Shimano MT410 Bremse im Test: Leistung, Eigenschaften und Vergleich

Die Shimano BR-MT410 Scheibenbremse ist eine beliebte Wahl für Mountainbike- und Trekking-Enthusiasten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Testbericht über die MT410 Bremse, ihre Eigenschaften, Leistung und wie sie sich im Vergleich zu anderen MTB-Bremsen schlägt.

Technische Details und Eigenschaften

Die schwarze MT401/MT410 Mountainbike-Bremse von Shimano ist robust und mit 2 Bremskolben ausgestattet. Sie kann an allen Post Mount Aufnahmen montiert werden und verfügt über einen Hebel, der bequem mit 2 Fingern bedient werden kann. Ihr Innendurchmesser beträgt 22,2 Millimeter. Da es sich dabei um den Standarddurchmesser für Fahrrad-Lenker handelt, kann er an allen Fahrrädern montiert werden.

Der Hebel ist ebenso wie der BR-MT410 Bremssattel aus Aluminium. Dieser Werkstoff ist besonders stabil, dennoch leicht und korrosionsbeständig. Dadurch ist eine lange Lebensdauer gewährleistet. Ein Paar B05S-RX Bremsbeläge aus Kunstharz sind bereits eingesetzt und die SM-BH59-JK-SS Bremsleitung ist bereits befestigt und entlüftet.

Ice Technologies Bremskolben

Um die Wärmeentwicklung und dadurch auch den Verschleiß so gering wie möglich zu halten, werden diese Oversize-Kolben aus Keramik gefertigt. Sie wirken direkt auf den Bremsbelag und leiten die Wärme, die durch die Reibung zwischen Belag und Bremsscheibe entsteht, ab. Das trägt dazu bei, Fading zu vermeiden. So bezeichnet man den Bremskraftverlust, der bei einer starken Erhitzung auftritt.

One-Way-Bleeding

Shimano hat den Bremsflüssigkeitsweg verbessert, damit sich keine Luftblasen bilden. Da der Bremsflüssigkeitsweg lediglich in eine Richtung verläuft, geht das Entlüften unter Zuhilfenahme des Trichters beim Befüllen mit Mineralöl kinderleicht vonstatten.

Reach Adjust

Die Griffweite des Bremshebels ist mit der Reach Adjust einstellbar. Dank schnellem Ansprechverhalten und des gewohnt kurzem Leerweg ermöglicht die SHIMANO BR-MT410 Scheibenbremse ein intuitives Bremsenverhalten im Mountainbike- und Trekking-Einsatz. Über die I-SPEC EV Kompatibilität bietet der BL-M4100 Bremshebel einen großen ergonomischen Einstellbereich und damit mehr Anpassungsmöglichkeiten an den jeweiligen Fahrer. Darüberhinaus liegt das Ende des Ausgleichsbehälters direkt am Lenker an.

Empfohlene Bremsscheiben

  • SM-RT54 (Bestellnr. 1860074)
  • SM-RT56 (Bestellnr. 1860083)

* Diese Bremsscheiben sind nur für organische Bremsbeläge geeignet!

Lieferumfang

  • 1 x SHIMANO BR-MT410 Scheibenbremse (Vorderrad oder Hinterrad) inkl.

MTB-Bremsen im Vergleich

MountainBIKE hat elf Bremsen aus zwei Preisklassen im Labor und in der Praxis getestet, um herauszufinden, welche MTB-Scheibenbremsen die Nase vorn haben. Die MTB-Scheibenbremsen dienen nicht nur der Sicherheit, sie ermöglichen vor allem eins: die Geschwindigkeit zu dosieren. Am besten gelingt dies mit modernen Scheibenbremsanlagen, die viel Bremspower mit hoher Standfestigkeit, feiner Dosierbarkeit und Ergonomie verbinden.

Preiswerte Kategorie

In der preiswerten Kategorie finden sich vier Scheibenbremsen von 84 Euro bis 176 Euro pro Stück. Vor allem der Preis der Shimano Deore ist eine Kampfansage. Teurer, dafür aber "made in Italy" ist die neue CR3 von Formula (140 Euro). Sram bietet in diesem Vergleich die neue Vier-Kolben-Bremse Guide R für 176 Euro.

Hochpreisiges Segment

Im hochpreisigen Segment markiert Sram mit der Guide RSC für 221 Euro den Einstieg. Es folgen Magura mit der neuen Vier-Kolben-Bremse MT 7 (256 Euro) und Hope mit der Race Evo E4 (281 Euro). Ganz neu im Bremsen-Segment ist FSA mit der leichten K-Force ab 284 Euro. Shimanos XTR Trail gibt es ab 338 Euro - auch das ein "Circa"-Preis. Teuer, weil in Deutschland gefertigt, sind die MTB-Bremsen von Brake Force One (390 Euro) und Trickstuff (399 Euro).

MountainBIKE bestellte alle Bremsen mit 180-mm-Scheibe für Vorder- und Hinterrad. Ein Maß, das für die meisten Fahrer zum Einsatzbereich passen dürfte. Für Mountainbiker über 85 Kilo oder Bergfexe, die vornehmlich in den Alpen radeln, ist eine 200-mm-Scheibenbremse - zumindest vorne - die bessere Wahl. CC-/Marathon-Racer sowie leichte Mountainbiker(innen) kommen auch mit 160er-Rotoren klar.

Da die Vorderbremse die meiste Bremskraft übertragen sollte, ist es oft sinnvoll, die Größen zu mixen, also vorne eine größere Disc als hinten zu verbauen. Scheibengrößen von 140 mm sind kaum noch erhältlich und nur Gewichtsfetischisten zu empfehlen.

Labor- und Praxistest

Den "Theorieteil" des MTB-Bremsentests führte MountainBIKE im Prüflabor am Technikum Wien durch. Die Prüfer ermittelten die Bremskraft bei Nässe sowie bei Trockenheit. Zudem wurde die Standfestigkeit der Scheibenbremsen auf dem Prüfstand gemessen.

In Latsch (Südtirol) führte MountainBIKE den Praxistest der MTB-Bremsen durch. Hier wurden alle Scheibenbremsen auf einer fordernden Abfahrt getestet. Vier Testfahrer bewerteten Bremspower und Standfestigkeit der MTB-Bremsen, speziell in Spitzkehren die Dosierbarkeit.

Bewertung und Fazit

Schon die preiswerten MTB-Bremsen liegen meist auf hohem Niveau. Vor allem die Formula CR3 bietet viel Power und lässt sogar die teuren Scheibenbremsen von FSA, Hope und Sram hinter sich.

Bei den hochpreisigen Mountainbike-Bremsen liefern Brake Force One, Shimano, Trickstuff und allen voran Magura immense Power. Top-Ergonomie bieten die Bremsen von Sram, Shimano und Hope mit schlankem Einfingerhebel.

In Sachen Dosierung punkten Shimano und Sram, aber auch Magura. In der Praxis gab es in puncto Standfestigkeit nur kleinere Auffälligkeiten, im Labor deformierten jedoch die Alu-Rippen der Shimano-Ice-Tech-Scheibe so sehr, dass diese am Sattel schliffen.

In der hochpreisigen Kategorie gewinnt Magura mit satter Power, top Dosierbarkeit und hoher Standfestigkeit.

Weitere Erkenntnisse aus dem Bremsentest

Bikes werden immer potenter, die Strecken härter und wir schneller - da müssen auch die Bremsen mithalten. Wer richtig schnell sein will, muss auch schnell langsam werden können. Starke Bremsen helfen, maximale Verzögerung auf den Boden zu bringen und die Kontrolle auf immer anspruchsvolleren Strecken zu behalten.

Gerade Einsteiger tendieren dazu, mehr auf der Bremse zu hängen - das geht nicht nur aufs Material, sondern auch auf die Unterarme. Wer viel Kraft zum Bremsen braucht, kriegt schnell Arm-Pump. Die Lösung dafür lautet starke Bremsen, die dennoch gut zu dosieren sind.

Technische Aspekte von MTB-Scheibenbremsen

Die beste MTB-Scheibenbremse muss zuverlässig, einfach zu warten, leicht und am besten auch noch erschwinglich sein. Reine Power hilft nicht, solange sie nicht fein dosierbar ist.

Preis und Gewicht

Das Testfeld bewegt sich preislich zwischen erschwinglichen 240 und stolzen 1.300 €, wobei sich das Gros der Teilnehmer zwischen 400 und 700 € einpendelt. Die Preise haben wir jeweils als unverbindliche Preisempfehlung im Set, also 2 Bremsen, aber ohne Bremsscheiben verglichen. Das Gewicht der Bremsen unterscheidet sich dabei nur marginal. Gerade einmal 180 g liegen zwischen der leichtesten und der schwersten Bremse im Test: Hayes Dominion T4 als leichteste mit 530 g und SRAM MAVEN Ultimate als die schwerste mit 710 g.

Bremsmedium

Das Bremsmedium - also die Flüssigkeit, die die Power vom Hebel zum Bremssattel am Rad überträgt - variiert nur zwischen mineralischem Öl oder DOT-Bremsflüssigkeit.

Bremsbeläge

Ebenfalls nur diametral sind die Unterschiede bei den Bremsbelägen, die entweder metallisch oder organisch sein können.

Funktionsweise hydraulischer Bremsen

Im Test finden sich nur hydraulische Scheibenbremsen, wie sie schon seit Jahren in modernen MTBs als Standard gelten. Bremsen besitzen immer eine Gebereinheit: Das ist der Teil, der am Lenker befestigt ist und umgangssprachlich auch häufig nur Hebel genannt wird. Am Rahmen bzw. der Gabel ist dann die Nehmereinheit montiert. Verbunden sind die beiden Komponenten über die Bremsleitung, die den Druck vom Geber- auf den Nehmerkolben überträgt.

Der Druck entsteht im Geber, wo vom Bremshebel ein kleiner Kolben vorgeschoben wird. Weil sich die Bremsflüssigkeit nicht komprimieren lässt, steigt der Druck im System an und wird auf den Bremssattel übertragen, wo die größeren Bremskolben sitzen. Um die Handkraft zu verstärken, ist das Oberflächen-Verhältnis der Kolben von Geber- zur Nehmereinheit entscheidend.

Bremsflüssigkeiten: Mineralöl vs. DOT

Hydraulisch betätigte Bremsen bedeutet, dass diese die Kraft durch eine Flüssigkeit übertragen. Derzeit sind zwei Arten von Bremsflüssigkeit vertreten: Mineralöl und DOT. Der Vorteil von Flüssigkeiten: Sie lassen sich im Gegensatz zu Luft nicht komprimieren, die Kraftübertragung findet also nahezu verlustfrei statt. Aus diesem Grund ist auch penibles Entlüften - also kleinste Lufteinschlüsse aus dem Bremssystem zu entfernen - so wichtig. Noch ein Faktor: Bremsflüssigkeit siedet viel später als Wasser.

DOT-Bremsflüssigkeit kommt ursprünglich aus dem Kfz-Bereich. Kleiner Fun-Fact: Sie trägt den Namen vom US-Verkehrsministerium - Department of Transportation. Die DOT-Flüssigkeit ist in Nummern unterteilt, wobei hauptsächlich DOT 4 und 5.1 bei MTBs vertreten sind. Je höher die Zahl, desto höher ist die Siedetemperatur der Flüssigkeit. Das wichtigste Merkmal von DOT-Bremsflüssigkeit ist, dass sie hygroskopisch ist. Das heißt, DOT bindet Wasser (unter anderem aus der Luft) und bildet eine homogene Flüssigkeit. Dadurch ändern sich die Eigenschaften von DOT und der Siedepunkt (regulär bis zu 260° C) sinkt. Darum sollte die Bremsflüssigkeit regelmäßig getauscht werden. Zudem ist DOT gesundheitsschädlich und aggressiv gegenüber Lack, Haut und Klamotten.

Mineralöl als Bremsflüssigkeit ist die Alternative zu DOT. Das Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und hat in der Regel einen niedrigeren Siedepunkt von 190° C. Es ist nicht gesundheitsschädlich oder schlecht für den Lack, nur der Kontakt mit den Bremsbelägen sollte unbedingt vermieden werden. Mineralöl zieht kein Wasser an, bindet es aber auch nicht: Wie beim Salatdressing schwimmt das Öl einfach oben - eine typische Emulsion.

Die Wahl der Bremsflüssigkeit obliegt in jedem Fall dem Hersteller, einfaches Wechseln zwischen den verschiedenen Flüssigkeiten ist nicht möglich. Dabei können Dichtungen und auch Bremsleitungen zu Schaden kommen. Der Einfluss aufs Bremsgefühl ist zudem marginal. Mineralöl sollte ebenso herstellerspezifisch gewählt werden, wie DOT nur mit der richtigen Nummer verwendet werden kann.

Bremsbeläge: Metallisch vs. Organisch

Prinzipiell gilt, dass jeder Bremsenhersteller auch seine eigenen Beläge anbietet. Meist sogar in unterschiedlichen Ausführungen. Zudem sind Nachrüst-Beläge von Drittherstellern wie z. B. Sinter, GALFER oder Kool-Stop verfügbar. Hiermit lässt sich häufig vergleichsweise günstig die Bremspower steigern. Zudem gibt es meist zwei Arten von Belägen: metallische und organische. Wobei sie sich in den Grund-Bestandteilen nicht unterscheiden. Diese sind Reibmaterial, Gleitmittel und Fasern.

Das Reibmaterial ist für die Reibung verantwortlich und erzeugt dadurch auch die Bremspower, die man am Ende spürt. Das Reibmaterial besteht aus einem Mix aus harten Materialien wie Metalloxiden und Carbiden und sorgt somit auch für den meisten Verschleiß an der Bremsscheibe. Das Gleitmittel wiederum versucht, den Verschleiß zu begrenzen und den Reibungskoeffizienten stabil zu halten. Die Fasern unterscheiden sich in organischen Materialien wie Kevlar und Carbon oder metallischen Materialien wie Kupfer oder Stahl. Um die Masse zu verbinden, sind noch Binde- und Füllmaterial wie Harze enthalten.

Die Herstellung der Beläge erfolgt grundsätzlich bei allen Belägen gleich: Die Masse wird unter Hitze und hohem Druck auf die Trägerplatte gepresst.

Bremsscheiben

Die Bremsscheiben für MTB-Bremsen bestehen alle aus Stahl - zumindest die Reibfläche, an der die Beläge anliegen. Die Dicke der Bremsscheiben variiert hingegen und ist vor allem mit der Wärmeableitung gekoppelt. Mehr Material kann mehr Hitze vom sensiblen Bremssattel abtransportieren.

Shimano setzt zum Beispiel bei den XTR ICE-TECH-Bremsscheiben auf einen Kern aus Aluminium, der die Wärmeableitung und das Gewicht verbessern soll. Das Labor hat gezeigt: Die Sandwich-Struktur der Bremsscheibe ergibt Sinn und die Shimano XTR-Bremsen bleiben am kältesten. Besonders mit Sinter-Belägen wird der Effekt noch verstärkt.

Noch ein wesentlicher Unterschied bei den Bremsscheiben: Es gibt ein- und zweiteilige. Letztere sind auf einem „Stern“ in der Mitte vernietet und schwimmend gelagert. So wird verhindert, dass sich die Reibscheiben bei Wärme ungleichmäßig ausdehnen und verziehen können.

Kommt es zur Befestigung der Bremsscheiben am Rad, ist der Markt zwischen Shimano und dem Rest der Bremsenwelt gespalten. Stichwort 6-Bolt vs. Centerlock. Für uns hat sich die Variante mit den 6 Schrauben als besser herausgestellt. Zwar ist die Montage etwas aufwändiger, dafür haben die Bremsscheiben kein Spiel auf der Nabe.

Testverfahren

Für unseren umfassenden Bremsentest haben wir alle Bremsen mit original Bremsbelägen und den zugehörigen 200-mm-Bremsscheiben an Front und Heck getestet. Das Testergebnis setzt sich aus drei Parametern zusammen: Labor, Telemetrie-Aufzeichnung mit BrakeAce und natürlich dem Praxistest auf dem Trail.

Trail-Test

Für den Trail-Test waren wir mehrere Tage im sonnigen Spanien, um die Bremsen back-to-back auf einer definierten Teststrecke zu fahren. So konnten wir ordentlich Tiefenmeter sammeln, die Bremsen auf Temperatur bringen und einen direkten Vergleich erfahren. Zudem sind wir alle Bremsen auf unseren bekannten Hometrails gefahren und haben unsere jahrelangen Erfahrungen mit einfließen lassen. Denn in Summe haben wir über die letzten Jahre hunderte von Bremsen „erfahren“.

Labor-Test

Unseren ausführlichen Labortest haben wir beim Belag-Spezialisten Sinter in Slowenien durchgeführt. Dort stellt Sinter nicht nur eigene Bremsbeläge her, sondern verfügt auch über ein großes Testlabor, das wir für mehrere Tage belegt haben. Nach dem vorgeschriebenen Einbremsverfahren wurden alle Bremsen mit original Bremsbelägen und Bremsscheibe auf dem Prüfstand montiert. Dann folgten 20 Abläufe von je zwei Testverfahren: Der erste Test simulierte eine Verzögerung von 30 km/h bis zum Stillstand und der zweite Test eine Bremsung von 30 auf 15 km/h. Das ist ein klassisches Szenario, wie es beim Anbremsen vor einer Kurve vorkommt. Zwischen jeder der 20 Bremsungen hat die Bremse 10 Sekunden Erholungszeit bekommen. Zudem gab es eine konstante Belüftung der Bremsen, die den Fahrtwind simulieren sollte. Die Ergebnisse stellen jeweils den Durchschnitt der 20 gefahrenen Versuche dar. Zum Erzeugen der Bremskraft wurden immer 40 N auf den Bremsgeber gegeben. Das entspricht 4 kg Zugkraft.

Zusätzlich zu den Standard-Bremsbelägen haben wir den Versuchsaufbau im Anschluss noch mit den hauseigenen Sinter „Race“-Bremsbelägen durchgeführt, um potenzielles Bremsen-Tuning auszuloten. Die Sinter-Beläge - die übrigens organisch sind - haben zwar bei allen Bremsen die Verzögerung verstärkt, jedoch in einem sehr unterschiedlichen Maß.

Telemetrie-Aufzeichnung mit BrakeAce

Um die Unterschiede der Bremsen auf unserer auswendig gelernten Teststrecke noch besser erfahren und vor allem aufzeichnen zu können, haben wir jeweils an einem Bike das BrakeAce Telemetrie-Messsystem aus Neuseeland verwendet. Dies wird statt eines Bremsadapters vorn und hinten zwischen Bremse und Bike angebracht und mit dem Smartphone gekoppelt. Startet man das System am Handy, werden die Daten aufgezeichnet und nach dem Run kabellos an eure App übermittelt - dort oder am Laptop könnt ihr anschließend euren Run und die verschiedenen Bremspunkte auswerten. Das System misst unter anderem die Anzahl und Dauer von Brems-Events. Hier gilt: je kürzer desto besser, da man dadurch effizienter Speed abbaut. Außerdem werden die durchschnittliche Bremsleistung und die Kraftverteilung zwischen Vorderrad- und Hinterradbremse gemessen. Vorn ist die Verzögerung natürlich stärker, während ihr hinten eher dazu tendiert, die Bremse lange schleifen zu lassen. Aus all den Daten ermittelt die App einen Flow-Score, der den Run insgesamt bewertet.

Durch die GPS-Daten, die übers Handy bereitgestellt werden, seht ihr im Anschluss außerdem auf der Karte, wo ihr wie stark und wie lange gebremst habt. Das ist super spannend, um zu sehen, ob sich die Daten auch mit eurem Brems-Feeling decken. Spannend war z. B. der Vergleich von unterschiedlichen Modellen desselben Herstellers.

Montage und Entlüftung

Der Test auf dem Trail beginnt denkbar unromantisch: Alle Bremsen müssen montiert und entlüftet werden. Hier haben sich bereits die ersten großen Unterschiede in Sachen Handling und Usability aufgetan. Einige Bremsen werden per Trichter entlüftet, andere mit Spritzen und zu jeweils ganz unterschiedlichen Ports.

Fahrgefühl und Ergonomie

Im Anschluss an die teils ganz unterschiedliche (Lenker-)Montage wurden die Bremsen nach Herstellerangaben eingebremst, um sie dann - ähnlich wie unsere Test-Bikes - über den immer gleichen Test-Trail zu jagen. Die Trails sind gespickt mit Steinplatten und sandigen Kurven, auf denen feines Dosieren besonders wichtig ist. Neben dem Fokus auf Bremspower und Standfestigkeit konnten so auch gut die Modulation, das Hebelgefühl und die Ergonomie der Bremsen getestet werden.

Auf dem Papier sind sich alle Bremsen sehr ähnlich, die Preisunterschiede aber sehr groß. Das spiegelt sich in der Performance allerdings nicht immer wider. Im Test, egal ob Telemetriedaten, Labor- oder Trail, haben sich große Unterschiede gezeigt, aber auch, dass Bremsen viel mit persönlichen Vorlieben und Gefühl zu tun haben. Manche mögen es knallhart, während andere gern fein dosieren und modulieren wollen.

Testergebnisse und Empfehlungen

So war es ein verdammt knappes Rennen um den Titel „Beste MTB-Scheibenbremse“.

Hayes Dominion T4

Die Hayes Dominion T4 zeigt eine enorme Performance, sowohl auf dem Trail mit einem sehr guten Bremsgefühl als auch im Labor, und legt damit ein erfolgreiches Comeback hin. Ihre beeindruckende Power und das Hebelgefühl, kombiniert mit dem geringsten Gewicht und nützlichen technischen Features wie die Crosshair-Bremssattel-Montage, machen die Hayes Dominion T4 zum Testsieger im Rennen um die beste MTB-Scheibenbremse.

Shimano SLX

Die Shimano SLX überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test und einer starken Verzögerung samt solider Dosierbarkeit. Das digitale Bremsgefühl erfordert eine kurze Eingewöhnung, dafür muss man bei Anmutung, Ergonomie und Handling keine Abstriche in Kauf nehmen.

Shimano BR-MT410 Scheibenbremsenset

Das BR-MT410 Scheibenbremsenset von Shimano für Vorderrad und Hinterrad richtet sich an All-Mountain-, aber auch an Tourenfahrer. Es setzt sich aus zwei 2-Kolben-Bremssätteln und griffweitenverstellbaren 2-Finger-Bremshebeln aus Aluminium zusammen.

Montage und Kompatibilität

Dabei werden die Bremsgriffe mit einer geteilten Klemmschelle am Lenker montiert, welche auch die Kombination mit passenden I-Spec-EV-Schaltgriffen zulässt. Diese Art der Montage ermöglicht es, den Schaltgriff im Verhältnis zum Bremsgriff sowohl horizontal als auch vertikal zu justieren, und sorgt für ein aufgeräumtes Cockpit, da es die Anzahl der benötigten Schellen reduziert.

I-Spec EV bietet im Vergleich zu I-Spec und I-Spec II einen deutlich größeren Einstellbereich. 14 mm Verstellweg in Längsrichtung und bis zu 60° Rotation ermöglichen eine optimale ergonomische Anpassung an Deinen Fahrstil, Deine Sitzposition und Deine Anatomie.

One-Way-Entlüftung

One Way Bleeding ist eine Technik, die an Shimano Bremssätteln zum Tragen kommt und das Entlüften der Bremse erleichtert. Dabei wurden die Leitungswege so optimiert, dass keine Luftblasen mehr im Bremssattel zurückbleiben. In Kombination mit dem Trichter lässt sich die Bremse sauber und einfach entlüften.

J-Kit

J-Kit ist ein einfaches Leitungsanschlusssystem für hydraulische Bremsen von Shimano, damit Du Deine Bremse unkompliziert und schnell montieren kannst. Die Bremsleitung ist im Lieferumfang noch nicht an der Bremse montiert, um die Verlegung im Rahmen zu erleichtern. Die Bremsleitung ist bei J-Kit bereits mit Öl befüllt und mit einer dünnen Membran versiegelt. Im J-Kit-Bremshebel befindet sich ein kleiner Dorn, der diese Membran bei der Montage durchstößt, sodass das Öl fließen kann.

Technische Daten

  • Herstellernummer: EMT4101JLFPRA100 (VR) + EMT4101JRRXRA170 (HR)

Lieferumfang

  • 2 x Scheibenbremse Shimano BR-MT410 + BL-M4100, VR und HR
  • 1 x Bremsleitung Shimano SM-BH59-JK-SS 1000 mm (VR)
  • 1 x Bremsleitung Shimano SM-BH59-JK-SS 1700 mm (HR)
  • 2 Paar Bremsbeläge Shimano Resin
  • 2 x Insertpin
  • 2 x Olive
  • 4 x Befestigungsschraube Bremssattel
  • 2 x Sprengring

Montagefertig, befüllt, nach der Montage ist eine Entlüftung zu empfehlen.

Empfehlungen zur Bestellung

  • Scheibenbremsadapter
  • Werkzeug TL-BH61 zur Insertpin-Montage

Übersicht der getesteten Bremsen

Bremse Preis (ca.) Gewicht (ca.)
Hayes Dominion T4 400-700 € 530 g
SRAM MAVEN Ultimate 400-700 € 710 g
Shimano SLX 240 € -
Shimano XTR Trail 338 € -
Magura MT7 256 € -
Hope Race Evo E4 281 € -
Formula CR3 140 € -
SRAM Guide R 176 € -
Brake Force One 390 € -
Trickstuff 399 € -
FSA K-Force 284 € -

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