Shimano Rollen Wartung Anleitung

Die Wartung von Angelrollen, insbesondere von Modellen wie Shimano, ist ein Thema, das viele Angler beschäftigt. Es geht darum, die Lebensdauer und Leistung der Rollen zu erhalten. Shimano Rollen laufen grundsätzlich auch mit Fett im Getriebe einwandfrei.

Allerdings müssen die Rollen im Laden den Kunden überzeugen und das schon beim ersten Probekurbeln. Das wird erreicht, indem als Schmierung lediglich ein ganz dünnes Öl verwendet wird. Damit läuft die Rolle sehr fein an und dreht auch gut. Da der Kram aber dermaßen dünn ist, darf man öfter was über die Wartungsluke rein tröpfeln.

Mechanische Belastungen, insbesondere Reibungen, werden mit Hilfe von Schmiermitteln verringert. Öl ist ein schnell wirkendes Mittel, was in jeden Winkel fließen kann. Grundsätzlich sollte jedem klar sein, dass ein ungeschmiertes Zahnrad höherer Belastung ausgesetzt ist. Eine Schmierung hält auch nicht ewig. Folglich muss geschmiert werden, damit man länger Freude am Gerät hat.

Die "Öleinlassschraube" ist da gar nicht so verkehrt, auch wenn sie nicht das Optimum darstellt. Nicht jeder ist in der Lage Rollen so zu warten, wie es bestimmte Spezifikationen vorbeten. Meiner Meinung nach reicht es zwischendurch zu ölen. Fett ist nur die jeweilige Verbesserung des Ölens an der richtige Stelle.

Umgekehrt darf nicht an jede Stelle der Rolle Fett, damit gewisse Funktionen erhalten bleiben. An bestimmte Rollenteile gehört Öl (Lager). An andere Fett (Getriebe). Darum verschwindet die Wartungsöffnung wohl auch zunehmend bei neueren Modellen. Features, die die Rolle nicht braucht.

Shimanorollen brauchen nicht mehr oder weniger Öl/Fett/Pflege/Wartung als Rollen anderer Hersteller. Es muss auch jedem klar sein, dass irgendwann innen auch mal sauber gemacht werden muss.

Wartungsintervalle und -methoden

Jede Rolle muss gepflegt bzw. gewartet werden. Abhängig von Benutzungsdauer und Angelart. Ich war schon etwas erstaunt, weil der Händler extrem von Shimano-Rollen abgeraten hat, die häufig genutzt werden. Wenn ich nach jeden 2-3 Angeln ölen würde, wäre Shimano die beste Rollenwahl......da hätte ich allerdings keine Lust zu.

Die Wartungsöffnung bei Shimano ist eigentlich für Sprühfett gedacht. Macht also durchaus Sinn. Erspart einem aber keine Wartung. Allerdings steht dann in der deutschen Shimanoanleitung wieder das man dort Öl einführen kann. Etwas verwirrend. Wer Leichtes Sprühfett besitzt, bitte dieses benutzen.

Aber man sollte die Wartung auch nicht überbewerten. Je nach Angelintensität oft bis hin und wieder Schnürlaufröllchen ölen, bei Salzwasser auch ruhig Softes Fett. Eine Komplettreinigung alle 6 Monate, oder bei merklich schlechterem Lauf oder Vollbad sofort!

Viele Angler verwenden für das Getriebe Fett und für die Kugellager Öl. Kugellager könnte man theoretisch auch mit Fett behandeln, allerdings ist dies bei kleinen und versiegelten Lagern erstens kaum hineinzukriegen und zweitens erhöht es den Drehwiderstand des Lagers, weshalb der Anlauf- und Drehwiderstand der Rolle erhöht werden könnte. Bei Baitcaster-Spulenlagern ist das schon mal gar nicht zu empfehlen, da die Dinger dann nur noch 1,8 Meter weit schmeißen.

Eines bewirkt das Ölen durch die Wartungsöffnung auf jeden Fall. "Bockende" Rollen werden (kurzfristig) wieder zum laufen gebracht. Wir hatten es mehrfach, dass unsere Shimanos (Technium, Saros, Elf u.a.) nach einigen Ostsee-Einsätzen teilweise extrem schwergängig wurden. Nach dem Ölen lief alles wieder wie geschmiert, im wahrsten Wortsinne. Allerdings traten die Probleme oft einige Wochen später wieder auf.

Ich öle meine Shimanski Statios schon seit Jahren über die Wartungsöffnung mit Ardent Reel Butter. Geschadet hat es den Rollen nie und ich würde behaupten, dass sie dadurch auch ruhiger laufen. Vor allem wenn man die Rollen ca. 200 Tage im Jahr, intensiv fischt. Ich bin aber weder Rollenbastler noch Mechaniker.

Laut obiger Beschreibung ist es für mich eine Zusatzschmierung. Dieses Dünnflüssige Öl kommt halt an Stellen ran wo kein Fett hinkommt. Zudem wird geschrieben nur wenige Tropfen in die Wartungsöffnung zu dosieren sind. Es dürfte dem Fett nichts ausmachen so schlau schätze ich die Shimano Ingenieure schon ein. Ich sehe es als Ergänzung ein Tropfen Öl schadet bekanntlich nicht.

Diskussion um die Wartungsöffnung

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob die Wartungsöffnung tatsächlich notwendig ist. Ans Getriebe gehört wie ich schon bei FB geschrieben hab einfach kein Öl da es sich zu schnell verflüchtigt und an andere Stellen kommt wo es es nicht hin soll... auch denke ich ist eine gleichmässige Verteilung nicht wirklich möglich ... ich denke die Wartungsöffnung ist mehr Kundenhascherei als wirklich Praxistauglich.....

Bei aller berechtigten Skepsis und ganz nüchtern betrachtet, kann ich mir das einfach nicht vorstellen. Gerade im High End-Bereich, kann einfach keinem Hersteller an häufigen Reklas oder schlechter Publicity gelegen sein. Es interessiert mich halt nur, weil fast jeder den Herstellern mangelnde Schmierung ab Werk und überflüssige Dinge wie z.B. die Wartungsöffnung zum Vorwurf macht bzw.

Gegenfrage: Warum wird die Glühbirne die ewig brennt nicht verkauft? Bekommt das maximum aus dem Markt, wenn die Rolle des Anglers ewig hält und auch nach 10 Jahren noch perfekt läuft wie am ersten Tag? Meiner Meinung nach war die Wartungsöffnung ein reiner Marketing-Gag, man hat damit schlicht ein Argument zum Kauf der neuen Rollen-Generation geliefert. Jetzt werden mit Hagane & Co eben neue Schlagworte bemüht ...

Praktische Tipps zur Wartung

Mir stellt sich folgendes Problem:Nach Jahren der Angelabstinenz bedürfen die Rollen mal einer Wartung. Da ich nicht das Risiko eingehen möchte die Rollen komplett auseinander zu nehmen und nicht mehr funktionstüchtig zusammen zu bekommen, beabsichtige ich nur eine "erweiterte Grundreinigung" inkl. ölen und fetten zu machen.(Säubern, Öl und (verharztes) Fett entfernen ist nicht das Problem)Jetzt stellt sich mir die Frage ob ich Schmierfett?!

Besser ist Fett......zumindest im Getriebe............bleibt länger in dem erforderlichen Bereich.......Oel hat die Eigenschaft aus der Rolle zu verschwinden, da flüssig und die Rollen ja selten dicht sind Wobei, es soll Rollen/Maschinenöle geben, die sehr lange im Getriebe der Rollen bleiben..............aber das wird dann schon teuer und ist wohl nur bei "Spezialisten" zu erwerben Gutes Rollenfett(Tube liegt so bei 2 €) hält mind. beim Ölwechsel Auto hat sich herausgestellt das bei dem vorgegebenIntervallen das Öl obwohl schwarz gefärbt noch über 90% Prozent seine Schmierfähigkeit besitzt.(Geldschneiderei)

Auch ich rate zum Fett - gehe in die nächste Autowerkstatt und laß dir ein wenig Abschmierfett geben. So die kl. Schüssel mit Waschbenzin, nachdem ich die Rolle mit einem Pinsel vorsichtig ausgewaschen habe. Wie es aussieht, hast du die bei der "Behandlung" die Kugellager gleich mit entfettet! Geschlossene KL sind nicht so dicht, als das Entfetter (egal was man nimmt) wie auch Wasser darin eindringen können. Das Waschbenzin hat nun das Fett in den KL aufgelöst und kannst die Dinger bald ersetzen. Das ist leider, muss man so schreiben, ein echter Anfängerfehler.

Mit dem Waschbenzin in den Kugellagern gebe ich dir recht. Abhilfe schaft hier ein Föhn der das Benzin im Rollengehäuse und in den Kugellagern schnell verdunsten läßt. Ein paar Tropfen Rollenöl auf die Lager und gut isses wieder. Die Belastung welche auf diesen Lagern hält sich in Grenzen.

Die Anleitung kenne ich auch -doch nicht jeder ist in der Lage eine Rolle so auseinander zunehmen. Auserdem sind nicht nicht alle Rollen gleich aufgebaut. Deshalb kann man die Anleitung eigentlich vergessen. Da finde ich, ist es für Ungeübte besser nur den Deckel abzuschrauben und mit Qutipps oder ähnlichem das Innenleben so weit wie möglich zu reinigen und wieder zu fetten.

Ich selbst habe schon mehrere Rollen auseinander geschraubt weil ich mich für das Innenleben und den Aufbau interessiere - aber nicht um eine Rolle innen zu reinigen - halte ich für vollkommen überflüssig. Die meisten Rollen sind heut zutage so dicht das kaum Schmutz oder Wasser eindringt. Wenn nach 5 oder 10 Jahren die Rolle das zeitliche segnet ist halt eine neue fällig. Noch einmal zurück zum auseinander bauen - wer eine Shimano XTA hat sollte die Finger davon lassen - ansonsten viel Spaß dabei.

Wer nur im Süßwasser angelt hat mit Rollenwartungen weniger zu tun als wenn viel im Salzwasser gefischt wird. Betreibe jetzt seit 47 Jahre Meeresangeln und kenne die Problematiken die durch Salzwasser verursacht werden bestens. Alle meine 14 Rollen von der kleinsten fürs Stippen bis zur Big Game 50W-II werden selbst gewartet. Obwohl ich zugebe, dass ich bei der Big Game Rolle auch erst große Bedenken hatte.

Dann mehrmals die Rolle zerlegt und wieder zusammen gebaut bis man auf die Explosionszeichnung nicht mehr schauen brauchte. Sollte mal etwas mit einer Rolle sein brauch ich jedenfalls nicht gleich zum Händler rennen, und im Urlaub, besonders noch wenn man im Ausland ist, auch nicht immer einfach einen Fachhändler zu finden.

Ein Beispiel: vorm letzten Baliurlaub eine FinNor OFS7500 gekauft. Beim ersten Angeln setzte die Rücklaufsperre aus. Zurück im Hotel die Rolle geöffnet und gedoktert woran es liegt. Dann den Mechanismus erkannt und eine Ringfeder fester zusammen gebogen und das Problem war beseitigt. Wenn man das nicht gemacht hätte, wäre angeln zu Ende gewesen oder man hätte sich eine neue kaufen müssen.

Bei jeder Angeltour sind daher auch immer die passenden Bits und Schraubenschlüssel dabei. Die Anleitung ist auch nur ein Beispiel und nicht zu hundert Prozent auf alle Rollen übertragbar, obwohl sich viele Rollen im Aufbau gleichen. Ist lediglich ein Hinweis, wenn man sektionsweise eine Rolle öffnet, das ganze wirklich kein Problem ist. Mit Hilfe der Explosionszeichnung bekommt man jede Rolle wieder zusammen. Sind doch keine schweizer Uhrwerke wo man mit Lupe arbeiten muss. Man muss sich nur trauen, es ist wirklich einfacher als man denkt.

Ganz besondere Wartung sollte das Schnurlaufröllchen bekommen, da es eins der meist beanspruchten Teile ist, und kristallisiertes Salzwasser das darin befindliche KL bzw. Lager schnell zerstört. Recht hast du Oldman, bei der heutigen Technik lasse ich lieber meine Finger davon. Bei meinen alten Finessa-Treckern stellt die Wartung kein Problem dar, aber bei der Stella oder Twin Power hört der Spaß auf.

Außerdem ist beim Erwerb der Rolle, ne kleene Pulle Silikonöl dabie, da kommste maximal 10 Jahre mit längs. Nach 10 Jahren Mefo.- oder Spinnfischen ist dann auch die beste und teuerste Rolle auf und du brauchst ne Neue.

Hallo! ich denke in der anglerischen Totenzeit (Winter) oder nach dem Anglen betreibt fast jeder ein wenig Gerätepflege. Wenn es nur ist, das nach einem Angeltag z.B. die Rollen unter der Dusche vom Schmutz oder Sand befreit , die Rolle ein wenig eingeölt,,etwas Kriechöl an der Hubstange runter- und ran der Kurbelstange ins Gehäuse laufen gelassen wird. Damit hat man schon für ein längeres Rollenleben gesorgt.

Soooo... ich habe mich heute Nachmittag mal hingesetzt und Operation Rollenwartung in Angriff genommen. Zu meinem Glück mit meiner ältesten und vermutlich billigsten Rolle (Eurostar XR 130). Zu meinem Glück deshalb, weil ich einmal nicht aufgepasst habe und mir ein paar Teile entgegen gepurzelt sind ... das Ende vom Lied ist ein ein Puzzle von vielen wunderbar gereinigten Teilen die ich nicht mehr zuordnen kann Dummerweise sehe ich mich außer Stande die Rolle selbst wieder funktionstüchtig zusammen zu bekommen.

Im Frühjahr bekam ich zwei baugleiche Rollen geschenkt. Sie sind ca.40 Jahre alt und wurden in den USA gekauft. Von der Größe her, würde ich sie als alte Brandungsrolle einsortieren. Beide Rollen wiesen ein scharrendes Geräusch auf. Innen war nichts festzustellen. Alle Bauteile waren gut gefettet, ohne Spule lief die Rolle auch tadellos. So baute ich sie also wieder zusammen und siehe da, das Geräusch war wieder da. Folglich sollte man den Schaden im Bereich der Spule suchen.

Auf der Rolle war Ball Bearing zu lesen und am Halter war noch“ Made in Japan“ zu lesen. Ach, produziert in einer Zeit als Japan noch Billiglohnland war und die ersten Kugellager in Stationärrollen verbaut wurden. Kugellager klang interessant, ich baute es aus und kontrollierte. Das Lager hatte keinen sauberen Lauf mehr.

Für einen Angelfreund eine Shimano 6000 SW-B fertig gemacht. Als "harter Wikinger" wollte er noch bei starke Minustemperaturen in Norwegen angeln. Stationäre selbst zu warten ist je nach Hersteller ein riskantes Spiel bei dem jeder Handgriff wohl dokumentiert werden sollte. Besonders bei den Shimano's kann man sonst böse auf's Maul fallen.

Bei der LIGHT Wartung genügt es, die Rolle gründlich äusserlich zu säubern, altes Fett an der Achse zu entfernen und neues aufzutragen. Bei der MEDIUM Wartung werden zusätzlich das Schnurlaufröllchen und die Welle / Knauflager geschmiert. Insbsondere das Schnurlaufröllchen hat es gehörig in sich. Dieses Röllchen besteht aus mehreren zig Einzelteilen, die nur noch schwer ineinander zu setzen sind.

Und als Letztes die FULL Wartung, bei der die gesamte Rolle inklusive der Spule zerlegt, gereinigt und wieder zusammen gesetzt wird. Nun, warum das Ganze. Man kann auch viel Versauen, wenn man die Sache hinterher nicht mehr vollständig zusammen bekommt. Dennoch ziehe ich ein positives Fazit, denn der Kundendienst kann und macht einem diesen Job zu keinem bezahlbaren Preis mehr. Es ist einfach gesagt unbezahlbar aufwändig.

Wer traut sich seine Stella zu warten? Nicht? Ich würd´s auch nicht tun, aber für all Diejenigen die den Mut haben ist diese Anleitung. ACHTUNG, DAS IST NICHTS FÜR ANFÄNGER UND MUTIGE. Die Lager sind zum Teil derart klein und bestehen aus zig Einzelteilen die man auf den Bildern nicht vollständig sieht.

Interessant ist es auch die Bremse zuzerlegen, das fehlt hier leider. Hab mich bisher nicht gescheut meine 17 Rollen selbst zu versoren und alle ohne Restteile wieder zusammen bekommen, aber bei den vielen filigranen Teilchen kommen mir wirklich Bedenken, ob das wirklich alles so sein muss, wenn man sich nur die Teile beim Schnurlaufröllchen anschaut. Das kann man so simpel und trotzdem äußerst stabil auch anders konstruieren.

Möchte nicht bei einem längeren Auslandsurlaub, kein Shimano Service in der Nähe, nach einem eventuellem Vollbad oder Defekt einen Service vornehmen müssen. Denke jetzt ist erstmal Studium der Schematics der Wettbewerber angesagt, die auch äußerst stabile Rollen bauen. Habe gestern fast 4 Stunden gebraucht um das Innenleben meiner Brandungsrolle wieder zum Leben zu erwecken. Kann daher voll verstehen warum Alan die Finger von den Stationärrollen läßt und der ist nun wirklich kein Anfänger.

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