Gerade in der Stadt sind Vespa, Kymco und Co eine tolle Alternative zu Auto, Bus und Bahn. Bevor man zum Easy Rider wird, braucht es den richtigen Führerschein.
Führerscheinklassen für Roller und Co.
Hier gibt es, je nach schon vorhandenem Führerschein, Alter, Zeit- und Geld-Budget sowie gewünschter Kraftrad-Klasse, mehrere unterschiedliche Optionen. Zwischen Roller und Motorrad unterscheiden die Scheine übrigens nicht. Wer schon eine Pkw-Fahrerlaubnis der Klasse B besitzt, darf Zweiräder mit einem Maximaltempo von 45 km/h ebenfalls fahren. Wer schneller unterwegs sein will, oder komplette Neulinge, müssen aber erst mal die passende Fahrerlaubnis bauen.
Der Mofa-Führerschein: Die Prüfbescheinigung
Der einfachste Einstige ist der sogenannte Mofa-Führerschein. Sogenannt deshalb, weil er amtlich betrachtet gar kein Führerschein ist, sondern eine Prüfbescheinigung. Wer schon eine Fahrerlaubnis irgendeiner Klasse für Auto oder Zweirad hat, oder vor dem 1. April 1965 geboren ist, braucht keine separate Mofa-Prüfbescheinigung.
Mindestalter und Ausbildungsbeginn
Das Alter für den Mofa-Führerschein liegt bei mindestens 15 Jahren. Die theoretische Ausbildung dafür kann man mit 14 und einem halben Jahr beginnen, und drei Monate vor dem 15. Geburtstag die Prüfung ablegen. Außerdem wichtig: Für die Anmeldung bei der Fahrschule ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten notwendig, wenn man unter 18 Jahren alt ist.
Theorie- und Praxisstunden
Die Prüfbescheinigung für Mofas umfasst sechs Doppelstunden mit je 90 Minuten. Die Praxisausbildung dauert eine Doppelstunde, bei Gruppenunterricht mit mindestens drei Schülern das Doppelte. Dabei kann man beim "Mofa-Führerschein" zwischen Einzel- oder Gruppenunterricht wählen. Während der Theorieschulung dürfen maximal 20 Personen in einer Gruppe sein, beim Praxisunterricht maximal vier Personen. Sechs Mal 90 Minuten Theorie sowie eine praktische Fahrstunde von 90 Minuten stehen auf dem Plan.
In der Theorie lernt der Fahrschüler Wissenswertes zum Verhalten im Straßenverkehr und technische Daten zum Mofa. In der Praxis werden eine Vollbremsung aus Maximalgeschwindigkeit, das Fahren in Schlangenlinien, das Anfahren und Anhalten, das Wenden des Mofas, das Ausweichen und das Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geübt.
Ablauf der Prüfung
Die Fahrschule meldet den Teilnehmer bei der Prüforganisation an, zum Beispiel beim TÜV. Zum Prüfungstermin müssen dann die Ausbildungsbescheinigung der Fahrschule und der Personalausweis oder Reisepass mitgebracht werden. Nicht vergessen: Geld für die Ausstellung der Prüfbescheinigung sowie die Prüfgebühren.
In der Prüfung selbst müssen 20 Fragen am Computer oder Tablet beantwortet werden. Von 69 möglichen Fehlerpunkten darf man sich nur sieben erlauben. Die Fragen werden entsprechend dem Inhalt und dessen Relevanz für die Verkehrssicherheit mit einer Wertigkeit von zwei bis fünf Fehlerpunkten bewertet. Die Prüfungszeit beträgt zwischen 20 und 30 Minuten. Das Ergebnis gibt es wenige Minuten nach dem Test. Eine praktische Prüfung muss man nicht machen.
Kosten des Mofa-Führerscheins
Inklusive Gebühren für die Theorieprüfung liegen die Kosten für den Mofa-Führerschein beziehungsweise die Mofa-Prüfbescheinigung bei ca. 200 Euro. Die Kosten für die theoretische und praktische Ausbildung liegen zwischen 100 und 300 Euro. Hinzu kommen etwa 8 Euro für das Ausstellen der Prüfbescheinigung sowie 15 Euro für die Prüfungsgebühren.
Um für die Theorieprüfung zu lernen, kann man sich entweder kostenlose Smartphone-Apps herunterladen, im Internet diverse Seiten aufsuchen und eine Prüfungssituation simulieren, oder ganz klassisch die gedruckten Papierfragebögen für etwa 18 bis 25 Euro kaufen. Viele Fahrschulen bieten ein Gesamtpaket (Theorie- und Praxisstunden, Prüfungsgebühren und Bescheinigung sowie Übungsmaterial) für 150 bis 180 Euro an.
Bei einem Mofa-Führerschein wird der Preis in der Fahrschule als Pauschalbetrag abgerechnet, dieser liegt je nach Stadt zwischen 70-150 Euro. Hinzu kommen die Prüfungsgebühren (ca.
Welche Mofas darf ich fahren?
Das Mofa darf mit einem maximalen Hubraum von 50 ccm ausgestattet sein. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h. Wer anstatt eines Mofas lieber einen Roller fahren möchte, kann das auch tun. Aber auch hier gilt: Maximal 50 ccm Hubraum, 25 km/h Höchstgeschwindigkeit. Falls es sich um einen E-Roller handelt, darf die Nenndauerleistung 4kW nicht übersteigen.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h. Viele Roller müssen dafür gedrosselt werden. Drosselung heißt, dass eine mögliche Höchstgeschwindigkeit auf einen festen Wert heruntergesetzt wird, obwohl rein technisch gesehen ein höheres Tempo möglich wäre.
Übrigens: Seit Dezember 2016 darf mit einer Mofa-Prüfbescheinigung auch ein Zweisitzer gefahren werden. Zuvor war eine Einsitzerbank Voraussetzung - wer trotzdem auf einem Zweisitzer erwischt wurde, musste ein Bußgeld von zehn Euro zahlen.
Roller entdrosseln: Welche Strafen drohen?
Wer die Drosselung seines Rollers aufhebt, um schneller als 25 km/h fahren zu können, muss mit Strafen rechnen. Liegt nur die Mofa-Prüfbescheinigung vor, kann es sein, dass der Roller im ungedrosselten Zustand nicht mehr für die erworbene Fahrerlaubnis zulässig ist. Wird man von der Polizei erwischt, liegt der Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor. Gerichte können nach § 21 Strafgesetzbuch hohe Geldstrafen bis hin zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr festsetzen.
Mit unzulässig umgebauten Fahrzeugen droht ein Bußgeld von 25 Euro. Wird dadurch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, sind 90 Euro fällig und es gibt einen Punkt in Flensburg. 50 Euro muss man für das Fahren ohne Betriebserlaubnis zahlen. Wird in diesem Fall noch zusätzlich die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, sind 90 Euro fällig. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg.
Oft läuft man auch Gefahr, durch das Aufheben der Drosselung die Betriebserlaubnis seines Mofas/Rollers zu verlieren. Dann erlischt gleichzeitig auch der Versicherungsschutz.
Brauche ich für mein Mofa eine Kfz-Versicherung?
Um im Straßenverkehr fahren zu dürfen, ist eine Betriebserlaubnis und eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Als Nachweis für eine bestehende Haftpflichtversicherung dient dabei das sogenannte Versicherungskennzeichen, das wie ein Kfz-Kennzeichen am Fahrzeug angebracht werden muss.
Das Versicherungsjahr beginnt am 1. März, das Kennzeichen muss jedes Jahr neu beantragt und gewechselt werden. Wird dies vergessen, ist man ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs und macht sich strafbar. Bei einem Unfall müssen die Kosten für den Schaden dann selbst übernommen werden. Eine Haftpflichtversicherung kostet zwischen 35 und 80 Euro, eine Haftpflichtversicherung plus Teilkasko gibt es ab 60 bis 140 Euro.
Führerschein entzogen, darf ich trotzdem Mofa fahren?
Wer seinen Führerschein aufgrund eines Verkehrsdeliktes abgeben muss, aber trotzdem mobil bleiben möchte, kann auf das Mofa umsteigen. Allerdings nicht immer! Es muss zwischen einem Fahrverbot und dem Entzug der Fahrerlaubnis unterschieden werden. Muss man sich an ein dreimonatiges Fahrverbot halten, darf man in dieser Zeit kein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führen. Also auch kein Mofa.
Wurde der Führerschein entzogen, weil man zum Beispiel acht Punkte in Flensburg hat, muss man ihn neu beantragen und oftmals eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren. In diesem Fall darf man ein Mofa fahren. Allerdings muss dafür die Prüfbescheinigung fürs Mofa vorliegen. Wurde die Mofa-Prüfung nicht gemacht und man ist nach dem 30. März 1965 geboren, muss die Prüfung nachgeholt werden.
Weitere Führerscheinklassen für Roller
Klasse AM: Der Roller-Führerschein für 15-Jährige
Relativ jung ist die Fahrerlaubnis der Klasse AM, sie ist quasi der Roller-Führerschein für 15-Jährige, und die aktuelle Version des klassischen Moped-Führerscheins. Unter 16 bekommen Kids allerdings die Schlüsselziffer 195 verpasst, die bedeutet, dass sie diesen Schein im Ausland erst am ihrem 16. Lebensjahr nutzen dürfen.
Die Ausbildung umfasst 14 Doppelstunden, davon zwölf zu allgemeinen Verkehrsthemen und zwei speziell für diese Fahrzeugklassen. Praktischer Unterricht ist Pflicht, eine Stundenzahl allerdings nicht vorgeschrieben. Die Theorieprüfung für diesen 50-ccm-Führerschein besteht aus 30 Fragen, die Praxisprüfung dauert eine halbe Stunde. An Kosten für den AM-Führerschein sollte man ca. 700 Euro einplanen.
Klasse B196: Für Autofahrer, die Roller fahren möchten
Großer Beliebtheit seit seiner Einführung 2020 erfreut sich die Fahrerlaubnis-Klasse B196, die sich ganz speziell an Besitzer des Autofahrer-Führerscheins richtet, die Roller fahren möchten. Sie gilt für mindestens 25-Jährige für Roller, für die man eigentlich die Klasse 1A benötigt (technische Details siehe nächstes Kapitel). Die Hürden sind relativ niedrig: Wer seinen Pkw-Führerschein der Klasse B seit mindestens fünf Jahren besitzt, muss lediglich vier theoretische und fünf praktische Doppelstunden absolvieren - aber keine Prüfung. Die Kosten belaufen sich auf etwa 500 Euro.
Klasse A1: Leichtkrafträder bis 125 ccm
Auch E-Roller mit Akkus, die in dieser Klasse eingestuft sind, werden der Einfachheit halber oft als „125er“ bezeichnet, obwohl sie natürlich keinen Hubraum haben - und dürfen mit diesem Führerschein gefahren werden. Die Leistung darf 0,1 kW pro Kilogramm Leergewicht nicht übersteigen, das bedeutet im Umkehrschluss: Ein 11 kW starker Roller muss mindestens 110 Kilo wiegen. Die Kosten für diesen „Vespa-Führerschein“ belaufen sich schnell auf über 1.000 Euro.
Klasse A2: Roller, Bike oder Trike bis 35 kW/48 PS
Hier geht es so langsam los mit den richtig dicken Dingern, die große Mehrheit der Roller-Modelle lässt sich mit dem A2 bewegen - oder ist in einer passend gedrosselten Version zu bekommen. Roller, Bike oder Trike bis 35 kW/48 PS Leistung sind erlaubt, dürfen aber nicht mehr leisten 0,2 kW/kg. Für eine 35-Kilowatt-Maschine bedeutet das ein Leergewicht von mindestens 175 Kilo. Das Mindestalter liegt hier natürlich bei 18 Jahren, wobei man mit 17,5 Jahren die Ausbildung beginnen kann, und drei Monate vor der Volljährigkeit die Prüfung ablegen. 16 Theorie-Doppelstunden sind Pflicht - wer schon seit mindestens zwei Jahren den A1 besitzt, ist davon befreit. Auch eine praktische Ausbildung kann dann entfallen, wenn der Fahrlehrer den Eindruck hat, der Schüler beherrsche das Kradfahren grundsätzlich.
Klasse A: Die Königsklasse für Roller und Motorräder
Die Führerscheinklasse A ist große Lösung, wenn man alles fahren möchte - inklusive der Königsklasse der Roller mit 50, 60 oder mehr PS (und natürlich Superbikes mit über 200 PS). Die Voraussetzungen sind dementsprechend streng. Wer seit mindestens zwei Jahre den A2 besitzt, kann 20 Jahre jung sein, benötigt keine Theorie-Ausbildung mehr und ist auch von praktischen Pflichtstunden befreit.
Kostenübersicht für den Rollerführerschein (Klasse AM)
Wie hoch die Kosten für den Roller-/Moped-Führerschein sind, hängt unter anderem mit der Wahl der Fahrschule, den genommenen Fahrstunden und den Kosten für Lehrmaterialien zusammen.
| Posten | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Theoretische Prüfung | ca. 50€ |
| Praktische Prüfung | ca. 90€ |
| Fahrstunden | ca. 30-50€ pro Stunde |
| Erste-Hilfe-Kurs | ca. 20-50€ |
| Sehtest | ca. 6-10€ |
| Passbild | variabel |
Hinzu kommen mögliche Gebühren für die Beantragung des AM-Führerscheins. Außerdem sollten Sie einberechnen, dass die Prüfung eventuell nicht beim ersten Versuch bestanden wird - so erhöhen sich dementsprechend die Kosten für weitere Prüfungen.
Sparen beim Rollerführerschein: Tipps und Tricks
Wenn es um den Mopedführerschein geht, ist es verständlich, dass Sie nach Möglichkeiten suchen, um Kosten zu sparen. Glücklicherweise gibt es einige Ansätze, um Ihre Ausgaben in diesem Prozess zu optimieren. Durch eine sorgfältige Planung und Forschung können Sie Ihren Mopedführerschein effizient und kostengünstig absolvieren. Denken Sie daran, dass Sicherheit und Qualität immer Priorität haben sollten. Wählen Sie daher eine Fahrschule und einen Roller, auf die Sie sich verlassen können, um das Beste aus Ihrem Mopedführerscheinerwerb herauszuholen.
- Fahrschulpreise vergleichen: Die Gebühren für den Mopedführerschein können je nach Fahrschule variieren, daher lohnt es sich, gründlich zu recherchieren, um die beste Kombination aus Qualität und Preis zu finden.
- Sonderaktionen nutzen: Ein weiterer Aspekt, den Sie berücksichtigen können, sind mögliche Sonderaktionen oder Rabatte von Fahrschulen.
- Gut vorbereitet sein: Eine weitere Möglichkeit, Kosten zu reduzieren, besteht darin, sich gründlich auf die Fahrstunden vorzubereiten. Wenn Sie bereits Erfahrung mit dem Fahren eines Fahrrads oder Rollers haben, können Sie Ihre Fertigkeiten verbessern, bevor Sie mit den offiziellen Fahrstunden beginnen. Dadurch können Sie möglicherweise die Anzahl der benötigten Fahrstunden reduzieren und somit Kosten einsparen.
- Gebrauchten Roller in Betracht ziehen: Gebrauchte Roller können in der Anschaffung oft deutlich günstiger sein als neue Modelle und dennoch in gutem Zustand sein. Bevor Sie sich für einen gebrauchten Roller entscheiden, ist es ratsam, gründliche Recherchen anzustellen und den Roller vor dem Kauf eingehend zu prüfen.
- Händler vergleichen: Vergleichen Sie die Preise verschiedener Händler und achten Sie auf Angebote oder Sonderaktionen. Es kann sich lohnen, auch außerhalb Ihrer unmittelbaren Region nach einem geeigneten Händler zu suchen, um möglicherweise von günstigeren Preisen zu profitieren.
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