SHIMANO DURA ACE CS 7700 Kassette 9-fach: Informationen und Kompatibilität

Die Shimano Dura-Ace Fahrradkomponenten weisen einige Kompatibilitätsprobleme mit anderen Teilen auf. Es gibt eine Menge an Verwirrung und Falschinformationen darüber.

Der Name Dura-Ace geht zurück bis mindestens 1973. 1984 führte Shimano Dura-Ace S.I.S. (Shimano Indexing System), das erste erfolgreiche Index-Schaltsystem ein.

Wie bei jedem neuen Produkt, kamen mit der regulären Verwendung kleine Probleme ans Licht und sie wurden in späteren Versionen bereinigt. Eines der Risiken beim Kauf eines brandneuen Systems ist, dass man, in gewissen Grenzen, ein Versuchskaninchen ist.

Nachdem die Original Dura-Ace-Gruppe als das bestmögliche mit der Technik von 1984 galt, hatte Shimano ein kleines Problem mit der Erklärung der Änderungen in der Kompatibilität. Sie wollten ältere Dura-Ace-Versionen nicht als veraltet abschreiben und die Kunden mit verwaister Ausrüstung alleinelassen, aber sie wollten auch ihre Produkte weiter verbessern.

Die Einführung von 9-fach und die Schaltzugführung

1997 war ein großes Jahr für Dura-Ace. Das System wechselte zu 9-fach und das war die am meisten publizierte Änderung. Der Hauptunterschied zwischen Dura-Ace vor 1997 und dem Rest der Shimano-Gruppen ist die Schaltzugführung des Schaltwerks.

Die alte Dura-Ace-Gruppe verwendete ein kürzeres Stück Schaltzug pro Gangwechsel. Dies hat mit der Geometrie der Zugaufhängung zu tun. Mit der Einführung der 6-fach 600EX S.I.S. Gruppe, wurde die Zugaufhängug am Schaltwerk geändert, so dass der Schaltzug bei Gangwechseln weiter bewegt wurde.

Dies verringerte die Seilzugspannung, die Effekte von ungenauer Einstellung und Reibung in den Schaltzügen und sorgte allgemein für ein gutmütigeres System.

Alle Shimano-Schaltwerke sind für die gleiche Indexierung ausgelegt und sind gleichermassen kompatibel mit unterschiedlichen Schalthebeln, die zu den entsprechenden Kassetten passen. * Dies umfasst Rahmenschalthebel, Lenkerendschalter und STI-Schalthebel.

Diese alternative Zugführung erlaubt es auch, einen 10-fach-Schalthebel mit einer 9-fach-Kassette zu verwenden.

Uniglide und Hyperglide Kassetten

1989 verwendeten Shimano-Kassetten ein System mit „gedrehten Zähnen“, das als „Uniglide“ bezeichnet wurde. Sie wiesen 9 identische Nuten auf, die in die entsprechenden Aussparungen des Freilaufkörpers gesteckt wurden. Zwischen den Ritzeln wurden passende Abstandshalter eingefügt.

Das kleinste Ritzel einer Uniglide-Kassette war nicht mit Nuten versehen, sondern mit einem Gewinde. Der einzige, funktionale Unterschied zwischen Dura-Ace und anderen Shimano-Kassetten ist, dass die geschraubten Uniglide-Abschlussritzel in der Dura-Ace-Version ein anderes Gewinde verwendeten. Dies ermöglichte die Verwendung von 11-Zähne-Ritzeln mit Uniglide-Dura-Ace. Alle 6- und 7-fach Dura-Ace Kassetten waren Uniglide.

1990 führte Shimano mit „Hyperglide“ ein neues Design für die Ritzel ein, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat.

Nachdem die Ausrichtung der Ritzel untereinander exakt stimmen muss, damit Hyperglide funktioniert, können geschraubte Ritzel nicht verwendet werden. Alle Ritzel einer Hyperglide-Kassette sind mit Nuten versehen und ein spezieller Verschlussring, der in ein innenliegendes Gewinde des Freilaufkörpers geschraubt wird, hält das Ritzelpaket zusammen.

Uniglide-Kassetten sind nicht mehr erhältlich. Am billigsten: Unglide-Ritzel sind grundsätzlich symmetrisch, so dass man bei einer verschlissenen Kassette die einzelnen Ritzel umdrehen kann. Moderat: Hyperglide-Ritzel enthalten eine breitere Nut, wie man oben sehen kann.

Freilaufkörper und Kompatibilitätsprobleme

Der Freilaufkörper ist der Teil, auf dem die Ritzelkassetten montiert werden. Er enthält den Ratschenmechanismus, der den Freilauf ermöglicht. Dura-Ace-Freilaufkörper von 1996 oder früher (6-, 7- und 8-fach) benötigen eine Nabe mit passendem Gewinde. Das ist ein reichlich teures Teil, aber wenn das Fahrrad in einem guten Zustand ist, kann es das wert sein. Man benötigt dafür ein spezielles Werkzeug, das TL-FH10 [Anm.

Dura-Ace-Naben von 1997 und später (9-fach) haben eine Aufnahme mit Nuten und Aussparungen zwischen dem Freilaufkörper und dem Nabengehäuse. Sie verwenden einen 10 mm-Sechskant-Bolzen, um den Freilaufkörper auf der Nabe zu fixieren.

Im Jahr 2004 wurde die Kurbel und das Tretlager geändert. Bei diesem System ist die Tretlagerwelle dauerhaft mit der rechten Kurbel verbunden und verwendet „aussenliegende“ Lager, die ausserhalb vom Tretlagergehäuse montiert werden.

Diese Anordnung der Lager erlaubt die Verwendung grösserer Durchmesser und dadurch auch einer hohlen Welle mit grösserem Durchmesser. Dieses System ist seitdem zu verschiedenen, niedrigeren Gruppen von Shimano „durchgesickert“.

Um dieses Problem zu vermeiden, hat Shimano die Form der Aussparungen das erste Mal seit der Einführung von Hyperglide in den späten 1980ern verändert. Die 10-fach-Freilaufkörper von Dura-Ace-Naben haben tiefere Aussparungen als andere Modelle von Shimano. Als Ergebnis davon ist es nicht möglich, andere als die 10-fach-Kassetten auf Dura-Ace 7800 Naben zu montieren. Es ist allerdings nicht nötig, Dura-Ace-Kassetten zu verwenden. Die Probleme mit der Austauschbarkeit betreffen nur diese spezielle Nabe. Die 10-fach-Kassetten passen problemlos auf jeden 8- oder 9-fach-Freiaufkörper von Shimano.

Für das 2008er-Modelljahr hat Shimano die 7850-Kassettennaben eingeführt. Diese weisen Titan-Freilaufkörper auf und sind wieder zum ursprünglichen Rippenmuster zurückgekehrt, das auch bei anderen Shimano-Kassettennaben verwendet wird, so dass sie mit jeder Hyperglide-Kassette, 7-, 8-, 9-, 10-fach verwendet werden können.

Kettenblätter und Schaltvorgänge

Wahrheit: Nein, das Schaltwerk selbst kümmert es nicht, wieviele Gänge vorhanden sind. Neuere „Superglide“-Kettenblätter von Shimano weisen ähnliche Merkmale auf, wie das Hyperglide-System hinten, um die Schaltvorgänge vorne zu verbessern.

Die äusseren Blätter verwenden speziell geformte Zähne an einigen Stellen, die als „Tore“ bezeichnet werden und es der Kette erleichtern, nach oben zu klettern. Wenn dieses System so arbeitet, wie vorgesehen, führt die Kette einen sehr weichen Wechsel vom kleinen zum grossen Kettenblatt ohne Durchrutscher aus.

Dies erfordert die Verwendung von Kettenblättern in zueinander passenden Kombinationen. Nur Shimano ist derart penibel bei der Zusammenstellung der Kettenblätter und das ist in keinem Fall zwingend notwendig.

Falls ein Fahrrad beispielsweise eine „A“-Kombination mit 53/42 enthält und man entschliesst sich auf ein 39-Zähne-Kettenblatt umzubauen, bedeutet das nicht, dass man das 53er-Blatt ebenfalls austauschen muss.

Als der Wechsel von 8- zu 9-fach erfolgte, beginnend mit der 1997er Dura-Ace, gab es auch eine kleine Änderung im Aufbau der Kettenblätter. Dieser Effekt tritt auf, wenn eine schmale Kette mit einem Kurbelsatz verwendet wird, der für breitere Ketten gedacht ist.

Beim Herunterschalten laufen die Aussenlasche der Kette auf den Spitzen der Zähne des kleinen Kettenblatts, bevor die Kette richtig auf das Kettenblatt fällt. Dies bewirkt einen kurzfristigen „Leerlauf“ nach vorne. Der Unterschied zwischen „9-fach“-Kurbeln und älteren Modellen ist nur das kleine Kettenblatt.

Shimano wird einem erklären, dass man das kleine Kettenblatt austauschen muss, wenn man ein älteres Fahrrad auf 9-fach umrüstet. Mein Rat ist, sich darüber keine Gedanken zu machen und nicht routinemässig das kleine Kettenblatt auszuwechseln, wenn man auf 9-fach umrüstet. Diese Art des „Durchrutschens“ ist sehr selten und passiert in den meisten Fällen, wenn man vorne und hinten im höchsten Gang fährt und sich dann entscheidet, vorne herunterzuschalten, bevor man hinten den Gang wechselt.

Dura-Ace Dreifachkurbeln

Für das 2002er-Modelljahr hat Shimano in der Dura-Ace-Gruppe Dreifach-Kurbeln mit den entsprechenden STI-Schalthebeln, Umwerfern und Schaltwerken eingeführt. Während andere „Rennrad“-Dreifachkurbeln mit der Abstufung 52-42-30 angeboten wurden, verwendet Dura-Ace 52-39-30.

Anstatt einen Kurbelsatz mit zwei Sätzen an Montagelöchern zu verwenden, wie bei anderen modernen Dreifachkurbeln, wurde das 30er-Kettenblatt am 39er-Kettenblatt befestigt und nicht an der Kurbel selber - in der Art eines Willow Triplizer oder eines TA Konverterblatts.

Im Gegensatz zu den Kettenblattern von Willow und TA wurde das Dura-Ace speziell dafür entwickelt, NICHT auf Standard-130er-Zweifachkurbeln zu passen, weil die „Böden“, die das mittlere Kettenblatt stützen und zentrieren, im Weg sind. Anstatt den üblichen 74 mm Lochkreis für das 30er-Kettenblatt zu verwenden, wie sie es bei allen anderen „Rennrad“-Dreifachblättern tun, hat Shimano es für angebracht gehalten einen brandneuen Lochkreismuster von 92 mm nur für diese Anwendung zu entwickeln.

Zusammenfassung

Die Shimano Dura Ace CS 7700 9-fach Kassette und die zugehörigen Komponenten bieten eine Vielzahl von Funktionen und Technologien, die auf eine optimale Leistung ausgelegt sind. Bei der Auswahl und Installation ist jedoch auf die Kompatibilität zu achten, insbesondere im Hinblick auf Freilaufkörper, Kettenblätter und Schaltzugführungen.

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