Shimano ist seit Jahrzehnten ein führender Hersteller von Fahrradkomponenten, insbesondere im Bereich der Mountainbike-Schaltungen. Mit der Einführung der 12-fach-Schaltungen hat Shimano auf den wachsenden Bedarf an breiteren Übersetzungsbereichen und präziseren Schaltvorgängen reagiert. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Testbericht über verschiedene Shimano MTB 12-fach Schaltungen, einschließlich der neuesten DEORE XT Di2 und der drahtlosen XTR M9200 Di2, und vergleicht sie mit SRAM-Alternativen.
Shimano Schaltgruppen im Überblick
Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören. Shimano bietet eine breite Palette an Schaltgruppen für unterschiedliche Anforderungen und Budgets:
- Shimano Tourney: Konzipiert für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder.
- Shimano Altus: Eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano.
- Shimano Acera: Ermöglicht erste Erfahrungen im Gelände.
- Shimano Alivio: Geeignet für Alltagsfahrten und leichtes Gelände.
- Shimano Deore: Leistungsstark und robust, ideal für Gelände und Mountainbike-Touren.
- Shimano SLX: Bietet Langlebigkeit, Zuverlässigkeit, Leichtigkeit und präzises Schaltverhalten.
- Shimano Deore XT: Ausgezeichnete Schaltleistung, präzise Gangwechsel und robuste Bauweise.
- Shimano XTR: Für Fahrer, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen.
Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.
Shimano DEORE XT Di2: Die elektronische Revolution für E-Bikes
Die E-Bike-Entwicklung schreitet in rasantem Tempo voran. Shimano will die technologische Lücke zu High-Tech-E-MTBs mit der elektronischen DEORE XT Di2-Schaltung mit Automatik-Modus schließen und liefert neue Features für Einsteiger und Experten. Die Anforderung an eine E-Bike-Schaltung sind hoch: Generell treten beim E-Biken dank Motorunterstützung höhere Kräfte auf, man legt im Schnitt weitere Strecken zurück und da sich Kurbel und Kettenblatt unabhängig voneinander drehen können, weiß der E-Biker nicht immer, was die Kette gerade so treibt.
2021 reagierte Shimano mit der LINKGLIDE-Schaltung, die auf Belastungen am E-Bike besonders widerstandsfähig reagiert. Ein Jahr später präsentieren die Japaner mit der neuen DEORE XT Di2 nun eine komplett in das Motorsystem integrierte elektronische Schaltung. Die neue Shimano DEORE XT Di2 ist eine reine E-Bike-Schaltung. Sie kommt nur an E-Bikes mit dem Shimano EP801-Motor und Shimano EP6-Motor, der aktuellsten Evolutionsstufe unter den Shimano-Motoren, zum Einsatz.
Die -Shimano DEORE XT Di2 erscheint in einer 12-fach HYPERGLIDE+ und einer 11-fach-LINKGLIDE-Variante. Beide Versionen arbeiten komplett elektronisch mittels eines kleinen Servomotors im Schaltwerk. Sie sollen schnell und zuverlässig schalten, trotz hohem Motordrehmoment. Zudem sollen beide Schaltungen durch die neue FREE SHIFT-Funktion auch für mehr Balance und Kontrolle bei dynamischen Geländeveränderungen sorgen.
Funktionen und Modi der DEORE XT Di2
- FREE SHIFT: Ermöglicht das Wechseln der Gänge ohne Pedalieren, wobei der Motor das Andrehen von Kettenblatt und Kette übernimmt.
- MULTI SHIFT: Wechselt je nach Einstellung zwei, drei oder unbegrenzt viele Gänge, wenn die Schaltwippe gedrückt gehalten wird.
- AUTO SHIFT (nur LINKGLIDE): Vollautomatisches Schalten basierend auf Fahrszenario und Trittfrequenz.
Die 12-fach-HYPERGLIDE+Schaltung richtet sich mit ihren etwas feineren Gang-Abstufungen mehr an sportliche Fahrer. Die 11-fach-LINKGLIDE-Schaltung will mit ihren robusteren Komponenten dagegen nicht nur bei Kilometer-Killern punkten, sondern liefert noch einen zusätzlichen Schaltungs-Modus.
Praxiseindrücke der DEORE XT Di2
Die Hardware und Integration der Schaltung in das Motorsystem sind top. Die Shimano DEORE XT Di2 kommuniziert mit dem Display und dem Motor. Die Tasten des ergonomischen Schalthebels lassen sich individuell belegen und auch mit der Belegung der Motor-Remote-Tasten tauschen. Betätigt man beim Pedalieren die Schaltwippe, wechselt die Schaltung zuverlässig die Gänge ohne jegliches Drama.
Aktiviert man die FREE SHIFT-Funktion in der App, kann man die Gänge manuell wechseln, ohne zu pedalieren. Das ist besonders für ambitionierte Trailpiloten auf Sekundenjagd praktisch: Rollt man z. B. durch eine langgezogene Kurve, hinter der ein Sprung wartet, kann noch in der Kurve ein schwererer Gang eingelegt werden. Der Motor dreht das Kettenblatt dann von alleine an, die Schaltung wechselt automatisch die Gänge. Nach der Kurve kann dann mit wenig Pedalumdrehungen der benötigte Speed für den Sprung aufgebaut werden, was einen unangenehmen Tritt ins Leere verhindert.
Speziell für die Trekking- und Citybiker-Fraktion hat Shimano die neue DEORE XT Di2 LINKGLIDE zusätzlich mit der AUTO SHIFT-Funktion ausgestattet. Neben dem manuellen Modus lassen sich zwei Profile für vollautomatisches Schalten per App aktivieren und konfigurieren. In der E-TUBE PROJECT App gibt man das Fahrszenario (MTB oder Asphalt) und eine bevorzugte Trittfrequenz zwischen 50 und 80 Umdrehungen pro Minute an.
Trailshredder werden mit der Automatik trotz Manual Override allerdings nicht glücklich. Zwar lässt sich die Schaltung in einem App-Untermenü feintunen, von schaltfaul bis hin zu übereifrig. Es ist jedoch nicht möglich, sie auf die hohe Varianz und Dynamik von Trailfahrten abzustimmen.
Zukunftsperspektiven der DEORE XT Di2
Für die Schaltung ist ein Lernmodus angedacht, der dem Schaltalgorithmus einzelne Fahrsituationen antrainieren kann. Nutzt man an steilen Anstiegen immer den Manual Override, um in einen leichteren Gang und eine höhere Kadenz zu wechseln, könnte die Schaltung diese Präferenz wiedererkennen und sich entsprechend anpassen.
Darüber hinaus sind noch weitere Schaltcharakteristiken denkbar, die über die Software realisierbar sind. Die Schaltung könnte beispielsweise die Akkureichweite optimieren, indem sie eine Trittfrequenz wählt, in der der Motor am effizientesten unterstützt. Die Schaltung könnte zudem für eine längere Lebensdauer der Komponenten sorgen. Nicht nur durch das Minimieren von Schaltfehlern, sondern auch indem sie in wenig kritischen Fahrsituationen einen Gang neben dem persönlichen “Lieblingsgang” wählt und so die Ritzel der Kassette gleichmäßiger abnutzt. Für fitnessorientierte Fahrer könnte sie automatisch einen Gang einlegen, der in der jeweiligen Situation zu einem höheren Trainingseffekt führt. So ersetzt die Stunde auf dem E-Bike z.B. den Spinning-Kurs im Fitnesscenter.
Shimano XT 12-fach im Dauertest
Fabrikneue High-End-Schaltungen funktionieren immer tadellos. Deshalb haben wir uns mit dem Dauertest der Shimano XT-Gruppe auch richtig lange Zeit gelassen, um herauszufinden, wie sie sich schlägt.
Sowohl Shimanos XTR- als auch XT- und SLX-12-fach-Schaltungen verrichten ihre Schaltvorgänge auf nahezu vergleichbar hohem Niveau. Der größte Unterschied zwischen den Komponenten liegt meist im Gewicht und den verbauten Materialien, wie z. B. der Trigger: In dem der XT-Gruppe steckt bereits deutlich mehr Technik als bei der SLX-Gruppe. Denn er verfügt über Multi-Release: kann also mit nur einem Klick zwei Gänge schwerer schalten.
Der XT-Trigger verfügt über die Multi-Release-Funktion und kann so mit einer Hebelbetätigung zwei Gänge schwerer schalten. Die 12-fach XT-Kassette setzt mit ihren 10-51 Zähnen auf 510 % Bandbreite und ist mit 471 g relativ leicht. Möglich machen das die zwei größten Ritzel, die aus Alu gefertigt und obendrein auf einem leichten Alu-Spider befestigt sind. Um ausreichend Platz für das kleinste Ritzel auf dem Freilauf zu schaffen, benötigt die XT-Gruppe unbedingt einen MICRO SPLINE-Freilauf.
Die Steighilfen in der Kassette und die Kette hat Shimano perfekt aufeinander abgestimmt. So kann die XT auch unter Volllast noch extrem sauber und zuverlässig schalten wie kaum ein anderes System am Markt.
Probleme und Lösungen
Während Kette, Kurbel, Kassette und Trigger der Shimano XT absolut überzeugen können, ist das Schaltwerk das Sorgenkind der Komplettgruppe. Positiv neben dem Look ist vor allem das robuste Design, das auch so manchen Steinkontakt über die 14 Monate lediglich mit einigen Schönheitskratzern überstanden hat. Das Einstellen der Schaltung ist easy. So erlaubt z. B. eine aufgedruckte Markierung am Käfig die perfekte Einstellung der Umschlingung in Sekundenschnelle.
Uns sind die Probleme mit der Shadow+ Dämpfung nicht nur bei unserem Langzeittest, sondern auch bei einigen anderen Test-Bikes bekannt. Denn besonders während der ersten Grade Käfig-Rotation lässt die Dämpfung schnell nach. Hier hilft auch der regelmäßige Service, bei dem die Clutch abgeschmiert wird, nicht weiter. Das abschmieren verhindert aber ein weiteres, häufig auftretendes Problem, denn steht das Bike längere Zeit ungenutzt (und ohne Service) kann sich die Clutch festsetzen und den Käfig blockieren.
Die Shimano XT 12-fach-Schaltung überzeugt mit hervorragender Schaltqualität unter Last und einem starken Kompromiss aus Leichtbau und bezahlbarem Preis. Hinzu kommen eine klasse Ergonomie, einfaches Setup und die fast einzigartige Multi-Release-Funktion. Einzig die wartungsintensive Shadow+ Dämpfung trübt den positiven Eindruck: Wir empfehlen das passende Ersatzteil gleich mit zu bestellen.
Shimano vs. SRAM: Ein Vergleich der 12-fach-MTB-Schaltgruppen
Trotz der immensen Größe von Shimano, hat vor allem Sram, der einzige ernstzunehmende Konkurrent, die Entwicklung von Mountainbike-Schaltungen in den letzten Jahren maßgeblich geprägt. Mit der Einführung der 1x12-Schaltung haben die Amerikaner 2016 das Traditionsunternehmen Shimano bei der Technologievorherrschaft abgelöst.
Seit Sommer 2019 sind zudem die günstigeren SLX- und XT-Gruppen mit Zwölffach-Kassetten ausgestattet. Mittlerweile sind acht Zwölffach-Varianten über sämtliche Preisklassen erhältlich. Sowohl bei Shimano als auch bei Sram sind die einzelnen Bauteile der unterschiedlichen Antriebe untereinander kompatibel. So kann sich jeder Biker seinem Budget entsprechend seinen Antrieb auch selbst konfigurieren.
Wer seinen alten HG-Freilauf (Shimano) nicht ersetzen will oder kann, hat die Option, eine Sram-Eagle-NX-Kassette zu verbauen.
Überblick: SRAM vs. Shimano 12-fach-MTB-Schaltgruppen
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die verschiedenen 12-fach-Schaltgruppen von SRAM und Shimano:
| Hersteller | Schaltgruppe | Freilaufstandard | Gewicht Schaltgruppe¹ | Kurbelgewicht | Bandbreite | Preis Upgrade-Kit² | Preis Schaltgruppe³ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SRAM | NX Eagle | HG-Standard | 2074 Gramm | 707 Gramm | 455 % | 187 Euro | 268 Euro |
| SRAM | GX Eagle | XD | 1711 Gramm | 612 Gramm | 500 % | 260 Euro | 377 Euro |
| SRAM | XX1 Eagle / XX1 Eagle AXS | XD | 1434 Gramm | 469 Gramm | 500 % | 744 Euro / 1089 Euro | 1199 Euro / 1525 Euro für AXS |
| Shimano | Deore M6100 | Micro-Spline | N/A | N/A | 510 % | N/A | ca. 300 Euro |
| Shimano | SLX M7100 | Micro-Spline | 1857 Gramm | 649 Gramm | 450 % / 510 % / 623 % (2fach) | 167 Euro | 270 Euro |
| Shimano | Deore XT M8100 | Micro-Spline | 1798 Gramm | 641 Gramm | 450 % / 510 % / 623 % (2fach) | 267 Euro | 412 Euro |
| Shimano | XTR M9100 | Micro-Spline | 1497 Gramm | 531 Gramm | 450 % / 510 % / 623 % (2fach) | 552 Euro | 999 Euro |
¹Die komplette Schaltgruppe besteht aus Schaltwerk, Kassette, Kette, Kettenblatt, Kurbel und Schalthebel. Das Tretlager wurde aufgrund verschiedenster Standards nicht berücksichtigt.
²Ein Upgrade-Kit besteht aus Schaltwerk, Kassette, Kette und Schalthebel.
³Durchschnittspreis von drei großen Online-Shops Januar 2020.
Shimano XTR M9200 Di2 Wireless: Die kabellose Zukunft?
Mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe bringt der japanische Komponenten-Gigant erstmals eine vollständig kabellose Schaltgruppe auf den Markt. Verdammt schnell, präzise und robust soll sie sein.
Die neue XTR M9200 Di2-Schaltgruppe soll nun schnelle und präzise Schaltvorgänge liefern und dabei vor allem robust sein. Shimano ist durch seine Vorgängermodelle der SLX-, XT- und XTR-Reihen für grundsolide und langlebige Schaltgruppen bekannt. Doch seit der Einführung der elektronischen SRAM Transmission-Schaltgruppen haben sie im MTB-Segment an Stellenwert verloren und waren nur noch selten an Komplettbikes zu finden. Das soll sich nun wieder ändern.
Dabei setzt Shimano aber weiterhin auf die Montage an einem Schaltauge, optimiert aber ihr neues XTR-Schaltwerk auf den von SRAM eingeführten UDH-Standard. Die Bezeichnung Shimano XTR M9200 Di2 umfasst den kompletten Antriebsstrang, das heißt: Kurbel, Kassette und Schalthebel wurden alle erneuert.
Das elektronische RD-M9250-Schaltwerk ist entweder mit einem kurzen als auch mittellangen Käfig verfügbar, um unterschiedliche Kassetten-Bandbreiten abzudecken. Für E-MTBs gibt es ein neues und kabelgebundenes Schaltwerk namens RD-M9260, das weiterhin die FREE SHIFT- und AUTO-SHIFT-Funktionen unterstützt.
Design und Technologie
Auf den ersten Blick wirkt das neue Shimano XTR M9250 Di2-Schaltwerk recht globig, aber auch robust. Durch seine keilförmige Konstruktion und das flach gehaltene Profil soll es nicht so leicht an Hindernissen hängenbleiben und so vor Beschädigungen bewahrt sein. Solltet ihr doch einmal einen Stein treffen - was wir während unseres Tests definitiv getan haben - kann das Schaltwerk dank der sogenannten Automatic Impact Recovery-Funktion etwas nach hinten ausweichen, um den Schlag abzuschwächen. Danach rastet es elektronisch wieder in seine ursprüngliche Position ein - cool.
Der SW-M9250 Di2-Schalthebel glänzt mit super Ergonomie und vielen Einstellmöglichkeiten. Mit einem kleinen Inbus lassen sich die Schaltwippen in ihrer Position verdrehen oder auch tauschen, denn es gibt eine größere und eine kleinere Wippe - praktisch! Zudem gibt es mehrere Schaltmodi und eine Multi-Shift-Funktion, wenn ihr den Schalthebel gedrückt haltet. Drückt ihr einen Hebel komplett durch, könnt ihr zwei Gänge auf einmal schalten, oder mit einem Einzelklick einen Gang. Über die Shimano E-TUBE App lassen sich die Tasten auf eure Bedürfnisse konfigurieren.
Die neue CS-M9200 12-fach-Kassette gibt es sowohl in einer 10-51- als auch in einer 9-45-Abstimmung und beide Modelle setzen auf die HYPERGLIDE+ Technologie. Mit ihr sollen durch spezielle Schaltgassen die Schaltvorgänge unter Last noch reibungsloser werden - eine Technologie, die Shimano schon seit längerem in ihre Modelle integriert.
Fahreindrücke
Als Erstes fällt die sehr gelungene Hebel-Ergonomie auf, die mit ihren vielen Verstellmöglichkeiten glänzt. Wir haben den kürzeren Hebel vorne montiert und den längeren Hebel hinten, um mehr Platz für unsere Finger zu schaffen. Auch die Gummierung ist gelungen und man rutscht nicht vom Hebel ab. Das Klicken der Hebel ist deutlich spürbar und fühlt sich knackig an. So weiß man immer genau, wann man geschaltet hat.
Das eigentliche elektronische Schaltgeräusch des XTR-Schaltwerks ist deutlich zu hören und etwas lauter als bei der elektronischen Konkurrenz, ist aber nicht störend. Die Schaltgeschwindigkeit kann per E-TUBE App in fünf Stufen eingestellt werden. Solltet ihr euch für die schnellste Stufe entscheiden, ist das neue XTR-Schaltwerk der ungeschlagene King in Sachen Schaltgeschwindigkeit, allerdings nimmt auch die Qualität der Schaltvorgänge mit steigender Geschwindigkeit ab und wir hatten während unserer Testfahrten mit höherer Schaltgeschwindigkeit ungewöhnlich viele unsaubere Schaltvorgänge.
Auch unter Last solltet ihr - wie bei den meisten Schaltgruppen - Gangwechsel vermeiden, denn das kann die neue XTR nur sehr bedingt und unsaubere Schaltvorgänge und eine unschöne Geräuschkulisse sind vorprogrammiert. Sprich ihr müsst wie gewohnt die Last von den Pedalen nehmen, wenn ihr einen Schaltvorgang durchführt, um einen sauberen Gangwechsel zu garantieren.
Fazit zur XTR M9200 Di2
Mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe stellt Shimano ihre neue High-End-Gruppe vor, was sich auch im Preis niederschlägt. Das klobige und robuste Design ist Geschmackssache, aber in Sachen Schaltgeschwindigkeit kann der neuen XTR-Gruppe niemand das Wasser reichen. Das geht allerdings auf Kosten der Schaltqualität, und vor allem in der Abfahrt ist das Schaltwerk extrem laut. Dafür überzeugen die Ergonomie des Hebels und die unterschiedlichen Schalt-Modi.
Alternativen: Die TRP Evo 12 Schaltgruppe
Die Marktführer Shimano und Sram vom Thron zu stoßen, haben schon viele probiert. Und nie geschafft. Auch nicht Tektros Performance-Marke TRP. Mit der Evo 12 gibt es inzwischen eine Komplettgruppe. Dabei handelt es sich um eine mechanische 12-fach-Schaltung, die aus Schaltwerk, Hebel, Kurbel, Kassette und Tretlager besteht. Die Kette kommt von KMC.
Die unteren zehn Ritzel der Evo-12-Kassette (372 g) sind aus einem Stahlstück gefräst. Für die beiden leichtesten Gänge setzt TRP auf 7075-Alu. Die Abstufung reicht von 10 bis 52 Zähnen. Abgerundet wird das TRP-Paket mit eigens entwickeltem Tretlager sowie X12-Kette von KMC (270 g).
Verwandte Beiträge:
- Shimano Deore 10-fach Schaltung einstellen: Anleitung & Tipps
- Shimano 7-Gang Schaltung: Reparatur, Wartung & Kaufberatung
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Radfahren Kalorienrechner: Wie viele Kalorien verbrenne ich beim Radfahren?
- MERIDA Mountainbike im Test: Der ultimative Guide für echte Trail-Helden!
Kommentar schreiben