Ein Fahrrad kann unerwünschte Geräusche entwickeln: Knacken, Knirschen, Klappern oder Quietschen. Die Gründe dafür sind manchmal schwierig zu lokalisieren, und das Knacken kann verschiedenste Ursachen haben. Dabei ist die Ursache der nervigen Geräusche oft recht einfach zu beheben. Dieser Artikel hilft Dir, den „Casus Knaxus“ an Deinem Bike zu finden und das Problem zu beheben.
Je besser Du Dein Rad pflegst, desto weniger Geräusche wird es machen und die Komponenten werden es Dir mit längerer Lebensdauer danken. Das heißt also: regelmäßig putzen, fetten und Schrauben kontrollieren, denn: DEIN BIKE BRAUCHT DAS!
Ursachensuche: Was knackt denn da?
Du kannst die Ursache des Geräuschs eingrenzen, wenn Du auf den Rhythmus achtest und darauf, wann es auftritt. Hier ein paar zentrale Fragen:
- Knackt es im Rhythmus der Umdrehung der Räder oder der Kurbelgarnitur?
- Ist das Geräusch noch da, wenn Du aufhörst zu treten?
- Kommt es nur bei starkem Antritt?
- Tritt das Geräusch nur auf, wenn Du dich auf den Sattel setzt? Oder wenn Du aufstehst? Oder beides?
- Knackt es immer noch, wenn Du in den Wiegetritt gehst?
- Hört es auf, wenn Du freihändig pedalierst?
So wirst Du grundsätzlich herausfinden, wo Du genauer suchen musst: im Antrieb (Tretlager, Kurbelgarnitur, Pedale, Kette, Schaltung), am Cockpit (Steuersatz, Lenker, Vorbau, Gabel) oder am Sattel bzw. der Sattelstütze.
Bevor Du jetzt anfängst zu schrauben, solltest Du Dein Bike erst einmal gründlich putzen. So kannst Du eventuelle Beschädigungen besser erkennen und hast einfach mehr Spaß beim Schrauben.
Allgemeine Hinweise:
- Schraube nur an Deinem Rad, wenn Du Dir sicher bist, was Du tust. Bei Unsicherheiten kontaktiere gern unser Service-Team.
- Das richtige Werkzeug ist Voraussetzung. Verwende einen Drehmomentschlüssel für alle Komponenten, die eine Drehmomentangabe haben (entweder aufgedruckt oder in der Anleitung des Herstellers zu finden).
- Alle Gewinde sollten mit Montagepaste versehen werden. Bei Schrauben, die weniger als 5Nm Drehmoment bekommen, kannst Du stattdessen zur Sicherheit auch Schraubensicherung verwenden. Nimm für Schraubgewinde kein Fett! Die stark schmierende Wirkung reduziert die Reibung im Gewinde und am Schraubenkopf derart, dass das Drehmoment verfälscht wird. Im Extremfall kann eine gefettete Schraube vor Erreichen des Soll-Drehmoments abreißen.
- Da Carbonteile mit relativ geringen Kräften geklemmt werden, empfehlen wir die Verwendung von Carbon-Montagepaste an den Kontaktflächen. Sie hat die Eigenschaft, die Reibung zwischen 2 Flächen zu erhöhen, statt wie Fett zu verringern.
- Sieh Dir alle Teile, die Du demontierst, genau an! Deformationen oder Beschädigungen können die Passform beeinträchtigen und gehören natürlich ausgetauscht.
Mögliche Ursachen für Geräusche am Vorderrad
Wenn das Vorderrad Ihres Fahrrads plötzlich ungewohnte Geräusche macht, kann das viele Ursachen haben - von harmlos bis sicherheitsrelevant. Oft sind es Schleifgeräusche, Klackern, Knacken oder ein rhythmisches Scheppern, die Ihnen signalisieren: Hier stimmt etwas nicht.
1. Beschreibung des Geräusches
Wenn das Vorderrad Ihres Fahrrads Geräusche von sich gibt, hilft es zunächst, das Geräusch möglichst genau zu beschreiben. Ist es ein Quietschen, ein Klackern, ein Rattern oder vielleicht ein Schleifgeräusch? Die Art des Geräuschs gibt erste Hinweise auf die mögliche Ursache.
2. Sicherheitschecks
Bevor Sie auf Ursachenforschung gehen, sollten Sie die grundlegendsten Sicherheitschecks durchführen. Prüfen Sie, ob das Vorderrad fest in der Gabel sitzt und die Achse beziehungsweise der Schnellspanner sicher verschlossen ist. Kontrollieren Sie auch, ob alle Schrauben an der Nabe und an eventuell vorhandenen Schutzblechen oder Halterungen fest angezogen sind.
3. Schnellspanner oder Achsbefestigung
Ein sehr häufiger, aber oft übersehener Grund für Geräusche am Vorderrad ist der Schnellspanner oder die Achsbefestigung. Wenn der Schnellspanner nicht fest genug angezogen ist oder die Achse nicht korrekt in den Ausfallenden sitzt, kann das Rad bei jeder Bewegung klappern oder knacken.
4. Bremsen
Bremsen verursachen häufig Geräusche am Vorderrad, insbesondere wenn es sich um Scheibenbremsen handelt. Ein häufiges Problem sind schleifende Bremsbeläge, die entweder durch eine falsch eingestellte Bremse, einen verzogenen Bremssattel oder durch verschmutzte beziehungsweise abgenutzte Beläge ausgelöst werden.
5. Speichen
Speichen sind essenziell für die Stabilität des Laufrads und können durch lose Spannung, verbogene oder gar gebrochene Exemplare auffällige Geräusche verursachen. Ein klapperndes oder klackendes Geräusch bei jeder Umdrehung des Rads ist oft ein Indiz für lockere Speichen.
6. Lager
Die Lager im Vorderrad sind für die leichtgängige Rotation des Rads zuständig. Verschleiß, fehlendes Fett oder Schmutz können dazu führen, dass das Rad knirscht, knackt oder sogar stockt. Symptome für defekte Lager sind schleifende, kratzende oder mahlende Geräusche
7. Nabe
Neben den Lagern kann auch die Nabe selbst Probleme bereiten. Risse, Materialermüdung oder gelockerte Verschraubungen an der Nabe führen nicht nur zu Geräuschen, sondern stellen eine Gefahr für die Stabilität dar.
8. Reifen und Schlauch
Nicht selten sind auch Reifen und Schlauch für Geräusche am Vorderrad verantwortlich. Ein typisches Beispiel ist das „Klappern“ oder „Schlagen“ durch einen schlecht sitzenden Reifenwulst oder einen Schlauch, der sich zwischen Reifen und Felge geschoben hat.
9. Zubehörteile
Zubehörteile wie Schutzbleche, Reflektoren, Taschenhalter oder Lampen sind häufige, aber leicht zu behebende Quellen für Klappergeräusche. Ein verbogenes oder schlecht befestigtes Schutzblech kann bei jeder Radumdrehung schleifen oder anstoßen.
10. Steuerlager und Gabelaufnahme
Eine weitere wichtige, aber oft unterschätzte Fehlerquelle ist das Steuerlager beziehungsweise die Gabelaufnahme. Knackende oder knirschende Geräusche beim Lenken oder Bremsen können auf lockere oder verschlissene Steuerlager hindeuten.
11. Regelmäßige Pflege und Wartung
Viele Geräusche lassen sich durch regelmäßige Pflege und Wartung vermeiden. Achten Sie darauf, alle beweglichen Teile Ihres Fahrrads regelmäßig zu kontrollieren, zu reinigen und zu schmieren.
12. Fachwerkstatt
Auch wenn Sie viele Geräuschursachen selbst identifizieren und beheben können, gibt es Situationen, in denen der Gang zur Fachwerkstatt unverzichtbar ist. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie gravierende Defekte wie gebrochene Speichen, ausgeschlagene Lager oder beschädigte Naben feststellen.
Spezifische Geräusche beim Nabendynamo
Einige Geräusche sind spezifisch für Nabendynamos und können auf bestimmte Probleme hinweisen.
Schleifgeräusche unter Last
Ein vermeintliches, rhythmisches Schleifgeräusch, das nur dann auftritt, wenn der Dynamo belastet wird (z.B. durch Einschalten des Lichts), kann auf Probleme im Inneren des Dynamos hindeuten. Es könnte sich um Verschleiß am Lager oder um Rostablagerungen auf dem Generator handeln.
Klickern bei eingeschaltetem Licht
Ein regelmäßiges Klickern, das nur bei eingeschaltetem Licht auftritt, kann verschiedene Ursachen haben. Eine mögliche Ursache ist ein Bauteil in der Lampe (z.B. ein Thyristor), das Geräusche verursacht. Es kann auch an einer zu lockeren Achse liegen. Eine verbogene Achse kann ebenfalls zu Klickgeräuschen führen.
Schwergängigkeit und Polfühligkeit
Ein Nabendynamo kann sich mit der Hand extrem schwer drehen lassen und beim Antrieb mit der Hand "rastern". Dieses Phänomen wird als "Polfühligkeit" bezeichnet und ist normal. Es entsteht durch die anziehenden Kräfte zwischen den Polkörpern und Dauermagneten.
Reparatur des Nabendynamos
In diesem Artikel beschreiben wir, wie du selber deinen Fahrrad Nabendynamo reparieren kannst, welches Werkzeug du dafür benötigst und an welchen Stellen du aufpassen musst, um keine Schäden anzurichten. Deine Schritt für Schritt Anleitung zum Zerlegen, Warten, Reparieren, Schmieren und Montieren eines Nabendynamos.
Aufbau und Funktion eines Nabendynamo
Es gibt auf dem Markt eine ganze Reihe unterschiedlicher Nabendynamos. Die Nennspannung ist bei allen Nabendynamos mit 6 Volt Wechselspannung gleich. Aber in der Leistung lässt sich aktuell differenzieren zwischen den älteren 3 Watt - Nabendynamos für Glühbirnchen und Halogenbirnchen auf der einen Seite und den jüngeren 1,5 Watt - Nabendynamos für LED-Lampen auf der anderen Seite.
Schäden am Nabendynamo und Ursachensuche
Zu den üblichen Schäden bei Nabendynamos zählen Korrosion im Innenraum durch Wassereintritt/Kondenswasser, Lagerschäden sowie Spiel zwischen Spulenkörper und Achse. Meist weisen Fehlfunktionen, Geräusche unter Last oder eine Schwergängigkeit auf Verschleiß oder Beschädigung hin.
Werkzeug für Demontage und Montage am Nabendynamo
Um den Nabendynamo reparieren zu können, benötigst du das passende Werkzeug. Für den Shimano-Nabendynamo DH-3N80 beispielsweise brauchst du:
- Maulschlüssel 17 mm (für die Kontermuttern)
- Steckschlüssel / Nuss 32 mm (für die rechte Verschlussscheibe)
- Konusschlüssel 17 mm (für die Kontaktplatte, rechte Seite)
- Kleinen Schraubendreher (zum Abheben der Kontaktfahnen und für die Nasen am Sicherungsblech auf dem Anker)
Nabendynamo reparieren
Wenn du einen Nabendynamo reparieren willst, gilt generell: Es ist unerheblich, ob der Nabendynamo eingespeicht ist oder als Einzelteil vorliegt. Du hast dann eben nur mehr (bei Einzelteil) oder weniger (bei eingespeicht) viel Arbeit, wenn das Nabengehäuse gegen Mitdrehen gesichert werden muss (z. B. beim Lösen oder Festschrauben bestimmter Einzelteile).
Wenn der Nabendynamo nur in eine Richtung Strom liefert
Liefert der Dynamo lediglich in eine Richtung Strom (vorwärts oder rückwärts), dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur einer der beiden Kontaktfahnen am Dynamo korrodiert.
Kontaktplatte ausbauen
Auf der rechten Nabenseite per Maulschlüssel die äußere Mutter lösen und abschrauben (dabei per 17er Konusschlüssel unterhalb der Kontaktplatte gegenhalten) die filigranen Kontaktfahnen, Isolationsscheiben und Einzelteile der Reihe nach behutsam ausbauen und sich Reihenfolge und Positionierung genau einprägen für die spätere Wiedermontage dabei vor allem die untere Kontaktfahne im Auge behalten und stets gegen Abreißen sichern (reißt sie aus Versehen ab, kannst du sie später bei der Montage wieder anlöten) Untersuchung der Einzelteile auf Schäden Austausch beschädigter Teile.
Anker samt Achse ausbauen
Vermutest du einen Schaden an den Kugellagern oder am Anker, musst du nach dem Ausbau der Kontaktplatte die Demontage fortsetzen. Merke dir auch hier wieder Reihenfolge und Position der Einzelteile, um später fehlerfrei zu montieren.
Anker des Nabendynamos zerlegen
Beidseitig die Dichtungsringe von der Achse entfernen Nasen am Sicherungsblech herunterbiegen Mutter mit Maulschlüssel (17 mm) lösen und abschrauben Sicherungsblech leicht lösen Anker von der Achse herunterziehen und dabei aufpassen, dass die Kontaktfahne nicht abreißt präge dir nun ein, in welcher Richtung das Sicherungsblech auf der Achse sitzt: die Noppen auf dem Sicherungsblech zeigen in Richtung des Ankers.
Spiel zwischen Spulenkörper und Achse beseitigen
Achse, Nutenstein und Sicherungsblech voneinander trennen und reinigen (z. B. mit Spiritus oder Reinigungsbenzin) und anschließend unter Zugabe von Kleber wieder zusammenfügen Mutter auf die Achse schrauben und per Maulschlüssel fest anziehen, dabei die Achse gleich neben dem Sicherungsblech per Flachzange fest kontern als nächstes die Anker-seitige Fläche am Sicherungsblech ebenfalls mit Kleber benetzen und den Anker aufschieben, dabei die Kontaktfahne durch das Langloch im Sicherungsblech neben der Keilnut einfädeln Anker und Sicherungsblech zusammendrücken Kontermutter aufschrauben und festziehen die Fahnen am Sicherungsblech wieder an die Kontermutter hochdrücken Kleberreste auf den Außenflächen vorsichtig entfernen Kleber aushärten lassen beidseitig die Dichtungen wieder aufschieben. Jetzt ist der Anker wieder bereit für die Montage in den Nabenkörper.
Anker ins Nabengehäuse einbauen
Anker ins Nabengehäuse einführen rechte Seite: Verschlussscheibe aufschrauben und festziehen Konen beidseitig aufschrauben über beide Konen den Anker mittig ausrichten und in kleinen Schritten beide Konen gleichmäßig festdrehen (der Anker ist perfekt positioniert, wenn er in axialer Richtung zu beiden Seiten im Gehäuse gleichmäßig viel Spiel hat) auf der linken Seite Scheibe und Kontermutter aufschrauben und gegen den Konus festziehen auf der rechten Seite mit der Montage des Systems Kontaktplatte fortfahren, bis alle Bauteile wieder in korrekter Reihenfolge montiert sind. Jetzt per Spannungsprüfer oder Lampe kontrollieren, ob der Nabendynamo wieder einwandfrei funktioniert.
Lagerspiel im Nabendynamo einstellen
Perfekt eingestellt ist das Lagerspiel, wenn der Anker sich spielfrei drehen lässt und gleichzeitig kein Widerstand spürbar ist, der über das gewöhnliche, stufenartige Abbremsen während der Drehung hinausgeht. Das stufenartige Abbremsen resultiert aus den laufend wechselnden Magnetfeldern innenseitig. Das ist normal.
Werkzeuge
WerkzeugeMontagepaste & FettReinigungMontageständer
Tabelle: Mögliche Ursachen und Lösungen für Geräusche beim Shimano Nabendynamo
| Geräusch | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Schleifen unter Last | Verschleiß am Lager, Rostablagerungen auf dem Generator | Lager austauschen, Generator reinigen |
| Klickern bei Licht | Bauteil in der Lampe, lockere Achse, verbogene Achse | Lampe wechseln, Achse festziehen, Achse richten |
| Schwergängigkeit | Polfühligkeit (normal), Lagerschaden | Keine (Polfühligkeit), Lager austauschen |
| Knacken | Lockere Speichen, Defektes Lager | Speichen nachziehen, Lager austauschen |
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