Shimano Rollenbremse: Nachrüstung, Funktion und Wartung

Dieser Artikel versammelt Informationen rund um die Shimano Rollerbrake. Sie ist eine Art Trommelbremse, die an vielen Shimano Nexus Nabenschaltungen, einigen Freiläufen und Vorderradnaben optional nachgerüstet werden kann. Eine Rollerbrake ist eine Art Trommelbremse und sie ist zugangesteuert. Der feststehende Teil der Rollerbremse wird zwischen Muttern auf der Nabe von Nexus Naben geklemmt.

Vorteile und Nachteile der Rollenbremse

Die Rollerbrake ist sehr praktisch für den Einsatz in der Stadt, wo es wenige lange und steile Abfahrten gibt. Sehr vorteilhaft ist die Wetterunabhängigkeit und dass sie wenig Wartung benötigt. Man kann sie einfach komplett als Einheit ersetzen, ohne dass man wie bei Trommelbremsen üblich, auch die Nabe oder wie üblich das ganze Laufrad ersetzen muss. Wenn die Trommel verschlissen ist, ersetzt man sie einfach.

Nachteile:

  • Nur Shimano Nexus (Nabenschaltung) und Nexave (Kassetten) Naben haben Aufnahmen für Rollerbrakes.
  • Nur große Rollerbrakes mit großen Kühlrippen können genug Hitze abführen, um auf langen Abfahrten die Geschwindigkeit zu kontrollieren.
  • Kein Rollerbrake Modell kann als Schleppbremse für Transporträder oder Tandems eingesetzt werden.
  • Es gibt Berichte, dass das Fett in der Bremse Feuer gefangen hat während langer und steiler Abfahrten.
  • Überhitzung in diesem Umfang zwingt zum Tausch der Bremse und dem Tausch der Lager in der angrenzenden Nabe.
  • Weil Rollerbrakes wie Rücktrittbremsen fettgeschmiert sind, erzeugen sie im nicht aktivierten Zustand ein wenig Widerstand.

Modelle und Kompatibilität

Einige Modelle der Rollerbrake mit verschiedenen Größen wurden verkauft. Genauso würde gern wissen ob es einen merklichen unterschied zwischen BR IM45R und BR IM81R gibt, denn hinten wird meiner meinung nach nicht moduliert.

Für mein Trekking-Pedelec mit Nexus 8 habe ich mir für hinten eine Rollenbremse BR-IM81R besorgt. Die habe ich jetzt montiert und dabei ist mir aufgefallen, daß die Kühlscheibe extrem wackelt, obwohl die Bremse an sich fest sitzt. Das Wackeln der Kühlscheibe ist normal.

Sicherheitshinweise und Einschränkungen

John Allen bemerkt ergänzend: Seit diesem Ratschlag von Sheldon Brown sind wieder einige Jahre ins Land gegangen und Shimano hat inzwischen verbesserte Versionen der Rollerbrake auf den Markt gebracht. Jedoch sind die Beanspruchungen an eine Vorderradbremse höher als an eine Hinterradbremse und es gibt weiterhin ein Problem mit der einseitigen Last auf die Gabelscheide wie bei jeder Vorderradnabenbremse.

Eine besonders widerstandsfähige Gabel sollte eingesetzt werden, bei der die Drehmomentstütze in eine spezielle (angelötete) Klemme befestigt werden muss. Jedoch hat eine Rollerbrake nicht die Tendenz einer Scheibenbremse, ein Vorderrad aus den Ausfallenden zu ziehen (bei Einsatz von schlechten Schnellspannern). Rollerbrakes für vorne haben den unrühmlichen Power Modulator, der die Bremswirkung limitiert.

Man muss wohl nicht extra erwähnen, dass nicht nur der Zug zur vorderen Bremse an einer Federgabel in einer Zughülle verlaufen muss, sondern auch bei einer starren Gabel, weil das Flexen (dynamisches Biegen) der Gabel während des Bremsvorgangs den Zug spannen und die Bremse plötzlich blockieren kann.

Rollenbremsen sind eigentlich für eher gemütliches Bremsen in der Ebene gedacht. Bislang für ein vergleichsweise zügig bewegtes Pedelec grenzwertig. Sie waren für mich der Grund das Rad gegen den Nachfolger mit Scheibenbremsen auszutauschen. Bei schnellen Abfahrten hatte ich immer Fading und letztlich ein sehr unsicheres Gefühl.

Für Hinten, bei einem Fahrzeug, wo die Haupt-Bremslast vorne ist, eine wirklich akzeptable Lösung, wenn auch nicht immer mit Reserven... z.B. wenn noch ein schwerer Einspuranhänger auf die hintere Achse drückt... dann ist nix mehr mit Blockieren...

Funktionsweise der Rollenbremse

Eine Rollerbrake hat zylindrische Rollen um eine zentrale vielflächige Nocke. Die Rollen pressen gegen drei Bremsbeläge auswärts gegen die Bremstrommel. Vielen Dank an Henry Cutler von Workcycles in Amsterdam für das Bild, das die Innereien eine Rollerbrake zeigt. Von Innen nach Außen sieht man: die Nocke, sechs Rollen (teilweise verdeckt vom Haltering, der sie in Position hält, drei Bremsbeläge und die untere Hälfte des Gehäuses. Die Bremstrommel passt oben auf diesen Aufbau und um die Bremsbeläge. Die andere Hälfte des Gehäuses passt über die Bremstrommel und hält den Aufbau zusammen.

Montage und Nachrüstung

Im Bild unten sieht man die linke Seite einer Shimano Nexus Acht-Gang-Nabenschaltungsnabe ohne Rollerbrake. Anstelle der Gummikappe und der geflanschten Unterlegscheibe wird die Rollerbrake montiert und mit der gleichen Mutter befestigt. Die Keilverzahnung der Rollerbrake passt genau in der Keilverzahnung der Nabe.

Manche Rollerbrake Modelle benötigen einen Spacer zwischen dem Trommelaufbau und der äußeren Mutter. Das sollte man vor der Montage für sein Modell prüfen. Die Drehmomentstütze (auf der linken Seite im Bild unten) muss ordentlich an der linken Kettenstrebe oder der Gabelscheide befestigt werden.

Ziehe die Mutter, die die Rollerbrake hält nur fingerfest an und lasse die linke Achsenseite lose im Ausfallende bis Du die Drehmomentstütze gesichert hast. Die Befestigungsmutter der Rollerbrake ragt über die Oberfläche des Bremsengehäuses hinaus und kann nun mit einem 17 mm Konusschlüssel festgeschraubt werden. Ein leicht zu machender Fehler ist es, diese Mutter lose zu lassen und nur die Achsmutter außen gegen das Ausfallende zu befestigen.

Wenn keine Rollerbrake montiert ist, kann man den Mutternabstand reduzieren, indem man die Gummikappe und die geflanschte Unterlegscheibe weglässt. Dann sollte man die Mutter mit Kante allerdings gegen eine Mutter mit gerader Oberfläche tauschen, die gegen das Ausfallende mehr Fläche hat, die gegen das Ausfallende mehr Fläche hat. Das Achsgewinde ist 9,5 mm (3/8 Zoll) x 26 TPI.

Die Drehmomentstütze einer hinteren Rollerbrake wird in einer Klemme der linken Kettenstrebe befestigt (manchmal kann das auch ein Anlötteil oder eine angeschweißte Aufnahme sein. Die spezielle Aufnahme an der Gabel sieht man im Bild unten.

Die Rollerbrake wird von kann von konventionellen mechanischen Bremshebeln angesteuert werden, die nicht für die Benutzung von Direktzugbremsen spezifiziert sind. Die Anbringung des Zugs an der Rollerbrake variiert. Normalerweise gibt es einen Zuganschlag mit Zugeinstellschraube an der Drehmomentsütze. Bei einigen Vorderradmodellen kann der Zuganschlag an einem Anlötteil der Gabel befestigt werden.

Der Innenzug wird unter einer Mutter an der Bremse oder einer Aufnahme mit Zugklemmschraube am Zug befestigt. Und an dieser Stelle seit wiederholt, dass der Zug zur Vorderradbremse entlang der Gabelscheide vollständig ein einer Zughülle geführt werden muss.

Wartung und Pflege

Eine Rollerbrake sollte periodisch mit dem speziellen Nexus Bremsenfett nachgeschmiert werden. An der Seite der Bremseinheit ist ein kleiner Gummistopfen zu finden. Eine Fettspritze mit einer kurzen Nase kann diese Arbeit nicht verrichten, weil sie das fett nicht weit genug hineinspritzt. Man kann eine Nadel benutzen, die aber nicht länger als die Nase der Fetttube sein darf.

Fahrradmechaniker, die regelmäßig Rollerbrakes warten, empfehlen, dass man Fett vor der ersten Benutzung einfüllt und die Bremse bei der Wartung teilweise zerlegt, um altes Fett zu entfernen.

Die Lebensdauer einer Bremse kann wie folgt beschrieben werden: Füge ein erbsengroßes Stück Fett zur Fabrikschmierung hinzu, wenn Du die Bremse montierst. Nach einigen Monaten ist das fett durch regen ausgewaschen. Die Bremse ist nun trocken und hat schlechte bis gar keine Modulation mehr, so dass das Rad beim kleinsten Bedienen des Hebels blockiert. Ein normaler Kunde würde die Bremse nun sofort nachfetten, jedoch kann bei gewerblichem Fahrradeinsatz (Fahrradverleih, Transportgewerbe) schon ein geraumer Zeitraum ins Land gehen, bevor das passiert. Wenn die Bremse im fettfreien Zustand ein paar Wochen weiter gefahren wird, sind die Bremsbeläge irreparabel beschädigt.

Instandsetzung und Austausch

Instandsetzung von Rollerbrakes ist von Shimano nicht vorgesehen. Um eine Rollerbrake auseinanderzubauen, biegt man die Nasen auf, um das Gehäuse wie oben im Foto zu sehen, auseinanderzunehmen. Man entfernt den Federbügel, der die Bremsbeläge einzieht und dann die Bremsbeläge.

Das alte Fett kann man mit Lösungsmittel entfernen. Das Innenleben der Bremse sollte mit Phil Wood Öl bedeckt und vor dem Zusammenbau mit Hochtemperaturfett eingeschmiert werden. Leute, denen es sehr um Wirkungsgrad geht, können das Fett auch weglassen und nur Phil Wood Öl benutzen.

Während die Bremsbeläge verschleißen, nimmt die Spannung wie bei anderen Bremsen auch im Bremszug ab. Man kann diese Spannung mit der Zugeinstellschraube nachjustieren oder wenn notwendig, den Zug an der Zugklemmschraube nachziehen.

Die Bremse ist verschlissen, wenn man durch keine Nachstellaktion die Bremse zur vollen Bremswirkung einstellen kann oder diese sich nicht mehr löst. Shimano hat ein Bremsenverschleißwerkzeug im Programm. Wenn die Rollerbrake verschlissen ist, muss die gesamte Bremse getauscht werden. Shimano bietet keine Ersatzteile an. Außen liegende Teile wie Muttern, Schrauben, Zugeinstellschrauben, Klemmen usw.

Fading und Überhitzung

Gegen Bremsfading hilft kein Fetten, sondern allenfalls eine angepasste Fahrweise. Bremsfading erfolgt aufgrund thermischer Überlastung, d.h. zunächst wird etwaiges Fett flüssig, bis hin zum Verdampfen. Dann ist es futsch, d.h. Das Inter-M-Bremssystem von Shimano darf auf langen Gefällestrecken nicht ununterbrochen betätigt werden, weil die inneren Bremsteile sehr heiß werden können, was zu einer Verringerung der Bremsleistung führt.

Rollenbremsen (im Prinzip Trommelbremsen) werden bei längeren Bremsphasen, wie das bei langen Abfahrten der Fall ist, heiß, die Bremsleistung lässt nach ("Fading") und sie können im schlimmsten Fall sogar ganz versagen.

Alternativen: Shimano Scheibenbremsen

Shimano-Scheibenbremsen (Disc Brakes) haben eine deutliche höhere Bremswirkung als herkömmliche Felgenbremsen. Noch dazu gelten diese als extrem zuverlässig und sind außerdem wartungsarm. Heutzutage sind die Scheibenbremsen von Shimano bei guten neuen Fahrrädern bereits standardmäßig verbaut.

Wer nicht von Haus auf die Shimano Disc Brakes vertrauen kann, hat oftmals die Möglichkeit diesen beliebten Geschwindigkeitsreduzierer entsprechend nachzurüsten, sofern die Voraussetzungen am Fahrrad dies zulassen. Schauen Sie nach, ob Ihr Fahrrad an der Federgabel und am Hinterbau des Fahrradrahmens Discaufnahmen hat. Ebenso müssen am Hinterbau und am Oberrohr eine Bremsleistungsführung vorhanden sein.

Wenn Ihr geliebter Drahtesel über diese Komponenten verfügt, können Sie hier durchaus Shimano Scheibenbremsen nachrüsten. Wenn dem nicht so ist, müssen die entsprechenden Bauteile ausgetauscht werden, denn einzelne Aufhängungen sind nicht erhältlich.

Wichtig ist, dass Sie die neuen Shimano-Bremsen immer genauestens nach der Hersteller-Anleitung von Shimano einbauen und sich dabei an die Vorgaben halten. Es gibt keine allgemeine Anleitung, da jeder Hersteller hier andere Vorgaben hat. Starten Sie mit der Scheibenbremsen-Montage auf der Fahrradnabe. Beachten Sie dabei unbedingt die Laufrichtung, welche meist mit einem kleinen Pfeil angegeben ist.

Befestigen Sie dann die mitgelieferten Adapter nach der Shimano-Anleitung am Fahrradrahmen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht ausversehen den vorderen mit dem hinteren Adapter vertauschen. Ggf. Nun bringen Sie die Bremshebel am Fahrradlenker an und verlegen die Bremsleitungen. Entfernen Sie dann die Transportsicherungen an den Bremsbelägen und GANZ WICHTIG: Bestätigen Sie den Bremshebel NICHT!

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