Shimano Nabenschaltung im E-Bike Test: Nexus Inter-5E und Alternativen

Die Nexus Inter Nabenschaltungen bzw. Getriebenaben von Shimano erfreuen sich seit langer Zeit großer Beliebtheit im City- und Trekkingbereich, aber zunehmend auch im E-Bike bzw. Pedelec Bereich. Doch sind die Nexus Nabenschaltungen den hohen Belastungen am E-Bike überhaupt gewachsen und geeignet?

Die Modelle Inter-3, Inter-7 und Inter-8 wurden nie für E-Bikes entwickelt, so dass wir vor der Verwendung im belastungsstarken E-Bike abraten. Eine Neuentwicklung von Shimano speziell für moderne E-Bikes ist das Modell Inter-5E mit 5 Gängen. Sie verkraftet laut Shimano auch höhere Drehmomente von bis zu 60 Newtonmetern und bietet eine Übersetzungsbandbreite von 263%, was recht überzeugend ist. Von daher können wir den Einsatz der Nexus Inter-5 am E-Bike empfehlen.

Allerdings bietet die Nexus Inter-5 nur 5 Gänge, was manchem E-Biker zu wenig ist. Wünschen Sie mehr Gänge am E-Bike, dann sollten Sie zu den 14-Gang Rohloff Nabenschaltungen greifen.

E-Bike Nabenschaltungen im Vergleich

Nabenschaltungen sind für viele E-Bike-Fahrer eine attraktive Alternative zur weiter verbreiteten Kettenschaltung. Die wartungsarmen Schaltsysteme sind einfacher zu bedienen und weniger fehleranfällig als Kettenschaltungen. Damit vereinfachen Sie gerade Anfängern den Einsteig in die zweirädrige Elektromobilität. Allerdings haben Nabenschaltungen meist ein weniger breites Schaltspektrum als Kettenschaltungen.

E-Bikes mit Nabenschaltung sind besonders wartungsarm. Ketten- und Nabenschaltungen haben am E-Bike genau wie bei konventionellen Rädern unterschiedliche Vor- und Nachteile. So sind Nabenschaltungen in der Regel zum Beispiel etwas schwerer als Kettenschaltungen.

Andererseits ist ein E-Fahrrad mit Nabenschaltung erheblich wartungsärmer als andere Modelle. Der höhere Preis bei der Anschaffung relativiert sich dadurch im Laufe der Jahre, da Sie weniger Geld in Reparaturen investieren müssen.

Elektronische Nabenschaltungen

Neben den klassischen Nabenschaltungen mit mechanischer Übertragung zwischen Armatur und Schaltung gibt es inzwischen auch elektronisch geschaltete Modelle. Bei diesen übernimmt ein kleiner, an der Nabe angebrachter Elektromotor den eigentlichen Schaltvorgang. Das ermöglicht zum Beispiel die Konstruktion von E-Bikes mit Nabenschaltung als Automatik sowie kabellose Schaltungen.

Ist eine elektronische Nabenschaltung für das E-Bike sinnvoll?

  • Vorteile:
    • Noch einfacheres Schalten
    • Drahtlose Modelle kommen ohne Verkabelung aus
    • Schaltvorgänge per App elektronisch auslesbar
    • Kann Schaltempfehlungen geben
    • Einige E-Bikes mit Nabenschaltung sind Automatik-Modelle, die von selbst schalten
  • Nachteile:
    • Deutlich teurer als andere Nabenschaltungen
    • Erfordert Akkukapazität und verringert so die maximale Reichweite in km
    • Etwas höheres Gewicht in kg

Die Shimano Nexus Inter-5E im Detail

Die 2018 vorgestellte Inter 5E-Nabe von Shimano wurde speziell für E-Bikes bzw. Pedelecs entworfen. Da acht oder gar 11 Gänge bei zusätzlicher Motorunterstützung von vielen E-BikerInnen mit etwas Routine gern einfach überschaltet werden (z.B. 1, 3, 5 = 25 km/h), wurde diese Nabe zugunsten einer größeren Haltbarkeit mittels stabilerem Planetengetriebe mit nur fünf statt acht Gängen auf satte 60 Newtonmeter statt auf 50 Nm ausgelegt.

Die unteren Gänge wurden reduziert und weisen bei einer Übersetzungsbandbreite von 263% höhere Gangsprünge auf. Zahnräder, Lagerungen und Schaltservoteile sind weniger kleinteilig und konnten naturgemäß stabiler ausgelegt werden. Damit verträgt die Schaltung dauerhaft auch stärkere Motoren wie z.B. den hauseigenen Shimano Steps E6100 Antrieb. Dieser soll besonders gut mit der Inter 5E Nabe harmonieren, da beide Komponenten zusammen mit dem Bordcomputer eine intelligente Einheit bilden, die die Schaltvorgänge bei kräftiger Motorunterstützung aktiv mitgestaltet.

Zielgruppe sind interessanterweise City- und Trekkingbikes, also bezahlbare Massenprodukte. Sogar eine elektronische DI2-Version ist erhältlich, die Schaltvorgänge sogar vollautomatisch durchführt.

Die NEXUS INTER-5E Getriebenabe (Modell SG-C7050-5) zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie mit den Motor-Drehmomenten bis zu 60 Nm eingesetzt werden kann und die hohen Drehmomente von Antrieb und Muskelkraft aushält. Damit sollen beim Schaltvorgang deutlich größere Lasten toleriert werden können, sodass diese Nabe als spezifische E-Bike-Nabe spürbare Vorteile bringen soll.

Vorteile der Nexus Inter-5E:

  • Geeignet für E-Bikes mit Drehmomenten bis zu 60 Nm
  • Übersetzungsbandbreite von 263 %
  • Erhältlich als V-Brake, Scheibenbremsen-, Rollenbremsen- und Rücktrittbremsen-Variante
  • Elektronische Di2-Version verfügbar

Shimano Nexus und Alfine im Vergleich

Es gibt die Nexus 8 und Nexus 8 Premium. Premium hatte als Erkennungsmerkmal mal einen roten Ring und läuft leichter, da Nadellager statt Gleitlager verwendet werden. Beide Nexus-Naben haben keine Perma-Ölfüllung.

Alfine 8 und Alfine 11 sind oft besser verarbeitet. Die 8er Alfine ist wahrscheinlich nur eine schöner designte Nexus 8 Premium in besserer Fertigungsqualität. Die 11er Alfine kostet gleich 200-300,- EUR mehr, hat drei Gänge mehr nach oben und läuft im Ölbad.

Um die höheren Kräfte einer Scheibenbremse an der Nabe aufnehmen zu können, ist die Alfine-Achse anfangs etwas stabiler konstruiert worden. Die Alfinenabe konnte auch vor ein paar Jahren schon mit einer Scheibenbremsaufnahme geliefert werden, das gab es bei der Nexus früher nicht - jetzt aber schon (Stand Februar 2025).

Die 11-Gang Alfine-Version verschenkt dadurch meiner Ansicht nach ihr eigentliches Potenzial, denn Ihre zusätzlichen 3 Gänge liegen alle über dem reibungsarmen 5. Gang der Nexus-Naben. Heißt auf Deutsch: Der ehemals leichte, fünfte Gang fehlt bei der Alfine 11. Ich fahre mit der 11-Gang-Alfine also im 6. oder 7. Gang von 11 Gängen und muss ständig das Planetengetriebe mit all den Reibungsverlusten bewegen.

Der große Vorteil der Alfine 11-Gang-Nabe, liegt für mich nicht in den 3 Gängen mehr, sondern in ihrer leichtgängigen Perma-Ölfüllung, die dadurch ein leichteres Treten ermöglicht, als alle Nexus-Versionen samt der Alfine 8.

Wartung von Shimano Nabenschaltungen

Deshalb empfiehlt Shimano regelmäßig einen Ölwechsel bzw. bei den geschlossenen Naben-Versionen ein regelmäßiges Tauchen der Innereien in einem Ölbad. Die meisten Shimano Naben verschleißen im Alltag immer noch durch eindringende Feuchtigkeit und Schmutz. Falls Wasser eingedrungen ist, rostet die Nabe von innen bis sie schrottreif ist, wenn sie nicht demontiert und getrocknet wird.

Wird die Getriebeeinheit wie von Shimano empfohlen in Öl getaucht, werden die Geräusche meist zurück gehen. Die Nabe schaltet sich danach angeblich wieder leichter und präziser.

Vor- und Nachteile von Nabenschaltungen

Vorteile einer Nabenschaltung

  • Nabenschaltung sehr wartungsarm
  • Schalten im Stand ist möglich

Nachteile einer Nabenschaltung

  • Meist teurer als Kettenschaltungen
  • Geringere Abstufung, geringerem Übersetzungsbereich und geringerer Effizienz im Sinne eines höheren Widerstands

Die Wahl der richtigen Schaltung für Ihr E-Bike

Die Wahl zwischen Kettenschaltung und Nabenschaltung hängt stark vom individuellen Fahrstil und den geplanten Einsatzzwecken ab:

  • Für sportliche Fahrer und längere Touren: Die Kettenschaltung bietet aufgrund der größeren Gangauswahl und der besseren Anpassungsfähigkeit an verschiedene Geländearten mehr Flexibilität. Sie ist zudem leichter und günstiger, was sie zu einer bevorzugten Wahl für sportliche Fahrer macht.
  • Für Tourenradler und den urbanen Einsatz: Die Nabenschaltung ist aufgrund ihrer robusten, wartungsarmen Bauweise und der modernen, breiten Entfaltung eine ideale Wahl.

Ob Mittelmotor, Hinterradmotor oder Vorderradmotor - jeder Motor hat spezifische Anforderungen an das Schaltungssystem.

Schaltungen im E-Bike mit Mittelmotor

Vorteile des Mittelmotor-Systems: Beim E-Bike mit Mittelmotor wird die Antriebskraft des Motors direkt auf das Hinterrad übertragen. Der große Vorteil dieser Anordnung ist, dass die Motorkraft über das Schaltgetriebe nochmals übersetzt wird, was zu einem sehr hohen Drehmoment am Hinterrad führt. Dieses hohe Drehmoment sorgt für eine hervorragende Bergsteigfähigkeit und einen geringeren Stromverbrauch, insbesondere auf hügeligen Strecken.

Der Nachteil eines Mittelmotor-Systems liegt darin, dass die gesamte Kraft des Elektroantriebs und des Fahrers über die Kette in die Nabenschaltung übertragen wird. Herkömmliche Fahrradschaltungen sind jedoch nur für die Tretkraft einer einzelnen Person konzipiert und nicht auf die kombinierten Antriebskräfte von Fahrer und Motor ausgelegt. Dies kann dazu führen, dass die Schaltung schneller überlastet wird und ein höherer Verschleiß auftritt.

Schaltungen im E-Bike mit Hinterradmotor

Ein Hinterradmotor verhindert in der Regel den Einsatz moderner Nabenschaltungen. Daher kommen bei E-Bikes mit Hinterradmotor vorwiegend Kettenschaltungen zum Einsatz. Für eine bessere Anpassung an unterschiedliche Geländearten und Steigungen empfiehlt sich eine Kettenschaltung mit bis zu 27 Gängen.

Schaltungen im E-Bike mit Vorderradmotor

Der Vorderradmotor bietet den Vorteil, dass er mit allen gängigen Schaltungsvarianten kompatibel ist. Dies umfasst sowohl Kettenschaltungen als auch Nabenschaltungen, die mit einer Rücktrittbremse oder einem Freilaufmechanismus ausgestattet sein können. Der Vorderradmotor stellt daher die größte Flexibilität hinsichtlich der Wahl des Schaltungssystems zur Verfügung.

Fazit

Letztlich hängt die Entscheidung von Ihrem Fahrstil, den Strecken, die Sie befahren, und den individuellen Anforderungen an Ihr E-Bike ab. Achten Sie darauf, dass Sie eine Schaltung wählen, die nicht nur gut zu Ihrem Motor, sondern auch zu Ihrem Fahrverhalten und den örtlichen Gegebenheiten passt.

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