Die Shimano GRX RX810 ist eine beliebte Wahl für Gravel- und Rennradfahrer, die Wert auf zuverlässige Bremsleistung legen. Eine korrekte Einstellung ist entscheidend, um die volle Performance dieser hydraulischen Scheibenbremse auszuschöpfen. Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihre GRX RX810 Bremse optimal einstellen und häufige Probleme beheben können.
Grundlagen der Hydraulischen Scheibenbremse
Im Gegensatz zu mechanischen Bremsen, bei denen Bremsbeläge über einen Seilzug betätigt werden, nutzen hydraulische Scheibenbremsen Bremsflüssigkeit, um den Druck vom Bremshebel auf die Bremskolben zu übertragen. Die Bremskolben drücken dann die Beläge gegen die Bremsscheibe, um die Bremswirkung zu erzielen. Ein wichtiger Unterschied besteht darin, dass hydraulische Scheibenbremsen selbstnachstellend sind. Das bedeutet, dass der Abstand zwischen Bremsbelag und Scheibe automatisch konstant gehalten wird, unabhängig vom Verschleiß der Beläge.
Häufige Probleme und Lösungen
Schwammiger Druckpunkt
Ein häufiges Problem bei hydraulischen Bremsen ist ein schwammiger oder weicher Druckpunkt. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
- Luft im System: Klingt nach Luft im System. Luft im System kann dazu führen, dass der Bremshebelweg länger wird, bevor die volle Bremswirkung eintritt.
- Lange Bremsleitungen: Zum schwammig anfühlen: Ich weiß nicht, was du so als Vergleich hast, aber je länger die Bremsleitung desto eher kann das Gefühl auftreten. Direkt nach dem Entlüften hat die Bremse einen völlig anderen Druckpunkt als die sonst baugleiche Vorderradbremse. Viel weicher.
- Verschmutzte Scheibe oder Beläge: Scheibe und Beläge mal entfetten (kann man noch Spiritus kaufen?), das ist auch verdächtig bei dem "ich muss den Hebel zu weit anziehen" Problem.
Lösungen:
- Entlüften: Wenn Luft im System ist, muss die Bremse entlüftet werden.
- Bremsleitung prüfen: Überprüfen Sie die Bremsleitung auf Beschädigungen oder Knicke.
- Reinigung: Reinigen Sie Bremsscheibe und Beläge mit speziellem Bremsenreiniger oder Isopropylalkohol.
Zu großer Leerweg
Wenn der Bremshebel sehr weit gezogen werden muss, bevor die Bremswirkung einsetzt, spricht man von einem zu großen Leerweg.
Lösung:
- Einstellen des Leerwegs: Wenn Du den Hebel zu weit ziehen muss, bevor die Beläge richtig an der Scheibe liegen und Bremswirkung erzielen, hat der Hebel selbst zu viel Leerweg. Diesen stellt man bei Shimano-STI ganz einfach ein: Händlerbetriebsanleitung -> dort Seite 62: "Einstellen des Leerwegs" - Fertig!
Detaillierte Anleitung zur Einstellung des Leerwegs (GRX 810)
Diese Einstellschraube für den Leerweg macht nichts anderes, als dem System etwas "Vor-Druck" mitzugeben und dadurch die Beläge am Sattel etwas weiter zur Scheibe zu bringen (hier geht es um Millimeter-Bruchteile!). Dazu muss man nichts entlüften, nichts öffnen, um Öl einzufüllen, nichts auseinander oder zusammen drücken - einfach die Schraube nach Anleitung etwas eindrehen. (Geht nicht mit Bremshebel ST-RX400/ST-RX600/BL-RX600/BL-RX812!)
Diese Leerweg-Verstellung hat den Vorteil, dass unterschiedliche Bremsscheiben-Stärken ausgeglichen werden können. Wenn man dickere Scheiben montiert, können die Beläge schleifen - dann nimmt man die Leerweg-Verstellung etwas zurück - schon läuft die Scheibe frei (oder anders herum).
Wichtige Hinweise
- Finger weg von der Schraube an der Bremszange: Diese Schraube befestigt die hydraulische Leitung an der Bremszange.
- Kolbenprüfung: Bewegen sich die Bremskolben sofort, wen du den Hebel ziehst? Sie reagieren sofort bei Betätigung der Bremsgriffe, aber stehen halt in Ruheposition sehr weit ab.
- Keine Einstellung des Belagabstands: Den Abstand zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag kannst du bei keiner hydraulischen Scheibenbremse einstellen.
Schaltwerk einstellen
Egal ob von Shimano oder Sram, die neuen 12 fach Schaltgruppen richtig einzustellen kann etwas Tricky sein. Was du tun musst, damit deine Schaltung wieder problemlos läuft.
Umschlingung der Kette
Als Umschlingung wird der Winkel bezeichnet, den die Kette die Kassette umschlingt. An den Shimano Schaltwerken befindet sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs eine Markierung, die sich mit dem größten Ritzel der Kassette decken soll. Das Schaltwerk wird auf den leichtesten Gang geschalten und so eingestellt, dass sich die äußersten Zähne des größten Ritzels mit der Markierung decken.
Die richtige Einstellung der Anschläge
Mit den Anschlägen wird verhindert, dass die Kette über das größte oder kleinste Ritzel hinaus kann und in die Speichen gerät oder den Rahmen beschädigt. Bei falscher Einstellung der Anschläge kann es auch passieren, dass die Kette beispielsweise nicht in den größten oder kleinsten Gang wechselt und im Gang davor hängen bleibt.
Es gibt zwei Anschlagsschrauben, eine für jedes Ende der Range. Bei Shimano sind diese mit einem L und einem H gekennzeichnet, was für Low- und High-Speed steht.
Einstellung High-Speed Anschlag
Um die Einstellung des H-Anschlags zu prüfen, Schalte auf das kleinste Ritzel und löse den Schaltzug vom Schaltwerk, um den Einfluss der Seilspannung zu eliminieren. Jetzt sollte die Kette genau mittig unter dem kleinsten Ritzel laufen. Wenn du das Schaltwerk per Hand nach oben drückst und wieder loslässt, sollte die Kette problemlos und schnell auf das kleinste Ritzel schalten. Mit dem Hineindrehen des Anschlags sitzt das Schaltwerk weiter innen und umgekehrt.
Einstellung Low-Speed Anschlag
Bei der Einstellung des Low-Speed Anschlags ist wichtig, dass die Kette auf keinen Fall über das größte Ritzel hinaus schalten kann. Schaltest du also alle Gänge bis zum größten Ritzel hinauf, darf sich der Schalthebel auf dem größten Ritzel nicht oder nur noch minimal drücken lassen und das Schaltwerk sollte sich nicht mehr in Richtung Speichen bewegen. Ist der Anschlag zu weit innen eingestellt, schaltet die Kette nicht oder nur schwer auf das größte Ritzel.
Einstellung der Seilspannung
Mit der Seilspannung wird die Position des Schaltwerks unter allen Ritzeln kontrolliert. Das heißt, wenn die Kette die Kassette nicht nach oben steigen möchte, braucht das Schaltwerk etwas mehr Seilspannung und du musst die Einstellschraube herausdrehen.
Umwerfer einstellen
Das grundlegende Funktionsprinzip der vorderen Schaltung am Fahrrad ist bewährt und simpel: Ein Leitblech drückt die Kette in Richtung des Kettenblattes, auf das Du schalten willst. Die Einstellung des Umwerfers umfasst im Prinzip nur die Ausrichtung dieses Leitblechs zu den Kettenblättern und ein paar Vorgaben, wie weit es sich in welche Richtung bewegen kann.
Von oben betrachtet sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen. Außerdem ist die Höhe wichtig. Zu niedrig montiert, stößt der Umwerfer gegen die Zähne des Kettenblattes. Zu hoch und er schaltet nicht korrekt. Die Leitbleche müssen parallel zur Kette verlaufen. Zwischen Leitblech und Kettenblatt sollten an der engsten Stelle ca. 2-3 mm Abstand sein.
Unterer Anschlag: die Begrenzung des Umwerfers nach innen
Damit die Kette beim Schaltvorgang nicht in Richtung Rahmen vom Kettenblatt fällt oder am Leitblech des Umwerfers schleift, stellst Du zuerst die Begrenzung nach innen ein. Das ist der untere Anschlag. Schalte dazu hinten auf das größte Ritzel. Wenn schon ein Bowdenzug geklemmt ist, dann schalte vorne auf das kleinste Kettenblatt. Wenn noch kein Zug montiert ist, steht der Umwerfer ohnehin ganz unten. Mit der Schraube für den unteren Anschlag kannst Du nun begrenzen, wie weit sich das Leitblech in Richtung Rahmen bewegen kann. Die Schraube ist meist mit einem L markiert (für „Low“).
Zug klemmen und Spannung einstellen
Ist der untere Anschlag eingestellt, kannst Du im nächsten Schritt den Bowdenzug klemmen oder die Spannung überprüfen, wenn er schon geklemmt ist. Achte dabei auch auf den Zustand der Zughülle - sie hat einen großen Einfluss auf die Schaltpräzision. Das beste Ergebnis bekommst Du immer mit einem neuen Bowdenzug und einer neuen Hülle. Die Zughülle sollte in gleichmäßigen Kurven verlegt sein. Wie der Zug genau am Umwerfer zur Klemmung geführt wird, unterscheidet sich stark von Modell zu Modell. Schau daher am besten in den Hinweisen des Herstellers nach.
Oberer Anschlag: die Begrenzung des Umwerfers nach außen
Nachdem Du die Zugspannung eingestellt hast, ist der obere Anschlag an der Reihe. Bei einer Zweifachkurbel bist Du schon auf dem größten Kettenblatt. Bei einer Dreifachkurbel schaltest Du jetzt vom mittleren aufs größte Kettenblatt. Mit dem oberen Anschlag kannst du nun begrenzen, wie weit der Umwerfer maximal vom Rahmen weg schwenken kann. Liegt die Begrenzung zu weit außen, kann das Leitblech die Kette zu weit drücken und sie fällt herunter. Ist die Begrenzung zu weit innen, kannst Du nicht hochschalten. Eingestellt wird der obere Anschlag mit der zweiten Schraube - meist mit einem H für „High“ markiert.
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