Shimano Di2 Schaltwerk einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Die Schaltung ist das Herzstück eines jeden Rennrads. Nur wenn die Schaltvorgänge präzise und ohne Verzögerung funktionieren, entfaltet das Rad seine volle Leistung und bietet maximalen Fahrspaß. Angesichts der Vielfalt an Schaltsystemen und Herstellern kann es jedoch schwierig sein, die richtigen Einstellungen vorzunehmen, damit alle Gänge reibungslos funktionieren und die Kette nicht ruckartig über die Ritzel springt.

Da die Mehrheit der Rennradfahrer Schaltgruppen von Shimano an ihren Rädern verbaut hat (von Shimano 105 über Ultegra bis Dura-Ace), liegt der Fokus dieser Anleitung auf den Antrieben der Japaner. In diesem Artikel finden Sie eine detaillierte Anleitung zum Einstellen des Shimano Di2 Schaltwerks, einschliesslich der Anpassung von Umwerfer und Schaltwerk für optimale Leistung.

Rennrad Schaltwerk einstellen: Anleitung für Shimano

Eine schleifende oder rasselnde Kette kann jede Ausfahrt verderben. Oft ist das hintere Schaltwerk die Ursache dafür. Das Video zeigt die perfekte Grundeinstellung einer Rennrad-Schaltung (am Beispiel einer Shimano-Schaltung). Doch die Grundeinstellungen - wie Zugspannung, Begrenzen der Anschläge sowie Umschlingungswinkel der Kette - von mechanischen Rennrad-Schaltungen funktionieren alle nach demselben Prinzip - egal ob Shimano Ultegra am Schaltwerk steht oder der hintere Umwerfer von einer SRAM Force-Schaltgruppe stammt.

Rasselt die Kette in allen Gängen und schaltet der Rennrad-Antrieb nicht sauber, verändern Sie die Zug­spannung an der Einstellschraube des Schaltwerks . Soll die Kette besser auf große Ritzel klettern, ­er­höhen Sie die Spannung, indem Sie gegen den Uhrzeigersinn drehen. Fällt die Kette widerwillig auf kleinere Ritzel, verringern Sie die Spannung (im Uhrzeigersinn). Reicht der Einstellbereich nicht, ziehen Sie den Zug an der Klemmschraube nach. Misslingt die Einstellung, überprüfen Sie, ob das Schalt­auge fest und nicht verbogen ist.

Die sogenannte B-Schraube stellt den Abstand zum Ritzel (Umschlingungswinkel der Kette) ein; mit der Kette auf dem größten Ritzel sollte der Abstand zum Schaltröllchen etwa fünf Millimeter betragen. Drehen der Einstellschraube am Rennrad-Schaltwerk (im Bild Shimano) im Uhrzeigersinn verringert die Zugspannung, das Schaltwerk wandert nach außen bzw. rechts.

Reagiert die Kette in beide Richtungen träge, schmieren Sie zunächst die Schaltwerksgelenke. Hilft das nicht, dürften schwer­gängige Züge die Ursache sein, die Sie austauschen sollten. Schaltet die Kette schlecht oder gar nicht auf das größte oder kleinste Ritzel, kann das Schaltwerk von den Anschlagsschrauben zu früh begrenzt sein. Drehen Sie die Schrauben gegen den Uhrzeigersinn, um den Schwenkbereich zu erweitern.

Die Schraube für das kleinste Ritzel ist mit „H“ gekennzeichnet (High = größter Gang), die für das größte Ritzel mit L (Low = kleinster Gang). Drehen Sie die Schrauben nicht zu weit heraus, die Kette darf nicht über das größte oder kleinste Ritzel hinauswandern. Springt die Kette unter Last über die Ritzel, sind Kette und/oder Ritzel wahrscheinlich verschlissen. Prüfen Sie den Verschleiß und tauschen Sie die Teile gegebenenfalls aus.

Das Schaltauge ist für eine gute Schaltfunktion essenziell, aber empfindlich: Bei einem Sturz verbiegt es leicht oder bricht gar ab. Das Problem: Jeder Rahmen hat ein anderes, ein Händler selten das richtige auf Lager. Ein Ersatz auf Vorrat ist ­daher ratsam, auch auf Reisen oder im Trainingslager. Bestellen Sie eines direkt beim Radhersteller; andere Quellen sind z. B. Orientieren Sie sich an der Felge des eingebauten Hinterrades und biegen Sie das Schaltauge ­vorsichtig, bis beide Laufräder ­parallel stehen. Ist das Schaltauge verbogen, kann ein Laufrad (für Schnellspann­achsen) als Not-Werkzeug dienen.

Rennrad-Schaltung Umwerfer einstellen

Moderne Umwerfer an Rennrad-Schaltungen sind komplexe Gebilde und bei Montage und Einstellung sensibel. Wir zeigen die wichtigsten Hand­griffe für Shimano-Schaltungen, SRAM-Antriebe und Campagnolo-Gruppen, wenn es am Kettenblatt hakt.

Schleift die Kette am äußeren Umwerferblech, muss entweder die Zugspannung erhöht, oder der Schwenkbereich mit der Anschlagschraube (Kennzeichnung „H“) nach außen erweitert werden. Schleift sie innen, ist ent­weder die Zugspannung zu hoch oder die innere Anschlagschraube (Kennzeichnung „L“) begrenzt den Schwenkbereich. Bei modernen Umwerfern sitzen die Anschlagschrauben oft versteckt im Parallelogramm , bei älteren Modellen üblicherweise auf der Oberseite.

Moderne Shimano-Umwerfer haben eine Schraube, mit der man die Zugspannung verändern kann . Bei allen anderen Umwerfern muss die Spannung an der Klemmschraube verändert werden . Schalten Sie dafür auf das kleinste Kettenblatt, um den Zug zu entlasten. Moderne Shimano-Umwerfer bei Rennrad-Schaltungen haben mehr Einstellmöglichkeiten als bisher, sie sind aber auch sensibler.

Wird die Kette nach innen oder nach außen von den Ketten­blättern geworfen, müssen Sie die Anschlagschrauben neu justieren. Schalten Sie in den größten (großes Blatt/kleinstes Ritzel) beziehungsweise kleinsten Gang (kleines Blatt/größtes ­Ritzel) und justieren Sie die je­wei­lige Anschlagschraube so, dass das Leitblech gerade noch nicht an der Kette schleift - es sollte höchstens ein Millimeter Platz sein. Sie können schwergängige Schrauben entlasten, ­indem Sie den Umwerfer leicht beiseite drücken.

Die Umwerfer der jüngsten Shimano-Schaltungsgenerationen (auch Di2) sowie die der elektrischen SRAM eTap Schaltungen müssen sich am Rahmen abstützen, damit eine saubere Funktion ­gewährleistet ist. Shimano-Umwerfer haben dafür eine Abstützschraube, die nach der Einstellung bis an den Rahmen geschraubt wird, bei Carbonrahmen muss ein passendes Metallplättchen aufgeklebt werden. Für die elektrischen SRAM-Umwerfer gibt es verschiedene Keile, die zwischen Rahmen und Umwerfer geklemmt werden - unbedingt einen passenden verwenden!

Tabelle: Übersicht der Umwerfer-Einstellungen

Problem Mögliche Ursache Lösung
Kette schleift außen Zugspannung zu niedrig oder Schwenkbereich begrenzt Zugspannung erhöhen oder Schwenkbereich erweitern
Kette schleift innen Zugspannung zu hoch oder Schwenkbereich begrenzt Zugspannung verringern oder Schwenkbereich erweitern
Kette wird abgeworfen Anschlagschrauben falsch justiert Anschlagschrauben neu justieren

Elektronische Rennrad-Schaltungen einstellen: Shimano Di2

Elektronische Schaltungen werden an immer mehr Rennrädern verbaut - vor allem die beliebten Shimano Di2-Gruppen oder eTap AXS-Schaltungen von SRAM. Die grundlegenden Einstellungen sind mit wenigen Knopfdrücken, die wir unten im Video zeigen, einfach getan. Grundeinstellungen funktionieren sogar genauso wie bei mechanischen Schaltungen, beispielsweise die Begrenzung des Schwenkbereichs über die beiden Anschlagschrauben (high und low) oder die Einstellungsschraube für die Umschlingung. Der große Unterschied ist die Feineinstellung, die sich sonst über die Zugspannung vornehmen lässt. Diese funktioniert bei den elektronischen Rennrad-Schaltungen von Shimano, SRAM und Campagnolo jeweils unterschiedlich.

Bei Shimanos Di2-Schaltungen muss man für die Feineinstellung über die Kontrolleinheit in den Einstellmodus wechseln. Die Kontrolleinheit kann sich je nach Rennradmodell im Rahmen, am Lenkerende oder am Vorbau befinden. Um in den Einstellmodus zu gelangen, drückt man die Taste an der Kontrolleinheit einige Sekunden, bis die rote LED leuchtet. Dann kann man mit den Schalttasten zum Rauf- und Runterschalten (rechter Schalthebel) das Schaltwerk präzise unter den Ritzeln positionieren.

Um die Einstellung zu speichern und den Einstellmodus zu verlassen, drückt man die Taste an der Kontrolleinheit für mehrere Sekunden, bis beide LEDs kurz aufblinken und dann verlöschen. Zur Einstellung des Umwerfers hat die Shimano Di2-Schaltung nur eine 2-Millimeter-Schraube, mit der man im größten Gang den Abstand vom äußeren Leitblech zur Kette auf circa 0,5 Millimeter einstellt.

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