Die Montage und Demontage der Pedale gehört zu den grundlegenden Handgriffen, die jeder ambitionierte Besitzer eines Fahrrads beherrschen sollte. Im Laufe eines Radlerlebens kommt man oft in die Situation, die Pedale an- und abschrauben zu müssen.
Unterschiedliche Gewinde an den Pedalen
Am Fahrrad besitzt das rechte Pedal (stets in Fahrtrichtung gesehen) ein Rechtsgewinde. Das linke Pedal jedoch besitzt ein Linksgewinde! Das heißt: Beim Einschrauben in die Kurbel muss man es nach links, gegen den Uhrzeigersinn drehen.
Grund: Durch die Rotation der Kurbel beim Treten und unter Berücksichtigung der (Gegen-) Laufrichtung der Kugellager an den Pedalachsen sorgen die unterschiedlichen Gewinde dafür, dass sich die Pedale beim permanenten Treten nicht losdrehen können.
Einfache Merkhilfe
In Fahrtrichtung gesehen weist also das RECHTE Pedal ein Rechtsgewinde auf, und das LINKE Pedal ein Linksgewinde. Zur Identifikation der beiden verschiedenen Gewinde sind Pedale in der Regel mit den Buchstaben R und L gekennzeichnet. Entweder am Pedalkörper oder in der Nähe des Gewindes, meist direkt auf dem Sechskant.
Französische Pedalgewinde
Fauber bzw. Ältere französische Fahrräder hatten 14 mm x 1.25 mm Gewinde. Pedale mit französischem Gewinde sind meist mit einem "D" und einem "G" (französisch für "droite" (rechts) und "gauche" (links) gekennzeichnet. Ein Pedal mit französischem Gewinde kann man in eine Standardkurbel schrauben (und umgekehrt), sie bleiben jedoch schon bald stecken. Wenn man mit Gewalt weiter schraubt, zerstört man das Gewinde der Kurbel.
Dyna Drive
In den frühen 1980er Jahren hat Shimano versucht, sehr große Gewindegrößen zu etablieren. Dieses System hieß Dyna Drive. Hierbei wurde das Pedallager innerhalb der Kurbel verlegt, so dass der Fuß knapp unterhalb des Drehpunkts des Pedallagers stand. Es wurde verbreitet, dass das biomechanische Vorteile bringt.
Konische Oberfläche
Diese Pedalgewindeformen haben 100 Jahre inudstrieller Unbeweglichkeit hinter sich und keine dieser Formen ist ideal. Ein besseres System müsste eine konische Oberfläche zwischen Pedalwelle und Kurbel haben, um Fraßkorrosion durch die minimalen Bewegungen der Pedalwelle innerhalb der Kurbel zu vermeiden.
Die Montage - Welches Werkzeug braucht man?
Pedale besitzen in der Regel zwei Ansatzpunkte für Werkzeug:
- An der Pedalachse (zwischen Pedalkörper und Kurbel) lässt sich ein 15 mm Maulschlüssel ansetzen. Empfehlenswert ist die Anschaffung eines speziellen, flachen Pedalschlüssels.
- An der Stirnseite der Pedalachse befindet sich in der Regel eine Aufnahme für einen Innensechskant-Schlüssel (Inbus). Das Maß beträgt 6 Millimeter, in Ausnahmefällen auch 8 Millimeter.
Zu guter Letzt benötigt man bei der Montage ein handelsübliches Fahrradfett.
Fettung der Pedalgewinde
Die Pedalgewinde müssen vor dem Anschrauben der Pedale gefettet werden! Das Fett wirkt wasserabweisend und sorgt dafür, dass sich die Pedale jederzeit mit normalem Kraftaufwand auch wieder lösen lassen. Ausnahme: Bei Leichtbau-Pedalen mit Titan-Achsen ist statt Fett eine spezielle Titan-Montagepaste zu verwenden!
An- und Abschrauben - Rechte Seite (Antriebsseite)
Zunächst das Pedal mit gefettetem Gewinde von Hand in die Kurbel drehen. Festziehen IM Uhrzeigersinn, lösen GEGEN den Uhzeigersinn (RECHTS-Gewinde). Sobald die Pedalachse am Anschlag ist, arbeitet man mit dem 15-mm-Pedalschlüssel weiter.
An- und Abschrauben - Linke Seite
Auf der linken Seite sind die Dreh-Richtungen auf Grund des Linksgewindes vertauscht! Anziehen GEGEN den Uhrzeigersinn, lösen IM Uhrzeigersinn (LINKS-Gewinde). Auch hier gilt wieder: Zuerst das Pedal von Hand eindrehen und am Ende mit dem Schlüssel arbeiten.
Wie fest muss man Pedale anziehen?
Grundsätzlich gilt: Wer einen Drehmomentschlüssel besitzt, sollte diesen auch benutzen. Mit einem Wert von etwa 30 Nm (Newtonmeter) liegt man in der Regel richtig. Sollten jedoch anders lautende Angaben des Pedalherstellers vorliegen, sind diese zu beachten!
Sonderfall Carbon Kurbeln
Zur Montage der Pedale besitzen Carbon Kurbeln in den Kurbelarmen Gewinde-Einsätze aus Aluminium, so genannte Inserts. Spezielle, dünne Beilagsscheiben zwischen Pedalachse und Kurbel verhindern, dass sich die harte Stahlachse beim Festziehen ins weichere Aluminium des Inserts frisst. Obligatorisch bei der Montage: Fett auf Stahlachsen beziehungsweise Montagepaste auf Titanachsen!
Tipps & Tricks
- Pedalgewinde besitzen in der Regel ein 9/16″ x 20 TPI Gewinde. Es gibt Ausnahmen im Ausland und vereinzelt im BMX-Bereich.
- Pedale sollten sich nach dem Ansetzen mit Handkraft einschrauben lassen. Achte darauf, dass du das Pedal gerade und im rechten Winkel zur Kurbel ansetzt.
- Ein defektes Pedalgewinde kann in bestimmten Fällen repariert werden!
- Festsitzende Pedale, die beispielsweise vor der Montage nicht gefettet wurden, können sehr viel Kraft beim Lösen erfordern.
Beispiel: SHIMANO SPD Pedal PDM324
Als Beispiel sei das SHIMANO SPD Pedal PDM324 genannt:
- Gewinde: 9/16 Zoll
- Gedichtetes Industrielager
- Material Pedalkörper: Aluminium
- Material Achse: Stahl (CrMo)
- Empfohlene Schuhplatten: SM-SH51, SM-SH56
- Gewicht: 553 g
- Pedalsystem: SPD
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gewinde (Zoll) | 9/16 |
| Lager | Gedichtetes Industrielager |
| Pedalsystem | SPD |
| Material Pedalkörper | Aluminium |
| Gewicht | 684 g |
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