Shimano EP8 vs. Bosch CX: Reichweite im Test

Welches E-Mountainbike soll es denn sein? Wie bei keiner anderen Mountainbike-Kategorie schauen Käufer bei der Auswahl auf eine einzelne Komponente, nämlich den Motor.

Bevor man sich aber überlegt, ob ein Shimano- oder ein Bosch-E-Bike das richtige ist, muss man sich inzwischen einer viel grundlegenderen Frage stellen. Die Antriebe von E-Mountainbikes werden nämlich immer unterschiedlicher. Es haben sich drei grundsätzlich unterschiedliche Kategorien herausgebildet:

  • klassische Motoren wie Bosch, Shimano oder Yamaha
  • Minimal-Assist-Antriebe wie Fazua oder TQ
  • Power-Klasse mit Sachs RS oder TQ HPR 120S

In erster Linie unterscheiden sich die drei Konzepte durch ihre Motorleistung, zweites prägnantes Merkmal ist das Gewicht.

Marktführer bei klassischen E-MTB-Motoren: Bosch und Shimano

Die klassischen E-MTBs, zum Beispiel mit Bosch Smart System oder Shimano-EP8-Motor, haben rund 85 Newtonmeter Drehmoment und auch deutlich mehr Leistung als die Light-E-Bikes. Auch die Akku-Größen liegen mit 625 bis 900 Wattstunden deutlich höher. Kapazitäten um 700 bis 750 Wattstunden sind an aktuellen Modellen die Regel. Durch den Anstieg der Akku-Kapazität steigt auch das Gewicht. Die meisten E-Bikes landen inzwischen um 25 Kilo. Nur ganz wenige, meist super teure Bikes, erreichen in der Trail-Kategorie noch Gewichte um 22 Kilo.

Der Vorteil dieser E-MTB-Kategorie ist eine enorme Flexibilität. Mit den starken Motoren sind auch extreme Anstiege und Uphill-Spielereien möglich. Im Turbo-Modus ist man in Windeseile auf dem Berg, um nach Feierabend noch schnell eine lange Trail-Abfahrt oder einen Blick aufs Panorama zu erhaschen. Bei niedrigerer Unterstützung ermöglichen die großen Akkus richtig lange Touren. Diese Freiheit weckt den Entdeckergeist und macht unbeschwerte Touren in den Bergen möglich.

Die aktuelle Generation der Bosch E-Bike-Motoren nennt sich Smart System.

Die wichtigsten E-MTB-Motoren im Überblick

Bosch Performance CX Smart System

Seit Bosch 2019 mit der aktuellen Generation des Performance CX-Motors auf den Markt kam, spielen sie bei klassischen E-MTBs vorne mit. Zumindest bei der Fahr-Performance sind die Deutschen Spitze. Kein anderer Motor fährt sich so intuitiv und dynamisch wie der Performance CX. Das liegt vor allem daran, dass die Schwaben enorme Entwicklungspower in die Software-Steuerung investieren. So regelt der E-MTB-Modus abhängig vom Pedaldruck die Kraft der Unterstützung. Auch das neue Bosch-Feature Extended Boost ist einzigartig: Eine Art kontrollierter Nachlauf hilft auf technischen Bergauf-Passagen ohne Treten über die nächste Stufe.

Boschs Performance CX ist ein richtiges Kraftpaket. Die Kraftentfaltung ist spritzig und progressiv, das verleiht dem Motor einen sportlichen Charakter. In anspruchsvollen Uphills ist er richtig gut zu kontrollieren und gleichzeitig extrem leistungsstark. Das macht Lust auf schwere Anstiege. Das Antriebsgeräusch ist hochfrequent und nicht besonders leise. Bergab klappert das Getriebe deutlich. Das Gesamtsystem mit dem 750 Wh-Akku ist recht schwer, sodass die E-Bikes mit Bosch-Antrieb selten wirklich leicht ausfallen.

Shimano EP8

Der Shimano EP8 ist verhältnismäßig leicht und kompakt, was ihn bei E-Bike-Herstellern, die auf eine spaßige Trail-Geometrie wert legen, beliebt macht. Die Power liegt spürbar unter Bosch-Niveau, dafür ist das Fahrgefühl recht geschmeidig und natürlich. Wirklich spritzig fühlt sich der Schub im Vergleich aber nicht an. Auch der Shimano EP8 klappert in der Abfahrt deutlich aus dem Getriebe.

Die Auswahl an E-Mountainbikes und Akku-Größen mit Shimano-Motor ist riesig. Für 2023 hat Shimano zudem ein Upgrade für den EP8 angekündigt, was vor allem die Integration einer neuen Akku-Generation ebnen soll.

Brose Drive S Mag

Der Drive S Mag von Brose ist der älteste Motor in der Riege der großen vier. Herausragend ist nach wie vor seine Lautstärke. Unter Volllast ist er zwar auch deutlich hörbar, gerade bei niedrigerer Unterstützung ist der E-Bike-Motor aber viel leiser als alle anderen Antriebe seiner Klasse. Bergab klappert er nicht. Ebenfalls besonders ist der drehmomentstarke Charakter. Bei niedrigen Kadenzen schiebt er super kräftig, was in schwierigen Anstiegen richtig hilfreich sein kann. Auch in Sachen Maximalkraft ist der Brose-Motor top und landet nur knapp hinter Bosch.

Dass der Brose-Motor zu den besten seiner Klasse gehört, beweist alleine schon die Tatsache, dass Specialized ihn in einem der besten E-MTBs überhaupt verbaut. Wobei die Amerikaner für das Turbo Levo eine eigens entwickelte Software einsetzen. Doch alleine die Hardware von Brose kann seit Jahren überzeugen: Die Technik sitzt in einem Magnesiumgehäuse und funktioniert im Gegensatz zur Konkurrenz mit einem Riemenantrieb. Das macht den E-MTB-Motor besonders leise.

Und genau damit hebt er sich angenehm von seinen Mitbewerbern ab: Bei wenig Belastung hört man ihn kaum, erst bei viel Druck auf dem Pedal und in den hohen Unterstützungsstufen wird es auch hier etwas lauter. Bergab macht er keine Geräusche, das hat er der Konkurrenz von Bosch und Shimano voraus. Brose bietet zwar eigene Akkus an, mehrheitlich werden aber die Batterien von Fremdherstellern genutzt.

Yamaha PW-X2

Als traditionelle Hausmarke der Firma Haibike hat Yamaha mittlerweile auch bei Giant für seine E-Bikes eine große Fangemeinde. Der E-MTB-Motor ist geschätzt und als besonders robust und störungsarm bekannt. Der PW-X2 von Yamaha beschreitet einen guten Mittelweg zwischen Bosch und Shimano. Etwas kraftvoller und vor allem spritziger als der EP8 und etwas leichter als Boschs Performance CX. Das Antriebsgeräusch ist verhältnismäßig leise und auch das Getriebeklappern ist weniger auffällig als bei Bosch und Shimano. Leider baut der Motor nach hinten relativ lang, sodass die Hersteller bei der Konstruktion von kurzen Kettenstreben eingeschränkt sind.

Bosch Performance Line CX5 gegen Shimano EP801

Es ist DAS Duell der E-Bike-Giganten: Der deutsche Traditionshersteller Bosch tritt in diesem Vergleich gegen den japanischen Traditionshersteller Shimano an. In der linken Ecke steht also der Kraftmeier CX Performance Line in seiner brandneuen fünften Generation, in der rechten der auf dem Papier ähnlich starke EP801.

Kurz & knapp: Bosch Performance Line CX Gen 5

Wer beim Fahrradhändler nach einem "Bosch-Fahrrad" fragt, will sehr wahrscheinlich ihn hier haben: Bosch Performance Line CX in seiner erst kürzlich vorgestellten fünften Generation. Zunächst mit 85 Newtonmetern Drehmoment und 600 Watt in der Spitze, bekommt er im Sommer 2025 nun endlich per Firmware-Update mehr Saft. Bis zu 100 Nm und 750 Watt in der Spitze soll er dann können, die Unterstützung steigt dann auf bis zu 400 %. Der neue CX ist endlich merklich leiser geworden - und seit Mai 2025 auch noch stärker als zuvor!

Schaltungs-Klassiker wie die Deore XT (Mountainbike), die Ultegra (Rennrad) oder Alivio (Trekking) sind allesamt Urgesteine der Fahrradbranche. Gleiches gilt auch für Shimanos EP-Antriebe, wobei der EP801 hier derzeit die Speerspitze darstellt:

  • bis zu 400 % Unterstützung, unterstützt bis 25 km/h
  • 85 Nm Drehmoment, 600 Watt in der Spitze
  • Akkus von 504 Wh bis 630 Wh, offen für Fremdhersteller
  • wenige Displays, gute Bedienteile
  • gute App

Im Tabellen-Vergleich: CX5 gegen EP801

Vorteile: Was sticht an den Motoren heraus?

  • Bosch bietet eine hervorragende App, Shimano ist hier klar schwächer
  • Shimano hat ein freies Akku-System - und je nach Hersteller bis zu 900-Wh-Akkus
  • CX und EP8 kooperieren mit Schaltungen, was automatisierte Schaltvorgänge ermöglichen
  • Bosch ist in Betrieb mittlerweile sehr leise - das gilt ab Generation 5
  • beide Hersteller haben ein gigantisches Händlernetz und sind extrem haltbar
  • beide Motoren bieten ein sehr vergleichbares Leistungsspektrum (gilt bis CX5 ohne Update)
  • freigegebene Bosch-E-Bikes können per Firmware-Update auf 100 Nm / 750 Watt / 400 % zurückgreifen

Wer riesige Akkus will, kommt um Bikes mit Shimano-Motor kaum herum, wie beispielsweise das Canyon Spectral:ON mit seinem bis zu 900 Wattstunden großen Stromfass eindrucksvoll zeigt. Wer wiederum Wert auf "Infotainment" in Form eines riesigen Displays legt, kommt um Bosch nicht herum - an dieser Stelle würden wir Bosch mit seinen Kiox-300- und 500-Modellen als führend bezeichnen.

Shimano is back! Der neue Shimano EP8-E-Bike-Motor kann problemlos mit der aktuellen Konkurrenz mithalten, behält dabei aber seinen sportlichen Charakter bei. Tolle Möglichkeiten für die Integration und Individualisierung machen es den Bike-Herstellern einfacher, ihr maßgeschneidertes Bike-Konzept umzusetzen. In Sachen Connectivity und Individualisierung der Fahreigenschaften müssen sich - bis auf Specialized - alle anderen Hersteller ein Vorbild an Shimano nehmen.

In unserem Full-Power Motorenvergleich haben wir zuletzt drei verschiedene Motoren für sportlich orientierte e-Bikes genauer unter die Lupe genommen. Zweiradmechanikermeister und e-Bike Experte Leon hat sich die Fahreigenschaften und technischen Daten des Bosch Performance Line CX, des Brose Drive S Mag, sowie des Shimano EP801 genauer angesehen und für uns aufgearbeitet.

Um im Rahmen des Full-Power Motorenvergleichs auch eine Vergleichbarkeit zu schaffen, hat sich Leon auf einige Hauptaspekte konzentriert: das Gewicht und die Erscheinung der Motoren, die dargebotene Leistung mitsamt der Geräuschentwicklung sowie das Fahrgefühl und Drehmoment.

In Sachen Gewicht ist der EP801 Motor von Shimano mit knappen 2,7 Kilogramm der leichteste Motor unseres Full-Power Motorenvergleichs. Der EP801 hat zusätzlich Kühlrippen und kommt im Gesamten auch optisch fortschrittlich modern daher. Dicht darauf folgen die beiden anderen Motoren, der Bosch Performance Line CX und der Brose Drive S Mag mit nur knappen 200 Gramm mehr und damit etwa 2,9 Kilogramm. Dabei fällt auf, dass alle Motoren gewichtsmäßig sehr dicht beieinander liegen.

Während der Bosch und Shimano Motor beim Arbeiten eine hörbare Geräuschkulisse erzeugen, ist der Brose Drive S Mag aufgrund des Riemens deutlich leiser. Der Bosch Performance Line CX sowie der Shimano EP801 Motor kommen beide mit einem Drehmoment von 85 Nm. Lediglich der Brose Drive S Mag fällt hier nach oben aus der Reihe und liefert satte 90 Nm Unterstützung, die dennoch beeindrucken präzise kontrolliert werden können.

Der Shimano EP8 ist unter Last der leiseste Motor im Test. Ähnlich wie beim Specialized-System lässt sich die Motorcharakteristik des EP8 mit der überarbeiteten E-TUBE PROJECT-App anpassen. Es stehen zwei Fahrprofile zur Auswahl, zwischen denen während der Fahrt gewechselt werden kann und die unabhängig voneinander eingestellt werden können. Alle drei Fahrstufen Eco, Trail und Boost lassen sich in ihrem Anfahrverhalten, dem Unterstützungsverhältnis und der maximalen Motorkraft im sinnvollen Rahmen individualisieren. Obendrauf lässt sich auch die maximale Geschwindigkeit der Unterstützung auf bis zu 15 km/h reduzieren.

Bei Shimano haben die Bike-Hersteller freie Wahl: Sie können zwischen dem modularen Komplettsystem aus EP8-Motor und diversen Displays, Remotes und internen wie externen Akkus mit 504 Wh oder 630 Wh wählen. Beim Akku haben die Bike-Hersteller sogar noch mehr Optionen - hier erlaubt Shimano den Herstellern, Akkus zertifizierter Dritthersteller zu verwenden.

Das ermöglicht den Bike-Herstellern deutlich mehr Freiheiten im Bike-Design, da die Dimensionen und Integrationsmöglichkeiten des Akkus hierbei entscheidend sind. Kurzum: Die Akkukonzepte reichen bei Shimano-Bikes von kleinen 375-Wh-Akkus über modulare Konzepte mit externem Zusatzakku bis hin zu integrierten Akkus mit Kapazitäten jenseits der 700 Wh.

Dank dünnerer Kabel, zahlreicher Sensor-Optionen und großer Freiheiten beim Akku lässt sich der EP8 von den Bike-Herstellern sehr gut in den Rahmen integrieren. Außerdem lassen sich Motorcharakteristik und Power des EP8 in einem gewissen Rahmen einstellen, dadurch können die Bike-Entwickler ihn an das Konzept des jeweiligen E-Mountainbikes anpassen.

Der Shimano EP801 eignet sich besonders gut für e-Bike Neulinge, da er eine sehr angenehme Kraftverteilung sowie eine gute Dosierbarkeit hat. Auch das elektrische Schalten - ganz ohne Treten - kann in Verbindung mit dem Motor überzeugen.

Full-Assist Motoren im Vergleich

Merkmal Bosch Performance Line CX Brose Drive S Mag Shimano EP801
Gewicht ca. 2,9 kg ca. 2,9 kg ca. 2,7 kg
Drehmoment 85 Nm 90 Nm 85 Nm
Geräuschentwicklung Hörbar Deutlich leiser (Riemenantrieb) Hörbar
Besonderheiten Langlebig, gute Ersatzteilversorgung Größtes Drehmoment Angenehme Kraftverteilung, gute Dosierbarkeit

Reichweite im Test

Die Reichweite eines E-Bikes ist für viele Käufer das zentrale Kaufkriterium. Die Grundlage bilden Testfahrten mit mehreren aktuellen E-Bike-Modellen, alle ausgestattet mit unterschiedlichen Antrieben, gefahren auf einer normierten Strecke mit definierten Höhenmetern, einheitlichem Fahrergewicht und vergleichbarer Außentemperatur. Eines gleich vorweg: Die Angabe der Reichweite ist keine feste Zahl, sondern ein dynamischer Wert, der von zahlreichen Faktoren abhängt.

Faktoren, die die Reichweite beeinflussen:

  • Fahrmodus bzw. Geländeprofil (flach vs. bergig)
  • Fahrergewicht
  • Reifendruck
  • Untergrund
  • Akkutemperatur

Die Hersteller geben oft Maximalreichweiten unter Idealbedingungen an - etwa mit Rückenwind, im Eco-Modus, auf flachem Asphalt und bei 20 °C. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Reichweite in verschiedenen Modi

Eco-Modus: Im Eco-Modus wird der Motor nur moderat zugeschaltet, der Fahrer muss viel selbst leisten. Dafür ist der Stromverbrauch minimal.

Analyse: Der Bosch-Motor zeigt sich am effizientesten, dicht gefolgt vom Shimano EP8. Beide erreichen deutlich über 100 km.

Mittlerer Unterstützungsmodus: Die meisten Nutzer fahren im Alltag im mittleren Unterstützungsmodus.

Analyse: Die Unterschiede werden klarer. Bosch bietet erneut das beste Verhältnis aus Leistung und Verbrauch. Shimano wirkt sportlich-agil, benötigt aber etwas mehr Energie.

Volle Leistung: Wer das volle Drehmoment abruft, spürt die Power - aber auch die Grenzen der Akkukapazität.

Analyse: Der Unterschied ist hier deutlich. Während Bosch und Shimano unter Volllast immer noch akzeptable Reichweiten bieten, zeigt Bafang klare Schwächen.

Weitere wichtige Faktoren

Wattstunden allein sind nicht entscheidend. Entscheidend ist, wie effizient der Motor mit der Energie umgeht - also wie viele Kilometer pro Wh herausgeholt werden. Auch die Zellchemie spielt eine Rolle. Hochwertige Akkus setzen auf Lithium-Ionen-Zellen von Samsung, LG oder Panasonic.

Ein weiteres Kriterium ist die Ladezeit. Die Lebensdauer des Akkus hängt stark vom Ladeverhalten und der Nutzung ab. Markenhersteller garantieren 1.000 Ladezyklen mit mindestens 70 % Restkapazität.

Bei Temperaturen unter 10 °C nimmt die Reichweite spürbar ab - teilweise um bis zu 30 %. Lithium-Ionen-Akkus sind kälteempfindlich. Wer also ganzjährig fährt, sollte auf gute Isolierung, entnehmbare Akkus und wärmende Akkutaschen achten. Bosch bietet z. B. beheizbare Akkus an.

Der Reichweitenvergleich zeigt: Große Unterschiede liegen nicht nur in der Kapazität des Akkus, sondern vor allem in der Systemeffizienz. Bosch bleibt in Summe der effizienteste Anbieter, gefolgt von Shimano.

Shimano EP8: Detaillierter Blick auf Leistung und Effizienz

Seit gut einem Jahr sind E-MTBs mit dem Shimano EP8 nun erhältlich und der Motor - also das Herzstück des Systems - vereint zwei Eigenschaften, die so auf dem Markt ziemlich einzigartig sind: Sein extrem geringes Gewicht von knapp 2,6kg - damit ist er einer der leichtesten Mittelmotoren überhaupt auf dem Markt und er bringt mit 85Nm dennoch ein ähnlich hohes Drehmoment auf die Kette wie die teils deutlich schwerere Konkurrenz. Klar: Geringes Gewicht heißt auch kompakte Abmessungen.

Obwohl die technischen Daten laut der jeweiligen Hersteller meist sehr ähnlich sind, fühlen sich die Motoren in der Praxis doch ziemlich unterschiedlich an. Dabei werfen wir auch einen Blick auf die maximale Leistung, die das System abgibt. Dafür wählen wir eine sehr hohe Eingangsleistung an der Kurbel von 250 Watt und eine Kadenz zwischen 70 und 75, wo die meisten Motoren ihren Sweet-Spot haben.

Hier zeigt sich, dass der Shimano EP8 doch etwas hinter die Konkurrenz zurückfällt. Aber: So interessant ein Blick auf die Maximalleistung auch sein mag und auch Erkenntnisse zu den Leistungsreserven bringt - für die Praxis sind die Daten nur teilweise relevant. Denn, mal ehrlich: 250 Watt drücken wohl nur die wenigsten E-Mountainbiker über einen längeren Zeitraum. Aus diesem Grund haben wir uns die Leistung noch in einem weiteren Szenario angesehen - und zwar bei 100 Watt Eingangsleistung. Hier wendet sich das Bild: Der Shimano EP8 bringt über 500 Watt Leistung und zieht damit mühelos an der Konkurrenz von Bosch oder Giant vorbei.

Das heißt in der Praxis, dass der EP8 bei weniger Input des Fahrers stärker unterstützt, „nach oben“ dann jedoch geringere Reserven besitzt. Nicht unerwähnt sollte jedoch die Individualisierung bleiben, die mittlerweile fast alle Antriebe über die App erlauben.

Der Shimano EP8 liefert in puncto Effizienz absolute Top-Werte ab: In der Ebene schlägt er den Bosch Performance CX hauchdünn und ist damit unser Effizienz-König. Die Charakteristik des Shimano EP8 ist mit sportlich wohl am besten beschrieben. Sportlich einerseits, da er mit einem sehr dynamischen Unterstützungsverhalten und sehr lebendigem Ansprechen hervorragend für technische Uphills geeignet ist.

Große Unterschiede gibt es zwischen den Antrieben nicht nur in puncto Leistung und Effizienz, sondern auch beim Thema Lautstärke. Der Shimano EP8 kann hier nur bedingt punkten: Im Uphill oder in der Ebene fällt er weder positiv noch negativ auf. Die Geräuschkulisse ist ähnlich wie beim Bosch Performance CX. Nicht unbedingt laut, aber der eher hohe Ton ist sehr Kadenzabhängig - wer empfindlich ist sollte auf alle Fälle vor dem Kauf probefahren. Leider macht sich der EP8 auch in der Abfahrt bemerkbar, und zwar durch ein mehr oder weniger lautes, konstruktionsbedingtes Klappern. Auch hier gilt: Probefahren!

Bei den Akkus bietet kaum ein Antriebssystem so viel Auswahl wie der Shimano EP8. Das liegt daran, dass Shimano zwar eigene Akkus anbietet - mit 504 oder 630Wh - aber den Herstellern ein grundsätzlich „offenes System“ bietet. Das heißt, den Fahrradherstellern steht es frei, den EP8 mit einem selbst entwickelten Akku zu kombinieren.

Bei Bedienung und Display ist Shimano nun schon seit einiger Zeit wohl der Benchmark im Bereich sportlicher E-MTBs. Das liegt mitunter an dem bewährten und in fast unveränderter Form seit 2016 verwendeten Display: Klein, unauffällig, hell, gut ablesbar - es hat genau die Eigenschaften, die ein solches Display haben muss. Durch die farblich codierte Anzeige lässt es sich auch aus dem Augenwinkel immer gut ablesen und zeigt außerdem immer die wichtigsten Infos. Mit seinen kompakten Abmessungen und der cleveren Befestigung nimmt es am Lenker kaum Platz weg und ist auch im Falle eines Sturzes immer gut geschützt.

Shimano bietet gleich zwei Smartphone Apps für den EP8 an. Einerseits dient die E-Tube Ride App primär als Display-Ersatz und bringt zudem noch eine Navigationsfunktion mit. Ähnlich wie bei der Bedienung war Shimano auch bei den Apps durchaus in einer Vorreiter-Rolle, zumindest zum Teil: Schon vor einigen Jahren bot man mit der E-Tube Project Software für PC und Mac die Möglichkeit, den Antrieb auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Seit letztem Jahr gibt es diese Funktionalität nun auch in Form einer leicht zugänglichen App für Android und IOS. Hierüber lassen sich alle Unterstützungsstufen anpassen.

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