E-Bike- und Dynamo-Ladegeräte im Test: Powerbutler, Shimano und mehr

Auf langen Radtouren stellt sich oft die Frage: Wie können Smartphones, Navigationsgeräte und andere Geräte wieder aufgeladen werden? Eine naheliegende Lösung ist es, dafür den Strom des Nabendynamos zu nutzen. Hier werden Laderegler vorgestellt, die den Strom des Dynamos über eine USB-Buchse zur Verfügung stellen und den Nabendynamo so zum Ladegerät machen.

Powerbutler 12V-Ladegerät: Universelle Lösung für E-Bike-Akkus

Das Powerbutler 12V-Ladegerät, welches Akkus verschiedenster E-Bike-Hersteller unterwegs im Wohnmobil aufladen kann, ist nun noch universeller einsetzbar. Seit neuestem stehen nun Adapter für Akkus von Shimano, Fazua, Giant und Stromer zur Verfügung, was die Anschlussvielfalt um Einiges vergrößert. Wir haben hier schon öfters über das Powerbutler 12V-Ladegerät berichtet und auch bereits selbst einem Praxistest unterzogen.

Für den Anschluss der E-Bike-Akkus stehen verschiedene Adapter zur Auswahl, wobei man gleichzeitig auch Batterien unterschiedlicher Hersteller laden kann. Neu ist nun die Verfügbarkeit von Adapterkabeln, die an Akkus der Hersteller Shimano, Fazua, Giant und Stromer angeschlossen werden können. So ist eine sehr flexible aber auch langfristige Nutzung des Ladegeräts möglich.

Mit dem Powerbutler ist man nicht auf eine Akkuvariante beschränkt, sondern kann zum Beispiel nach dem Neukauf eines E-Bikes mit einem anderen Antriebssystem einfach den benötigten Adapter nachkaufen und das mobile 12V-Ladegerät weiter nutzen. Wir hatten und haben sehr viel Nachfrage nach der Unterstützung weiterer Akkutypen mit Powerbutler. Dabei kann der Powerbutler während der Fahrt, aber auch im Stand benutzt werden, was das Wohnmobil unabhängig von Stellplätzen mit 230V-Stromanschluss macht.

Mit einem hohen Wirkungsgrad von über 90 Prozent werden die E-Bike-Akkus aufgeladen und sind damit jedem Setup mit Wechselrichter und 230V-Ladegerät überlegen, wie das Unternehmen weiter mitteilt.

Mit den Modellen für Shimano-Akkus können auch alle anderen Akkus mit 36V Nennspannung geladen werden. Dafür muss man nur den passenden Adapter aus dem Sortiment von Powerbutler wählen. Mit den herkömmlichen Powerbutlern können jedoch keine Shimano Akkus geladen werden. Dazu bedarf es einer Modifikation am Ladegerät, die nur die Powerbutler für Shimano bieten.

Der Powerbutler wird online von Frank Rosmann aus Berlin vertrieben, der selbst begeisterter Wohnmobilfahrer ist. Preislich geht es ab rund 170 € los. Wer schon einen Powerbutler besitzt und sich ein neues E-Bike mit einem anderen Antrieb kauft, hat muss keinen neuen Powerbutler kaufen sondern kann den vorhandenen mit Adapterkabeln umrüsten. Mit den Adaptern ist es auch möglich mit einem Powerbutler nacheinander zwei verschieden E-Bike-Akkus zu laden.

Wichtiger Hinweis (Stand 23.04.2024)

Es sieht so aus, als ob powerbutler die Geschäftstätigkeit eingestellt hätte. Zwar ist die Seite noch online und Bestellungen werden noch angenommen, allerdings nicht ausgeführt. Im Netz mehren sich Kommentare, dass auch Reklamationen nicht vorgenommen und bereits gezahlte Beträge nicht zurückerstattet werden. Ich habe versucht, Franks Rosmann zu kontaktieren, jedoch keinerlei Rückmeldung erhalten.

Dynamo-Ladegeräte für Fahrräder: Eine Übersicht

Hier werden verschiedene Dynamo-Ladegeräte vorgestellt, die den Strom des Dynamos über eine USB-Buchse zur Verfügung stellen und den Nabendynamo so zum Ladegerät machen. Zu allen Ladern die ich teste, führe ich Messungen durch. Dabei wird ein motorgetriebener Nabendynamo (Shimano Nexus DH-C3000-3N) verwendet. Am Ausgang des Laders wird eine einstellbare elektronische Last angeschlossen.

Viele, aber nicht alle, Dynamolader haben einen Pufferakku. Dieser sorgt für eine konstante Leistungsabgabe am Ausgang. Viele Geräte kommen leider mit schwankender Ladeleistung, die bei schwankender Geschwindigkeit während der Fahrt zwangsläufig entsteht, nicht gut zurecht.

Auch wenn Lader ohne Pufferakku viele Geräte nicht optimal laden können, gibt es aber auch Vorteile gegenüber Ladern mit integriertem Pufferakku. Zum einen der Preis. Aber auch die Haltbarkeit sollte man beachten. Die Lebensdauer von Akkus ist nicht unendlich. Auch besteht die Gefahr, dass der Pufferakku tiefentladen und irreparabel geschädigt wird, wenn der Lader längere Zeit nicht verwendet wird.

Harmoniert das zu ladende Gerät nicht gut mit dem gewünschten Lader ohne Pufferakku, kann man erst eine Powerbank (ein Akku in einem Gehäuse, der über USB geladen wird und über einen weiteren USB-Anschluss andere Geräte laden kann) laden und mit dieser dann das zu ladende Gerät. Bedenken muss man dabei allerdings, dass bei der nötigen Spannungswandlung und dem Laden in der Powerbank zusätzliche Verluste entstehen.

Will man die Powerbank als „richtigen“ Pufferakku verwenden, also diese gleichzeitig laden und damit andere Geräte laden, gibt es ein weiteres Problem. Nicht alle Powerbanks können das, teilweise wird am Ausgang keine Leistung zur Verfügung gestellt. Viele Powerbanks geben auch am Ausgang einfach nur die 3,7 V des internen Akkus aus (statt 5 V USB), solange geladen wird. Auch das ist wenig hilfreich.

Einzelne Dynamo-Ladegeräte im Detail

  • Cycle2Charge: Gute Ladeleistung für einen vergleichsweise moderaten Preis. Durch einen Algorithmus zur Neuaushandlung des Ladestroms werden Probleme zwar minimiert, aber nicht in jedem Fall klappt das optimal.
  • Fahrradlader V3.1: Ein sehr günstiger, funktionierender Dynamolader. Leistungsmäßig kann er bis 20 km/h mit anderen (teils deutlich teureren) Ladern gut mithalten.
  • Velotor SE2 Base: Überzeugt bei hohen Geschwindigkeiten mit viel Leistung. Die Nachteile eines Laders ohne Pufferakku werden durch einen Algorithmus zur Neuaushandlung des Ladestroms recht gut verringert.
  • Forumslader: Sehr hohe Ladeleistung und großer Pufferakku. Zusätzlich zum 5 V USB-Ausgang hat der Forumslader einen 12 V Ausgang, an dem sich unter anderem E-Bike-Scheinwerfer betreiben lassen.

Busch & Müller USB-Werk: Kompakte Stromversorgung für USB-Geräte

Das USB-Werk ist die mobile Stromversorgung für USB-Geräte per Dynamo. Es vereint Ladeelektronik und Pufferakku in einem fahrradtauglichen Gehäuse. Zwischen Fahrraddynamo und Smartphone geschaltet bereitet es den Strom aus dem Nabendynamo auf und gibt ihn über die USB Buchse Smartphonegerecht ab.

Im Vergleich zum E-Werk hat das USB-Werk einen kleinen Pufferakku mit 100 mAh Kapazität eingebaut. Beim E-Werk gibt es zwei Schalter um Spannung und Stromstärke einzustellen. Diese fehlen beim USB-Werk.

Bei normaler Fahrt (15 bis 25 km/h) liefert das USB-Werk konstant um die 0,5 Ampere oder 2,4 Watt. Bei einem Ampelstopp kann der eingebaute Akku knapp 5 Minuten überbrücken. Ist der Pufferakku anschließend leer, kann es bis zu 12 Minuten dauern, bis das USB-Werk überhaupt wieder Strom an das Smartphone abgibt.

Für eine Fahrradnavigation von Garmin, Falk oder Teasi ist das USB-Werk gut geeignet. Für Stromfresser wie iPhone und Co bekommt das USB-Werk wegen der beschränken Leistung und dem kleinen Pufferakku keine Empfehlung. In dem Fall würde ich den leistungsfähigeren Dynamo Harvester empfehlen.

Alternativen zum USB-Werk

  • Cycle2Charge: Mehr Leistung, dafür leider ohne Pufferakku. Eher zum Laden von Powerbanks geeignet.
  • NC-17 AppCon: Spielt in einer ganz andere Leistungsklasse. Auch der Pufferakku ist ausreichend groß. Allerdings hat beides seinen Preis.

Aufgrund der geringen Leistung (max. 500 mA) ist das USB-Werk nicht der ideale Partner für stromhungrige Smartphones. Kompaktes Gehäuse, einfache Montage und der günstigste Preis sprechen für diesen Dynamo Lader.

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