Shimano Dura Ace CS Test: Die Evolution der Rennrad-Speerspitze

Im vergangenen Jahr, kurz vor dem Start der Tour de France, präsentierte Shimano seine neue Evolutionsstufe der Rennradspeerspitze: die Dura Ace. Die Öffentlichkeit wurde bereits vor einiger Zeit über Shimanos neue Dura Ace Gruppen informiert, und die mechanische Dura Ace R9100 ist bereits an einigen Kompletträdern verbaut.

In den vergangenen vier oder fünf Jahren gab es im High Performance Sektor der Straßenräder so viele neue Entwicklungen und Technologien wie vielleicht nie zuvor. Mit der neuen Dura Ace Generation bringt Shimano nun (fast) alle dieser Technologien, Features und Entwicklungen in der eigenen Topgruppe.

Di2 Technologie und Mechanische Variante

Wenig überraschend hält man natürlich an der inzwischen fest etablierten elektronischen Di2 Technologie fest. Nach wie vor im Programm bleibt auch eine mechanische Variante der Straßen-Speerspitze des japanischen Fahrradriesen.

Felgenbremsen vs. Scheibenbremsen

Felgenbrems-Fans können jedoch durchatmen - selbstverständlich wird es auch nach wie vor Felgenbremsen auf Dura Ace Niveau geben. Dass man auch nach wie vor an diese bewährte Bremstechnik glaubt und nicht alles auf die Karte Disc setzen möchte, zeigen einige technische Neuerungen bei den Dura Ace Dual Pivot Bremsen. Die Arme wurden verlängert und in ihrer Form angepasst, um zukünftig auch für die immer beliebter werdenden 28mm breiten Reifen genügend Platz zu bieten. Damit darunter jedoch die Bremskraft und der Druckpunkt nicht leiden, setzt man nun auf einen Brakebooster, der standardmäßig mit allen Bremsen ausgeliefert wird, integraler Bestandteil und nicht abnehmbar ist.

Die Erste Scheibenbremse auf Dura Ace Niveau

Da ist sie also - die erste Scheibenbremse auf Dura Ace Niveau und die erste Disc Brake aus dem Hause Shimano, bei der jedes einzelne Teil konsequent und zu 100% auf den Straßeneinsatz entwickelt wurde. Für eine optimale Wärmeverteilung sorgen die schwarzen Kühlelemente aus Aluminium, die die komplette Innenseite der Scheibe bis zur Centerlock-Aufnahme abdecken. Das ist deshalb so entscheidend, da eben jene Centerlock Aufnahme ein entscheidender Faktor bei der Wärmeabfuhr ist. Aus diesem Grund wird es die Dura Ace Scheiben auch nicht für 6-loch Aufnahme geben. Der schmalere Aufnahmebereich würde sich zu stark negativ auf das thermische Verhalten auswirken. Die IceTec Freeza Technologie soll mit ihrem Kern aus Aluminium zudem die Wärme auch während längeren Bremsmanövern zuverlässig von der Bremsfläche ableiten.

Der Bremssattel ist eine komplette Neuentwicklung und wurde für genau die Anforderungen auf der Straße konzipiert und konstruiert. Besonderen Fokus legte man neben der Bremskraft vor alle auf die -modulation. So soll die Dura Ace deutlich besser und feinfühliger dosierbar sein als beispielsweise ihr Ultegra-Pendant, die technisch auf der XT Bremse vom Mountainbike basiert. Ebenso war man um eine unauffällige und unauffällige Optik bemüht, was unserer Meinung nach sehr gut gelungen ist. Die Montage erfolgt durch den Shimano-Eigenen Flatmount Standard, der es im Falle der Vorderbremse auch ermöglicht, ohne Adapter zwischen 140mm und 160mm Scheibe zu wechseln, indem der Sattel durch die vorhandenen alternativen Bohrungen nach oben oder unten verschoben wird.

Neuerungen am Bremshebel

Auch am anderen Ende der Bremsleitung gibt es einige Neuerungen zu vermelden. Die große Herausforderung für die Konstrukteure der STI Griffe war es, die bewährte Ergonomie beizubehalten und gleichzeitig Platzfresser wie den Ausgleichsbehälter für das Mineralöl der Scheibenbremse unterzubekommen. Und tatsächlich: Die finalen Versionen der vier STI Varianten (mechanisch/mechanisch, mechanisch/hydraulisch, elektronisch/mechanisch und elektronisch/hydraulisch) sind auf den ersten Blick kaum voneinander zu unterscheiden.

Schaltwerk und Kassette

Beim Schaltwerk der neuen Dura Ace fällt auf den ersten Blick natürlich das neue Design auf - nach wie vor edel, in Formsprache und allgemeiner Optik jedoch einen Ticken technischer und futuristischer als noch zuvor. Gleich danach dürfte Dura Ace Kennern das zusätzliche Gelenk für die Rahmenmontage auffallen, das den Hauptdrehpunkt etwas hinter das Schaltauge verlagert.

Neu ist außerdem die Kassette mit 11-30 Bandbreite. Die neue Kassette kommt in der Abstufung 11-12-13-14-15-17-19-21-24-27-30 und bringt 211g auf die Waage.

Di2 Technologie: Synchro Shift Modus und E-Tube App

Konsequente Weiterentwicklung ist auch bei Shimanos Di2 Technologie angesagt. Der Synchro Shift Modus dürfte insbesondere für Triathleten und Zeitfahrspezialisten interessant sein: So ist es beispielsweise möglich, dass man mit zwei Zusatzbuttons am Aufbau alle verfügbaren Gänge durchzuschalten, ohne für den Wechsel des Kettenblatts die Aeroposition verlassen zu müssen.

Beide Modi lassen sich mit der neuen E-Tube App für Smartphones und Tablets auf die eigenen Vorlieben anpassen. Nach dem Verbinden mit dem Antrieb muss einmalig die Verwendete Übersetzung (Kettenblätter und Kassette) angegeben werden. In dieser Tabelle lassen sich dann beispielsweise der Moment für den Kettenblattwechsel im Synchro Modus oder das Gegenschalten im Semi Synchro Mode definieren. Insgesamt fünf vordefinierte Schaltprofile lassen sich in der E-Tube App für jede Schaltung hinterlegen. Zwei davon lassen sich hinterlegen und können neben dem komplett manuellen Modus direkt am Rad aktiviert und gewechselt werden. Zudem lassen sich in der E-Tube App sämtliche Knöpfe und Zusatztaster frei belegen - dazu zählen auch die Buttons unter den Hoods.

Möglich wird all das durch das Zusammenspiel aus neuem Akku und neuer Verteilerbox. Bei letzterer hat man auf die Wünsche der Kunden gehört und das optisch wenig ansprechende Kästchen auf der Unterseite des Vorbaus ist ab 2017 Geschichte: Die neue Verteilerbox ersetzt eines der beiden Barends und fügt sich optisch fast unsichtbar in das Gesamtsystem ein. Neben einem Ladeport sitzen hier zwei LEDs und ein kleiner Taster.

Wer seine bestehende Di2 Schaltung mit E-Tube Kompatibel machen möchte, der benötigt dafür nur den neuen Akku und die neue D-Fly Einheit, in der auch die dafür notwendige Bluetooth-Antenne sitzt.

Powermeter

Für einiges Aufsehen sorgte Shimanos Ankündigung im Sommer, dass es in der 9100er Dura Ace Gruppe auch erstmals einen Powermeter geben wird. Rein optisch ist die Leistungsmess-Variante der neuen Dura Ace Kurbel kaum von der Standardversion zu unterscheiden. Lediglich ein kleines Kästchen am Spider weist auf die inneren Werte hin. Neben zwei LEDs befindet sich dort ein Button über den sich der Powermeter kalibrieren lässt und eine Ladebuchse. Letztere besitzt einen magnetischen Anschluss der 100%ig wasserdicht ist - wovon wir uns während unserer Testfahrt auch ausgiebigst überzeugen konnten. Die übrige Technik versteckt sich komplett im Inneren: Der Akku sitzt in der Kurbelachse und im Inneren der Kurbelarme befinden sich die Dehnmessstreifen, über die dann die Leistung errechnet wird. Über ANT+ sendet der Leistungsmesser schließlich die entsprechenden Daten, die an einem entsprechenden Endgerät ausgelesen werden können.

Laufräder

Auch bei den Laufrädern wird sich mit der neuen Shimano Dura Ace Generation einiges tun: Bei der Felgenhöhe schwimmt man etwas gegen den Strom und setzt zukünftig auf 40mm und 60mm statt dem zuvor eingeschlagenen Mittelweg mit 50mm. Die neuen Laufräder werden sowohl für Felgen- als auch für Scheibenbremsen erhältlich sein und kommen ebenso sowohl für Schlauchreifen wie auch für Clincher - letztere sind allesamt auch für Tubeless kompatibel.

Während die Tubular- und Scheibenbremsvarianten auf Vollcarbonfelgen setzen, hält man bei der Clincherfelge für Felgenbremsen an dem bereits zuvor verwendeten Kern aus Aluminium fest - man möchte das Bremsverhalten nicht für einige Gramm Gewichtsersparnis opfern und geht hier lieber den sicheren Weg. Bei den Felgen handelt es sich um Neuentwicklungen und man verbrachte viele Stunden mit Simulationen und im Windkanal um hier ein möglichst günstiges Fahrverhalten bei gleichzeitig guter Aerodynamik zu erreichen.

Erste Fahreindrücke

Kommen wir nach so viel Theorie nun aber endlich zu den ersten Fahreindrücken mit der neuen Shiman Dura Ace Di2. Ich hatte während unseres Pressecamps Gelegenheit, sowohl die Variante mit klassischen Felgenbremsen als auch die neue Scheibenbremse zu testen. Die Bedingungen während unseres Aufenthalts an der spanischen Ostküste waren wie eingangs erwähnt eher ungemütlich. Um die Performance der Schaltgruppe, der Bremsen und auch der Laufräder zu testen war es jedoch eine perfekte Spielwiese.

Bei der nackten Performance gibt es Dura Ace-typisch rein gar nichts auszusetzen: Die Schaltvorgänge sind schnell und präzise, Kettenblattwechsel erfolgen auch in hektischen Situationen schnell genug und das meist sogar beinahe geräuschlos. Die STIs taten sich positiv hervor: Einen richtig guten Job haben die Entwickler vor allem an der Hydraulikvariante der R9170er Serie gemacht: Diese ist wirklich kaum von dem Modell für mechanische Bremsen zu unterscheiden und bei der Ergonomie konnten wir keinerlei Unterschiede feststellen.

Natürlich verbrachte ich auch einige Kilometer in den neuen automatisierten Schaltmodi. Den für viele Fahrer sicherlich interessanten Semi Synchro Shift Modus probierte ich zuerst: Eigentlich bleibt hier alles beim Alten, doch das manuelle Gegenschalten auf der Kassette beim Wechsel des Kettenblatts fällt weg. Das benötigt ein wenig Umgewöhnungszeit, da das manuelle Gegenschalten für viele wahrscheinlich schon dazugehört. Auch dem Synchro Shift Modus gab ich eine Chance: Über die knapp zweistündige Ausfahrt über einige größere und kleinere Hügel der Region musste ich nicht ein einziges Mal den linken Shifter betätigen, da dies die Di2 Schaltung automatisch übernahm.

Am ersten Tag saß ich auf dem felgengebremsten Emonda und die neuen Dura Ace Bremsen machten zusammen mit den C60 Laufrädern eine gewohnt gute Figur. Am nächsten Tag wechselte ich auf ein Specialized S-Works Venge mit den neuen Scheibenbremsen und war angesichts der - um es vorsichtig auszudrücken - feuchten Bedingungen wirklich froh darüber.

Shimano Dura-Ace Schaltgruppe: Kompromisslose Performance

Mit dem Slogan „For those who never compromise“ stellt Shimano seine neue Dura-Ace Schaltgruppe vor und will damit auf die kompromisslose Performance seiner neuesten High-End Rennradschaltung hinweisen. Die größte Neuerung dürfte dabei direkt ins Auge stechen, denn mit einer 12-fach Kassette stockt man nun die Bandbreite noch einmal deutlich auf und bietet im Zuge dessen auch weitere interessante Verbesserungen und Features. Als weiteres Highlight kommt im Windschatten der brandneuen Shimano Dura-Ace auch eine neue, preiswertere Ultegra Schaltgruppe mit ebenfalls 2×12 Gängen auf den Markt.

Die Shimano Dura-Ace ist seit Jahren einer der Spitzenreiter, wenn es um Sachen Schaltgruppe geht und auch die Erfolge der Profis, welche mit einer Shimano Dura-Ace unterwegs waren, suchen ihresgleichen. Um auch weiterhin oben auf zu sein, führt Shimano mit seinen neuesten Rennrad-Schaltgruppen auch einige neue Technologien ein, die laut Hersteller eine neue Ära einläuten sollen. Auf den ersten Blick sieht man nur minimale Unterschiede zum Vorgänger, aber schon bei genauerem Hinsehen wird einem klar, hier hat sich was getan.

Ergonomie und Schalthebel

Erste Station sind die Brems-Schaltgriffe, bei welchen man direkt bemerkt, dass sich die gesamte Form verändert hat. Gerade durch Anpassungen im Millimeterbereich konnte die Ergonomie der Griffe deutlich verbessert werden und uns im Test von der ersten Sekunde an bis über viele Stunden hinweg einfach nur überzeugen. Im Detail verwendet Shimano für die bessere Ergonomie einen erhöhten Griff-Kopf mit einer leichten Kurve nach Innen und bietet zudem eine vergrößerte Fläche zwischen dem Schalthebel und dem Lenker. Was sich auf den ersten Blick banal anhört ist unserer Meinung nach ein echter Gamechanger, denn hier durch erhält man nicht nur einen angenehmeren und auch sichereren Zeigefinger- und Daumengriff an den Griffköpfen sondern bringt auch die drei Finger hinter dem Bremshebel komplett zwischen Schalthebel und Lenker, um zusätzliche Kontrolle bei höherem Komfort zu gewährleisten. Eine weitere Änderung ist der vergrößerte Versatz zwischen den Di2-Tasten am Hebel, der eine bessere Unterscheidung zwischen der Hoch- und Runterschalttaste ermöglicht, insbesondere auch mit Handschuhen oder nassen Fingern.

Wireless-Schaltgruppen

Aus technischer Sicht kommt hier natürlich auch eine wesentliche Veränderung der gesamten Dura-Ace und Ultegra Plattform ins Spiel, denn da es sich bei der neuen Shimano Dura-Ace (und auch Ultegra) um Wireless-Schaltgruppen handelt, gibt es keine Kabel mehr die für die Ansteuerung von Umwerfer und Schaltwerk durch den Rahmen geführt werden müssen. Die Schalthebel arbeiten also mit einer drahtlosen Verbindung.

Schaltwerk als Zentrale Steuereinheit

Die neuen kabellosen Schaltgriffe benötigen natürlich auch das entsprechende Pendant, um das gesendete Signal empfangen und verarbeiten zu können. Hier spielen vor allem die neuen Shimano Dura-Ace und Ultegra Schaltwerke einen entscheidende Rolle, denn durch die neue Plattform agieren diese nicht mehr nur als Gangwechsler, sondern nehmen eine zentrale Rolle in der Steuerung des gesamten Systems ein. Zum einen ist das Schaltwerk der Punkt an dem die neue Dura-Ace und Ultegra geladen werden, zum anderen ist es auch der Empfänger für das Signal, welches über die Schalthebel kommt. Mittels eigenem Protokoll garantiert Shimano eine zuverlässige Funktion und minimiert die Anfälligkeit der kabellosen Verbindung erheblich.

Schnellere Schaltvorgänge

Das bereits zuvor erwähnte eigene Chip-Protokoll sorgt aber nicht nur für hohe Zuverlässigkeit, sondern neben einem geringeren Stromverbrauch auch für deutlich schnellere Schaltvorgänge. Diese werden durch das Zusammenspiel mit einer verbesserten Motorkonstruktion ermöglicht. Auch wenn das Resultat nur Sekundenbruchteile sind, die gespart werden, so kann man im Vergleich zum Shimano Dura-Ace oder Ultegra Vorgänger wirklich spürbar schneller schalten. In Prozent handelt es sich laut Hersteller um eine 58%ige Verkürzung der Schaltwerksbetriebszeit und einer 45%ige Verkürzung der Umwerferbetriebszeit.

12-fach Kassette und Bandbreite

Um noch einmal kurz auf das Schaltwerk zurückzukommen: Durch die Erweiterung auf eine 12-fach Kassette und die damit einhergehenden Abstufungsoptionen, bringt Shimano seine neuen Schaltgruppen mit einem einzigen Schaltwerkkäfig, welcher für die gesamte Bandbreite genutzt werden kann. Beim Stichwort Bandbreite sieht man bei den neuen Gruppen auch einige Veränderungen, denn während man nun quasi alle Kassetten-Variationen zwischen 11-34 (11-28T, 11-30T und 11-34T) nutzen kann gibt es an der Kurbel die Optionen 50-34T, 52-36T oder die neuen 54-40T Kettenblätter. Hiermit erhalten Rennfahrer und ambitionierte Radsportler ein deutlich umfangreicheres Setup für jegliches Terrain.

12-Gang Hyperglide Kette

Um die neuen Abstufungen und 12-fach Kassetten optimal nutzen zu können, gibt es selbstverständlich auch eine neue 12-Gang Hyperglide Kette für wenig Reibung und lange Haltbarkeit. Die große Besonderheit an der 12-fach Kassette: Diese kann auch auf 11-fach Freilaufkörpern gefahren werden. So sind auch geliebte Laufräder mit der neuen Shimano Dura-Ace und Ultegra 12-fach kompatibel.

Kurbelgarnituren

Das Antriebssystem ist natürlich ohne die Kurbelgarnituren nicht vollständig. Es stehen zwei Versionen zur Verfügung, die integrierte Powermeter-Version oder die Non-Powermeter-Version. Beide Kurbeln sind natürlich in verschiedenen Größen mit Kurbelarmlängen von 160 bis 177,5 mm und mit einem Q-Faktor von 148 mm erhältlich und verfügen über die Hollowtech II Technologie. Die Powermeter-Version, welche nun auch in der Ultegra Variante verfügbar ist, verwendet Bluetooth- und ANT+-Technologie, um Daten zu übertragen.

Überarbeitetes Laufrad-Lineup

Natürlich macht ein derart hochwertiges Antriebssystem nur Sinn, wenn man die Power auch in Geschwindigkeit ummünzen kann und auch behält. Hierfür hat Shimano sein komplettes Laufrad-Lineup überarbeitet. Mit jeweils drei Felgenhöhen sowohl auf Dura-Ace als auch Ultegra Niveau deckt Shimano alle Bedürfnisse ab. Die C36- und C50-Laufräder bieten ein 1:1-Standard-Speichenmuster mit 1,5-mm-Speichen für weniger Gewicht, während das C60 ein 2:1-Speichenmuster mit dickeren 1,8-mm-Speichen für mehr Steifigkeit und Kraftübertragung bietet.

Verbessertes Bremssystem

Geschwindigkeit ist aber nichts, wenn man diese nicht kontrollieren kann. Als ein zusätzliches, essentielles Thema wurde auch das Bremssystem komplett überarbeitet. Durch die neue Servo Wave-Technologie, die von Shimanos MTB- und Gravel-Bremssystemen übernommen wurde, haben Fahrer einen kürzeren Weg bis die Bremse greift und können eine direktere Verbindung zwischen Bremsbelägen und Bremsscheiben herstellen, was ein besseres Federn oder eine bessere Modulation der Bremsen ermöglicht, was zu mehr Vertrauen in technischen Situationen führt. Darüber hinaus wurde durch 10% breiteres Bremsbelag- und Bremsscheibenspiel ein deutlich leiseres System ermöglicht, das durch weniger Wärmeverformung des Rotors und weniger vorübergehende Interferenzen zwischen Belag und Rotor erreicht wird.

Zudem wurde auch die Bremsenwartung verbessert. Jetzt ist es möglich, die Bremse zu entlüften, ohne den Bremssattel vom Rahmen zu entfernen, was dank eines separaten Entlüftungsanschlusses und einer separaten Ventilschraube ermöglicht wird.

Shimano Dura Ace im Praxistest

Die Schaltung der Dura-Ace Di2 R9200 überzeugt auf ganzer Linie. Egal, ob im Sprint oder bei langen, schnellen Strecken, das System reagiert blitzschnell und präzise - auch unter Belastung. Die Gangwechsel sind fließend. Ich habe mich für die Kombination aus 52×36 Kettenblättern und einer 11-34 Kassette entschieden, um maximale Power leisten zu können.

Die Hebel sind eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorgängern. Die neu gestalteten Taster sind besser zu erreichen und klarer zu unterscheiden. Der längere Hebelweg ermöglicht eine feinere Dosierung der Bremskraft. Der größere Belagsabstand hat das lästige Schleifen der Bremsscheiben endlich beseitigt. Die Bremsen greifen präzise zu, ohne viel Handkraft zu erfordern. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten ist die Dosierbarkeit top. Kein Quietschen, kein Rubbeln - nur konstante, kraftvolle Bremsleistung.

Semi-Wireless Lösung

Die semi-wireless Lösung von Shimano war zunächst ungewohnt. Die komplett kabellose Lösung von SRAM fand ich immer praktisch, aber ich habe mich schneller an Shimanos semi-wireless Setup gewöhnt, als ich dachte. Der einzige Haken: Man darf das Aufladen nicht vergessen. Die Dura-Ace Di2 R9200 überzeugt mit präziser Schaltung, kraftvollen Bremsen und einem spürbar besseren Handling. Die Performance ist konstant stark. Der Akku hält lange und lädt schnell, sollte aber trotzdem im Auge behalten werden, da es unterwegs keine Lösung gibt.

Die Rangordnung der Shimano Schaltgruppen

Egal ob von der gemütlichen Wochenendausfahrt oder den anspruchsvollsten Einsatz, von Shimano gibt es eine passende Gruppe für jeden Bedarf. Der Name gibt also die Information über die Qualitätsstufe der Gruppe. Die Nummer hinter dem Namen indexiert die Generation der Gruppe. Beispielsweise ist die 105 R7000 die neueste Iteration der 105er und ihr Vorgänger war die R5700.

Die Generellen Unterschiede zwischen den Schaltgruppen

Von Gruppe zu Gruppe werden hochwertigeren Materialien und genauere Fertigungstoleranzen verwendet. Das bedeutet, dass die hochwertigen Gruppen aufwändiger zu fertigen sind und die hochwertigen Materialien zusammen mit dem größeren Herstellungsaufwand einen höheren Preis, allerdings auch eine genauere Schaltperformance und geringeres Gewicht erzeugen. Beispielsweise wiegt eine 11-28 Zähne Kassette der Dura Ace Gruppe 193g und eine 105er Kassette mit gleicher Abstufung 284g. Dieser Gewichtsvorteil wird durch einen Carbon Ritzelträger und Titanritzel erzielt. Die 105er Kassette ist damit also knapp 50% schwerer als die Dura Ace Kassette, allerdings auch ca. 80% günstiger.

Tiagra R4700

Wie oben bereits erwähnt, ist die Tiagra Gruppe an Einsteiger gerichtet und bietet einen günstigen Preis mit guter Funktionalität, allerdings leichten Abstrichen in puncto Gangauswahl und Ergonomie. Tiagra verfügt über eine Kurbel mit zwei oder drei Kettenblättern, obwohl eine dreifach Kurbel im Rennrad Bereich recht selten anzutreffen ist, und einer 10-Fach Kassette. Seit der 4700er Serie ist die Tiagra auch mit hydraulischen Scheibenbremsen erhältlich. Die Brems-Schalthebel sind in ihrer Form sehr ähnlich zur aktuellen 105er und Ultegra. Die Felgenbremshebel unterscheiden sich hingegen stark von der Ergonomie der neuesten Hebel.

Die Auswahl an Übersetzungen der Kassette sind recht eingeschränkt im Vergleich zu den hochwertigeren Gruppen.

105 R7000

Bei jeder neuen Generation der 105er schreiben die Fachzeitschriften “die 105er ist näher an Ultegra als je zuvor” und es stimmt. Die R7000 Ist fast identisch zur Ultegra was die Ergonomie und Übersetzungen angeht. Die Brems-Schaltgriffe gibt es sogar in einer kleineren Version für Fahrer*innen mit kleinen Händen.

Wie auch die mechanischen Ultegra und Dura Ace, gibt es auch die 105er Gruppe nur noch mit zweifach Kurbeln und 11 Ritzeln an der Kassette. Die Übersetzungsbandbreite wird über die Kettenblätter (Standard 53-39, Semi-Compact 52-36 oder Compact mit 50-34 Zähnen) und die Kassette erzeugt, die es mit einer maximalen Zähnezahl von 25 bis 34 Zähnen gibt.

Ultegra R8000

Jetzt kommen zum ersten mal in der Gruppenreihenfolge Leichtbaukomponenten und besonders hochwertige Materialien zum Einsatz. Das bedeutet zum einen Gewichtsersparnis und etwas genauere Schaltvorgänge sowie ein präziseres Schaltgefühl. Sowohl die Kette als auch die Kassette bekommen eine spezielle Beschichtung, die für schnellere Schaltvorgänge sorgt. Insgesamt sorgen viele Anpassungen im Detail für ein spürbar besseres Schaltverhalten und geringeres Gewicht gegenüber der 105er Gruppe.

Dura Ace R9100

Carbon, Titan und ein unvergleichliches Finish. Die Dura Ace ist als Top Gruppe bis ins letzte Detail entwickelt und definitiv an die Rennfahrer und absoluten Enthusiasten gerichtet. Hier geht es darum, die letzten Gramm Gewichtsersparnis herauszukitzeln und weniger um eine Verbesserung der hervorragenden Schaltperformance der Ultegra.

Di2 Ultegra 8100 und Dura Ace 9200

Mit dem 12. Ritzel, neuen Schaltungstechnologien und verbesserter Bremsperformance sitzen die Ultegra und Dura Ace Di2 Gruppen an der Spitze der Rennrad Gruppen von Shimano. Das zusätzliche Ritzel an der Kassette wurde schlau integriert und sorgt für eine besonders feine Abstufung bei fast jeder Geschwindigkeit. Die Hyperglide+ Technologie aus den neuesten MTB Gruppen wurde in die neuesten Di2 Gruppen adaptiert und macht Schaltvorgänge geschmeidiger und schneller.

Die größte Neuerung neben dem 12. Ritzel ist die kabellose Übertragung von Schaltbefehlen der Bremsschalthebeln.

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