Das Shimano Nexave Schaltwerk ist eine Komponentengruppe, die speziell für Komfort-Radler und Citybikes konzipiert wurde. Es gibt verschiedene Nexave-Baugruppen, darunter die T300, die ungefähr Alivio entspricht, die seltenere T400, die fast Deore-Niveau erreicht, und die C900, deren Qualität zwischen Deore und LX liegt.
Die Komponenten Naben und Scheibenbremsen sind baugleich oder ähnlich wie bei Deore, das Ritzelpaket ist original LX. Allerdings wird vom Kauf eher abgeraten, da die Konzeption von Nexave deutlich für Komfort-Radler und Citybikes gemacht ist.
Ein Beispiel dafür ist der "Bremskraftbegrenzer", der für sportliche Fahrer als unnötig empfunden wird, da er hauptsächlich dazu dient, ein Überkippen bei abrupten Bremsungen zu verhindern. Wer das Geld für die C900-Gruppe hat, sollte lieber LX wählen, da die C900 weniger verbreitet ist und Ersatzteile schwieriger zu finden sind.
Die Schalthilfe für den vorderen Umwerfer wird als Luxus betrachtet und ist aufgrund der aufwendigen Mechanik anfälliger und schlechter zu reparieren. Im Vergleich zu anderen Shimano Schaltgruppen bietet die Deore Schaltgruppe eine noch höhere Qualität und Leistung.
Alternativen und Vergleiche zu Nexave
Neben dem Nexave Schaltwerk gibt es auch andere Optionen von Shimano, wie beispielsweise die Nexus Nabenschaltung und die Alfine Nabenschaltung. Hier ein Überblick:
- Shimano Nexus: Die Shimano Nexus Gruppe erfreut sich bereits seit einiger Zeit sowohl Bekanntheit, als auch Beliebtheit. Die Nexus Inter-5E Nabenschaltung gesellt sich zur Inter-3, Inter-7 und Inter-8 und ergänzt somit die Gangschaltungsreihe. Wie die anderen Schaltungen der Nexus-Familie glänzt das neue Modell mit der integrierten Schaltservotechnik, die das Wechseln der Übersetzung unterstützt und somit wesentlich erleichtert.
- Shimano Alfine: Sie sieht hochwertiger aus, ist aber gegenüber der Nexus vielleicht nur einfach schwarz lackiert. Hier gibt es keine Premiumversion mehr, dafür aber eine 11-Gang Alfine Nabe, die sehr viel teurer als die 8-Gang Alfine ist. Laut Fachhändler sollen beide Alfine-Versionen besser laufen, als die günstigeren Nexus-Varianten, die Shimano mittlerweile ebenfalls auf Wunsch in Schwarz (-matt) lackiert.
Shimano Nexus Nabenschaltungen im Detail
Bringen wir mal Licht in den Dschungel der Shimano Nabenschaltungen, die sich schon spürbar voneinander unterscheiden, vor allem in der Qualität für Viel- und Schnellfahrer-Innen. Offen dokumentiert wurden die Unterschiede der Shimano Naben leider so gut wie nie.
Egal welche an Shimano Nabenschaltung eingebaut ist, der Radhändler wird sie Ihnen als problemlos, pflegeleicht und völlig komfortabel unterjubeln. Millionenfach verkauft, Sie können eigentlich damit gar keinen keinen Fehler machen. Das wird er oder sie sagen.
Sie wollen einen Rücktritt wie 1980? Mit der Shimano Nexus kein Problem, das Modell gibt es sogar mit Rücktritt. Leider ist genau diese Version recht anfällig, man hört oft Klagen in den Fahrradforen: „Die Nabe mit Rücktritt hielt keine 500 Kilometer“, „China-Schrott durch billige Produktion“, usw. … glaube ich persönlich alles.
Die Qualität der Naben hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Viele ehrliche Radhändler bestätigen, dass die Naben ganz unterschiedlich leicht laufen und bestreiten nicht, dass es bei Shimano zeitweise „Problemnaben“ gab bzw. immer noch gibt.
Probleme gibt es vor allem, wenn ein Rad wirklich sportlich gefahren wird. 2005 kaufte ich ein Stevens City-Flyer mit einer Shimano Nexus 8-Gang Premium Nabenschaltung und bin bis heute begeistert. Die Nabe hat bei mir ca. 18.000 km gehalten, danach habe ich das innere Getriebe einfach komplett ausgetauscht, weil es teigiger wurde.
Im Gegensatz zur Premium-Version fehlen der optisch identischen Nabe (äußerlich ohne roten Streifen) die leichtgängigen Nadellager. Diese wurden durch billige Gleitlager ersetzt und erzeugen ca. 2-3% mehr innere Reibung. Dies ist z.B. spürbar an den Pedalen, die sich im Freilauf beim Rollen ständig mitdrehen wollen.
Um die höheren Kräfte einer Scheibenbremse an der Nabe aufnehmen zu können, ist die Alfine-Achse anfangs etwas stabiler konstruiert worden. Außerdem der „schicke Rapid-Fire-Hebel“ besteht bei der Alfine aus einem Daumenschalter, mit dem man pro Hub immer nur 2 Gänge herauf- oder herab schalten kann.
Die 11-Gang Alfine-Version verschenkt dadurch meiner Ansicht nach ihr eigentliches Potenzial, denn Ihre zusätzlichen 3 Gänge liegen alle über dem reibungsarmen 5. Gang der Nexus-Naben. Heißt auf Deutsch: Der ehemals leichte, fünfte Gang fehlt bei der Alfine 11. Ich fahre mit der 11-Gang-Alfine also im 6. oder 7. Gang von 11 Gängen und muss ständig das Planetengetriebe mit all den Reibungsverlusten bewegen.
Praktisch (er)fuhr ich bei einer Probefahrt auf einem teurem Cannondale BadBoy mit Shimano 11-Gang Alfine allerdings, dass sich auch hier die Pedalen im Freilauf gerne mitdrehen wollen, weil die innere Reibung der Nabe wohl doch relativ hoch ist. Bei einer Kettenschaltung passiert das jedenfalls nicht.
Die edle Rohloff Speedhub bremst im Gegensatz zu Nexus, Alfine und Co nur halb so stark. Außerdem hat sie eine Zulassung für Tandems, auch das fehlt den Shimano Naben. Die Rohloff Getriebenaben sind für mich persönlich der beste Kompromiss zwischen Wartungsfreiheit & Leichtläufigkeit an einem schnellen Rad für weite Touren.
Shimano Inter 5E: Speziell für E-Bikes
Die 2018 vorgestellte Inter 5E-Nabe von Shimano wurde speziell für E-Bikes bzw. Pedelecs entworfen. Da acht oder gar 11 Gänge bei zusätzlicher Motorunterstützung von vielen E-BikerInnen mit etwas Routine gern einfach überschaltet werden (z.B. 1, 3, 5 = 25 km/h), wurde diese Nabe zugunsten einer größeren Haltbarkeit mittels stabilerem Planetengetriebe mit nur fünf statt acht Gängen auf satte 60 Newtonmeter statt auf 50 Nm ausgelegt.
Die unteren Gänge wurden reduziert und weisen bei einer Übersetzungsbandbreite von 263% höhere Gangsprünge auf. Zahnräder, Lagerungen und Schaltservoteile sind weniger kleinteilig und konnten naturgemäß stabiler ausgelegt werden.
Damit verträgt die Schaltung dauerhaft auch stärkere Motoren wie z.B. den hauseigenen Shimano Steps E6100 Antrieb. Dieser soll besonders gut mit der Inter 5E Nabe harmonieren, da beide Komponenten zusammen mit dem Bordcomputer eine intelligente Einheit bilden, die die Schaltvorgänge bei kräftiger Motorunterstützung aktiv mitgestaltet.
Sogar eine elektronische DI2-Version ist erhältlich, die Schaltvorgänge sogar vollautomatisch durchführt. Diese breite Auslegungs-Strategie kann selbstverständlich auch an sportlicheren Rädern sehr gut funktionieren, wie uns die Nexus 8 Premium und Alfine 11 jahrelang bewiesen haben.
Wartung und Pflege
Wird die Getriebeeinheit wie von Shimano empfohlen in Öl getaucht, werden die Geräusche meist zurück gehen. Die Nabe schaltet sich danach angeblich wieder leichter und präziser.
Ein Anfahren am Berg in hohen Gängen in den Pedalen stehend mit viel Kraft ist unbedingt zu vermeiden, die Mitnehmer / Achsnasen durch das hohe Drehmoment sonst abbrechen können. Die Anzugsdrehmomente der Achmuttern samt der Montage der geriffelten Scheiben im Ausfallende sind zu beachten. Die Achse muss sonst ungewöhnliche Drehmomente aufnehmen, für die Sie nicht konstruiert wurde.
Die meisten Shimano Naben verschleißen im Alltag immer noch durch eindringende Feuchtigkeit und Schmutz. Falls Wasser eingedrungen ist, rostet die Nabe von innen bis sie schrottreif ist, wenn sie nicht demontiert und getrocknet wird.
Deshalb benötigt die Nabe regelmäßig ein Öl-Tauchbad: Dabei werden alte Metall-Partikel herausgespült u. Defekte Nexus 8 Nabe mit gebrochenem Lagerkäfig: Diese Nabe ist über 12.000 Kilometer überhaupt nicht gewartet worden. Das Rad wurde oft im Regen geparkt und regelmäßig im Winter gefahren.
Übersicht über verschiedene Shimano Schaltgruppen
Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß.
Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich. Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen.
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Shimano Schaltgruppen zusammenfasst:
| Schaltgruppe | Einsatzbereich | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Tourney | Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder | Einfache Schaltung, preisgünstig |
| Altus | Einstiegs-Schaltgruppe | Solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis |
| Acera | Erste Erfahrungen im Gelände | - |
| Alivio | Alltagsfahrten und leichtes Gelände | Reibungslose und präzise Schaltvorgänge, stilvolles Design |
| Deore | Gelände und Mountainbike-Touren | Robustheit, Zuverlässigkeit, zeitloses Design |
| SLX | Mountainbiker | Langlebig, zuverlässig, leicht, kompakt, präzise |
| Deore XT | Mountainbikes | Zuverlässige Schaltleistung, präzise Gangwechsel, robuste Bauweise |
| XTR | Höchste Ansprüche an die Leistung | Schnelle und präzise Schaltung, anspruchsvolle Trail-Sessons |
Fazit
Die Wahl des richtigen Schaltwerks hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem Einsatzzweck ab. Shimano bietet eine breite Palette an Optionen, von einfachen Schaltgruppen für Einsteiger bis hin zu High-End-Komponenten für anspruchsvolle Mountainbiker.
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