Shimano GRX 400 Bremsen im Test: Kontrolle und Leistung auf Schotterwegen

Die Shimano GRX-Serie wurde speziell für den Gravel-Einsatz entwickelt und kombiniert bewährte Rennrad- und Mountainbike-Technologien. Die Einstiegs-Komponenten nennen sich RX400 und sind ausschließlich mit zweifach Kettenblättern und hinten 10-fach Ritzel erhältlich.

Die Shimano GRX Gruppe im Überblick

Die GRX-Serie bietet drei Abstufungen hinsichtlich des Preises und der Qualität. Die Top Gruppe der GRX Serie mit dem Namen RX800, ist als mechanische sowie als elektronische Di2 Variante möglich. Die RX600 ist vergleichbar mit Shimano 105, ist etwas schwerer, dafür preislich günstiger als das Topmodell.

Die neue Shimano GRX kommt wahlweise als elektronische oder mechanische Ausführung, mit 1- oder 2-fach Kurbeln und 10- und 11-fach Schaltwerken. 600 liegen etwa auf Ultegra bzw. 105-Niveau, der 10-fach-Antrieb mit Kürzel 400 entspricht etwa der Shimano-Tiagra-Gruppe. 12-fach - wie die neuen MTB-Gruppen - gibt’s die GRX nicht.

Besondere Merkmale der GRX-Komponenten

  • Schaltwerk: Das Schaltwerk wird wie im Mountainbike-Bereich mit einem Schaltwerk Dämpfer ausgestattet. Diese Technologie mit dem Namen Shimano Shadow Plus verhindert Kettenschlagen und sorgt für Ruhe im Antriebsstrang.
  • Schaltbremshebel: Ein besonderes Highlight der Shimano GRX Gruppe sind die speziell entwickelten Schaltbremshebel. Der Drehpunkt der Hebel wurde nach oben gesetzt, was zu einer erhöhten Hebelkraft der Bremshebel und somit zur besseren Bremswirkung führt.

Shimano GRX BR-RX400 + ST-RX400 Scheibenbremse im Detail

Die Shimano GRX BR-RX400 + ST-RX400 Scheibenbremse bietet volle Bremskontrolle im Gelände und leichtgängige 10-fach Schaltfunktion dank Dual Control Lever. Der GRX BR-RX400 Bremssattel mit Flat-Mount-Design überzeugt durch sein exzellentes Wärmemanagement und sein einfaches Setup.

Der GRX ST-RX400 10-fach Schalt-/Bremsgriff wurde speziell für den Gravel-Einsatz entworfen, mit spezieller Hebel- und Griffkörperergonomie sowie Anti-Rutsch-Textur. Dank dieser Bremse wirst Du die Fahrt abseits der Straße noch mehr genießen.

Technologien der Shimano GRX Bremsen

Durch Verfeinerung der Technologie wurde es möglich, die Schaltvorgänge vorne wie hinten so leichtgängig zu gestalten, dass man sie mit nur einem Finger auslösen kann. Solche Hebel bezeichnet Shimano als Dual Control Lever (DCL). One-Way-Entlüftung ist eine Technik, die an Shimano Bremssätteln zum Tragen kommt und das Entlüften der Bremse erleichtert. Dabei wurden die Leitungswege so optimiert, dass keine Luftblasen mehr im Bremssattel zurückbleiben. In Kombination mit dem Trichter lässt sich die Bremse sauber und einfach entlüften.

Montage und Kompatibilität

Wie alle anderen Rennrad-Scheibenbremsen von Shimano werden diese per Flatmount-Standard montiert. Hier zeigt sich: Wie von den Straßengruppen bekannt, sind viele Teile untereinander kompatibel, sodass sich die eigene Gruppe gemäß individuellen Präferenzen, Fahrerprofil und Brieftaschengröße zusammenzustellen lässt.

Praxistest der mechanischen Shimano GRX

Im Praxistest gab es kein Kettenschlagen, keine -abwürfe, -klemmer oder anderen Probleme. Im Gegenteil: Der Antrieb arbeitete präzise, geräuscharm - und schaltete etwas knackiger als die gewohnten Straßenkomponenten.

Gut dosierbar, auf Schotter aber fast etwas bissig zeigten sich die hydraulischen Bremsen. Sehr positiv fielen die Schaltbremsgriffe auf: Sie sind deutlich breiter und bieten mehr Auflagefläche für die Finger. Zudem wurde die Oberfläche der Hebel leicht "gummiert", um ein Abrutschen zu vermeiden - sinnvoll, um kontrolliertes Bremsen auf holprigem Untergrund zu erleichtern, da waren sich alle RB-Tester einig.

Ergonomie und Kontrolle

Die Griff-Ergonomie bietet viel Kontrolle beim Bremsen und Schalten. Die Bremse lässt sich auch mit einem Finger bedienen, gerade wenn’s offroad mal ruppiger zur Sache geht, eine feine Sache - weil der Fahrer den Lenker fest im Griff behalten kann.

Rose Backroad AL GRX RX400 im Test

Das Rose Backroad AL GRX RX400 firmiert bei Rose in der Unterkategorie „Adventure“ und zieht damit eine klare Trennlinie zum betont sportlichen Backroad FF. Am deutlichsten wird die spezielle Ausrichtung aufs Reisen bei der Rahmengeometrie. Durch das lange Steuerrohr thront der Lenker hoch über dem Vorderrad, wodurch man betont aufrecht und rückenschonend im Sattel sitzt.

Durch die große 180-Millimeter-Bremsscheibe am Vorderrad verzögert das Rose selbst mit viel Gepäck erstklassig. Hochwertige Stollenreifen von Conti runden die fast perfekte Ausstattung ab. Einzig die 2x10-Schaltung erfordert, gemessen am aktuellen Stand der Technik mit bis zu 13 Ritzeln am Hinterrad, eine gewisse Kompromissbereitschaft. Durch die Kassette mit 11-34 Zähnen ist das Backroad vergleichsweise stramm übersetzt, erlaubt aber auch eine flottere Gangart.

Vor- und Nachteile des Rose Backroad AL GRX RX400

  • Plus: Leichte Laufräder, starke Bremsen, Top-Verarbeitung
  • Minus: Sehr wenig Frontkomfort, relativ geringe Reifenfreiheit

Dass das Rose einer frühen Gravelbike-­Ära entstammt, erkennt man auch an der maximal möglichen Reifenbreite von 45 Millimetern. Für ein Adventure-Bike ist das knapp und wird von den Serienreifen fast schon ausgereizt.

Langlebigkeit und Alltagseinsatz

Zum Schaltverhalten kann man nur sagen: Das flutscht. Man muss die Schaltlogik von Shimano mögen, aber die Gruppe funktioniert einwandfrei, ohne große Schaltfehler. Gangwechsel erfolgen sowohl am Umwerfer, als auch am Schaltwerk jederzeit geschmeidig, zuverlässig und schnell. Mit oder ohne Handschuhe klappt die Bedienung hervorragend. Auch ohne Kettenfänger kam es nur sehr selten zu Kettenabwürfen.

Von der Notwendigkeit hydraulischer Bremsen war ich lange nicht überzeugt: „Was macht man bei einem Defekt, wenn man mitten in in der Pampa steht?“ oder „Warum soll man eigentlich mit nur einem Finger den Hebel durchziehen können?“. Man gewöhnt sich aber recht zügig an den Komfort, die automatische Belagsnachstellung und vor allem die Dosierbarkeit der Hydraulik. Das Bremsverhalten würde ich als sehr knackig und mit deutlichem Druckpunkt beschreiben.

Probleme und Schwachstellen

Einen Schwachpunkt stellt jedoch die Befestigung der Bremsbeläge dar: Warum verwendet Shimano hier eine Schlitzschraube als Befestigung? Unterwegs ist mit dem Multitool schnell mal ein Malheur passiert und der Schraubenkopf beschädigt. Das sollte man schleunigst tauschen.

Zusammenfassung der Test-Ergebnisse

Aspekt Bewertung
Bremsleistung Sehr gut, knackiger Druckpunkt
Ergonomie Hervorragend, speziell für Gravel optimiert
Schaltverhalten Präzise und zuverlässig
Langlebigkeit Verbesserungswürdig, Verschleiß an Hebeln
Kompatibilität Hoch, viele Teile untereinander kompatibel

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