Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“. Dabei kommt es nicht immer darauf an, ob Sie Viel- oder Gelegenheitsfahrer sind. Zuviel Respekt vor der Technik hält gerade Hobbybiker oftmals ab, selbst Hand anzulegen. Dabei lohnt sich ein genauer Blick um festzustellen, dass ein Problem mit etwas Einsatz und der nötigen Geduld manchmal gar nicht so unlösbar ist wie es scheint. Mit unseren Ratgebern und Anleitungen versuchen wir, Sie dabei bestmöglich zu unterstützen.
Im Falle einer springenden Fahrradkette ist ebenfalls der erste Schritt, sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben. Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander. Stellen Sie im Anschluss den letzten sauber schaltbaren Gang vor dem Kettensprung ein. Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden. Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden.
Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel. Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt. Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten. Das Justieren des vorderen Schaltwerks wirkt zunächst kompliziert, lässt sich aber mit etwas Ruhe und Sorgfalt schnell umsetzen.
Funktionsweise des Umwerfers
Der Umwerfer ist ein zentrales Element der Gangschaltung am vorderen Teil des Fahrrads. Er arbeitet eng mit den Kettenblättern zusammen, die je nach Modell einfach oder mehrfach vorhanden sein können. Wenn beim Fahren der Schalthebel betätigt wird, sorgt der Umwerfer dafür, dass die Kette von einem Kettenblatt auf das nächste springt - entweder auf ein kleineres oder ein größeres.
Die technische Grundlage bildet ein Parallelogramm-Mechanismus, der eine präzise Bewegung des Bauteils ermöglicht. Umgeben ist dieser von einem Umwerferkäfig, durch den die Kette geführt wird. Wenn die Kette beim Fahren schleift oder nicht zuverlässig zwischen den Kettenblättern wechselt, kann das an einer fehlerhaften Einstellung des vorderen Schaltwerks liegen. Der Umwerfer gehört zu den Bauteilen, die im Laufe der Zeit ersetzt oder neu eingestellt werden müssen - besonders dann, wenn die Schaltvorgänge nicht mehr reibungslos funktionieren.
Einstellung des Umwerfers: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Das Justieren des Umwerfers ist weniger aufwendig, als viele zunächst vermuten. Nur in seltenen Fällen muss der Umwerfer komplett ausgetauscht werden. Bevor ein neuer Umwerfer eingestellt werden kann, braucht es daher ein passendes Zubehörteil. Optimal ist es, wenn dieses durch den Hersteller des Bikes angeboten wird. Benötigt werden ein Kreuzschlitz-Schraubendreher sowie ein Inbusschlüssel. Es sollte sich hierbei um einen 5er-Inbusschlüssel handeln.
Wichtig ist, systematisch vorzugehen: Kleine Korrekturen an den Einstellschrauben, die richtige Position zum Kettenblatt und die passende Zugspannung entscheiden über eine reibungslose Gangschaltung. Wer zudem auf hochwertige Komponenten achtet und regelmäßig prüft, ob der Umwerfer noch korrekt arbeitet, verlängert die Lebensdauer der gesamten Schaltanlage - und fährt entspannter, sicherer und mit mehr Freude.
Der Ablauf: Erst auf das kleinste Kettenblatt schalten, dann ganz nach oben aufs größte. Selbst kleine Abweichungen können dazu führen, dass die Kette nicht sauber läuft. Nach dem Einstellen der Schrauben wird oft vergessen, auch die Spannung des Schaltzugs zu prüfen. Um das zu testen, sollte durch alle Kettenblätter geschaltet werden.
H steht für High (oberer Anschlag), L für Low (unterer Anschlag). Beide Schrauben definieren die äußersten Schaltpositionen. Eine sorgfältige Herangehensweise spart Zeit und Nerven. Ein häufiger Patzer: An den Schrauben wird gedreht, ohne zuvor die äußersten Schaltpositionen zu kontrollieren.
Die wichtigsten Schritte im Überblick:
- Bevor du mit dem Einstellen beginnst, sollte geprüft werden, ob der Umwerfer beschädigt oder verschlissen ist.
- Sobald der Umwerfer korrekt angebracht ist, geht es ans Feintuning.
- Drehst du die H-Schraube im Uhrzeigersinn, bewegt sich der Umwerfer näher an den Rahmen heran.
- Die L-Schraube funktioniert genau entgegengesetzt.
- Jetzt wird das hintere Schaltwerk auf das größte Ritzel und vorne auf das kleinste Kettenblatt geschaltet.
- Nun schaltest du vorne auf das größte Blatt, hinten auf das kleinste Ritzel.
- Ein zu lockerer Zug sorgt dafür, dass der Umwerfer nicht weit genug bewegt.
- Zum Schluss wird die Zugspannung reguliert.
Reinigung und Wartung des Umwerfers
Der häufigste Grund für eine schwer gehende Schaltung sind angesammelte Verunreinigungen. Schlechtes Wetter oder Geländefahrten gehen an keinem Fahrrad spurlos vorbei. Dieser Schmutz kann sich bevorzugt am Umwerfer und den dazugehörigen Zahnrädern (am Hinterrad), aber auch in den Ummantelungen der Schaltzüge befinden. Der Umwerfer am Hinterrad führt, je nach ausgewähltem Gang die Kette, und ist somit von zentraler Bedeutung für eine funktionierende Gangschaltung.
Für die Reinigung benötigen Sie zunächst warmes Wasser mit etwas Spülmittel und eine alte Zahnbürste. Reinigen Sie den Umwerfer und die dazugehörigen Zahnräder vorsichtig und gründlich mit der Seifenlauge und der Zahnbürste. Befreien Sie auch die Kette von allen Schmutzpartikeln. Wenn alles wieder trocken ist, schmieren Sie im Anschluss alle Komponenten ausreichend mit Kriechöl. Schützen Sie den Boden und Ihre Kleidung vor Verunreinigungen. Beachten Sie auch, dass das Öl nicht mit der Felge in Berührung kommt, da sonst die Bremsleistung negativ beeinträchtigt werden kann.
In den meisten Fällen reichen diese Maßnahmen schon aus, um das Problem zu beheben. Geht Ihre Schaltung immer noch schwer, sollten die Ummantelungen der Schaltzüge gereinigt werden. Dafür lösen Sie den Schaltungszug vom Umwerfer bis zum Schaltgriff. Die Ummantelung können Sie in die Spülmaschine legen, so wird der Schmutz ganz einfach gelöst. Im Anschluss fädeln Sie den Schaltungszug wieder ein und befestigen ihn an der Schraube des Umwerfers. Geben Sie an dieser Stelle und am Schalthebel (am Lenker) ebenfalls einen Tropfen Kriechöl.
Weitere Ursachen und Lösungen für Schaltprobleme
Deine Schaltung funktioniert nicht mehr, macht komische Geräusche oder die Kette springt? Für das alles kann eine falsch eingestellte Schaltung der Grund sein. Es gibt aber noch ganz andere Ursachen, die man oft nicht auf dem Schirm hat.
1. Verschleiß
Immer in Bewegung erleidet der Antrieb unserer Bikes einiges an Abrieb - besonders zusammen mit Schmutz und Witterung. Mit Messlehre und/oder Augenmaß lässt sich dieser Verschleiß erkennen: Sind die Zähne (Zacken) an der Kassette oder am Kettenblatt abgerundet, sollten diese getauscht werden. Bei der Kette kommt es darauf an, ob sich der Abstand zwischen den Kettengliedern vergrößert hat, was mit der Zeit bei jeder Kette passiert. Mit dem bloßen Auge ist dies nicht zu erkennen, deshalb benötigt man ein Messwerkzeug. Lässt sich dieses zwischen die Kettenglieder schieben, ist die Kette sozusagen ausgeleiert und muss ersetzt werden.
2. Reibung
Wie oft man seine Kette ölen muss, hängt davon ab wie oft man fährt und bei welchen Bedingungen. Vor dem Ölen sollte man auf jeden Fall den Antrieb und die Kette putzen. Am besten nicht nur mit Wasser und Waschmittel, sondern auch mit Kettenreiniger, der fettlösend wirkt. Das ist wichtig, da Öl quasi anziehend auf Dreck wirkt und sich mit diesem über die Zeit verbindet. Falls man altes Öl nicht entfernt, wird es zu einer üblen Patina, welche für eine erhöhte Reibung im Antrieb sorgt, und somit jeden Schaltvorgang beeinträchtigt.
3. Schaltauge oder Schaltkäfig verbogen
Das Schaltauge ist die Verbindung zwischen Schaltwerk und Rahmen und gibt bei einem Sturz als Erstes nach, um die anderen Teile zu schonen. Mit einem Spezialtool kann man selbst oder ein Mechaniker im Radladen ein verbogenes Schaltauge erkennen und richten. Ist ein Schaltauge zu stark verbogen, muss man es tauschen. Ein weiteres Teil, das schnell mal verbogen ist, ist der Schaltkäfig.
4. Schalthebel und Schaltkabel
Wenn eine Schaltung nicht mehr funktioniert, muss das nicht immer am Schaltwerk oder dem Umwerfer liegen, auch der Schalthebel kann defekt sein. Ist der Ratschen-Aufbau im Inneren des Schalthebels abgenutzt oder verschmutzt, kann dieser Gänge überspringen oder für ungleichmäßiges Schalten sorgen. Ebenso der Schaltzug, welcher, falls gerostet, in seiner Hülle mehr Reibung erzeugt. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, ab und zu einen Tropfen Kettenöl auf den Schaltzug zu geben.
5. Kettenumschlingung
Das Schaltwerk einzustellen, sollte anhand einer detaillierten Anleitung möglich sein. Ansonsten liegt das Problem eventuell doch noch bei Grund 1 bis 4. Ein oft vernachlässigter Schritt beim Einstellen ist das Justieren der Kettenumschlingung. Kettenumschlingung bedeutet, wie nah das Schaltwerk die Kette an die Kassette führt. Je näher das Schaltwerk an der Kassette steht, umso weiter umschlingt die Kette die Ritzel der Kassette. Dabei gibt es einen vom Hersteller genau definierten Abstand, indem die Kette am besten läuft.
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