Ein offen liegendes Getriebe mit zwölf Ritzeln, wie es heute am Rennrad üblich ist, ist eigentlich verrückt. Aber es funktioniert! Sogar ziemlich gut. Jedenfalls mit exakt arbeitender elektronischer Schaltung und penibel ausgerichtetem Schaltauge. Wie lange das Getriebe problemlos arbeitet, hängt vor allem an der Kette, deren Pflege und Schmierung.
Rennradketten-Verschleiß: Ein unaufhaltsamer Prozess
Denn Rennradketten verschleißen unweigerlich - und dann nehmen auch die teuren Kettenblätter und Ritzel Schaden; Letztere sind, im Falle von SRAM, untrennbar zu einer Einheit verbunden und nicht einzeln zu ersetzen. Bei der teuren Top-Gruppe Red ist die ganze Kassette sogar aus einem Stück Stahl gefräst. Diese Bauweise ist sehr leicht, nimmt die Ritzel aber in Sippenhaft. Ist eines hin, muss eine neue Kassette her - und die kostet bei der Red bis zu 300 Euro. Shimano und Campagnolo bieten Ritzel auch einzeln an, eines kostet zwischen 6 und 30 Euro.
Kleine Ritzel sind für Verschleiß gefährdeter als große, denn die wenigen Zähne sind öfter dran, wenn die Rennradkette über sie hinwegschnurrt. Außerdem spielt für die Abnutzung eine Rolle, wie groß das vordere Kettenblatt ist. Je kleiner, umso größer sind die Kettenkräfte, desto mehr Verschleiß ist zu erwarten. Unter diesem Blickwinkel ist das Verkleinern der Ritzel und Kettenblätter wie bei SRAMs AXS-Konzept keine gute Idee. Besonders benachteiligt sind Einfach-Antriebe mit kleinem Blatt. Wer verschleißarm schalten will, sollte immer auf Gänge achten, bei denen möglichst viele Zähne eingreifen.
Die Verschleißmechanik im Detail
Die Verschleißmechanik des Kettengetriebes findet vor allem im Inneren des Kettengelenkes statt. Die Innenlaschen der Rennradkette bewegen sich relativ zu den Kettenbolzen bei jedem Ein- und Ausschwenken aus den Zahnrädern. Die Antriebskraft wird dabei über eine winzige, linienförmige Kontaktfläche übertragen. Der Bolzen widersteht diesen Kräften nur, wenn er extrem hart ist und gut geschmiert wird. Mit speziellen Härteverfahren versuchen die Hersteller dies zu erreichen. Bricht die gehärtete Randschicht ein, ist dem weiteren Verschleiß des Bolzens Tür und Tor geöffnet. Denn die Bolzen sind im Inneren weniger hart.
Die Kette ändert aufgrund des Bolzenabriebs dann ihre sogenannte Teilung. Aus dem gleichmäßigen Bolzenabstand wird ein Lang-kurz-lang, das die Kette an den Zahnflanken hochrutschen lässt und Material abträgt. Kette und Ritzel passen sich einander an - was längere Zeit gut gehen kann, aber die Betriebssicherheit mindert. Eine neue Rennradkette ist auf stark eingelaufenen Ritzeln aber nicht mehr fahrbar, sie springt beim Antritt über die Zahnspitzen. Deshalb sollte man den Kettenverschleiß im Auge behalten und rechtzeitig wechseln, bevor die Zahnräder leiden. Zum Vermessen der Kette dienen Lehren, die in die Kette geschwenkt werden.
Härtetest für Rennradketten
Hohe Kettenkraft, Sand und vorsätzlich unzureichende Schmierung mit einfachem Motoröl belasten die Ketten extrem. So lässt sich der Verschleiß im Zeitraffer begutachten. Im echten Rennradleben können die besten Ketten bei optimaler Pflege 10000 Kilometer und mehr erreichen. Auf dem Prüfstand lassen wir die Ketten 36 Stunden laufen. Eine Zwischenmessung nach 20 Stunden zeigt, wie sich der Verschleiß anbahnt.
Das Ergebnis ist eindeutig: Unter den großen drei Herstellern baut Shimano die haltbarsten Ketten. Dura-Ace und Ultegra zeigen im Testzeitraum nur minimale Ansätze von Verschleiß. Die Bolzen sind demnach extrem verschleißfest. Die günstigere 105er-Kette zeigt etwas mehr Abrieb, ist nach dem Test aber auch nicht verschlissen. Campagnolos Ketten liegen auf vergleichbarem Niveau. SRAM zeigt den stärksten Verschleiß.
Je kürzer die Balken, desto haltbarer die Kette. Das Ergebnis gliedert sich in vier Klassen: Dura-Ace und Ultegra sind extrem widerstandsfähig. Dahinter folgen Campa Record, Chorus und Shimano 105. SRAM ist schon etwas abgeschlagen mit der Red-Kette, die nach 36 Stunden kurz vor der Austauschgrenze steht. Die Force-Kette bricht mehrfach, scheint aber auf dem Niveau der Red zu verschleißen. Die Rival-Kette ist schwach und verschleißt deutlich schneller als der Rest.
Insbesondere die Rival-Kette ist schwach, verschleißt rasant, ist nach 20 Stunden schon knapp austauschpflichtig und nach 36 Stunden völlig ausgeleiert. Die Force-Kette verschleißt langsamer, reißt aber mehrfach, was auf Probleme mit der Herstellungscharge hindeutet. Nach unserer Recherche kommt das in der Praxis nur selten vor. Die SRAM Red liegt im Verschleiß auf Force-Niveau und hält. Unterm Strich bietet die Ultegra das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber Achtung: SRAM-Fahrer können nicht auf Shimano zurückgreifen, die AXS-Gruppen sind nicht mehr kompatibel.
Bruchgefahr der Rennradkette?
Die Force-Kette bricht im Test insgesamt dreimal, nach Laufleistungen zwischen 20 und 36 Stunden. Das ist neu. Auf unserer Testmaschine hatten wir zuvor noch nie Kettenrisse. Risse sind auch nicht zu erwarten, weil die Bruchkraft der Kette rund zehnmal höher ist als die Zugkraft, die wir aufbringen. Auch auf dem Rad nutzen wir maximal 20 Prozent der Kettenfestigkeit.
Eine Internetrecherche hat ergeben, dass auch in der Praxis schon Force-Ketten gebrochen sind. Teilweise erlebten Fahrer auch mehrfach Brüche, insgesamt aber nicht oft. Das deutet auf mängelbehaftete Produktionschargen hin, wie sie Shimano auch schon einmal bei Elffach-Ketten hatte; damals rissen Ketten unter dem Einfluss von Streusalz und aggressiven Reinigern. Auch eine KMC-Kette riss uns unter winterlichen Bedingungen. Tipp: Kette vor allem im Winter gut vor Korrosion und Streusalz schützen, sauber halten und gelegentlich genau inspizieren; die Brüche senden mutmaßlich Vorboten in Form feiner Anrisse. Zahnräder können auch brechen, aber eher im Geländeeinsatz als auf der Straße, weil es vom gefahrenen Gang abhängt, wie groß die Kettenkräfte werden können. Je kleiner das Blatt, desto mehr Zug kommt auf die Kette. Verschleißmindernd sind Übersetzungen mit möglichst vielen Zähnen.
Shimanos Ultegra verursacht nach unserer Kalkulation die niedrigsten Kilometerkosten, was den Antrieb betrifft. Schlechte Pflege oder zu später Kettentausch können die Kosten allerdings vervielfachen. Schwächere Ketten und sehr teure Kassetten treiben bei SRAM die erwarteten Betriebskosten.
Wir haben die beste Kette im Test mit 10000 Praxiskilometern angesetzt und den Rest entsprechend hochgerechnet, plus einen Aufschlag von 1000 Kilometern für niederschwellige Belastungen. Zu den Zahnrädern müssen wir weitere Annahmen treffen. Wir haben je nach Bauart nach zwei bis vier Kettenleben eine neue Kassette kalkuliert und nach drei neuen Kettenblättern.
Rennradketten-Verschleißtest - Ketten im Detail
Campagnolo Chorus
Marktpreis: 45 Euro
Verschluss: Nietstift
Beschreibung: Die Campa-Kette mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sehr gute Schalteigenschaften, die Haltbarkeit ist ebenfalls gut und identisch zur Super Record. Einzig durch den Verzicht auf die Hohlbolzen ist sie etwas schwerer. Ein Kettenschloss wäre ein Gewinn.
Bewertung Haltbarkeit: 4 von 5 Sternen
Campagnolo Super Record
Marktpreis: 60 Euro
Verschluss: Nietstift
Beschreibung: Nomen est omen: Die Record hält den Gewichtsrekord. Hohle Bolzen schinden 19 Gramm gegenüber der Chorus. Die Haltbarkeit ist gut, erreicht aber nicht ganz das Niveau von Shimano. Das Handling leidet unter dem Verschluss per Nietstift und erfordert Spezial-Werkzeug.
Bewertung Haltbarkeit: 4 von 5 Sternen
Shimano 105
Marktpreis: 30 Euro
Verschluss: Einmal-Kettenschloss
Beschreibung: Äußerlich kaum von der Ultegra zu unterscheiden, auch ausdauernd, aber messbar weniger haltbar als die teurere Schwester. Laut Spezifikation sind die Innenlaschen nicht chromiert. Das Schaltverhalten ist identisch zu den teureren Ketten. Kettenschloss ist nur einmal verwendbar.
Bewertung Haltbarkeit: 4 von 5 Sternen
Shimano Ultegra
Marktpreis: 40 Euro
Verschluss: Einmal-Kettenschloss
Beschreibung: Das Arbeitstier aus dem Sortiment des Marktführers wird auch am Mountainbike eingesetzt (XT-Gruppe) und besticht durch exzellente Ausdauer. Chromierte Innenlaschen und extraharte Bolzen machen die Kette standfest. Durch Einmal-Kettenschloss gut im Handling.
Bewertung Haltbarkeit: 5 von 5 Sternen
Shimano Dura-Ace
Marktpreis: 60 Euro
Verschluss: Einmal-Kettenschloss
Beschreibung: Das Top-Modell paart exzellente Ausdauer mit Leichtbau und findet auch in der XTR-Offroad-Gruppe Verwendung. Der Unterschied zur Ultegra sind die hohlen Bolzen, die die Kette 10 Gramm leichter machen. Der Aufpreis von rund 20 Euro für den kleinen Gewichtsvorteil ist sportlich.
Bewertung Haltbarkeit: 5 von 5 Sternen
SRAM Rival
Marktpreis: 20 Euro
Verschluss: Einmal-Kettenschloss
Beschreibung: Enttäuschende Haltbarkeit. Äußerlich gleicht die Kette der Force, läuft aber deutlich schneller ein. Schon bei der Zwischenmessung nach 20 Stunden starker Verschleiß. Die Schalteigenschaften sind sehr gut. Durch den größeren Rollendurchmesser nicht kompatibel mit Shimano.
Bewertung Haltbarkeit: 1 von 5 Sternen
SRAM Force
Marktpreis: 31 Euro
Verschluss: Einmal-Kettenschloss
Beschreibung: Die Kette bricht mehrfach an den Innenlaschen - ungewöhnlich, da die Lasten im Versuch weit unter der Reißkraft liegen. Der Verschleiß auf halber Strecke ist identisch zur Red, besser als bei der Rival, aber unter den Erwartungen. Das Kettenschloss ist gut, aber nur einmal verwendbar.
Bewertung Haltbarkeit: 3 von 5 Sternen
SRAM Red
Marktpreis: 40 Euro
Verschluss: Einmal-Kettenschloss
Beschreibung: Das Spitzenmodell bleibt im Verschleiß hinter den Erwartungen und erreicht nicht das Niveau der besten MTB-Ketten von SRAM. Die Hohlbolzen mindern das Gewicht gegenüber der Force um 10 Gramm. Sehr gute Schalteigenschaften. Gutes Kettenschloss für einmalige Nutzung.
Bewertung Haltbarkeit: 3 von 5 Sternen
Shimano XT CN-HG95 10-fach HG-X-Kette im Detail
Die laufrichtungsgebundene superschmale Shimano XT CN-HG95 10-fach HG-X-Kette ist speziell für MTB und Trekking mit schmutzabweisendem Design konzipiert. Um die bestmögliche Funktionsleistung des Shimano HyperDrive Systems zu erhalten, ist es wichtig, original Shimano HG-Ketten zu fahren. Die komplett neue, laufrichtungsgebundene 10-fach HG-X-Kette speziell für Mountainbikes ist der nächste Evolutionsschritt der Schalttechnik. Diese Kette schaltet flüssiger, spart Gewicht und erhöht insgesamt die Systemleistung.
HG-X-Kette mit Laufrichtungsbindung: Die rechte Seite ist für das Schalten vorn optimiert, die linke für hinten. Im Einsatz bei: XTR/DEORE XT/SLX.
Produkteigenschaften - Shimano XT CN-HG95
- Einsatzbereich: MTB, Trekking, E-Bike
- Modell: CN-HG95
- Gruppe: XT Dyna-Sys
- Typ: HG-X 10-fach superschmal
- Richtungsabhängiges Design: Ja
- Chrombeschichteter Verbindungsstift: Ja
- Beschichtung der Außenlasche: SIL-TEC
- Beschichtung der Innenlasche: SIL-TEC
- Verschluss: Kettennietstift
- Bemerkung: Die HG-X-Kette ist nicht mit anderen, für Rennräder konzipierten 10-fach-Schaltungen kompatibel.
- Kompatibilität: Alle MTB / Trekking 2x10-fach und 3x10-fach Schaltsysteme
- Material: Stahl
- Farbe: silber
- Gewicht (Herstellerangabe): ca. 273g (114 Glieder)
10-fach Ketten Vergleich
Hier ist ein Vergleich verschiedener 10-fach Ketten:
| Modell | Unsere Bewertung | Kundenwertung bei Amazon | Preisvergleich | Farbe | Anzahl Gelenke | Gelenkgröße | Langlebiges Material | Vorteile |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Shimano CN-HG95 | Sehr gut | 2315 Bewertungen | Preisvergleich | Silber | 116 Stk. | Keine Herstellerangaben | Zinklegierung, Edelstahl | Verschleißfest, langlebig, sehr leicht |
| Kmc E10 | Sehr gut | 872 Bewertungen | Preisvergleich | Silber | 122 Stk. | Keine Herstellerangaben | Stahl | Speziell für E-Bikes, werkzeugloses Kettenschloss, Anti-Rost-Beschichtung |
| Kmc X10SL | Sehr gut | 8 Bewertungen | Preisvergleich | Gold | 114 Stk. | 1/2'' x 11/128'' | Legierter Stahl | Hochpräzise, mit Hohlbolzen, gefräste Innen- und Außenplatten |
| Alphatrail AT-450 | Sehr gut | 227 Bewertungen | Preisvergleich | Silber | 116 Stk. | 1/2'' x 5/64'' | Karbonstahl | Q-Kohlenstoff-Technologie, vorgeölt, stabile Außenverpackung |
| Kmc X10 | Sehr gut | 2242 Bewertungen | Preisvergleich | Grau | 114 Stk. | 1/2'' x 11/128'' | Stahl | Besonders gute Haltbarkeit, X-Bridge und Non-Directional-Einsatz, präzisere Schaltvorgänge |
| Zonkie Fahrradkette 10-fach | Sehr gut | 250 Bewertungen | Preisvergleich | Silber | 116 Stk. | 1/2'' x 11/128'' | Stahl | Werkzeugloses Kettenschloss |
| Ybeki Y57 | Sehr gut | 139 Bewertungen | Preisvergleich | Lila | 116 Stk. | 1/2'' x 11/128'' | Karbonstahl | Korrosionsbeständig, rostbeständig, verschleißfrei |
| Ybeki Fahrradkette 11-fach | Gut | 596 Bewertungen | Preisvergleich | Silber | 116 Stk. | 1/2'' x 11/128'' | Stahl, Silber | Mit Zange, mit 3 Kettenschlössern, korrosionsbeständige Silberbeschichtung |
Die Shimano MTB ist eine 10-fach Kette mit 116 Gliedern. Sie ist Teil der DEORE XT-Serie, die für ihre hohe Qualität und Langlebigkeit bekannt ist. Wir schätzen die Robustheit und Zuverlässigkeit, die diese Kette bietet, was sie zu einer hervorragenden Wahl für Mountainbiker und andere Offroad-Fahrradfahrer macht.
Im Vergleich zu anderen Fahrradketten bietet die KMC e10 eine ausgezeichnete Qualität und Haltbarkeit. Sie ist ideal für den Einsatz an Mountainbikes und Rennrädern geeignet und bietet eine reibungslose und zuverlässige Schaltleistung.
Die KMC Fahrradkette X10SL Ti-N Gold bietet mit ihren Hohlbolzen und gefrästen Innen- und Außenplatten eine superleichte, aber dennoch langlebige Konstruktion. Die hochpräzise Fertigung sorgt für ein exzellentes Schaltverhalten und die Kompatibilität zu Shimano/Sram/Campagnolo macht sie vielseitig einsetzbar.
Die Zehnfachkette Alphatrail AT-450 ist im vergleich zu anderen Ketten aus Karbonstahl und mit Q-Kohlenstoff-Technologie versehen. Das macht die Fahrradkette besonders leicht in der Anbringung, denn sie lässt sich leicht verschließen. Trotzdem hat die Fahrradkette eine hohe Laufleistung und ist stabil.
Die Kmc X10 ist aus langlebigem und solidem Stahl gefertigt und im Vergleich angenehm leicht. Positiv finden wir, dass die Kette nicht laufrichtungsgebunden ist, was sie flexibel einsetzbar macht. Ebenso finden wir es sehr erfreulich, dass im Lieferumfang bereits ein Kettenverschluss enthalten ist.
Die Zonkie-Fahrradkette 10-fach zeigt eine gelungene Kombination aus einfacher Handhabung bei Installation und Reinigung einerseits und besten Materialeigenschaften andererseits. Die kräftige Zugkraft wird durch Spezialstähle und mehrfaches Schmieden erreicht. Eine strenge Materialkontrolle garantiert die hohe Qualität. All dies zusammen mit dem Rost- und Korrosionsschutz macht die Kette belastbar und langlebig.
Aus langlebigem und robusten Karbonstahl ist die Ybeki Y57 Fahrradkette gefertigt. Das Material ist gewappnet gegen Korrosion und Rost und ebenso ist es verschleißfrei. Die Silberbeschichtung der Kette verstärkt die positiven Eigenschaften zusätzlich. Gut finden wir zudem, dass die Montage dank des praktischen Zubehörs sehr einfach ist.
Welche Kette ans E-Bike?
Sollte man am E-Bike also besondere Ketten mit dem Zusatz „E“ verwenden? Und lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und die Top-Modelle zu kaufen? Der Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt. Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10. Auch die Wippermann-Ketten zeigen eine ordentliche Performance, fallen aber durch stärkeren Rollenverschleiß auf. Die teurere Edelstahlkette längt sich dabei etwas weniger als die einfacheren Modelle. Auch bei SRAM ist die teurere PC 1071 deutlich haltbarer als die billige PC 1031.
Unterm Strich lernen wir, dass das Attribut „E-Bike-tauglich“ keine Qualitätsaussage ist. Auch der Preis gibt nur bedingt Auskunft über die Qualität einer Kette. Durch die Bank glänzend sind die Ergebnisse der Shimano-Ketten. Auch die günstigste, die HG 54, schneidet sehr gut ab. Punktabzug gibt es nur durch das umständliche Handling mit dem Verschlussbolzen. Den Testsieg holt sich KMC mit der günstigen X10, die mit einem Kettenschloss montiert wird.
Kettenverschleiß - So haben wir getestet
Den Verschleiß der Ketten haben wir auf einer Prüfmaschine bestimmt. Dazu wurden je sieben Kettenabschnitte zu einer Prüfkette zusammengesetzt, die auf dem Prüfstand verspannt wurde. 80 Stunden lang wurde die Kette mit 300 N Spannung und 75 U/min bewegt. Weitere 30 Stunden mit einer auf 750 N erhöhten Last, wie sie fürs E-Biken repräsentativer ist. Alle 20 Stunden wurde feiner, aggressiver Quarzsand auf die Kette gerieselt, die mit einfachem Motoröl geschmiert wurde. Am Ende jedes Zyklus wurde die Längung der Gelenke mit Messschiebern unter Vorlast ermittelt. Zusätzlich haben wir den Rollenverschleiß erfasst und mit einer Kettenmesslehre überprüft, ob ein Austausch anstünde. Ein Referenzkettenabschnitt wurde in beiden Prüfketten verwendet.
Ketten unter 0,02 Millimeter Längung pro Gelenk sind nach der Prüfung mit Kettenlehre, die auch den Rollenverschleiß erfasst, noch nicht austauschpflichtig.
Die 13 Ketten im Verschleißtest
Nachfolgend finden Sie die Testergebnisse zu den 13 Fahrradketten im MYBIKE-Verschleißtest.
KMC E10
- Preis: 52,95 Euro
- Gewicht: 285 Gramm
- Glieder: 122
- Gewicht pro Kettenglied: 2,34 Gramm
- Breite: 5,99 Millimeter
- Verschleiß: 0,078 Millimeter
- Fazit: Spezifische E-Bike-Kette. Fällt im Test durch ausgesprochen schwache Haltbarkeit auf.
- MYBIKE-Testurteil: BEFRIEDIGEND
KMC X10
- Preis: 33,90 Euro
- Gewicht: 264 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,32 Gramm
- Breite: 5,88 Millimeter
- Verschleiß: 0,017 Millimeter
- Fazit: Die günstige Kette zeigt, dass Shimano-Zulieferer KMC auch unter eigener Flagge extrem haltbare Ketten anbietet.
- MYBIKE-Testurteil: SEHR GUT (Testsieger 3/2019)
KMC X10 EL Gold
- Preis: 54,90 Euro
- Gewicht: 259 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,27 Gramm
- Breite: 5,89 Millimeter
- Verschleiß: 0,054 Millimeter
- Fazit: Goldig glänzend durch Titan-Nitrit-Beschichtung. Sehr leicht durch durchbrochene Laschen, aber in der Haltbarkeit nicht toll.
- Testurteil: GUT
Miché E-Bike
- Preis: 48,38 Euro
- Gewicht: 337 Gramm
- Glieder: 138
- Gewicht pro Kettenglied: 2,44 Gramm
- Breite: 5,94 Millimeter
- Verschleiß: 0,111 Millimeter
- Fazit: Die E-Bike-Kette von Miché enttäuscht. Die Kette verschleißt von Beginn an schnell. Schlusslicht in der Haltbarkeitswertung.
- Testurteil: AUSREICHEND
Miché 10 Speed
- Preis: 36,50 Euro
- Gewicht: 279 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,41 Gramm
- Breite: 5,86 Millimeter
- Verschleiß: 0,035 Millimeter
- Fazit: Die vernickelte Kette mit durchbrochenen Laschen zeigt, dass Miché gute Ketten machen kann.
- Testurteil: GUT
Shimano CNE 6090
- Preis: 42,95 Euro
- Gewicht: 303 Gramm
- Glieder: 126
- Gewicht pro Kettenglied: 2,40 Gramm
- Breite: 5,81 Millimeter
- Verschleiß: 0,017 Millimeter
- Fazit: Extralange E-Bike-Kette mit geräuschmindernder Siltec-Beschichtung für Einfach-Antriebe. Hervorragende Haltbarkeit.
- Testurteil: SEHR GUT
Shimano Deore HG 54
- Preis: 29,95 Euro
- Gewicht: 276 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,38 Gramm
- Breite: 5,94 Millimeter
- Verschleiß: 0,016 Millimeter
- Fazit: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Etwas schlichte Optik, aber Top-Haltbarkeit. Günstig.
- Testurteil: SEHR GUT
Shimano HG 95
- Preis: 32,95 Euro
- Gewicht: 277 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,39 Gramm
- Breite: 5,8 Millimeter
- Verschleiß: 0,016 Millimeter
- Fazit: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Beschichtete Laschen. Hervorragende Haltbarkeit.
- Testurteil: SEHR GUT
SRAM PC 1031
- Preis: 22,00 Euro
- Gewicht: 272 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,39 Gramm
- Breite: 6,01 Millimeter
- Verschleiß: 0,102 Millimeter
- Fazit: Die günstige Kette der Amerikaner fällt stark ab gegenüber dem teureren Schwestermodell. Die Haltbarkeit ist schwach.
- Testurteil: AUSREICHEND
SRAM PC 1071
- Preis: 48,90 Euro
- Gewicht: 260 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,28 Gramm
- Breite: 6,05 Millimeter
- Verschleiß: 0,026 Millimeter
- Fazit: Hohlbolzen drücken das Gewicht, die vernickelten Außenlaschen sorgen für Glanz. Gute Haltbarkeit.
- Testurteil: SEHR GUT
Wippermann 10 S1
- Preis: 67,50 Euro
- Gewicht: 256 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,25 Gramm
- Breite: 5,93 Millimeter
- Verschleiß: 0,023 Millimeter
- Fazit: Komplett aus Edelstahl gefertigt. Das treibt den Preis, bedeutet aber hohen Rostschutz. Gute Haltbarkeit. Super Schloss.
- Testurteil: SEHR GUT
Wippermann 10 SE
- Preis: 57,90 Euro
- Gewicht: 286 Gramm
- Glieder: 124
- Gewicht pro Kettenglied: 2,31 Gramm
- Breite: 5,85 Millimeter
- Verschleiß: 0,024 Millimeter
- Fazit: E-Bike-Modell mit Innenglied aus Edelstahl. Gute Haltbarkeit der Gelenke, hoher Rollenverschleiß. Genialer Verschluss.
- Testurteil: SEHR GUT
Wippermann 10 SO
- Preis: 34,90 Euro
- Gewicht: 264 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,32 Gramm
- Breite: 5,85 Millimeter
- Verschleiß: 0,028 Millimeter
- Fazit: Auch die günstigste Kette von Wippermann schlägt sich wacker. Toll ist der leicht zu öffnende Verschluss.
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