Rasselnde Ketten und springende Gänge müssen nicht sein. Mit ein paar einfachen Schritten können Sie Ihre Shimano Schaltung präzise einstellen und so für ein reibungsloses Fahrerlebnis sorgen. Ob Mountainbike, Rennrad oder Citybike - diese Anleitung hilft Ihnen, Ihre mechanische Shimano Schaltung optimal einzustellen. Das Prinzip ist innerhalb der Schaltungstypen aber gleich, ob man eine Shimano Nexus-7-Gang Schaltung einstellen will, eine Shimano Nexus-8-Gang Schaltung einstellen, oder ob man eine Shimano Nexave Schaltung einstellen muss.
Grundsätzlich macht es einen Unterschied, ob man eine Kettenschaltung, wie die Shimano Deore XT Schaltung einstellen will, oder ob man eine Nabenschaltung wie die Shimano Nexave Schaltung einstellen will. Bei den Kettenschaltungen macht es kaum einen Unterschied, ob man eine Shimano XT MTB-Schaltung einstellen muss, oder ob man eine Shimano 105 Schaltung für das Rennrad einstellen will. Das gilt auch für Schaltungen, die oft an Trekkingrädern oder Citybikes genutzt werden: wer etwa eine Shimano Tourney einstellen will, kann genauso vorgehen.
Die einzelnen Schritte unterscheiden sich nicht, ob man nun eine Shimano Deore 9 Gang Schaltung einstellen will, eine Shimano 10 Gang Schaltung, eine Shimano 11 fach Schaltung oder eine Shimano 12 fach Schaltung. Selbst das Einstellen einer älteren Shimano 6 Gang Schaltung funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wenn es sich um eine Kettenschaltung handelt.
Einstellung der Shimano Nabenschaltung
Bei einem neueren Rad kann es irgendwann erforderlich sein, dessen Shimano Nexus Schaltung oder Shimano Alfine Schaltung einzustellen. Bei älteren Rädern kann auch das Einstellen der Shimano Nexave Schaltung nötig werden. Aktuell gibt es bei Shimano zwei Nabenschaltungen, die jeweils mit einer unterschiedlichen Anzahl Gänge angeboten werden. Diese Schaltung findet man durchaus noch an Rädern, Shimano bietet sie aber nicht mehr an. Die Shimano Nexus gibt es mit drei, sieben und acht Gängen (in Japan zusätzlich mit fünf Gängen), die Alfine mit acht und elf Gängen.
In der mechanischen Variante wird die Schaltnabe über einen Seilzug angesteuert, am Lenker ist wahlweise ein Drehgriff oder ein „Rapidfire“-Hebel montiert, mit dem man schaltet. Am Schalthebel gibt es eine Rändelschraube, mit der man die Spannung des Schaltzugs ändern kann.
Schritte zum Einstellen einer Shimano Nexus 8-Gang Schaltung:
- Legen Sie zunächst den vierten Gang ein.
- Suchen Sie die beiden gelben Markierungen an der Schalteinheit der Nabe (ein Montageständer erleichtert die Arbeit), die genau in Flucht stehen müssen.
- Tun sie es nicht, ändern Sie die Zugspannung durch Drehen der Rändelschraube am Schalthebel.
Will man eine Shimano Nexus 7-Gang Schaltung einstellen, funktioniert das genauso. Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Schaltung legt man den zweiten Gang ein, die gelbe Markierung muss hier zwischen zwei weißen Begrenzungslinien positioniert sein. Die Einstellung der Shimano Alfine-Naben funktioniert gleichermaßen. Bei der 11-Gang-Ausführung muss der sechste Gang eingelegt werden, bei der Alfine 8-Gang der vierte Gang. Wieder müssen jeweils die gelben Markierungen in der Flucht stehen und gegebenenfalls die Spannung des Schaltzugs verändert werden.
Einstellung der Shimano Kettenschaltung
Um eine Shimano Schaltung einzustellen, die nicht mit einer Getriebenabe arbeitet, sondern als Kettenschaltung konstruiert ist, sind einige Schritte mehr erforderlich, kompliziert ist das Ganze aber nicht. Egal, ob man eine 1x, 2x oder gar 3x Schaltung (die Angaben beziehen sich auf die Anzahl der Kettenblätter vorne an der Kurbel) wartet: man beginnt damit, die Shimano Schaltung hinten einzustellen.
Drei Schritte sind nötig: das Einstellen der Endanschläge, die Zugspannung muss justiert werden und schließlich der Abstand des Schaltwerks zur Kassette fixiert werden. An den Schaltwerken sind verschiedene Einstellschrauben angebracht, die man nutzen muss - egal ob man eine Shimano Deore 10-fach Schaltung, eine Shimano XT 10-fach Schaltung oder neuere Ausführungen mit elf oder zwölf Gängen einstellen will.
Schritte zum Einstellen der Kettenschaltung:
- Einstellen der Endanschläge: Zwei Schrauben definieren die Endanschläge des Schaltwerks, mit einer wird der Abstand von Schaltwerk zu den Ritzeln justiert. Die Endanschläge verhindern, dass die Kette nach innen oder nach außen über die Ritzel ins Leere fällt, wodurch Schäden entstehen können.
- Einstellen des äußeren Anschlags (H-Schraube): Zunächst schaltet man in den schwersten Gang, sodass die Kette auf dem äußeren Ritzel liegt. Dann entspannt man den Schaltzug indem man die Rändelschraube am Schalthebel im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag dreht, oder man löst die Klemmschraube des Schaltzugs am Schaltwerk. Die Leitrolle oben am Schaltwerk und das kleinste Ritzel sollten exakt in Flucht stehen, wenn man von hinten darauf schaut. Tun sie es nicht, muss man den Endanschlag verändern, indem man die mit „H“ markierte Schraube dreht.
- Einstellen der Zugspannung: Jetzt gilt es die Zugspannung einzustellen. Falls der Schaltzug am Schaltwerk gelöst wurde, muss man ihn wieder befestigen. Dann arbeitet man mit der Rändelschraube am Schalthebel. Zunächst dreht man die Kurbel und damit das Hinterrad - ein Montageständer ist hilfreich - und betätigt den Schalthebel, um auf das nächstgrößere Ritzel zu schalten. Wandert die Kette nicht nach oben, erhöht man die Zugspannung, indem man die Rändelschraube gegen den Uhrzeigersinn etwas nach außen dreht. Dann schaltet man über alle Gänge nach oben und wieder nach unten. Falls letzteres nicht funktioniert, muss die Zugspannung wieder etwas verringert werden.
- Einstellen des inneren Endanschlags (L-Schraube): Anschließend stellt man den inneren Endanschlag ein. Dazu schaltet man in den ersten Gang und überprüft die Position der oberen Leitrolle zum Ritzel. Die sollte analog zum Endanschlag unten mit dem Ritzel fluchten. Muss nachjustiert werden, funktioniert das mit der mit „L“ markierten Schraube.
- Einstellen des Abstands (B-Schraube): Abschließend kommt die Schraube „B“ ins Spiel. Mit deren Hilfe kann der Abstand zwischen der oberen Leitrolle zum größten Ritzel eingestellt werden. Auch hierfür in den leichtesten Gang schalten und dann die Schraube solange drehen, bis der Abstand etwa ein Kettenglied beträgt.
Bei Shimano 1x Schaltungen ist meist am Schaltwerk eine Hilfslinie angebracht, die auf Höhe der Oberkante des größten Ritzels liegen sollte - dann stimmt der Abstand. Hat sich die Schaltung nur leicht verstellt - etwa durch Längen des Schaltzugs - genügt es normalerweise die Zugspannung zu korrigieren.
Einstellen des Umwerfers
Für alle Kettenschaltungen gilt: Gibt es vorne mehr als ein Kettenblatt, muss man die Shimano Schaltung auch vorne einstellen. Auch beim Umwerfer müssen die Endanschläge und die Zugspannung eingestellt werden. Zunächst aber gilt es, seine Höhe zu fixieren. Der Umwerfer ist mit einer Schelle direkt am Sitzrohr, oder an einer am Sitzrohr angebrachten Aufnahme mit Langloch befestigt (Direct Mount). Seine Höhe ist korrekt, wenn zwischen dem Leitblech außen am Umwerfer und den Zähnen des großen Kettenblatts ein bis drei Millimeter Abstand vorhanden sind.
Schritte zum Einstellen des Umwerfers:
- Höhe fixieren: Zwischen dem Leitblech außen am Umwerfer und den Zähnen des großen Kettenblatts sollte ein Abstand von ein bis drei Millimetern vorhanden sein. Außerdem sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen, bei Direct-Mount-Modellen tut es das automatisch.
- Einstellen des unteren Endanschlags (L-Schraube): Um den unteren Endanschlag einzustellen, muss man zunächst in den leichtesten Gang schalten und dann den Schaltzug entspannen, indem man die entsprechende Rändelschraube im Uhrzeigersinn dreht. Zwischen dem inneren Leitblech und der Kette sollte ein Abstand von etwa 0,5 Millimetern bestehen, gegebenenfalls muss man mit der Schraube „L“ nachjustieren.
- Einstellen der Zugspannung: Dann stellt man die Zugspannung mithilfe der Rändelschraube so ein, dass die Kette auf Druck am Schalthebel präzise auf das größere Kettenblatt wandert und umgekehrt.
Umwerfer-Standards von Shimano
Einfach schnell einen neuen Umwerfer kaufen, ist schon lange nicht mehr drin. Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es 18 verschiedene Varianten. Darauf müssen Sie achten:
- Top Swing/Low Clamp: Diese Variante wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ebenfalls ein klassisch rundes Sitzrohr. Den Durchmesser gleichen bei Shimano Spacer aus.
- Down Swing/High Clamp: Diese Version ist für die Montage an runden Sitzrohren geeignet. Bei Shimano werden verschiedene Rohrdurchmesser durch die beiliegenden Spacer ausgeglichen.
- E-Type: Der E-Type-Umwerfer wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt. Dafür fällt ein Distanzring auf der Montage-Seite weg. Vor allem bei ungewöhnlichen Rahmenformen, aber nur bei BSA Lagern geeignet.
- Direct Mount Low/Top Swing: Dieser Shimano-Umwerfer wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert. Die Umwerfer sind an verschiedene Kettenblattabstufungen (36, 38, 39, 42 Zähne) angepasst.
- Direct Mount High/Down Swing: Diese Umwerfer-Variante wird ohne Schelle am Rahmen montiert, jedoch schwenkt der Schaltkäfig nach unten. Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Achten Sie aber beim Kauf auf die Kapazität beim großen Zahnkranz.
Problemlösung
Sollten die geschilderten Arbeitsschritte nicht zur richtigen Einstellung der Shimano Schaltung führen, kann das verschiedene Ursachen haben: So können etwa die Ritzel, die Kettenblätter und/oder die Kette stark abgenutzt sein, hier hilft der Austausch. Schlimmstenfalls sind Leitbleche am Umwerfer, der Schaltkäfig des Schaltwerks oder das Schaltauge verbogen. Hier hilft der Gang zum Händler, es sei denn man traut sich zu, verbogene Teile geradezubiegen, falls es überhaupt möglich ist und hat das benötigte Werkzeug.
Überprüfung des Schaltauges
Um festzustellen, ob das Schaltauge verbogen ist, kann eine Sichtprüfung von hinten auf das Schaltwerk hilfreich sein. Dabei sollte die Leitrolle des Schaltwerks in einer Linie mit den Ritzeln stehen. Für eine präzisere Diagnose empfiehlt sich die Verwendung einer Schaltauge-Kontrolllehre oder eines Richtwerkzeugs, mit dem die genaue Ausrichtung überprüft werden kann.
Richten oder Austausch des Schaltauges
Ist das Schaltauge nur leicht verbogen, kann es mit einem speziellen Richtwerkzeug vorsichtig zurückgebogen werden. Achtung: Das Material kann brechen, insbesondere wenn es bereits vorgeschädigt ist. In vielen Fällen ist es jedoch empfehlenswert, das Schaltauge auszutauschen. Ersatz-Schaltaugen sind modellabhängig und können bei Fachhändlern oder online bezogen werden. Der Austausch erfordert in der Regel das Entfernen des Schaltwerks und eine präzise Montage des neuen Schaltauges.
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