Harley-Davidson in Eisenach: Eine Reise durch Geschichte und Motorradkultur

Das einstige Zonenrandgebiet der Rhön hat sich zum beliebten Motorradparadies in Deutschlands Mitte gemausert. Einst wurde die Region um Fulda von den amerikanischen Streitkräften „Fulda Gap“ genannt, was so viel wie Fulda-Lücke bedeutete. Diese Zeiten sind vorbei, die DDR ist Vergangenheit und seit Donald Trump ist das Verhältnis zum großen Freund USA, einer nicht zu übersehenden Unsicherheit gewichen.

Zumindest hat das auf den „american way of ride“ im Dreiländer-Mittelgebirge keinen Einfluss, denn in kaum einer anderen Region Deutschlands werden wohl mehr Tourenkilometer auf den dicken Harleys zurückgelegt als hier. Wer konnte uns da besser helfen, als die Motorradhoteliers Kai und Dani Gelhausen, in deren riesiger Hotelgarage 4 Mietharleys für die Hausgäste bereitstehen, um die faszinierenden Motorradstraßen der Rhön zu erleben.

Die Beiden sind natürlich selbst begeisterte Harleylenker - wie sollte man dieses Feeling auch sonst vermitteln können. Neben den Ami-Rentals parkt auch eine BMW R 1200 GS zum Verleih, die aber keinesfalls nur Alibifunktion hat, denn hier im Bikerhotel sind alle Marken und deren Fahrer gerne gesehen. Ja, das Best Western Plus Konrad Zuse Hotel in Hünfeld hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Champions League der Motorradhotels katapultiert.

So haben wir vor rund 3 Jahren zunächst gemeinsam Tourenvorschläge entwickelt, Karten und Fotos für die attraktive Motorrad-Homepage erstellt und ein aussagekräftiges Motorradvideo produziert. Schon damals boten die Gelhausens in ihrem Hotel einen tollen Bikerservice, der nicht zuletzt gerade auch für große Gruppen seinesgleichen sucht.

Mehr als erstaunt waren wir dann vor einem Jahr, als wir beim Besuch unserer Hotelpartner zwei nagelneue Harleys vor der Tür stehen sahen und die Einladung zum Touring-Day 2017 erhielten. Gerne auch mit der Möglichkeit ein schönes Milwaukee-Bike bei Harley-Davidson Fulda zu speziellen Touring-Day-Konditionen zu mieten. Diese Gelegenheit nutzten wir gerne und bekamen auch so den ersten Kontakt zu Regina und Markus Kremer.

Im Store der engagierten Betreiber des Harley-Standortes Fulda fühlte wir uns sofort wohl, was zum einen an den beiden selbst und zum anderen an diesem unglaublichen Laden lag. Wir hatten auf unserer USA-Tour im Jahr 2016 so einige Harley-Dealer besucht, allerdings hat uns keiner so begeistert wie dieser hier in Fulda. Mit rund 50 Maschinen vibrierte dann der Touring-Day-Pulk durch die Rhön und sorgte für einen erlebnisreichen Gemeinschaftstag, der beim American Barbecue und starker Gitarrenmucke für Party und jede Menge Benzingespräche sorgte.

Die Anzahl der anwesenden Mitglieder des HOG-Chapter Fulda-Rhön war groß, was ganz sicher auch am Engagement von Regina und Markus für diesen Touring-Day lag. Bei den „Harley Owners Group“ handelt es sich um vom jeweiligen Händler geleiteten Chapter, die für das Bikeerlebnis rund um den ameriklanischen Traum in ihrer Region verantwortlich sind.

Ein Blick in das Jahresprogramm der Fuldaer macht deutlich, warum sich hier vor allem die Tourenfreunde wohl fühlen. Von Südafrika bis zum Erzgebirge, vom Taubertal bis zum Schliersee - Tourenspaß satt ist angesagt. Aber auch eine Vielzahl an Veranstaltungen und Treffs sorgen für die „Good Vibrations“ rund ums Harleyhaus. Seit diesem Jahr steht auch der Harley-Store in Erfurt unter der Leitung der Kremers und man kann bereits deutlich die Handschrift der beiden erkennen.

Gemeinsam mit den Teams vom Bikerhotel und von Harley Fulda entwickelten wir beim Frühstück nach dem Touring-Day die Idee einer gemeinsamen Tourenkarte zur Rhön und den angrenzenden Regionen, die unabhängig von der Motorradmarke für jede Menge Bikespaß sorgen sollte. Im Januar 2018 war es dann soweit und Kai hatte die attraktive Karte mit den Kurviger-TOURCODES auf seinen Messeauftritten in Friedrichshafen und Dortmund dabei. Mit weit über 1.000 mitgenommenen Tourenkarten pro Messe war der Papierguide ein voller Erfolg.

Da die Tourenkarten Anfang Juni bereits zur Neige gingen, nutzten wir die Chance das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, denn die Neuauflage der Karte sollte frische Fotos erhalten, und wir wollten für unsere Leser ein paar tolle Touren- und Haltetipps zusammenfahren. Egal was man in Sachen Natur schon erlebt und gesehen hat - die Rhön setzt noch einen drauf. Denn dieses Mittelgebirge, das sich die drei Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen teilen, hat sich durch seine jahrzehntelange Zonenrandlage eine besondere Urwüchsigkeit bewahrt.

So viel unberührte Natur findet sich in Deutschland nur noch ganz selten. Wohl fühlen wird sich in der Rhön aber nicht nur der Naturliebhaber. Historisch Interessierte erhalten am ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt Point Alpha einen Einblick in die deutsch-deutsche Grenzgeschichte und bekommen im Projekt Keltenwelt Zeugnisse aus der Bronze- und Eisenzeit vermittelt.

Ganz ohne Licht kommen die so genannten Sternenparks aus. Das sind Gebiete weit weg von künstlicher Beleuchtung, in denen noch natürliche Dunkelheit herrscht. Spezielle Reservate für Motorradfahrer braucht es in der Rhön nicht. Denn sie verfügt dank großer Höhenunterschiede über eine wahre Achterbahn aus kleinen, verkehrsarmen und verschlungenen Sträßchen. „Freie Straßen und atemberaubende Landschaft“ lautet also das Motto.

Gerade vom Motorrad aus erschließt sich, was die Rhön so besuchenswert macht. Herrliche Weitblicke vermitteln dabei das Gefühl von Freiheit und grandiosem Landschaftserlebnis. Dass der Motorradfahrer ein willkommener Gast ist, wird nicht zuletzt auf der offiziellen Tourismusseite der Rhön deutlich. Ein Besuch in der Rhön bietet auch immer etwas fürs Auge und zur Weiterbildung.

Tourenvorschläge in der Rhön

  • TOUR 01: Mit der Rother Kuppe, dem Kreuzberg und der Wasserkuppe warten herrliche Anfahrtspunkte, die windungsreich miteinander verknüpft sind. Beeindruckend ist das Plateau der Rother Kuppe, das faszinierende Ausblicke liefert.
  • TOUR 02: Ein geschichtsträchtiger Stopp am Point Alpha bei Geisa und dann laute das Ziel Eisenach, das mit seiner Wartburg und der „Mobilen Welt Eisenach“ fast schon einen halben Urlaubstag aufbrauchen könnte.
  • TOUR 03: Auch in diese Tour lässt sich die Lutherstadt Eisenach einbauen. Diesmal spielt sich das Kurvengeschehen allerdings im Seulingswald, also westlich von Eisenach, ab.
  • TOUR 04: Die Landeshauptstadt Thüringens, Erfurt, ist das Ziel dieser spannenden Runde durch das „neue“ Bundesland. Dabei packt der Thüringer Wald zwischen Schmalkalden und Ilmenau herrlichestes Material vors Vorderrad.
  • TOUR 05: Die thüringischen Städte Meiningen und Suhl, sowie das oberfränkische Coburg sind die Eckpunkte einer attraktiven Rundtour.

Harley-Davidson Story: Eine Sagenhafte Geschichte

Die Geschichte von Harley-Davidson enthält alle Elemente einer klassischen amerikanischen Legende: Pioniergeist und Tatkraft, Innovation und das Gespür für die richtige Idee zur richtigen Zeit. Das Ergebnis: Aus einer Bretterbuden-Werkstatt im Milwaukee des Jahres 1903 machten William Harley und die Davidson-Brüder die größte Kultmarke der Motorrad-Industrie.

Autor Aaron Frank und die Kuratoren des Harley-Davidson Museums haben 45 Schlüssel- Objekte ausgewählt, um die Geschichte von Harley-Davidson zu erzählen. Jedes einzelne Exponat wird im Kontext weiterer Objekte präsentiert und genau ausgeleuchtet, damit die Leser auf die Reise vom ersten Ein-Zylinder-Motorrad zum heutigen, hochentwickelten Street Cruiser gehen können.

Das Zweiradmuseum Suhl

Ich war am Wochenende in Thüringen und habe dabei auch das Zweiradmuseum Suhl besucht. Es hat mir sehr gut gefallen, aber mich auch zum Nachdenken gebracht. Wie sinnvoll sind Technikmuseen in dieser Form überhaupt? Ich war in den letzten Jahren in einigen Technikmuseen: Zweiradmuseum Neckarsulm, Motorradmuseum auf der Augustusburg, DDR-Motorradmuseum in Berlin, Automobile Welt Eisenach und Museum für Industriekultur in Nürnberg. Alles sehr schön, alles sehr beeindruckend.

Gerade bin ich über einen Blogartikel von Moto-Liebe gestolpert, in dem die Autorin schreibt, wie begeistert sie vom Berliner DDR-Motorradmuseum war. Geradezu hingerissen! Das hat mich etwas irritiert. Meistens läuft es so: Ich gehe voller Vorfreude in das Museum und schaue mir die ersten 5 Exponate im Detail an. Bei den nächsten 10 schaue ich nicht mehr ganz so genau hin und lese mir vielleicht noch die Beschreibung durch. Den Rest streife ich nur noch mit meinem Blick und bleibe nur da stehen, wo ich etwas wirklich Außergewöhnliches entdecke. Am Ende bin ich von all den Exponaten total überwältigt.

Ich glaube, das liegt am Konzept solcher Museen. Meistens haben sie das Ziel, möglichst viel zu zeigen. Die Motorradgeschichte ist extrem komplex und es gibt nahezu unendlich viele Facetten. Und die Museen versuchen, alles irgendwie abzudecken. Vielleicht sollte man lieber versuchen, die Geschichten hinter den Fahrzeugen zu erzählen?

In anderen Museen ist sowas heute üblich. Audioguides lassen Zeitzeugen zu Wort kommen, in Filmen wird die Geschichte lebendig, man kann Exponate anfassen, ausprobieren, mitmachen. Bei Technikmuseen ist mir sowas noch nicht begegnet. Höchstens auf der Augustusburg, wo am Anfang auf Bildschirmen ein paar grundlegende Sachen vermittelt werden: Wie funktioniert ein 4-Takt-Motor etc.

Mit Geschichten meine ich nicht unbedingt die Geschichte eines Mannes, der auf seinem Motorrad um die Welt gefahren ist oder vom Schlosserlehrling zum Weltmeister wurde. Sondern eher technische Aspekte von verschiedenen Seiten beleuchten. Wie hat sich das Fahren im Lauf der Zeit geändert? Am Anfang war man auf einem Motorrad eher Maschinist und musste sich mit Zündzeitpunktverstellung, handbetätigter Ölpumpe, Tropföler, Dekompression, Riemenspannung und Handschaltung abmühen. Heute haben Motorräder 1000 elektronische Helferlein, die einem all das abnehmen, dadurch aber auch ein ganz anderes Fahren ermöglichen.

Oder wie sich bestimmte Erfindungen ausgewirkt haben. Wie immer wieder mit Kompressoren oder Turbos versucht wurde, aus kleinem Hubraum große Leistung herauszukitzeln. Mit den technischen Grundlagen und den verschiedenen Umsetzungskonzepten im Detail. Es gibt am Motorrad so viele Aspekte und Baugruppen, die sich im Lauf der letzten 100 Jahre radikal geändert haben: Rahmen, Bremsen, Motoren, Antriebsformen.

Man muss das auch gar nicht so riesengroß aufziehen. Man könnte auch nur ein Motorrad herausgreifen und dazu ein bisschen was erzählen. Beispiel gefällig? Eine Megola ist ein faszinierendes Motorrad. Wer sich aber nie damit auseinandergesetzt hat, erkennt das gar nicht. Warum nicht anhand von ein paar technischen Modellen zeigen, was an dem Sternmotor so beeindruckend ist? Dass die Achse zugleich Kurbelwelle, Nockenwelle und Benzinleitung ist. Dazu Tonaufnahmen, die deutlich machen, wie ein Sternmotor ohne nennenswerte Geräuschdämpfung klingt (höllisch laut und höllisch geil!).

Mit solchen Hintergrundinfos könnte man jede Sammlung deutlich aufpeppen. Und man könnte dadurch Anreize schaffen, die Ausstellung öfter als nur einmal zu besuchen. Man muss ja nicht jedes Mal die komplette Sammlung umsortieren.

Automobile Welt Eisenach

Das Rüstungs-Unternehmen des Industriellen Heinrich Ehrhardt in Eisenach war vielseitig aufgestellt. Im Aufundab der über langen Geschichte des Fahrzeugbaus wurden in Eisenach nahezu durchgehend Autos gefertigt und... Um den Besuchern immer wieder neue Anreize zu geben, bietet das Museum Automobile Welt Eisenach in regelmässigen Abständen auf einer grossen Fläche im Obergeschoss Sonder-Ausstellungen zu relevanten Themen und Fahrzeugen an.

Ab März 2023 läuft noch bis Ende März 2024 die Show 'BMW-Sechszylinder aus Eisenach'. Thüringer Städte, Schlösser, Burgen und der Thüringer Wald...

BMW-Sonderausstellung

Im Rahmen unserer BMW-Sonderausstellung findet am Sonntag, den 31. auch im Gelände, gelegentlich auf die Rennstrecke statt. 2018. Er betrieb seit seinem 15. Gespann. Von 1959 bis 1964 fuhr er mit Solo-Maschinen im Gelände. pilotierte er ein HOREX „Resident“ Geländegespann mit 350 cm³.

ein BMW-R69S Werks-Geländegespann mit 600 cm³. Kayser-Zylinder mit 733 cm³ umgebaut. Damit wurde er Deutscher Vizemeister. Diese Maschine in ist in unserer Sonderausstellung zu sehen. auch mit einem BMW R68 Renngespann Bj. teil. R50S-R69 Bj. 1957 erfolgreich unterwegs. Ausstellung. Man, Hungaroring um nur einige zu nennen.

Siegfried ist ein toller Anekdoten-Erzähler. und so manches Problemchen kann vielleicht beseitigt werden. Geöffnet ist an Sonn- und Feiertagen von 11-17 Uhr oder auf Anfrage.

Lesenswerte Neuerscheinungen

Markengeschichte, Typenkunde und spannende Verbrecherjagd in der Motorradszene: Wer anregende Lektüre für die Urlaubszeit sucht, für den gibt es lesenswerte Neuerscheinungen. Die Autoren Carsten Heil und Dr. Heinrich Christmann sind als profunde Kenner der Materie Harley-Davidson bekannt. Ihren Büchern über die Modellreihen V-Rod, Sportster und Softail fügen sie nun zwei weitere Standardwerke über die Dyna- und Touring-Baureihen hinzu.

Carsten Heil, Dr. Heinrich Christmann: »Harley-Davidson Touring« und »Harley-Davidson Dyna«, 128 bzw. 176 Seiten, Einband, 22,5 x 23 cm, Huber Verlag, 16,90 bzw.

Der Eisenacher Jungpriester Max Hader nimmt seine erste Beichte ausgerechnet einem todkranken Räuber in einer JVA ab. Dieser gesteht ihm mit seinen letzten Worten, wo und wie er seine erbeuteten fünf Millionen Euro versteckt hat: Auf insgesamt sechs Verflossene des Häftlings sind Hinweise zum Zugriff auf ein Schweizer Bankkonto verteilt. Rund um Eisenach sucht Max auf dem Rücken einer seligen MZ ETZ 250 die Hinweise auf kuriose, witzige und spannende Art zusammen.

Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Priesteramt, der leiblichen Lust und der Gier nach Geld. Neben MZ war Simson »das« motorisierte Zweirad der DDR. Die wechselvolle Geschichte der Marke aus Thüringen zeichnet Peter Böhlke in seinem Buch »Simson - Legendäre Zweiräder aus Suhl« nach. Sämtliche Zweiräder, von der legendären AWO 425 über die Vogelfamilie oder den Krankenfahrstuhl Duo werden ausführlich mit Beschreibung, Fotos und technischen Daten bis hin zu den Produktionszahlen vorgestellt. Dazu kommen eigene Abschnitte über technische Entwicklungen. Das alles ist mit viel Liebe und Detailkenntnis zusammengetragen.

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