Shimano Kette Einbauen Anleitung: Ein Umfassender Leitfaden

Der Wechsel einer Fahrradkette kann auch von ungeübten Fahrern selbst erledigt werden. Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung zum Einbau einer Shimano Kette. Für erfahrene Schrauber ist dies in der Regel kein Problem.

Vorbereitung und Werkzeug

Sorgen Sie zunächst für optimale Bedingungen: Das Bike sollte für Montagearbeiten immer sicher stehen. Auch alte Kleidung, die ruhig schmutzig werden darf, sowie dünne Handschuhe können hilfreich sein. Legen Sie sich alles was Sie benötigen in Reichweite zurecht.

Benötigtes Werkzeug und Hilfsmittel:

  • Spezifische Kettennietwerkzeuge
  • Speiche als Haltehilfe
  • Kettenschmierstoff
  • Lappen
  • Schutzbrille

Ohne passendes Werkzeug wird die Montage und damit die neue Kette zum Sicherheitsrisiko. Wer den Kauf des Spezialwerkzeugs scheut, lässt die Kette besser beim Händler montieren.

Zur Ermittlung der Kettenlänge und Montage hilft eine zurechtgebogene Speiche, mit der man die Kette in Position halten kann.

Kettenlänge Bestimmen

Die richtige Kettenlänge ist wichtig! Zu lange Ketten rasseln und können abspringen, zu kurze Ketten können das Schaltwerk in die Speichen ziehen oder bei ungünstigem Schräglauf reißen.

SRAM empfiehlt, bei SRAM-Schaltungen die Kette über das große Kettenblatt und das größte Ritzel und am Schaltwerk vorbeizuführen. Ziehen Sie die Kette unten zusammen. Addieren Sie ein vollständiges Glied und das Kettenschloss.

Davon ausgehend, dass die alte Kette einst die richtige Länge besaß, kann sie als Referenz für die neue Kette dienen. Es gibt Fahrradketten mit unterschiedlicher Anzahl an Kettengliedern, üblicherweise zwischen 108 und 126 Gliedern. Die Länge der einzelnen Glieder ist bei allen Fahrradketten gleich. Die Anzahl der Kettenglieder der alten Kette muss auch die neue Kette aufweisen - hier hilft nur sorgfältiges Abzählen. Entsprechend muss eine zu lange Kette gekürzt werden. Die tatsächliche Länge der alten Kette spielt dagegen keine Rolle, denn sie wurde im Laufe der Zeit länger.

Alternative Methode zur Bestimmung der Kettenlänge:

  1. Legen Sie die neue Kette vorne über das große Blatt, hinten über das kleinste Ritzel und führen Sie sie durch das Schaltwerk. Achten Sie darauf, dass die Kette nirgends streift. Die Schrauben der Schaltwerksrollen müssen senkrecht übereinander stehen.
  2. Kontrollieren Sie, ob die Länge wirklich passt, indem Sie die Kette über das kleine Blatt und das kleinste Ritzel laufen lassen. Die Führungsrolle des Schaltwerks muss dann 5 bis 15 Millimeter Abstand vom unteren Kettenstrang haben.
  3. Gegenprobe: Legen Sie die Kette über das große Blatt und das größte Ritzel. Der Führungskäfig darf dann nicht vollständig gespannt sein. Er muss sich noch leicht nach oben bewegen lassen; die Kette soll dabei Spannung verlieren.

Kette Montieren

Legen Sie die Kette an einer beliebigen Stelle in den Kettennieter und drücken Sie den Kettennietstift heraus.

Wahrscheinlich müssen Sie die neue Kette vor der Montage kürzen. Ziehen Sie die Enden vorsichtig zusammen, bis diese etwas „stramm“ ist. Von dieser Position rechnen Sie zwei Kettenglieder dazu, dann haben Sie die passende Länge für Ihre neue Kette. Die überflüssigen Kettenglieder können entfernt werden.

Nehmen Sie die Kürzung der Kette immer nur an Stellen mit einfachem Nietstift vor. Achtung! Wenn die Kette nach dem Kürzen per Nietstift verbunden werden soll müssen sich an den Enden eine Außenlasche und ein Innenglied gegenüber stehen. Wenn Sie lieber ein kompatibles Kettenschloss verwenden möchten, werden zwei Innenglieder benötigt!

Shimanos asymmetrische Elffach-Ketten haben eine festgelegte Laufrichtung. Auf der Außenseite erkennen Sie Einprägungen an den Laschen. Legen Sie die Kette so auf, dass die eingeprägte Schrift nach außen zeigt.

Montage mit Kettennietstift (Shimano):

  1. Kürzen Sie die Kette mit dem Kettennieter TL-CN 28 oder 34 an dem Ende der Kette, das mit der Innenlasche endet. So bleiben die Außenlaschen im Originalzustand. Legen Sie die Kette ins Werkzeug und drehen Sie die Spindel gleichmäßig, bis der Niet vollständig aus der Kette gedrückt ist.
  2. Legen Sie die Kette auf das kleine Kettenblatt, hinten auf das kleinste Ritzel und führen Sie sie durch den Schaltungskäfig. Hängen Sie den selbst gebauten Haltebügel ein, wie im Bild zu sehen. Schieben Sie den gefetteten Verbindungsstift von außen durch die zusammengeschobene Kette.
  3. Legen Sie die Kette in das Nietwerkzeug. Sie muss sauber geführt werden und die Spitze passgenau in die Senkung des Nietstifts laufen. Drehen Sie die Spindel des Werkzeugs gleichmäßig, bis der Niet fühl- und hörbar einrastet. Die Kraft, mit der die Spindel gedreht werden muss, lässt dann sofort nach. Nicht weiterdrehen!
  4. Setzen Sie den Nietendrücker ab. Kontrollieren Sie, ob sich das vernietete Glied frei bewegen lässt, indem Sie die Glieder von Hand zusammenschieben, und ob der Niet (ohne Einführhilfe) auf beiden Seiten gleich weit übersteht. Die Kette muss von der Spannung des Schaltwerks vollständig auseinandergezogen werden.
  5. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie die Kette etwas bewegen oder gegebenenfalls den Niet etwas nachdrücken. Brechen Sie abschließend den Führungsstift am Niet mit einer Zange ab. Hängen Sie zum Schluss das Fahrrad in den Montageständer, damit Sie alle Gänge durchschalten und so die korrekte Funktion des Antriebs testen können.

Montage mit Kettenschloss (SRAM):

  1. Zur Montage des Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen die zu schließenden Enden der Kette bilden. Kürzen Sie daher die Kette um ein halbes Glied, also eine Außenlasche mehr als zur optimalen Länge nötig.
  2. Die Lücke zur optimalen Länge wird vom Kettenschloss überbrückt. Das Schloss hat eine festgelegte Laufrichtung und muss so ausgerichtet werden, dass der Pfeil auf der nach außen gerichteten Lasche in Kettenlaufrichtung zeigt, der Pfeil auf der inneren Lasche entgegen der Laufrichtung.
  3. Führen Sie die passend gekürzte Kette über das kleinste Ritzel, das kleine Kettenblatt und durch das Schaltwerk. Hängen Sie den Haltebügel ein. Fetten Sie die Bolzen der beiden Teile des Kettenverschlusses.
  4. Schieben Sie die Verschlussteile gegengleich in das vordere und das hintere Kettenende ein. Dann die Enden zusammenführen und die Bolzen mit den Nuten in die gegenüberliegenden Außenlaschen einhängen. Drücken Sie etwas und ziehen Sie das Glied auseinander.
  5. Passt alles, drehen Sie die Kette so lange rückwärts, bis das Verschlussglied im oberen Kettenstrang steht. Kontrollieren Sie nochmals die Kettenlänge und die Orientierung des Verschlussglieds.
  6. Treten Sie auf das Pedal, um die Kette zu verschließen, was ein Klickgeräusch dokumentiert. Kontrollieren Sie, ob das Glied leichtgängig ist. Hängen Sie zum Schluss das Fahrrad in den Montageständer, damit Sie alle Gänge durchschalten und so die korrekte Funktion des Antriebs testen können.

Tabuzonen und Wichtige Hinweise

An der Stelle des Verbindungsstiftes darf eine Kette nicht wieder geöffnet werden! Die Kette wäre nach dem erneuten Vernieten unsicher! Das Wiedervernieten gelingt sicher nur mit einem neuen Shimano-Elffach-Niet, bei Campagnolo mit dem Ersatzteil Ultra-Link. Zehn- und Elffach-Kettenschlösser von SRAM können nicht mehr geöffnet werden. Soll die Kette demontiert werden, drücken Sie mit einem Kettennieter einen Stift am Verschlussglied heraus. Wiederverschließen gelingt mit einem neuen Kettenschloss.

An Campagnolo-Ketten ist am Ende mit den Außenlaschen ein Warnhinweis angebracht. Diese Außenlaschen sind für das Vernieten vorbereitet, dort darf nicht gekürzt werden.

Achtung! Beachten Sie die Herstellerangaben der Fahrradkette.

Kettenpflege

Wer einen reibungslosen Antrieb für sein Bike möchte, sollte sich von Zeit zu Zeit eine neue Fahrradkette gönnen. Für die Wechselintervalle gibt es keine genauen Vorgaben, diese sind abhängig von Wetter, Fahrstil, Wartungszustand und weiteren Faktoren. Prüfen und pflegen Sie Ihre Kette in regelmäßigen Abständen, da sich diese mit der Zeit längt oder dem natürlichen Verschleiß zum Opfer fällt.

Reinigen Sie zunächst grobe Verschmutzungen mit Spüli-Wasser und einer kleinen Bürste, beispielsweise eine alte Zahnbürste. Anschließend wird der restliche Dreck mit einem feuchten Lappen entfernt und die Kette getrocknet. Auch der Antrieb darf nicht vernachlässigt werden: Mit einer Ritzelbürste gelangen Sie gut in die Zwischenräume und befreien so die Ritzel und Kettenblätter von groben Verschmutzungen.

Richtig Reinigen der Kette:

  1. Messen Sie zuvor die Längung der Kette mit der Wippermann- bzw. Shimano-Lehre oder dem Rohloff-Caliber. Ist die Kette verschlissen, sollten Sie sie wechseln, um Zahnkranz und Kettenblätter zu schonen. Das Putzen können Sie sich dann sparen.
  2. Ist die Kette noch gut, umfassen Sie sie unten mit einem Baumwolllappen hinterm Kettenblatt. Ziehen Sie den Lappen nach hinten. Kurbel eine halbe Umdrehung rückwärts drehen, wieder wischen. Wiederholen Sie das, bis die Kette weitgehend sauber ist.
  3. Schaben Sie verharztes und verschmutztes Öl mit einem Kunststoffschaber (z. B. einem Reifenheber) von den Kettenblättern; Stahl (z. B. Schraubenzieher) verursacht Kratzer. Wischen Sie anschließend die Kettenblätter und die Kurbeln mit einem Lappen sauber.
  4. Entfernen Sie auf die gleiche Weise Schmutz und verbrauchtes Öl und Fett von der Spann- und der Führungsrolle des Schaltwerks. Wischen Sie Schaltwerk und vorderen Umwerfer ebenfalls sauber.
  5. Schalten Sie auf das kleinste Ritzel und bauen Sie das Hinterrad aus. Reinigen Sie den Zahnkranz, indem Sie einen gefalteten Lappen zwischen jeweils zwei Ritzel fädeln und vor und zurück ziehen; dabei wird der Zahnkranz immer ein Stück weitergedreht - so lange, bis er sauber ist.
  6. Wer eine besonders saubere Kette will, legt sie auf das große Kettenblatt und streift Glied für Glied von innen nach außen ab.

Kette Schmieren:

  1. Die Wahl des Schmierstoffs ist für viele eine Glaubensfrage. Am verlässlichsten ist spezielles Kettenöl. Es benetzt die Kette mit einem Film, der Geräusche mindert und deutlich sichtbar macht, ob noch Schmierstoff vorhanden ist. Trockenschmierstoffe halten die Kette sauber, müssen aber erfahrungsgemäß häufiger aufgebracht werden.
  2. Drehen Sie die Kurbel rückwärts und tragen Sie auf die durchlaufende Kette dünn das Kettenöl auf, so dass sich der Schmierstoff gleichmäßig verteilt. Kurbeln Sie danach noch einige Umdrehungen weiter und lassen Sie dem Öl anschließend eine halbe Stunde Zeit, um zwischen Laschen und Rollen einzuziehen.
  3. Wischen Sie abschließend überschüssiges Öl mit einem Baumwolltuch ab, damit es keinen Schmutz anziehen kann und keine Spritzer auf Reifen und Felge geschleudert werden - was nicht nur ungepflegt aussieht: Öl auf der Felgenflanke schwächt die Bremswirkung.

Wann sollte die Fahrradkette gewechselt werden?

Bei jeder Fahrt ist eine Fahrradkette beachtlichen Zugkräften ausgesetzt. Über die Zeit dehnt sich das Material und die Kette wird länger. Das Resultat: Die Kette passt nicht mehr in die Ritzel und die Schaltvorgänge werden unsauber. Gibt es also Probleme im Antrieb und beim Schalten der Gänge, ist es möglicherweise Zeit für einen Wechsel. Wer sich nicht sicher ist oder die Dehnung der Kette genau messen möchte, kann auf eine Kettenverschleißlehre zurückgreifen.

Wie lange hält eine Fahrradkette?

Grundsätzlich ist die Lebensdauer der Kette abhängig von Fahrradtyp und Nutzung. Eine wenig beanspruchte Fahrradkette kann bis zu 5.000 Kilometer halten. Bei intensiverer Nutzung, etwa bei einem Rennrad, steht der Wechsel in der Regel früher an. Ist man bei Wind und Wetter oder gar im Winter unterwegs, verschleißt die Fahrradkette noch schneller.

Wie findet man die richtige Fahrradkette?

Für Fahrradketten gibt es zwei wichtige Maße. Das ist zum einen der Abstand zwischen den Kettengliedern. Praktischerweise ist er hierzulande genormt und beträgt 1/2". Nur bei sehr speziellen und älteren Rädern findet man noch Maße wie 5/8". Die zweite Größe ist das Innenmaß der Breite. Sie ist abhängig davon, wie viele Zahnräder die Schaltkassette an der Hinterachse hat: je mehr Ritzel, desto schmaler die Kette. Deshalb ist auf den Verpackungen im Allgemeinen auch angegeben, für wie viele Ritzel die Kette geeignet ist.

Bei hochwertigen Fahrrädern bietet es sich an, eine Kette vom Hersteller des Schaltwerks zu kaufen - auch dann muss das Kettenschloss der Breite der Kette entsprechen.

Folgeschäden bei zu spätem Wechsel

Eine alte Fahrradkette kann bei Belastung reißen. Wer seine Kette zu spät wechselt, riskiert außerdem kostspielige Folgeschäden. Eine unsauber laufende Kette beansprucht auch die Ritzel. Dann kann es passieren, dass nicht nur die Kette, sondern auch die Zahnräder gewechselt werden müssen.

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