtrichtung) sein, so wie beim Fahren! Also bei jeder Bewegung zur Feinjustierung immer die Kurbeln in Fahrtrichtung bewegen um so einen natürlichen Lauf der Kette und Schaltung zu ermöglichen.
  6. Sobald ihr fertig seid mit der Justierung (Schaltung am Referenzpunkt angekommen), dann müsst ihr den Einstellungsmodus wieder verlassen. Dazu drückt einfach kurz den Knopf an der Junction-A. Die rote LED erlischt dann.

Shimano Di2 Fehler, Probleme und Lösungen

Nicht selten kommt es leider bei den elektrischen Schaltungen zu Problemen. Das Internet ist praktisch voll von Fehlerbeschreibungen und verzweifelten Nutzern. Wir haben die häufigsten Probleme zusammengestellt, zu denen wir entsprechende Lösungen finden konnten.

Wenn die Di2 gar nicht mehr reagiert

Das häufigste Problem ist, dass die Schaltung gar keine Reaktion zeigt. Egal ob man hoch oder runter schaltet, die Knöpfe bleiben ohne Funktion. Und die Gänge sitzen fest. Was tun?

  • Prüft ob alle E-Tube Kabel korrekt verbunden sind. Die häufigste Fehlerursache ist, dass ein Kabel sich lose gewackelt hat. Zwar ist die Lösung denkbar einfach. Doch an die meisten intern verlegten Kabel kommt man nicht ohne weiteres. Entsprechend kann es zeit- und nervenaufreibend sein, doch in der Regel liegt hier der Hund begraben.
  • Prüft ob die Kette nicht abgesprungen ist. Klingt doof, aber die Di2 schaltet sich ab wenn bei heftigen Sprüngen mal die Kette abspringt. Das kann bei einer Downhill-Abfahrt passieren, ohne, dass man es direkt bemerkt (da man bergab nicht tritt). Wenn man dann plötzlich hochschalten möchte ist die Di2 ohne Funktion - und man ist entsprechend frustriert. Sobald die Kette wieder sitzt und auf Spannung ist, dann schaltet die Di2 auch wieder. Dies ist ein integrierter Schutzmechanismus der Di2.
  • Benutzt die App um einen Status eurer Di2 zu bekommen. Werden alle Teile gefunden? Oder fehlt ein Schaltwerk oder Griff? Dann kann dies in der Fehlersuche helfen, um lose Steckverbindungen schneller zu identifizieren.
  • Benutzt die Windows E-Tube Software für eine detailliertere Fehler-Analyse. Besser noch als die App ist die direkte Verbindung per USB an einen Windows-PC. Die besagte Software ist hier zu finden: Shimano E-Tube Project
  • Aktualisiert die Firmware. Sobald die App oder Windows-Software mit der Di2 verbunden ist wird der Status der Updates überprüft. Sollte es Upgrades geben, dann führt diese unbedingt durch. Die Verbindung ist via USB und Bluetooth (falls ihr eine Wireless-Unit verwendet) möglich.
  • Falls alles nicht hilft, dann hilft nur noch der Besuch beim Fachhändler eurer Wahl.

Einzelne Bestandteile werden nicht erkannt

Falls eure App oder Software sich zwar mit der Di2 korrekt verbindet, aber einzelne Teile nicht erscheinen, dann kann dies zwei Ursachen haben.

  • Akku „Master unit“ wird nicht erkannt. Die einfachste Ursache ist, dass ein Kabel nicht verbunden ist. Eventuell ist aber auch das Kabel beschädigt. Ihr solltet immer erst versuchen ein Kabel zu wechseln und es damit zu probieren. Dazu könnt ihr ein Kabel, von dem ihr wisst, dass es funktioniert, kurz abstecken und an das fehlende Teil anstecken. So könnt ihr die Fehlerursache schneller eingrenzen. Im schlimmsten Fall ist die Ursache jedoch, dass das nicht identifizierte Teil einfach defekt ist. Und ausgetauscht werden müsste.
  • Fehler-Symbol leuchtet kurz auf. In manchen Fällen leuchtet das rote LED-Symbol auf. Die Funktion ist aber nicht weiter eingeschränkt. Dies ist tatsächlich normal, da es nur ein Prüfcode ist um eine bestimmte Einstellung anzuzeigen. Die LEDs (grün und rot) leuchten nur kurz auf und gehen dann wieder aus. Ihr müsst nichts weiter beachten.

Di2 lädt nicht

Wenn ihr das Ladekabel anschließt und die Di2 Schaltung nicht reagiert, dann kann dies folgende Gründe haben.

  • Der Akku ist bereits 100% geladen. Versucht den Status eurer Di2 Gruppe via App (USB oder Wireless-Unite via Bluetooth) oder Windows-Software „E-Tube“ herauszufinden. Wenn der Akku bereits vollständig geladen ist, dann zeigt dieser keine weiteren Hinweise. Falls die Di2 nicht reagiert, dann liegt dies vermutlich an einem anderen Problem.
  • Falscher Spannungswandler: Nicht alle Akku-Ladegeräte für Di2 sind mit allen Akkus kompatibel. Prüft für euren, welche Varianten unterstütz werden. Beispielsweise „SM-BCR2“: dieser ist mit den Akkus „SM-BTR2“ als auch dem „BT-DN110“ kompatibel. Diese Angaben findet ihr meist bei Fachhändlern, wie zB. auf bike-components.com.
  • Falsche Spannung: Leider liefert Shimano zum Lademodul keinen passenden Netzstecker. Der Spannungswandler „SM-BCR2“ von Shimano hat zwar ein USB-Mini Anschluss, aber man muss auch darauf achten, dass die gewünschte Spannung ankommt. Der erwartete Input ist: 5 V Gleichstrom mit 1.0A (entspricht 5W). Der Netzstecker sollte 5V mit 1.0A haben (5W).

Tiefergehende Di2 Fehleranalyse

Wer immer noch nicht genug hat und selbst nachforschen möchte kann sich auch das Di2 Diagnosegerät „SM-PCE1“ bestellen. Damit könnt ihr jedes einzelne Di2 Teil einzeln per USB an den Rechner anschließen. In den meisten Fällen ist dies für den Hausgebrauch aber etwas übers Ziel hinaus geschossen. Meist wird der Besuch beim Fachhändler und Werkstatt deutlich günstiger sein. Für Bastler und Di2 Spezialisten aber bestimmt eine nette Erweiterung der eigenen Werkstatt.

Di2 E-Tube Project Software

Mit der App (für Android und iOS) als auch als Windows-Software kann man die Di2 sehr gut analysieren lassen. Hier werden alle erkannten Bestandteile übersichtlich dargestellt. Außerdem kann man auch direkt den Status der Firmware aller Komponenten prüfen. Jedes einzelne Teil (Schaltwerk, Akku, Schalthebel, etc.) muss einzeln ein Update installieren, da jede Komponente ihre eigene Firmware-Version hat.

Tipp: Denkt auch daran das Ladegerät mit dem Rechner und der Software zu untersuchen. Auch der Spannungswandler (z.B. „SM-BCR2“) hat eine eigene Firmware und bekommt Updates.

Umfang der App

Mit der E-Tube App werden alle elektronischen Systeme von Shimano konfiguriert und eingestellt, bei denen das generell möglich ist. Dazu zählen die Di2 Schaltgruppen, aber auch die Steps-Motoren der E-Bikes und Leistungsmesser von Shimano. Wir beschränken uns in diesem Artikel auf die Funktionen im Zusammenhang mit den Shimano Road Di2 Gruppen Dura Ace R9250, Ultegra R8150 und 105 R7150. Also: Was kann man mit der App alles konfigurieren?

Wenn du deine Di2 Gruppe mit der App verbunden hast, werden dir zuerst alle erkannten Komponenten angezeigt. Nachdem du dein System bestätigt hast, kommst du in die Hauptübersicht der App. Hier gibt es drei Übersichten:

  • Aktualisieren
  • Einstellungen
  • Wartung

Aktualisierung

Hier kannst du die neuesten Firmware Updates für die einzelnen Komponenten einsehen und natürlich auch übertragen.

Einstellungen

In diesem Menüpunkt kannst du die umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten des Di2 Systems komplett ausschöpfen. Im Untermenü “Schalten” hast du Zugriff auf die Funktionen vom Umwerfer und Schaltwerk. Unter “Taste” kannst du die Belegung der Schalthebel konfigurieren und im Menüpunkt “Drahtloseinstellungen” ist die Umbenennung deines Systems und die Anlegung des Passkeys möglich.

Schalten

Hier unterteilt Shimano die Konfigurierungen auf den Umwerfer und das Schaltwerk. Wir starten mit den Synchronized Shift Optionen am Umwerfer und folgen mit dem Multi-Shift-Modus am Schaltwerk und gehen als letztes noch auf die Drahtloseinstellungen ein.

Im Menüpunkt “Synchronized Shift” wird nochmal zwischen zwei Varianten unterschieden: Semi Synchronized Shift und Synchronized Shift.

Semi Synchronized Shift

Wenn du mit einer mechanischen Schaltung fährst und den Umwerfer schaltest, kompensierst du den großen Gangsprung zwischen den Kettenblättern durch das entgegengesetzte Schalten an der Kassette von zwei oder drei Gängen. Im Menüpunkt “Synchronized Shift” kannst du diesen Vorgang automatisieren und festlegen, wie viele Gänge das Schaltwerk kompensieren soll, wenn du den Umwerfer schaltest. Das nennt Shimano “Semi Synchronized Shift”.

Synchronized Shift

Synchronized Shift automatisiert die Benutzung des Umwerfers komplett. Dadurch musst du nur noch das Schaltwerk hoch oder runter schalten. Der Umwerfer schaltet dann automatisch, wenn du einen höheren Gang benötigst. Du kannst in der App festlegen, ab welchem Ritzel der Umwerfer schalten soll und wie viele Gänge während des Schaltvorgangs vom Schaltwerk kompensiert werden sollen. Das kannst du sowohl für das Hoch-, sowie für das Herunterschalten individuell konfigurieren.

Multi-Shift

Mit der Mulit-Shift Einstellung legst du fest, ob du beim Gedrückthalten von einem der beiden Schaltknöpfe nur einen einzelnen Gang oder mehrere Gänge schaltest. Zusätzlich kannst du in diesem Menü auch die Schaltgeschwindigkeit während des Multi-Shift einstellen. Zur Auswahl stehen fünf Stufen von “sehr langsam” bis “sehr schnell”. Je nach Fahrweise und Vorlieben kannst du hier ausprobieren, welche Einstellung dir am besten gefällt.

Hinweis: Wir hatten bei der Übertragung unserer Einstellungen anfangs Schwierigkeiten. Für eine erfolgreiche Konfigurierung solltest du unbedingt die Bedienfelder in der App nutzen und nicht die “zurück” Taste vom System deines Telefons. Gib dem System nach dem Übertragen deiner Einstellungen und dem Trennen der Bluetooth Verbindung genug Zeit, um die Daten verarbeiten zu können, bevor du es ausprobierst. Warte, bis die LED am Schaltwerk nicht mehr blinkt, bevor du Schaltknöpfe drückst oder losfährst.

Taste

Hier hast du freie Auswahl und kannst konfigurieren, was welcher Knopf an deinen Brems- Schalthebeln machen soll. Wo hoch- und wo runtergeschaltet wird, kannst du frei bestimmten und wenn du Synchronized Shift aktivierst oder nur eine 1-Fach Setup hast, kannst du die Knöpfe auch nach dem Prinzip einer Sram AXS Schaltung belegen, also beispielsweise den Schaltknopf am rechten Schalthebel zum Herunterschalten nutzen und den Schaltknopf am linken Schalthebel zum Hochschalten. Du hast die freie Wahl.

Falls du zusätzlichen Schalter hinzufügen möchtest, also zum Beispiel Sprint-Shifter oder einen Schalthebel für den Oberlenker, kannst du diese ebenfalls in diesem Menü hinzufügen und konfigurieren.

Die Ultegra und Dura Ace Gruppen haben, außer den Schalthebeln, noch jeweils einen versteckten Knopf auf der Oberseite des Schalthebels, dem ebenfalls Funktionen zugewiesen werden können. Das ist besonders praktisch, wenn du einen Fahrradcomputer wie einen Garmin oder Wahoo benutzt, denn du kannst die Knöpfe so konfigurieren, dass sie durch die Datenseiten blättern, eine Runde auslösen oder in und aus der Karte Zoomen. Was du letztendlich genau konfigurieren kannst, hängt allerdings von deinem Fahrradcomputer ab.

Wartung

Hier nimmst du die eigentliche Justierung von Umwerfer und Schaltwerk vor. Wir gehen in diesem Artikel nicht speziell darauf ein, wie du generell eine Schaltung einstellst, sondern erklären nur den Vorgang am Di2 System.

Schaltwerk

Die Einstellung des Schaltwerks unterscheidet sich eigentlich kaum von einem mechanischen Schaltwerk. Mit einem 3 Millimeter Inbus passt du den Umschlingungswinkel und die Anschläge an. Der einzige Unterschied ist, dass es keine Seilspannung gibt, mit der man die Indexierung einstellt, denn das passiert über die App. In feinen Stufen kannst du Mikro-Anpassungen vornehmen. Dazu öffnest du den Menüpunkt “Vorne” im Register “Umwerfereinstellung”.

Umwerfer

Im Gegensatz zum Schaltwerk funktioniert die Einstellung des Umwerfers komplett per App. Es gibt keine Anschlagschrauben mehr, sondern die Positionen werden vom Servo-Motor gespeichert.

Elektronische Schaltungen machen das Schalten zum fast mühelosen Unterfangen. Sie sind schneller, präziser und vor allem unglaublich zuverlässig - und das alles unabhängig vom Wetter. Doch auch eine elektronische Schaltung benötigt von Zeit zu Zeit ein Feintuning. Auch wenn die Schaltung elektronisch ist, gibt es etliche mechanische Faktoren, welche die Schaltperformance beeinflussen. So kann eine verschlissene und zu lange Kette über die Ritzel rutschen und so den Spaß beim Ride ruinieren.

Das Vorgehen zur Einstellung der Schaltung funktioniert für alle Hersteller ähnlich. Schritt 1 ist das Einstellen des Schaltwerks. Als Nächstes müsst ihr in den Einstell-Modus wechseln. Haltet dafür den Knopf an der Junction-Box für 5 Sekunden gedrückt. Durch Betätigen des geriffelten Schalters am Schalthebel, der sonst in einen leichteren Gang wechselt, bewegt sich das Schaltwerk in Mikro-Schritten in Richtung Laufrad. Danach betätigt ihr vier Mal den glatten Schalter am Schalthebel, der sonst in einen schwereren Gang wechselt. Das bewegt die Kette wieder weg vom Laufrad. Im Anschluss solltet ihr noch die Endanschläge des Schaltwerks überprüfen. Schaltet hierfür auf das kleinste Ritzel. Die Einstellschraube, die mit einem H gekennzeichnet ist, sollte so weit im Uhrzeigersinn angezogen werden, bis sie den Anschlag berührt. Als Letztes muss nur noch der Endanschlag am größten Ritzel überprüft werden. Schaltet dafür die Kette auf das größte Ritzel und zieht die L-Einstellschraube so weit im Uhrzeigersinn an, bis sie den Anschlag berührt. Falls die Schaltung nur auf einem Teil der Kassette gut funktioniert, solltet ihr das Schaltauge überprüfen. Es könnte evtl. Sitzt die obere Schaltrolle auf dem größten Ritzel zu nah an der Kassette, muss die Vorspannung des Schaltwerks über die B-Schraube erhöht werden.

Die Einstellung der Anschläge erfolgt wie beim Schaltwerk über die H- und L-Schraube. Dabei steht H für High, damit stellt man den oberen Anschlag am großen Kettenblatt ein. Im ersten Schritt wird der untere Anschlag des Umwerfers eingestellt. Schaltet hierfür die Kette auf das kleine Kettenblatt und das größte Ritzel. Der Umwerfer steht korrekt, wenn das innere Leitblech etwa 1 mm von der Kette entfernt ist. Ist das Leitblech zu nah an der Kette, kommt es zum Kontakt und zur Geräuschentwicklung. Im zweiten Schritt wird der obere Anschlag des Umwerfers eingestellt. Schaltet dafür die Kette auf das große Kettenblatt und das kleinste Ritzel. Der Umwerfer steht korrekt, wenn das äußere Leitblech etwa 1 mm von der Kette entfernt ist. Wenn es zu nah an der Kette ist, kommt es zum Kontakt und zur Geräuschentwicklung.

Im nächsten Schritt sollte die Schaltperformance vom kleinen auf das große und vom großen auf das kleine Schaltblatt überprüft werden, außerdem solltet ihr alle Gang-Kombinationen checken. Wenn sie einwandfrei funktionieren und der Käfig des Umwerfers nicht an der Kette schleift, muss keine weitere Einstellung erfolgen. Als Cross-Check solltet ihr kurz auf das große Kettenblatt und das größte Ritzel schalten. Als Nächstes solltet ihr in den Einstell-Modus wechseln. Haltet dazu den Knopf an der Junction-Box für 5 Sekunden gedrückt. Indem ihr den geriffelten Schalter am Schalthebel betätigt, der sonst in einen schwereren Gang wechselt, bewegt sich der Umwerfer in Mikro-Schritten Richtung großes Kettenblatt. Durch Betätigen des glatten Schalters am Schalthebel, der sonst in einen leichteren Gang wechselt, bewegt sich der Umwerfer in Mikro-Schritten Richtung kleines Kettenblatt. Falls die Schaltung trotz korrekter Einstellung Geräusche macht, ist evtl. der Schaltkäfig schräg montiert oder sogar verbogen. Funktioniert der Umwerfer überhaupt nicht, sollte der Batteriestand überprüft werden, da der Umwerfer bei niedrigem Batteriestand zuerst deaktiviert wird.

Di2 Akku-Ladezustand prüfen

Wie lange hält nun der Akku einer Di2? Die unten stehende Grafik verdeutlicht die einzelnen Stufen des (Ent-)Ladungszustandes. Bisher habe ich immer bei grün blinkender LED geladen. Denn rot leuchtend bedeutet noch 25% Restkapazität des Akkus. Allerdings kann man nur abschätzen, wie weit man von der nächst niedrigeren Stufe entfernt ist.

Achtung: Reicht der Saft auch nicht mehr zum Schalten hinten, verharrt die Kette in dem zuletzt eingelegten Gang.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen LED-Anzeigen und ihre Bedeutung für den Ladezustand des Di2-Akkus zusammenfasst:

LED-Anzeige Bedeutung
Grün blinkend Akku ist noch ausreichend geladen
Rot leuchtend Noch 25% Restkapazität des Akkus

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0