Aufs Äußerste beansprucht und ganz selbstverständlich immer voll im Einsatz: Die Sohle eines Mountainbike-Schuhs ist das Funktionselement, das für die Verbindung von Biker und Bike ausschlaggebend ist. Sie kann entscheidend zu besserer Bike-Kontrolle und mehr Komfort auf und abseits des Bikes beitragen. Diese Performance will Shimano mit seiner neuen Generation von Sohlen für Mountainbike-Schuhe verbessert haben.
Die neue Sohlen-Technologie nennt Shimano Ultread. Die Kombination aus robuster Gummimischung und cleveren Profilmustern soll mehr Sicherheit und Komfort auf dem Trail gewähren.
Shimano Gravity-Enduro-Serie (GE)
Mit den Gravity-Enduro-Modellen stellen die Japaner eine komplett neue Serie von SPD-kompatiblen Schuhen vor, die die Kontrolle auf dem Mountainbike in technischem Gelände optimieren und den Grip auf rutschigen Gehpassagen verbessern sollen.
GE900: Das Top-Modell in der Gravity-Enduro-Linie für SPD-Klickpedale
Der GE900 ist Shimanos Benchmark unter den High-End-Gravity-Schuhen und verfügt über eine sogenannte Torbal 2.0 Zwischensohle. Die soll für mehr verbesserten Bewegungsspielraum im Fersenbereich und hohe Flexibilität im Vorfußbereich sorgen. Ergebnis laut Hersteller: verbesserter Komfort und Kontrolle auf dem Bike.
Eine durchgehende, mit Carbon verstärkte EVA-Zwischensohle reduziert das Gewicht und verbessert die Effizienz beim Treten. Mit einer Boa L6 Spule und Klettverschluss bietet der GE900 ein präzises Verschlusssystem.
Ein Neoprenschaft am Knöchel verhindert das Eindringen von Schmutz, während das robuste, schnell trocknende Obermaterial aus Synthetikleder mit Mesh-Einsätzen auch dem rauesten Gelände trotzen und die Füße gut belüften soll. Die für den robusten Geländeeinsatz optimierte Außensohle bietet verbesserten Grip auf rutschigen Gehpassagen und verfügt über einen geformten Pedalkanal, der eine stabile Schuh-Pedal-Verbindung gewährleistet, selbst wenn man in technischem Gelände nicht fest ins Pedal eingeklickt ist.
Der GE900 ist Shimanos Flaggschiff unter den SPD-kompatiblen Gravity-Schuhen. Einsatzbereich laut Hersteller: aggressive Enduro- und Downhill-Einsätze, auch Rennen.
Die Fakten zum Shimano GE900:
- Obermaterial aus strapazierfähigem Kunstleder
- Integrierte Neoprenmanschette
- Boa- und Klettverschluss
- Carbon verstärkte Torbal 2.0 Zwischensohle
- Ultread GE Außensohle
- Erweiterter SPD-Pedalkanal
- Volumen-Trail-Leisten
- Farben: Black, Olive
- Gewicht: 423 g (Größe 42)
- UVP: 209,95 Euro
- Größen: 38-48
- Ab Ende Oktober im Handel erhältlich
GE700: Der Performance-Enduro-Schuh für maximalen Trailspaß
Egal ob Rennen oder Freizeitspaß auf dem Trail, mit dem GE700 Enduro-Schuh sollen laut Shimano Mountainbiker und Mountainbikerinnen selbstbewusst technisches Terrain bewältigen. Wie der GE900 ist auch dieser Schuh mit Shimanos Torbal 2.0 Zwischensohle ausgestattet, die sich dem Fuß im Fersenbereich die nötige Flexibilität bietet, um mehr Kontrolle und Komfort beim Fahren in technischem Gelände zu erlangen.
Die Ultread GE-Außensohle soll den Grip optimieren, der ausgeprägte Pedalkanal für eine bessere Verbindung zwischen Schuh und Bike sorgen. Der GE700 verfügt über ein Schnürverschluss-System mit verstärkten Führungen sowie einen Klettverschluss für einen besseren Halt des Fußes.
Die Fakten zum Shimano GE700:
- Erhöhter und gepolsterter Knöchelschaft
- Schnür- und Klettverschluss
- Farben: Black, Light Gray
- Gewicht: 417 g (Größe 42)
- UVP: 169,95 Euro
- Größen: 38-48
- Ab Ende Oktober im Handel erhältlich
GE500 und GE500W (Damen): Das günstigste Enduro-Modell
Der GE500 ist als Herren- und als Damen-Version erhältlich. Wie die teureren Modelle GE900 und GE700 ist auch der GE500 mit Shimanos Torbal Zwischensohle für eine verbesserte Fersenbewegung ausgestattet. Dass soll vor allem in technisch anspruchsvollen Trailpassagen helfen. Ebenso profitiert man von der Ultread GE Außensohle für top Grip auf rutschigem Geläuf.
Das atmungsaktive Obermaterial sorgt für eine gute Feuchtigkeitsregulierung und ist dennoch robust. Geschichteter EVA-Schaumstoff soll Stöße optimal absorbiert. Für eine angenehme Passform soll das Schnürsystem mit Klettverschluss sorgen.
Die Fakten zum Shimano GE500 und GE500W:
- Torbal 2.0 Zwischensohle
- Erhöhter und gepolsterter Knöchelschaft
- Herren: Black, Light Green, Sand Beige
- Damen: Black, Denime
- Gewicht: 399 g (Größe 42) / Gewicht Frauen: 375 g (Größe 40)
- UVP: 119,95 Euro
- Größen: Herren 38-48; Damen 36-44
- Ab Ende Oktober im Handel erhältlich
Shimano Gravity-Flat-Serie (GF)
Neben der Gravity Enduro Schuhserie stellten die Komponenten- und Zubehör-Spezialisten aus Japan außerdem auch die brandneuen Gravity Flat (kurz GF) Schuhe vor. Die neue Reihe soll sicheren Halt und Stabilität bieten und so für mehr Vertrauen auf dem Bike sorgen, auch bei technisch anspruchsvollen Trails.
GF600: Flat-Pedal-Schuh mit griffiger Gummimischung
Shimanos GF600 will totale Kontrolle in technischem, rauem Terrain bieten. Das Obermaterial aus synthetischem Leder trocknet schnell und ist trotzdem robust und bietet guten Schutz. Der Mesh-Einsatz sorgt hingegen für gute Belüftung. Ausschlaggebend ist die neue Ultread GF-Außensohle.
Die spezielle Gummimischung sorgt für Dämpfung, das breite, sechseckige Profil soll sicheren Halt und Stabilität auf dem Pedal gewährleisten, damit man auch anspruchsvolle Trails selbstbewusst in Angriff nimmt. Der GF600 ist mit einem strapazierfähigen, gepolsterten Kunstleder-Obermaterial und einem asymmetrisch hochgezogenen, gepolsterten Schaft ausgestattet.
Das Obermaterial soll sich besonders gut an den Fuß anschmiegen, viel Volumen im Zehenbereich und an der Ferse soll den Gehkomfort und die Dämpfung verbessern.
Die Fakten zum Shimano GF600:
- Schnürsenkel mit verstärkten Führungen und Schnürsenkelhalterung
- Strapazierfähiges, gepolstertes Obermaterial aus Kunstleder
- Atmungsaktive Perforationen
- Torbal 2.0 Zwischensohle
- Ultread GF Außensohle
- Volumen Trail Leiste
- Farben: Black, Brown
- Gewicht: 397 g (Größe 42)
- UVP: 159,95 Euro
- Größen: 38-48
- Ab Ende August im Handel erhältlich
GF800 GTX: Robuster Flat-Pedal-Schuh für schlechtes Wetter
Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Ausrüstung. Shimano will mit dem GF800 GTX seinen Teil dazu beitragen, dass Biker gut gerüstet ins Schmuddelwetter ausrücken. Nasse, kalte Tage, das ist genau die Witterung, für die der GF800 GTX geschaffen wurde.
Der Schuh verfügt ebenso wie der GF600 über die neue, von Shimano entwickelte Ultread GF Gummimischung, die für niedrige Temperaturen optimiert ist und die Schuh-Pedal-Verbindung mit maximalem Pin-Grip für mehr Vertrauen und Kontrolle auf technischen Trails verbessern soll. Der teuerste Schuh in Shimanos Gravity-Modellserie verfügt über ein Boa L6 Verschlusssystem, das eine einfache Bedienung mit Winterhandschuhen ermöglicht, während das integrierte, sockenähnliche Obermaterial mit wasserdichtem Gore-Tex-Futter die Füße trocken hält.
Die Fakten zum Shimano GF800 GTX:
- Wasserdichte Gore-Tex-Membran
- Mittelhoher Knöchelsschaft mit Stretch-Gore-Tex-Futter
- Ultread GF Niedrigtemperatur-Außensohle
- Torbal 2.0 Torsionsplatte
- Farben: Black, Khaki
- Gewicht: 390 g (Größe 42)
- UVP: 209,95 Euro
- Größen: 38-48
- Ab Ende August im Handel erhältlich
GF400 und GF400W (Damen): Einstiegsmodell für Flat-Pedal-Piloten
Die stylischen GF400 und GF400W würden auch gut als Alltags-Sneaker durchgehen. Dafür ist Shimanos Einstiegsmodell primär aber nicht konzipiert. Dank Ultread-Sohlentechnologie soll die Bike-Kontrolle auf dem Trail besonders gut sein. Das Pedalgefühl soll verbessert werden, ohne dass dabei Druckpunkte entstehen. Dank EVA-Zwischensohle werden Dämpfung und Komfort bei Gehpassagen erhöht.
Klickpedale vs. Flatpedale bei MTB-Schuhen
Die Wahl zwischen Klickpedalen und Flatpedalen ist eine Frage des persönlichen Fahrstils und der Vorlieben.
Stefan Frey, BIKE-Testredakteur:
Ganz klar Klickies. Sie haben meist die steifere Sohle und bringen die Kraft besser aufs Pedal, das spart auf langen Touren Körner. Außerdem muss ich nicht ständig nach der optimalen Position auf dem Pedal suchen und kann mich voll auf den Trail konzentrieren. Aktuelle Modelle sind längst keine steifen “Stöckelschuhe” mehr. Griffige Sohlen, angenehme Laufeigenschaften und lässige Optik - Fahrradschuhe mit Klicksystem sind für mich die optimalen Allrounder für lange Touren.
Stefan Herrmann, Fahrtechnikprofi:
Wer es nicht eilig hat, sollte auf Flat-Schuhe setzen. Sie fördern einen aktiven Fahrstil, weil man für die Verbindung mit dem Bike eine Bogenspannung zwischen Fuß, Beinen, Rumpf und Armen erzeugen muss. So agiert man mehr, als sich mit einem defensiven Fahrstil auf die mechanische Verbindung zu verlassen. An kritischen Stellen kann ich zudem schnell den Fuß absetzen, dadurch bin ich mental offensiver. Schiebepassagen lassen sich ohne Cleats an der Sohle auch besser meistern.
Die wichtigsten Eigenschaften von Touren-Fahrradschuhen
Die Optik von Touren-Fahrradschuhen geht immer mehr von Wander-Boots zu Sneakern. Die Kernkompetenzen bleiben aber gleich: gute Kraftübertragung, Schutz vor Felskontakt, Grip und Komfort auf Schiebepassagen. Die wichtigsten Eigenschaften im Detail.
1 - Schutz
Eine TPU-verstärkte Zehenkappe bieten die meisten Schuhe. Wer mehr Schutz möchte, sollte ein Modell mit innen hochgezogenem Knöchelbereich wählen. Strick- oder Neopren-Gamaschen verhindern, dass Schmutz in den Schuh gelangt und Reibung verursacht.
2 - Mesh-Einsätze oder Laser-Cuts
Mesh-Einsätze oder Laser-Cuts verbessern die Belüftung an heißen Tagen und verhindern, dass man im eigenen Saft steht. Wer mehr Schutz vor Schlamm und Spritzwasser sucht, sollte auf nahtloses und geschlossenes Obermaterial setzen.
3 - Schnürung von MTB-Schuhen
Erstaunlich viele Hersteller gehen wieder zurück zur klassischen Schnürung. Vorteil: So lässt sich der Bike-Schuh über den kompletten Spann perfekt an den Fuß anpassen. Das gelingt mit den praktischeren Drehverschlüssen nicht immer. Zudem sind Boa und Co schmutz- und defektanfällig und unterwegs kaum zu reparieren. Dafür lassen sie sich auch während der Fahrt feinjustieren. Hochwertige Schnürsenkel sind ein Muss, an den Testschuhen fransen sie teils schon bei Kontakt mit den Klettverschlüssen aus. Tipp: Fädelt man die Schnürsenkel von außen nach innen, verbessert das den Halt erheblich.
4 - Laufsohle
Je steifer die Sohle, desto besser kommt die Kraft aufs Pedal. Umso schlechter rollt der MTB-Schuh in der Regel aber auch ab. Beim Schieben schlüpft dann schon mal die Ferse halb aus dem Schuh. Ein aufgebogener oder weicherer Zehenbereich verhindert Schlupf. Richtig grobes Profil, das auch auf felsigem Grund Halt gibt, bieten nur noch wenige Modelle. Für Alpen-Touren sollte man aber unbedingt ein Modell mit griffigem Gummi und ausreichend Profil wählen.
5 - Montagebereich
Laut Ergonomieexperten sollten die Cleats etwa unter den Zehen-Grundgelenken montiert sein. Je weiter vorne, desto besser ist die Kraftübertragung aufs Pedal. Wer eher bergab unterwegs ist, platziert die Cleats weiter hinten für einen stabileren Stand. Das entlastet auch die Muskulatur in der Abfahrt. Ein möglichst langer und abgeflachter Cleat-Kanal erleichtert den Einstieg ins Pedal und verbessert die Selbstreinigung bei schlammigen Bedingungen.
6 - Die Einlegesohle
Die Einlegesohle ist maßgeblich für den Tragekomfort verantwortlich. Hier sparen viele Hersteller. Gute Sohlen gibt es bei Fox, Scott oder Specialized. Wer mehr Komfort und Effizienz will, greift zu Spezialsohlen wie Currex, Solestar oder SQlab.
Testergebnisse ausgewählter Mountainbike-Schuhe im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse einiger Mountainbike-Schuhe zusammen, die in verschiedenen Tests bewertet wurden. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Eigenschaften und das jeweilige Urteil:
| Schuhmodell | Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %) | Gehen / Grip (25 %) | Verschluss / Handling (20 %) | Gewicht (20 %) | Bike-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Crankbrothers Mallet E Boa | 8 von 10 Punkten | 9 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | sehr gut - 51 Punkte |
| Five Ten Trailcross CL | 6 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | 10 von 10 Punkten | sehr gut - 48 Punkte |
| Fizik Gravita Tensor | 9 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | sehr gut - 50 Punkte |
| Fox Union | 6 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | 7 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | gut - 45 Punkte |
| Ion Rascal Select Boa | 6 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | 6 von 10 Punkten | 6 von 10 Punkten | gut - 41 Punkte |
| Leatt 4.0 Clip | 8 von 10 Punkten | 7 von 10 Punkten | 6 von 10 Punkten | 4 von 10 Punkten | gut - 41 Punkte |
| Ride Concepts Tallac Clip | 10 von 10 Punkten | 10 von 10 Punkten | 9 von 10 Punkten | 4 von 10 Punkten | sehr gut - 50 Punkte |
| Scott MTB Shr-alp Boa Evo | 9 von 10 Punkten | 9 von 10 Punkten | 9 von 10 Punkten | 8 von 10 Punkten | sehr gut - 52 Punkte |
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