Der Markt für Laufräder ist ständig in Bewegung, und junge Marken setzen etablierte Hersteller unter Druck - nicht nur in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit Aerycs, Leeze, Newmen und Winspace unterbieten gleich vier junge Anbieter im Test die 1500-Gramm-Grenze deutlich - zu attraktiven Konditionen. Fulcrum, Mavic und Shimano halten mit Prestige, verzweigtem Händlernetz und - teilweise - nachhaltiger Produktion in Europa dagegen. Dass die Modelle der großen Anbieter im Handel oft günstiger zu haben sind, als es die unverbindliche Preisempfehlung vermuten lässt, relativiert den Preisvorteil der Herausforderer. Große Unterschiede gibt’s dagegen bei den Punkten Garantie, Crash Replacement und Lieferumfang. Klar ist: Wettbewerb belebt das Geschäft - gut für potenzielle Kunden. Der ROADBIKE-Test hilft bei der Entscheidung.
Sieben Carbon-Laufradsätze im Test
Die Testidee: Carbon-Laufräder, die unter der magischen Grenze von 1500 Gramm pro Set bleiben und weniger als 1500 Euro kosten. Der Vergleich zeigt: Die Unterschiede sind größer als erwartet. Und: Junge Laufradmarken setzen die etablierten unter Druck - nicht nur in Sachen Preis/Leistung.
Die Testkandidaten im Überblick
- Aerycs Aero WT 30
- Fulcrum Wind 42
- Leeze CC 38 Basic R
- Mavic Cosmic SL 32
- Newmen Streem Climbing
- Shimano Ultegra WH-RS8170 C36
- Winspace Lún Grapid
Detaillierte Testberichte
Aerycs Aero WT 30
Als echten Dauertest kann man die gut 500 Kilometer mit den neuen Aerycs Aero WT 30 zwar nicht bezeichnen, für einen ausgiebigen ersten Eindruck reicht es dennoch - und der ist, einmal mehr, sehr positiv. Die Felge wurde überarbeitet, Naben und Speichen stammen wie gehabt von DT Swiss. Im Vergleich zum letzten Jahr, als Aerycs mit den etwas höheren Aero WT 40 einen Preis-Leistungs-Tipp abräumte, wurde die Carbon-Felge überarbeitet: Satte 23 Millimeter Maulweite bietet die nun in allen der fünf erhältlichen Felgenhöhen - entsprechend breit bauen die Reifen, die mindestens 28, höchstens 65 Millimeter messen dürfen.
Trotz ihrer Breite wiegt die Hakenfelge nur 345 Gramm - der Laufradsatz aus Vorder- und Hinterrad bringt es so auf gerade mal 1321 Gramm. Das spürt man bei jedem Antritt: Wieselflink geht’s hier nach vorn, die Fahrdynamik begeistert. Bei hohem Tempo, in Abfahrten und bei Seitenwind kommt nie Unruhe auf - auch ein Verdienst der nicht zu hohen Felgen. Die Kraftübertragung ist top, die Lenkung präzise - je 24 2-fach gekreuzten Messerspeichen von DT Swiss sei Dank. Der Aufbau des Sets war tadellos, die soliden DT Swiss 350-Naben laufen fast widerstandsfrei.
In Kombination mit dem sehr ordentlichen Lieferumfang, drei Jahren Garantie und einem Crash-Replacement-Angebot bietet Aerycs so wieder ein sehr attraktives Gesamtpaket. Die Aerycs sind unser ROADBIKE Tipp Allround.
- Breite innen / Breite außen / Höhe
- Preis/ Leistung handwerklich top
- Fahrdynamik Spurtreue Lieferumfang
- Servicebedingungen in Felgenhöhen von 30 bis 80 mm erhältlich
"Viel Fahrspaß, fairer Preis - Aerycs zeigt hier eindrücklich, was klassischer Laufradbau leisten kann." - Christian Brunker, Redakteur
Fulcrum Wind 42
Auf eine stolze Kilometerleistung brachten zwei Testfahrer Fulcrums Wind 42. Die Lager laufen leicht, die Räder rund. Positiv: Bei Testende waren weder technischer Verschleiß noch nennenswerte optische Beeinträchtigungen feststellbar. Damit empfehlen sich die Wind 42 auch als günstigere Alternative zu Fulcrums Wettkampflaufrädern Speed 42: Die Carbon-Hakenfelge kommt mit exakt den gleichen Dimensionen, verwendet aber etwas einfachere Naben, Lager und Speichen.
Der Leistung schadet das so wenig wie das im Vergleich zu anderen etwas höhere Gewicht: Die sehr seitensteifen Laufräder gehen sportlich-agil nach vorn, lenken messerscharf ein und stehen auch im Wiegetritt und im Sprint wie eine Eins. Die höchste Felge in diesem Vergleich schneidet zudem pfeilschnell durch die Luft und zeigt sich selbst bei böigem Wind und hohem Tempo absolut fahrstabil. Ebenfalls positiv: Die Laufräder fahren sich recht komfortabel, was durch breit bauende Reifen dank 23er-Maulweite verstärkt wird.
Das Spiel der Rillenkugellager lässt sich vorne wie hinten leicht per Inbus einstellen. Ungewohnt leise surrt der Freilauf. Kleiner Wermutstropfen: Die Reifenmontage kann Kraft kosten, mehr als zwei Jahre eingeschränkte Garantie gibt’s nicht, der Lieferumfang umfasst nur das Wesentliche. Schön: Die Laufräder werden in der EU hergestellt. Das Felgenprofil entspricht dem der Wettkampflaufräder Speed 42, die ungelochte Hakenfelge eignet sich gut für Tubeless.
- Breite innen / Breite außen / Höhe
- kaum Verschleiß
- top zentriert
- schnell, fahrstabil
- 100 % made in EU
- Garantie
- sehr leiser Freilauf
- Lieferumfang vergleichsweise gering
"Von den Fulcrums war ich wirklich begeistert. Mir gefällt auch, dass sie hier in Europa produziert werden!" - Wolfgang Krauter, Testfahrer
Leeze CC 38 Basic R
Gerade erst hat Leeze die dritte Generation seiner beliebten Laufradlinie Basic vorgestellt, schon erscheint das CC 38 im ROADBIKE-Test - und überzeugt auf Anhieb: Dank des geringen Gewichts gehen die hervorragend aufgebauten Laufräder gut nach vorn, halten dank der aerodynamischen 38-Millimeter-Hakenfelge sehr gut hohes Tempo und bleiben dabei jederzeit fahrstabil. All das ist Ergebnis eines umfassenden Updates: Die Felge wurde im Windkanal weiterentwickelt, bei den Naben setzt Leeze nun auf Straightpull-Einspeichung, und anstelle von Pillar- kommen neuerdings Sapim-Messerspeichen zum Einsatz. Nervosität bei Seitenwind? Fehlanzeige! Was die Kraftübertragung und Lenkpräzision angeht, fühlte sich ein Testfahrer gar an Laufräder mit Carbon-Speichen erinnert.
Die neuen Naben von Leeze sind das Herzstück der überarbeiteten Laufradlinie Basic 3.0. Sie setzen auf 24 Straightpull-Speichen. Viel Bewährtes findet sich aber auch in den Neuen wieder, etwa die Maulweite von 21 Millimeter, die einfache Wartung des hell surrenden Freilaufs oder das optionale, aufpreispflichtige Upgrade der Naben auf Keramiklager von Croder oder Ceramicspeed. Das lebenslange Crash Replacement ist attraktiv, mehr als die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren gibt’s jedoch nicht. Auch der Lieferumfang ist überschaubar. Dennoch sind Leezes neue Basics mehr als eine Überlegung wert, der Preis ist absolut fair.
Die im Windkanal entwickelte Felge der Basic-Laufräder kommt wahlweise in 38 oder 50 mm Höhe und mit 21er-Maulweite. Und: die Leeze sind unser ROADBIKE Tipp Preis/ Leistung! 💰
- Breite innen / Breite außen / Höhe
- Fahreindruck Aufbau
- attraktiver Preis
- Modellvielfalt
- lebenslanges Crash Replacement
- Garantie
- Lieferumfang vergleichsweise gering
"Leicht, schnell, fahrstabil - hätte ich nicht schon gute Laufräder, würde ich ernsthaft einen Kauf der Leeze erwägen." - Tobias Ihle, Testfahrer
Mavic Cosmic SL 32
Licht und Schatten offenbarten die überarbeiteten Cosmic SL 32 Disc. In der Fahrpraxis gefällt vor allem der hohe Dämpfungskomfort. Dieser wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass die Maulweite gegenüber früheren Ausführungen der Laufräder auf nun 21 Millimeter angewachsen ist und Reifen entsprechend breiter bauen und noch besser dämpfen können. Auf wenig Gegenliebe stieß hingegen die als träge, fast schwammig empfundene Beschleunigung. "Kommen nicht aus dem Quark", notierte ein Testfahrer.
Bemerkenswert und schade, denn die Fulcrum Wind 42 hatten trotz eines ähnlich hohen Gewichts und deutlich höherer Felgen für ihren Antritt allgemeines Lob geerntet. Apropos Gewicht: Das Set wiegt über 50 Gramm mehr, als der Hersteller verspricht. Auch der Aufbau war nicht hundertprozentig zufriedenstellend: Das Hinterrad stand leicht außermittig. Einmal auf Touren gebracht, rollen die Laufräder mit tief röhrendem Freilauf und lassen sich von böigem Seitenwind nicht aus der Ruhe bringen.
Der Mavic-Freilauf schnarrt tief und ist einfach zu warten, die Lager rollen leicht. Die Speichen berühren sich nicht - Knacken ausgeschlossen! Keine Blöße gibt sich Mavic in puncto Service: Der Lieferumfang ist gut, bei Registrierung seiner Laufräder gilt eine lebenslange Garantie, und auch Crash Replacement wird angeboten. Die neue Cosmic SL-Felge kommt nun mit 21 Millimetern Maulweite, anders als beim großen Bruder Cosmic SLR ist das Felgenbett aber klassisch gelocht.
- Breite innen / Breite außen / Höhe
- fahrstabil und sehr komfortabel
- lebenslange Garantie, Lieferumfang
- 100 % made in EU
- HR außermittig
- Beschleunigung
- 52 g schwerer als Herstellerangabe
"Der Komfort und die Laufruhe sind top. Für eine dauerhafte Liaison würde ich mir aber mehr Temperament wünschen." - Moritz Pfeiffer, Redakteur
Newmen Streem Climbing
Richtig gelesen: Die neuen Streem Climbing-Laufräder von Newmen wiegen als Set unter 1200 Gramm! Und das, obwohl die Felgen 35 bzw. 38 Millimeter hoch und innen immerhin 22 Millimeter weit sind. So ein Leichtgewicht zaubert auch sofort ein breites Grinsen ins Gesicht: Leicht wie eine Feder katapultiert man sich im Wiegetritt nach vorn, bergauf scheint man zu fliegen. Nach Hunderten Kilometern und etlichen Pässen in den französischen Seealpen attestierte Testfahrer Jakob Heni den Newmen-Laufrädern zudem beeindruckende Spurtreue bergab.
Nach über 3500 Kilometern laufen die Newmen Fade R-Naben leicht. Das Vorderrad ist rechts radial eingespeicht, links dreifach gekreuzt. Zweiter großer Pluspunkt: Nach über 3500 Testkilometern geben die Laufräder in puncto Verschleiß keinen Anlass zur Klage: Die Lager laufen extrem leichtgängig, Höhen- und Seitenschläge sind keine zu verzeichnen, optisch wirken Felgen und Naben wie neu. Nur eine leichte Außermittigkeit des Hinterrads verhindert die Endnote eins plus mit Sternchen.
Ein Alleinstellungsmerkmal ist das Tubelesssystem mit sehr breitem Felgenloch, in dem das Ventil auf Wunsch vollständig versenkt werden kann. Mit beiliegendem Adapter kann man aber auch klassische Tubelessventile oder -schläuche verwenden. Der Lieferumfang ist großzügig, drei Jahre Garantie und das lebenslange Crash Replacement ebenso. Unter 1200 Gramm für das Set aus Vorder-/Hinterrad sind eine Ansage. Zumal Newmen stabile Edelstahlspeichen verbaut - mit Carbon-Speichen geht’s noch etwas leichter. Verdienter ROADBIKE Tipp Gewicht.
- Breite innen / Breite außen / Höhe
- sehr leicht
- toller Praxiseindruck
- kaum Verschleiß
- Lieferumfang Garantie & Crash Replacement
- sehr leiser Freilauf
- Hinterrad bei Testende außermittig
"Explosiv im Antritt, leichtfüßig bergauf, absolut spurtreu bergab: Die Newmen-Laufräder haben richtig Spaß gemacht!" - Jakob Heni, Testfahrer
Shimano Ultegra WH-RS8170 C36
Testfahrer Eric Gutglück lieferte seine positiven Praxiseindrücke gleich mit potenzieller Gegenrede ab, "denn alle meine Testeindrücke könnte man auch negativ auslegen". Dem Redakteur gefiel der Laufradsatz als ausgewogen, laufruhig und grundsolide, "wer anders draufblickt, empfindet ihn aber vielleicht als charakterschwach und eher langweilig". Wer aber genau das gar nicht plant, hat gute Chancen, hier einen Begleiter fürs Leben zu finden.
Klar ist: Den optisch sehr dezenten, technisch über jeden Zweifel erhabenen Shimano-Laufradsatz auf Ultegra-Niveau kauft man nicht, um damit an der Eisdiele zu posieren. Denn der WH-RS8170 C36, wie er Shimano-typisch etwas kryptisch heißt, überzeugt in der Praxis mit guter Kraftübertragung, stoischer Ruhe bei Seitenwind und angenehmem Dämpfungskomfort. Im Labor punktet er mit soliden Messwerten, im Dauertest mit Verlässlichkeit und Haltbarkeit: Nach gut 1500 Testkilometern steht der Laufradsatz wie eine Eins ohne Seiten- und Höhenschläge, die Konuskugellager mit Schleifdichtung laufen wie am ersten Tag und lassen sich mit dem richtigen Werkzeug leicht selbst warten.
Bei Testende schwammen die Kugeln der Lager unter dem Konus im Fett. Richtiges Werkzeug vorausgesetzt, klappt der Service recht leicht. Schade: Vergünstigte Konditionen nach Sturzschäden gibt’s bei Shimano nicht, dafür zwei Jahre Garantie. Und: kein Gewichtslimit. Tubeless-Reifen verschiedener Marken ließen sich leicht auf der Felge mit 21er-Maulweite montieren, rasteten schnell ein und hielten sehr gut die Luft.
- Breite innen / Breite außen / Höhe
- solider Dauerläufer
- einfaches Tubeless_Set-up
- kein Gewichtslimit
- technisch-nüchtern
- leiser Freilauf
- kein Crash Replacement
"Ein grundsolider Mix aus Aero und Gewicht, ideal für wellige Strecken. Dazu gepflegtes Understatement - mir gefällt’s!" - Eric Gutglück, Redakteur
Winspace Lún Grapid
Winspace - nie gehört? Die chinesische Marke produziert seit 2008 Rahmen, Laufräder und weitere Fahrradprodukte aus Kohlefaser und drängt mit aggressiven Preisen zunehmend auch in Europa auf den Markt. Das bekommt die Konkurrenz hier zu spüren mit dem Lún Grapid. Denn mit 1355 Gramm Set-Gewicht spielt er ganz vorne mit und gefällt mit sportlich-agilem Handling. Streng genommen handelt es sich dabei um einen Gravel-Laufradsatz mit 25er-Maulweite, der aber mit Reifen ab 30 Millimetern bestückt auch an Performance- und Endurance-Rennrädern eine gute Figur abgibt.
Nach knapp 1000 Testkilometer liefen die Lager leichtgängig. Achtung: Beim Hantieren mit dem Freilauf nicht die losen Sperrklinken verlieren! Die knapp 1000 Testkilometer hinterließen keine nennenswerten Spuren: Die Naben mit überdimensionierten Edelstahllagern laufen leicht, die Räder drehen sich mittig und ohne Höhen- oder Seitenschlag. Auf böigen Seitenwind reagieren die 38 Millimeter hohen Felgen allerdings recht sensibel.
Der Freilauf surrt auffällig hell, der Lieferumfang umfasst eine Lenkertasche. Garantie gibt’s für zwei Jahre, Crash Replacement bietet der Hersteller keines. Auch einen Onlineshop oder Ladenverkauf gibt’s bislang nicht - der Bezug erfolgt durch direkte Kontaktaufnahme mit Winspace Germany. Wer das akzeptiert, macht hier ein Schnäppchen. Das Set wiegt trotz 25er-Maulweite nur 1355 Gramm. Auf der ungelochten Felge hielt ein Conti-Tubelessreifen ohne Nachpumpen wochenlang dicht.
- Breite innen / Breite außen / Höhe
- Preis/ Leistung
- leicht und flink
- Lenkertasche im Lieferumfang
- kaum Verschleiß
- nervös bei Böen
- kein Crash Replacement
"Winspace kannte ich nicht, die Laufräder haben sich aber bewährt und sehen schick aus.
Günstige Rennrad-Laufräder im Test
Für rund 500 Euro bekommt man solide Laufräder, die zwar nicht besonders leicht sind, aber stabil und langlebig, und die auch Geländefahrten problemlos wegstecken. Wer mit viel Gewicht unterwegs ist - zum Beispiel Gepäck - sollte eher zu den schwereren Laufrädern greifen, sie erweisen sich im Test als die steifsten.
Breite Felgen als Alleskönner
Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. Auch wer am Gravelbike je nach Einsatz oder Saison zwischen Straßen- und Geländereifen wechseln will, findet hierin den idealen Kompromiss. Denn darauf passen schnelle 28-Millimeter-Straßenreifen ohne Einschränkungen, und auch für einen 50er-Stollenreifen ist das nicht zu schmal.
Tubeless-taugliche Rennrad-Laufräder
Die Laufräder im Testfeld sind allesamt Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt - so zumindest das Versprechen der Hersteller. Mavic und Fulcrum weisen einen geschlossenen Felgenboden auf, was im Hinblick auf Tubeless-Reifen ein Vorteil ist: Das Felgenband, mit dem die anderen Hersteller ihre Felgen abdichten, ist ein zusätzlicher Quell für Defekte.
Konzeptionell lässt das Budget den Herstellern sichtbar wenig Spielraum. Flache Alu-Felgen und meist 24 klassische Messer-Stahlspeichen prägen das Bild; nur Fulcrum und Leeze kommen mit je drei Speichen weniger aus. So vergleichbar die Konzepte, so ähnlich Gewichte - mit wenigen Ausnahmen. Überraschend leicht ist das Leeze, das etwa 200 Gramm pro Satz gegenüber dem Durchschnitt und gar 400 Gramm gegenüber dem schwersten Modell von Ritchey spart.
Testergebnisse im Überblick
Den besten Kompromiss aus beiden Disziplinen schafft DT Swiss. Auch die Rundlaufmessung nach dem Überlastversuch zeigt, dass die Schweizer Spezialisten ihr Handwerk verstehen. Es wird damit knapper, aber verdienter Testsieger vor dem ausgewogenen Aerycs und dem robusten Ritchey. Das DT-Swiss-Laufrad ist auch das mit dem höchsten zulässigen Systemgewicht, also auch für Radreisende mit Gepäck eine Option - selbst wenn es hin und wieder über Stock und Stein gehen sollte.
Testkandidaten
- Aerycs Alutrek
- DT Swiss CR 1600 Spline
- Fulcrum Racing 3
- Leeze AC 25 Allroad
- Mavic Allroad S
- Ritchey Comp Zeta Disc
- Shimano GRX WH-RX570
Bewertung der Laufräder
| Laufrad | Gesamtnote | Fazit |
|---|---|---|
| Aerycs Alutrek | 2,9 | Sauber aufgebauter Satz mit Naben und Messerspeichen von DT Swiss. Breite Felge für Reifen ab 30 Millimeter. Viele Optionen, darunter auch eine 27,5-Zoll-Variante. |
| DT Swiss CR 1600 Spline | 2,8 | Stabiler Laufräder mit hohem zulässigem Fahrergewicht. Hochwertige Naben, breite Felge für Gravel- und Crossbereifung, aber auch für Straßenreifen ab 30 Millimeter. |
| Fulcrum Racing 3 | 3,1 | Straßenlaufrad mit relativ schmaler Felge, die sich noch für Gravelreifen um 40 Millimeter eignet. Steifigkeit trotz wenig Speichen okay, wer mit Gepäck fährt, sollte das Gewichtslimit beachten. |
| Leeze AC 25 Allroad | 3,2 | Sehr leichter Laufradsatz mit hochwertigen Sapim-CX-Ray-Speichen und breiter, leichter Felge. Die Steifigkeiten sind unterm Durchschnitt, daher eher was für leichte Fahrer. Optional mit Keramiklagern. |
| Mavic Allroad S | 3,1 | Schwerer, aber fahrstabiler Laufradsatz mit hoher Gewichtsfreigabe. Geschlossene Tubeless-Felge ohne Felgenband. Adapter für Schnellspanner und 15-mm-Achsen als Zubehör erhältlich. |
| Ritchey Comp Zeta Disc | 2,9 | Preiswert, aber kein Leichtgewicht. Hohe Nabenflansche und stabile Speichen bringen Steifigkeit. Mit klassischen DT-Swiss-Speichen leicht zu reparieren. Nur für 6-Loch-Bremsscheiben! |
| Shimano GRX WH-RX570 | 3,1 | Einfaches Laufrad aus Shimanos Gravel-Gruppe mit durchschnittlichen Werten. |
Gravel Laufräder im Windkanal
Ein Test von zehn Gravel-Laufrädern im Windkanal zeigt: Bei einer alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus, das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht. So ist es für aussagekräftige Ergebnisse ausreichend, nur die Vorderräder im Windkanal zu messen - dies entspricht auch den üblichen Testverfahren.
Alle Messungen wurden mit profilierten Continental-Terra-Speed-Gravel-Reifen mit 40 Millimetern Breite durchgeführt. Für unsere zehn Testlaufräder ergaben sich bei 35 km/h gewichtete Leistungen von 15,6 bis 19,4 Watt. Niedrige Werte sind besser, da weniger Leistung benötigt wird, um die gleiche Geschwindigkeit zu halten.
Lenkmomentbeiwerte der Vorderräder
Die niedrigsten und damit besten Werte erzielten die Modelle von DT Swiss und SwissSide - mit je 42 Millimetern Felgenhöhe sind sie die höchsten Modelle im Test. Sie stehen damit stellvertretend für einen Trend im Gravel-Race-Sektor zu höheren und damit aerodynamisch günstigeren Laufrädern.
Benötigte Leistung in Abhängigkeit der Anströmwinkel
Die niedrigsten und damit besten Werte erzielen die 40 Millimeter hohen Leeze CC40 Allroad Evo Waso. Ihre gewichtete Leistung: 15,6 Watt. Es folgen, knapp dahinter, mit jeweils 16,3 Watt gewichteter Leistung, die Laufradsätze von DT Swiss und Swiss Side - beide sind 42 Millimeter hoch.
Shimano Ultegra C36 Carbon-Laufradsatz im Test
Mit dem Ultegra C36-Laufradsatz folgt Fahrradgigant Shimano dem bewährten Trickle-Down-Prinzip: Produktinnovationen der teureren Dura-Ace-Geschwister zum günstigeren Ultegra-Preis. Der Shimano Ultegra C36-Laufradsatz ist ein leichter, aerodynamisch-optimierter Allrounder für Rennräder.
Eckdaten zum Laufradsatz:
- Leistungsstarker Allrounder
- Gewicht: 1.488 g (Satz, VR 12x100 + HR 12x142, Herstellerangabe)
- Tubeless-kompatibel für Elf- und Zwölffach-Antriebe
- 21 mm breite (Maulweite) Carbonfelge: Empfohlene Reifendimension 25-622 bis 32-622
- 36 mm Felgenhöhe, aerodynamisches Profil
- E-Thru-Steckachse
- jeweils 24 Straightpull-Speichen, Hinterrad mit 2:1-Einspeichung für gleichmäßigere Speichenspannung
- für Scheibenbremsen mit Center-Lock-Aufnahme
Highlight Features:
Dank 36 mm Felgenhöhe bleibt der C36 auch bei windigem Wetter stabil und berechenbar. Die E-Thru-Steckachsen ermöglichen einen einfachen und schnellen Ein- und Ausbau der Laufräder. Beim Hinterrad setzt Shimano auf 2:1-Einspeichung für eine gleichmäßige Speichenspannung. Weiteres Plus: Im Gegensatz zu den Dura-Ace Laufrädern sind die Ultegra Laufräder 11- und 12-fach kompatibel.
Fahreindruck
Mit 36 Millimetern Felgenhöhe durchaus im moderaten Aero-Bereich unterwegs, fährt sich der Laufradsatz bei Seitenwind absolut stabil und berechenbar. Die 30 Millimeter breiten Grand Prix 5000 S Tubeless Ready Reifen von Continental konnte ich am Hinterrad mit nur 3,5 bar Druck fahren. Durch die breite Felge sitzt der Reifen auch bei geringem Druck sicher auf dem Laufrad.
Die Steifigkeit der Ultegra-Variante steht dem Highend-Laufrad in nichts nach. Mit 84 Kilogramm Körpergewicht ist das ein wichtiger Faktor für einen Allround-Laufradsatz, der mit unter 1.500 Gramm Gewicht immer noch leicht, wenn auch nicht ultraleicht ist.
Fazit
Der Ultegra C36 ist nicht der leichteste oder der schnellste Laufradsatz auf der Welt, aber eine leichte und schnelle „fit and forget“-Lösung für Menschen, die viele Kilometer fahren und in Zukunft eine Sorge weniger haben: dass das Laufrad irgendwelche Probleme machen könnte.
Shimano GRX mit Zwölffachantrieb
Shimano entwicklte als erster Hersteller weltweit mit der GRX-Gruppe eine Gravel-spezifische Komponentenfamilie. Mit den neuen GRX-Komponenten bringt Shimano auch einen überarbeiteten Carbon-Gravel-Laufradsatz auf den Markt. Der neue RX880-Laufradsatz ist dabei um 64 Gramm pro Paar leichter als sein Vorgänger obwohl er dieselbe Felgenhöhe von 32 Millimetern besitzt. Mit den Hinterradnaben im überarbeiteten Direct-Engagement-Design lässt sich zudem einfach der Freilaufkörper tauschen.
Details zum Shimano GRX RX880 Laufradsatz
- 32 Millimeter tiefe Carbonfelgen
- Innenbreite von 25 Millimetern
- Empfohlene Reifenbreite: 32 bis 50 Millimeter
- Gewicht: unter 1400 Gramm (Herstellerangabe)
- Schnell austauschbarer Freilaufkörper (HG-Standard und Microspline)
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