Shimano Deore XT PD-T8000 Klick Plattformpedale im Test

Am Anfang hat es nur beim Anfahren geknarzt. Dann kam ein Knacken bei jeder Pedal­umdrehung. Doch weil der Verfall so allmählich voranschreitet, erträgt man sein Billigpedal lange - genau wie die immer tieferen Sägespuren in der Schuhsohle. Wie schlecht es wirklich war, zeigte sich erst durch die Performance des gründlich gewählten Ersatzes: Kein Geräusch, keine spürbaren Kanten und sicherer Stand ohne Schuhschäden.

Anforderungen an ein Wohlfühl-Pedal

Die wichtigsten Anforderungen an ein Wohlfühl-Pedal sind rasch eingekreist. Am spürbarsten sind Größe, Form und Beschaffenheit der Pedaloberfläche. Im Alltag kommen häufig weiche Schuhsohlen zum Einsatz, die am besten auf möglichst großer Fläche stehen. Selbst kleinere Männerschuhe sind unterm Ballen etwa zehn Zentimeter breit. Ragt der Fuß, wie beim schmalsten Pedal im Test, drei Zentimeter über die äußere Kante hinaus, fühlt sich das höchstens mit versteiften Bikeschuhen gut an.

Trittflächen und Komfort

Groß ist prinzipiell gut, und je schwerer oder trittstärker jemand ist, desto wichtiger ist eine ausreichend große Fläche - auch wenn Ergotecs flächiges Kunststoffpedal für durchschnittliche Bedürfnisse übers Ziel hinausschießt. Die weiter außen stehende Trittfläche soll eine entspannte Fuß- und Knieposition erleichtern. Auch Unebenheiten der Trittfläche bewirken einen Komfort-Unterschied, weshalb wir das hochklassige, aber etwas zerklüftete Shimano-Tourenpedal eher für stabilere Schuhe empfehlen. Die nur 1,5 Millimeter hohen Schräubchen, die für guten Grip aus der Trittfläche herausragen, schädigen dagegen auch weiche Gummisohlen nicht.

Noch stadtfeiner sind große Gummiflächen wie beim wuchtigen Look-Modell oder das immer weiter verbreitete Griptape. Das Material erinnert an sehr robustes Schleifpapier und kommt schon lange auf Skateboards oder an Treppenstufen zum Einsatz. Es glänzt mit perfektem Nässegrip auf Gummisohlen und verschleißt erstaunlich wenig. Und die griffigen Pads sind - großer Vorteil von Qualitätsprodukten - bei den Modellen von Ergotec, Moto und Procraft als Ersatzteil zu bekommen. Selbst für Vielfahrer dürfte sich das Wechselintervall in Jahren bemessen.

Für wen sind Kombipedale eine gute Wahl?

Die Ausreißer im Test sind zwei Paar Kombipedale mit einer Klickpedal-Bindung und einer normalen Trittfläche. Wir empfehlen sie vor allem für den sportlichen Touren- und Reiseeinsatz, denn im Stop and Go des Stadtverkehrs ist immer ein wenig Aufmerksamkeit nötig, um auf der richtigen Seite zu landen. Beide Modelle sind mit den verbreiteten Stahl-Schuhplatten von Shimano kompatibel und durch die Bindung etwas schwerer als reine City-Pedale.

Die 9 Pedale im Labortest

  • Contec Spurt
  • Ergotec EP2
  • Look Trail Grip
  • Moto Urban Reflex
  • M-Wave Drag T1 Kombi
  • Procraft Safety Grip Pro
  • Shimano Deore XT (PD-T8000)
  • Sixpack Racing Network 3.0
  • SQlab 521 L

Im Labor

Im Labor haben wir die technische Wertigkeit der Pedale untersucht. Bei ganzjährig benutzten Rädern ist Rost ein harter Gegner. Zwei Tage im MYBIKE-Salznebel simulieren sicher keinen kompletten Winterbetrieb, doch erste Rost-Opfer wurden sichtbar. Während das Gros der Pedale höchstens kleinflächig Flugrost an den Achsgewinden ansetzte, zeigten sich die Alu-Oberfläche und der Federmechanismus des M-Wave-Kombipedals eher schutzlos.

Was die höherwertigen Pedale unseres Testfelds von den meist billigen Teilen der Erstausrüstung unterscheidet, ist eine solide Lagerung. Bei wirklich simplen Kon­struktionen kann man von außen ins Lager schauen - eine Einladung an zerstörerisches Salzwasser. Wir haben die Testpedale nicht nur einem Dichtungstest unterzogen, sondern sie auch zerlegt. Neben den wenig gedichteten Einfach-Lagerungen bei Ergotec und Moto ähneln sich die Achs­lager des breiten Mittelfeldes (CT, M-Wave, Procraft, SQ Lab und Sixpack) sehr: Zur Kurbel hin schleift eine Gummilippe dichtend auf der Achse.

Die ist im Hauptteil präzise rund geschliffen und dreht sich in einem Gleitlager aus speziellem Kunststoff oder Lagerbronze. Dieses Gleitlager trägt die Hauptlast. Am Ende nehmen ein oder zwei kleine Kugellager noch einmal Körpergewicht auf und hindern den Pedalkörper daran, einfach von der Achse zu rutschen. Die Toplösungen von Look und Shimano funktionieren ähnlich, sind aber größer dimensioniert, noch etwas besser verarbeitet und geschmiert - und man bekommt die ganze Lagerung plus Achse als Ersatzteile. Bei diesen im Radsport bewährten Lagerungen wird so schnell nichts knarzen oder schlackern.

Die Labortests im Detail: So testet MYBIKE Pedale

Nicht wissenschaftlich, aber dafür praxisnah: Beim Labortest der Nachrüst-Pedale stehen Korrosion und Lagerqualität im Fokus.

Korrosionstest

Wie oft bricht tatsächlich ein Pedal mittlerer bis hoher Qualität? Nach unserer Kenntnis und Erfahrung eher selten. Weil etablierte Prüfnormen sich mit maximalem Aufwand vor allem auf solche Sicherheitsfragen konzentrieren, haben wir uns mit Hausmitteln um die Überprüfung praxisnaher Probleme bemüht. Im Korrosionstest werden die zuvor äußerlich entfetteten Pedale mehrfach einem Salz-Sprühnebel von Nordsee-Qualität ausgesetzt. Den Umfang der sichtbaren Korrosion bewerten wir.

Dichtungen der Pedallager

Zur Überprüfung der Dichtungen der Pedallager drehen sich die Achsen der fixierten Pedale etwa 10.000 Mal, während eine scheuernde Emulsion mit feinstem Sand und Tensiden auf der Dichtung steht. In vorab durchgeführten Versuchsläufen glichen die Ergebnisse den Erfahrungen mit Pedalen, die im Dauergebrauch verschlissen waren. Nach dem Korrosions- und Dichtungstest wurden die Pedale komplett zerlegt und die Lagerqualität beurteilt.

Stand auf dem Pedal

Zur Beurteilung des Stands auf dem Pedal kamen - dem Einsatzbereich der meisten Pedale entsprechend - Alltagsschuhe mit eher dünnen Gummisohlen zum Einsatz. Mit den versteiften Sohlen von Bikeschuhen wären die Unterschiede deutlich geringer.

Testergebnisse der einzelnen Pedale

Shimano Deore XT (PD-T8000)

Das Zweite der Kombipedale im Vergleich ist mehr als doppelt so teuer wie sein Konkurrent von M-Wave. Shimanos Komponentenserie „Deore XT“ gehört zum Nobelsten, was aus der Großserie an Trekking- und Tourenbikes geschraubt wird. Die Pedale „PD-T8000“ bestätigen dieses Niveau. Die ohnehin langlebigen Lager sind als Ersatzteile zu bekommen, ebenso Teile der Bindungsmechanik und sogar die Lagerkügelchen und die etwa zwei Millimeter hohen Pins der bindungslosen Seite. Unser Korrosionstest ging fast spurlos am Pedal vorüber, ebenso die Lagerprüfung. Die niedrigen Pins bieten viel Grip, ohne Gummi­sohlen zu beschädigen. Mit dünnen Sneakern sind andere Pedale komfortabler.

Viele Jahre und in Summe mehrere zehntausend Kilometer fuhren wir an unseren MTBs und Reiserädern das bewährte Shimano Kombipedal PD-M324. Im Alltag beim Pendeln verwenden wir hingegen meist Plattformpedale, um mit unseren Alltagsschuhen fahren zu können. Während einer Bikepacking- bzw. verwenden wollen, ansonsten aber eingeklickt fahren. Als 2018 das Shimano XT PD-T8000-Kombipedal auf den Markt kam, waren wir gespannt. MTBs, sowohl im ganzjährigen Einsatz im Alltag, als auch auf unseren Bikepacking-Touren. Laut Shimano handelt es sich um ein Trekkingpedal.

Das SPD-System wurde bei dem Shimano XT PD-T8000 - Pedalen verbessert. Klickmechanismus deutlich mehr Luft als bei dem älteren Shimano PD-M324 Pedal, so dass Dreck und Schmutz leichter herausfallen kann. so einfacher. Es werden Shimano SPD-SH56-Cleats mitgeliefert. guter Kraftübertragung. Im Alltag verwenden wir fast nur die Plattformseite und sind von dem Grip selbst bei schlechtem Wetter mit Regen oder Schnee überzeugt. Das Gewicht ist für uns angesichts der Ausstattung in Ordnung.

Die Haltbarkeit der Lager scheint uns geringer zu sein als bei bei dem älteren Shimano PD-M324 Pedalen. Bei einem der Shimano XT PD-T8000 - Pedale lockerte sich nach 15.500 km im Einsatz während der Fahrt die Verbindung zwischen der Achse und dem Pedalkörper. Lager komplett verschlissen und der Pedalkörper löste sich von der Achse. Beim zweiten Pedal, das am gleichen Rad montiert war, zeigte die Achse ebenfalls etwas Spiel. Shimano-Gebrauchsanweisung muss bzw. kann man hier als Kunde nichts einstellen oder warten. Es sind gedichtete Konuslager.

Mittlerweile ist auch bei einem zweiten Pedalpaar ein Defekt aufgetreten. der rechten Pedalachse abgebrochen, was ein Totalschaden darstellt. Kurz zuvor beim Check und Nachfetten der Lager hatte dieses Pedal etwas Lagerspiel gezeigt. Der Pedalkörper ist aus Aluminium und daher kratzempfindlich. Für unseren Einsatzbereich sind wir mit dem Shimano XT PD-T8000-Kombipedal insgesamt sehr zufrieden. schnell die Pedalseite wechseln kann. Das nutzen wir vor allem beim MTB-Einsatz. Als geringfügiges Manko sehen wir bislang nur die Haltbarkeit der Pedalachsen/Lager.

Ob das Pedal sein Geld wert ist, muss am Ende jeder für sich beantworten. Diese Beschreibung spiegelt wie immer nur unseren persönlichen Eindruck wieder.

Details:

  • Gewicht (Paar): 425 Gramm
  • Standfläche (Länge x Breite, max.): 8 x 9 cm
  • Extras: Schuhplatten (SM-SH55) inklusive; Pins, Achs- und Bindungsteile als Ersatzteile erhältlich
  • Preis: 115,00 Euro

Bewertung:

  • Stand: 7 von 8
  • Korrosion: 7 von 8
  • Lagerung: 8 von 8
  • Gewicht: 5 von 8

MYBIKE-Urteil: SEHR GUT (MYBIKE-Tipp: Reise)

Fazit: Für Citybikes gibt es praktischere Pedale. Doch das XT-Pedal ist der Maßstab für Reisen und sportliche Touren.

Die neuen Shimano XT T8000

Die neuen Shimano XT T8000 mit trekkingspezifischen Komponenten bieten erstklassige Funktion für anspruchsvolle Fahrer. Auf der einen Seite weisen die Kombipedale eine SPD-Klickbindung auf und auf der anderen Seite lassen sie sich wie ein Flat-Pedal verwenden.

MYBIKE-Schraubertipp: In welche Richtung werden Pedale abgeschraubt?

Das rechte und linke Pedal haben unterschiedliche Gewinde. In Fahrtrichtung rechts ist es ein Rechtsgewinde, links ein Linksgewinde. Praktische Folge: Um Pedale zu lösen, dreht man auf beiden Seiten rückwärts, also gegen die Fahrtrichtung. Um neue Pedale einzuschrauben, dreht sich der Schraubenschlüssel vorwärts. Das Pedalgewinde gut fetten!

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