Shimano Kettenschloss Mehrfach Verwenden: Eine Anleitung

Die Frage, ob man Kettenschlösser mehrfach verwenden sollte, beschäftigt viele Radfahrer. Eigentlich verwenden viele Radfahrer gerne Kettenschlösser. Gerade auch bei den von einigen bevorzugten von SRAM, wird davon abgeraten, diese ein zweites Mal zu verwenden.

Gründe gegen die Mehrfachverwendung

Manche Schlösser haben in irgendeiner Form eine Verriegelungsnase, die bei jeder Benutzung ein Stück abgeschliffen/abgenutzt wird und die Sicherheit der Verriegelung reduziert. Also Grund für die Hersteller ist einfach die Sicherheitsvorgabe. Kettenverschlussglieder sind auch Kettenglieder und unterliegen dem selben Verschleiß wie die damit verschlossene Kette. Ist die Kette verschlissen, sollte auch das Verschlussglied ausgemustert werden.

Die von Shimano sollten nur einmalig verschlossen werden, da sie keinen Rastpunkt haben, sondern sich verklemmen und nach dem Öffnen nicht mehr die gleiche Passung besitzen und nicht erneut fest genug schliessen. Die Verschlüsse von Sram und Wippermann haben einen solchen Rastpunkt und lassen sich mehrmals öffnen und schliessen. Sie lassen sich also auch mehrfach verwenden, doch das Material ist bereits geschwächt und stellt für die Lebensdauer der zweiten und jeder folgenden Kette einen Schwachpunkt dar, für die der Hersteller nicht mehr garantiert und die auch mit zunehmender Wahrscheinlichkeit die Laufeigenschaften der Kette negativ beeinflusst.

Ich würde dem Verschlussglied durchaus eine zweite Kette zumuten, mehr jedoch auch nicht. Wiederverwenden, wenn eine Kette bereits mit dem Schloss am Verschleißende ist: Dazu hat ja Christoph schon geäußert. Die Schlösser (insbesondere die SRAM Schlösser) sind wirklich sehr langlebig, aber bei dem geringen Preis sollte man auch das Schloss mit der Kette wechseln (wenn nicht eh schon ein neues Schloss bei der Kette dabei ist). Das alte Schloss kann man durchaus noch als Notfallschloss im Werkzeugset mitnehmen.

Das Kettenschloss dehnt sich genauso wie der Rest der Kette. Letztens hatte ich eine ziemlich abgeranzte Kette gewwechselt und das Kettenschloss für die neue genommen. Das war ganz deutlich zu merken, jedes mal, wenn das Kettenschloss über die Ritzel lief, gab es ein ungutes Klacken. Nach dem Einbau eines neuen Kettenschlosses lief wieder alles geräuschlos.

Bei 'nem Sram Powerlink in einer schon ein paar tausend Kilometer gefahrenen Campa C9-Kette kann ich jedenfalls mit der Verschleißlehre feststellen, ob ich gerade übers Powerlink messe oder nicht. Der Verschleiß ist dort geringfügig größer. Es empfiehlt sich, auch Kettenschlösser vor dem Zusammenbau zu ölen/ fetten, damit dort nicht direkt Metall auf Metall reibt.

Verschleiß und Materialermüdung

Mir war nicht klar, dass bei einem verwendeten Kettenschloss der Verschleiß doch zu berücksichtigen ist, gerade, wenn man es bei einem Kettenwechsel mit einer nagelneuen Kette (mit seinen sonst um die 100 neuen Gliedern) wiederverwendet. Warum sollte an dem Schloss kein Verschleiß entstehen? Es ist ein Teil der Kette. Um den Bolzen drehen sich die Kragen der Innenlaschen, Schmutz und Abrieb kommen da dran und auch auf die Innenseite der Außenlasche, die im Bericht des Kontakts zur Innenlasche dünner werden. Wie der Rest der Kette auch. Das Schloss ist ein Teil der Kette mit derselben Funktion und derselben Belastung wie sie die anderen Kettenglieder auch haben.

Aspekte der Handhabung

Wie bereits beschrieben musst du den Verschlussmechanismus und den Verschleiß der Bolzen des Kettenschlosses unterscheiden. Durch häufiges Öffnen und Schließen leiden die Bolzen nicht, der Verschlussmechanismus kann aber "lasch" werden. Ob das der Fall ist, hängt sehr vom Kettenschloss ab.

Gerade das Verschließen finde ich einfacher und sicherer. Zum Öffnen gibt es spezielle Zangen ab 4€ Klick (Beim Kettentest finde ich gerade das einfache wechseln der Ketten dank der Schlösser so angenehm.)seht ihr auch beim eigentlichen mehrfachen Verschließen/ Öffnen eines Powerlinks ein Problem (dadurch ggf. zusätzlicher Verschleiß?)? Das wurde doch schon oben von mind. 2 Leuten beantwortet. Ich für mich sehe da kein Problem drin. Ich sehe aber ein Problem dadrin, ein und dasselbe Schloss über mehrere Kettenleben zu verwenden.

Alternativen und Empfehlungen

Einige Radfahrer vernieten ihre Ketten und sparen sich so das Voodoo um Kettenschlösser. Ich glaube, so werde ich es künftig auch wieder handhaben (und für Notfälle kan man ja ein Kettenschloss dabei haben). Ich verwende übrigens nur Kettenschlösser für meine Ketten und spare mir so das Voodoo um Nieten.

Hallo bezel, die Frage ist, wozu? Eine neue Kette verschließe ich so, wie es vorgesehen ist. Bei SRAM mit dem Schloss, was einer neuen Kette beiliegt.

Bei Nabenschaltungen/Singlespeed ist das o.k. aber bei Kettenschaltungen gehst du ein hohes Risiko ein. Durch das Überlaufzahnprofil moderner Kassetten kann beim Gangwechsel eine Zahnspitze direkt auf den Spalt zwischen Innen-und Aussenlasche treffen und die Außenlasche abhebeln. Gerade wenn diese Verbindung schon spanabhebend geöffnet und erneut gefügt wurde ist das eine absolute Schwächung - von Nietung kann nicht mehr gesprochen werden. Die C9 ist wohl noch die einzige Kette, die sich aufgrund des Bolzenüberstands fachgerecht mit dem Revolver erneut vernieten lässt(so die Anleitung von Rohloff). Ab 10-f. fehlt auch einfach ausreichender Bolzenüberstand zum vernieten. Hier sollte man wirklich nur Kettenschlösser bzw.

Auch wenn in so einer Situation kein Kettenschloss mehr benötigt wird um die Kette zu lösen, habe ich immer welche verbaut. Vor Jahren hatte ich in den Bergen hinter Lloret das Vergnügen, dass mir die Kette vom kleinsten Kettenblatt nach innen abgesprungen ist und sich zwischen Kettenblatt und Kettenstrebe nach unten durchgequetscht hat. Selbst mit brachialer Gewaltanwendung konnte ich sie nicht mehr aus diesem Eck hochholen. Damals ohne Kettenschloss, aber wenigstens mit Werkzeug unterwegs. Das hat gedauert, ich war verdreckt und bockig.

Ich nutze sie stets nur einmal. Für den Fall der Fälle habe ich immer Quick-Links in der Hütte liegen.

Reinigung und Pflege

Wenn Du nun die gebrauchte und demgemäß abgenutzte Kette reinigst, gehen jeglicher Schmierstoff und feinster Abrieb raus. Ja, kannst du mehrmals verwenden, jedenfalls die von KMC. Abnehmen zum Reinigen muss ich die Ketten allerdings nicht. Wenn sie nicht ganz so eingesaut ist (sind meine Ketten nie), wird sie mit einem trockenen alten Lappen sauber gerieben, dann wieder mit einem Lappen mit Öl eingerieben und schließlich, am besten nach einer Runde fahren, wird überschüssiges Öl wieder abgenommen.

Ketten, an denen sich der berüchtigte, schwarze Kniest gebildet hat, weil jemand immer wieder frisches Öl auf die dreckige Kette gegeben hat, machen natürlich mehr Arbeit. Nach dem Abreiben werden sie gründlich eingeölt, eine Spur Öl über jedes Glied, das Öl bleibt dann über Nacht drauf, so dass es den ganzen Kniest und Dreck löst und dann erst wird sie abgerieben. Vorsicht! Ketten haben eine Grundfettung. Im Werk werden sie durch heißes Fett gezogen und dieses Fett möchte man behalten.

Kannst du auf jeden Fall wieder verwenden ! Ich weiß nicht wie oft ich meins schon auf und zu gemacht habe. Bestimmt 20-30 mal. Ist halt wie ein Vorhängeschloss, daß schmeißt man ja auch nicht weg,wenn man es einmal wieder aufgeschlossen hat.

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