Der Markt für Rennrad-Laufräder bietet eine Vielzahl von Optionen, von denen die Shimano RS-Serie eine beliebte Wahl darstellt. In diesem Artikel werden wir verschiedene Modelle dieser Serie testen und bewerten, um Ihnen bei der Auswahl des richtigen Laufradsatzes für Ihre Bedürfnisse zu helfen.
Shimano RS11 Rennrad Laufradsatz
Der RS11 von Shimano wildert im Einstiegsbereich der Rennradlaufradsätze. Sportlich, aber dezent zeichnet, wie viele andere Shimano Systemlaufräder, auch den RS11 Satz aus. Seine silber-rot-schwarzen Akzente wirken sportlich. Auch die Verarbeitungsqualität macht einen tollen Eindruck. Trotz seines Gewichts von 1900g sind die Beschleunigungsqualitäten des Laufradsatzes super. Schnelle Antritte setzt er in maximalen Vortritt um. Die radiale Einspeichtechnik ergibt besonders am Hinterrad Sinn, wobei man bei kurzen Antritten eine ordentliches Steifigkeitsgefühl der Speichen und Nippel spüren kann.
Bei der ersten Bergtour wurden die Laufräder sehr beansprucht. In engen Haarnadelkurven waren einzig am Vorderrad leichte Steifigkeitsdefizite zu erkennen. Diese wurden nur bei sehr hohen Geschwindigkeiten erreicht. Das Hinterrad zeigte sich stets unbeeindruckt, was sicherlich auch an meinem Gewicht liegt. Meine Bremsen harmonierten prima mit dem Bremsflanken der Felge. Bei einer Testvollbremsung und einer darauf folgenden Bergabfahrt von 20% zeigten sich Bremse und Flanke unbeeindruckt und verzögerten weiter in bester Manier.
Das Spiel in den Lagern ist minimal und muss noch lange nicht justiert werden. Mit dem RS11 bringt Shimano einen tollen Einstieglaufradsatz auf den Markt. Er zeigt sich äußerst zuverlässig und wartungsarm. Trotz seines Gewichts von 1900g bleiben die Rennradtugenden nicht auf der Strecke und man kann verspielt mit ihm fahren.
Shimano WH-RS100-CL Laufradsatz
Der Shimano WH-RS100-CL Laufradsatz mit seinen breiten 17C Clincher-Felgen aus Aluminium bietet Komfort und Vielseitigkeit zum kleinen Preis. Von höherwertigen Laufrädern abgeleitete Technologien stellen dabei sicher, dass das Modell genauso verlässlich wie erschwinglich ist. So sorgt etwa das gedichtete Konuslagersystem für leichten Lauf und lange Haltbarkeit. Der aus Stahl gefertigte Freilaufkörper nimmt 11-fach Kassetten auf. Runde Edelstahl-Speichen komplettieren dieses stabile Laufrad für Training und Alltag. WH-RS100-CL ist auf klassische Felgenbremse und Schnellspanner ausgelegt.
Technische Daten des WH-RS100-CL:
- Einsatzbereich: Road
- Laufradgröße: 28"
- Reifentyp: Draht-/Faltreifen
- Anzahl Speichen: 20 (VR), 24 (HR)
- Bremssystem: Felgenbremse
- Tubeless-System: ohne
- Felgenbreite innen: 17 mm
- Felgenbreite außen: 23,2 mm
- Felgenhöhe: 24 mm
- Empfohlene Reifenbreite: 23 - 32 mm
Besondere Merkmale des WH-RS100-CL:
- Breitere Felge für mehr Komfort und Zuverlässigkeit
- Verbesserte Steifigkeit des Antriebs
- Einfache Wartung
- HR Offset-Felge
- Konuslagersystem (poliert/CBN)
Shimano WH-RS80 Laufradsatz
Shimano Europe B.V. Edle Optik und gute Verarbeitung bieten die Shimano Laufräder WH-RS80. Leider lässt die Seitensteifigkeit etwas zu Wünschen übrig. Shimanos Systematik komplizierter Produktbezeichnungen bleibt: Das Kürzel “WH-RS80 Carbon C24-CL” steht für einen neuen, der Ultegra-Gruppe zu geordneten Drahtreifen-Laufradsatz. Wie beim verwandten Dura-Ace-Laufrad besteht die 24 Millimeter hohe Felge aus Carbon-Alu-Verbund, der Satz wiegt 1.570 Gramm, also etwa 200 Gramm mehr als das Top-Modell.
Der Rotor ist acht-, neun- und zehnfachkompatibel, SRAM-Kassetten passen ebenfalls. In der Praxis gefallen die Bremseigenschaften, auch in Kombination mit SRAM-Bremsen. Im Neuzustand war der Satz perfekt zentriert, nach 1.500 Kilometern im TOUR-Trainingslager maßen wir am Hinterrad einen Seitenschlag von einem halben Millimeter, verursacht durch ein Schlagloch.
Die Steifigkeitswerte sind mit 40 Newtonmetern pro Millimeter befriedigend, normalgewichtige Fahrer kommen damit gut zurecht.
Vor- und Nachteile des WH-RS80:
- PLUS: edle Anmutung; gute Verarbeitung
- MINUS: nicht sehr seitensteif
Rennrad-Laufräder: Günstige Modelle im Test
Kopfsteinpflaster, kaputter Asphalt, Schotterstraßen, Waldwege: Für viele Rennradfahrerinnen und -fahrer ist es neuerdings eine Wonne, über scheinbar ungeeigneten Untergrund zu poltern. In der Marketingsprache der Fahrradbranche heißt das “Allroad”, in der Praxis ist es wohl schlicht die Flucht vor nervendem Straßenverkehr. Abseits gut geteerter Hauptstraßen sind Autos rar und das Naturerlebnis nah, das bringt vielen Freizeitsportlern mehr Lebensqualität als stoisches Training auf möglichst glattem Asphalt.
Dass sich immer mehr Rennradler auch ins Gelände trauen, liegt nicht nur an der massenhaften Verbreitung von Gravelbikes, die sich auch - oder vor allem - im Gelände wohlfühlen. Komfortspendende Rahmen, immer breitere und tubeless, also ohne Schlauch, montierte Reifen machen es auch mit Straßenrädern möglich, den festen Boden öfter mal zu verlassen, ohne gleich eine Panne oder einen Bandscheibenvorfall zu riskieren.
Wer wenigstens die Hälfte Asphalt unter die Räder nimmt, bewertet die oft stark profilierten Gravelreifen eventuell als zu breit und zu langsam. Für gelegentliche Ausflüge in die Botanik reichen 30- oder 32-Millimeter-Reifen, was schon an vielen Endurance-Rädern üblich ist und sich auf der Straße noch nach Rennrad anfühlt.
Breite Felgen als Alleskönner
Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. Auch wer am Gravelbike je nach Einsatz oder Saison zwischen Straßen- und Geländereifen wechseln will, findet hierin den idealen Kompromiss. Denn darauf passen schnelle 28-Millimeter-Straßenreifen ohne Einschränkungen, und auch für einen 50er-Stollenreifen ist das nicht zu schmal. Das Problem: Während viele neue Carbonfelgen längst dieses Innenmaß aufweisen oder sogar noch breiter sind, kommen preiswerte Alu-Laufräder fürs Rennrad häufig noch mit nicht mehr zeitgemäßen 17 Millimeter Breite - optimiert für 25er-Rennradpneus. Dezidierte Gelände-Laufräder sind mit 24 Millimetern oder mehr dagegen meist zu breit für Straßenreifen.
TOUR hat den Markt abgesucht nach passenden und preiswerten Laufrädern um 500 Euro.
Testkriterien
Im Kurztest geht es um Gewicht, Steifigkeit und Beschleunigung; der Rundlauf nach einem Überlastungstest ist außerdem ein Indiz dafür, ob die Laufräder robust bleiben oder bei hartem Einsatz ständig nachzentriert werden müssen.
Tubeless-taugliche Rennrad-Laufräder
Die Laufräder im Testfeld sind allesamt Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt - so zumindest das Versprechen der Hersteller. Mavic und Fulcrum weisen einen geschlossenen Felgenboden auf, was im Hinblick auf Tubeless-Reifen ein Vorteil ist: Das Felgenband, mit dem die anderen Hersteller ihre Felgen abdichten, ist ein zusätzlicher Quell für Defekte. Die Innenbreite der Felgen liegt mit einer Ausnahme bei 22 Millimetern; nur Fulcrum stellt ein Straßen-Laufrad mit 19 Millimeter Innenmaß, weil das Gravel-Pendant mit 24 Millimeter für unseren Anspruch grenzwertig breit ausfällt.
Konzeptionell lässt das Budget den Herstellern sichtbar wenig Spielraum. Flache Alu-Felgen und meist 24 klassische Messer-Stahlspeichen prägen das Bild; nur Fulcrum und Leeze kommen mit je drei Speichen weniger aus. So vergleichbar die Konzepte, so ähnlich Gewichte - mit wenigen Ausnahmen. Überraschend leicht ist das Leeze, das etwa 200 Gramm pro Satz gegenüber dem Durchschnitt und gar 400 Gramm gegenüber dem schwersten Modell von Ritchey spart.
Schaut man sich die anderen mechanischen Werte an, wird aber klar, dass auch das ein Kompromiss ist; die Laufräder sind nicht sehr seitensteif, für schwere Fahrer daher nicht zu empfehlen. Umgekehrt können die schwersten Laufräder hier punkten: Die relativ schweren Räder von Mavic und Ritchey erweisen sich als die stabilsten. Den besten Kompromiss aus beiden Disziplinen schafft DT Swiss. Auch die Rundlaufmessung nach dem Überlastversuch zeigt, dass die Schweizer Spezialisten ihr Handwerk verstehen. Es wird damit knapper, aber verdienter Testsieger vor dem ausgewogenen Aerycs und dem robusten Ritchey. Das DT-Swiss-Laufrad ist auch das mit dem höchsten zulässigen Systemgewicht, also auch für Radreisende mit Gepäck eine Option - selbst wenn es hin und wieder über Stock und Stein gehen sollte.
Rennrad-Laufräder - So testet TOUR
Mechanische Eigenschaften
Gewichte und Steifigkeiten werden im TOUR-Labor erfasst. Die Laufräder werden ohne Zubehör (z.B. Tubeless-Ventile), jedoch mit Felgenband gewogen, falls benötigt. Die Steifigkeitsprüfung erfolgt mit 100 Newton seitlicher Last am Außendurchmesser. Steife Laufräder lenken präziser und machen in der Regel weniger Ärger, sie sind höher belastbar.
Rundlauf
Wird nach einer Überlastprüfung mit 300 Newton Seitenlast gemessen. Höhen- und Seitenschlag von Vorder- und Hinterrad gehen zu gleichen Teilen in die Note ein.
Beschleunigung
Die Massenverteilung der Laufräder wird mit einem Trägheitsmessgerät bestimmt und mit dem Gewicht verrechnet zur notwendigen Energie, um beide Laufräder von 0 auf 30 km/h zu beschleunigen.
Sieben Rennrad-Laufräder mit breiten Felgen um 500 Euro im Test
Im Folgenden werden sieben verschiedene Rennrad-Laufräder mit breiten Felgen um 500 Euro getestet und bewertet.
Aerycs Alutrek
- Preis pro Satz: 579 Euro
- Varianten: Shimano, Campagnolo, Campagnolo N3W, SRAM XDR
- Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile, Dichtmilch
- Fahrergewichtslimit: 120 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 26 x 24 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 761 / 893 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 51 / 46 N/mm
- Gesamtnote: 2,9
- Fazit: Sauber aufgebauter Satz mit Naben und Messerspeichen von DT Swiss. Breite Felge für Reifen ab 30 Millimeter. Viele Optionen, darunter auch eine 27,5-Zoll-Variante.
DT Swiss CR 1600 Spline
- Preis pro Satz: 559 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR
- Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile
- Fahrergewichtslimit: 130 Kilogramm Systemgewicht
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 25 x 23 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 795 / 945 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 53 / 47 N/mm
- Gesamtnote: 2,8 (TOUR-Testsieger)
- Fazit: Stabiler Laufräder mit hohem zulässigem Fahrergewicht. Hochwertige Naben, breite Felge für Gravel- und Crossbereifung, aber auch für Straßenreifen ab 30 Millimeter.
Fulcrum Racing 3
- Preis pro Satz: 642 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo
- Lieferumfang: Tubeless-Ventile
- Fahrergewichtslimit: 109 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 21 / 21
- Felge B x H / Innenbreite: 24 x 28 / 19 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 776 / 883 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 49 / 44 N/mm
- Gesamtnote: 3,1
- Fazit: Straßenlaufrad mit relativ schmaler Felge, die sich noch für Gravelreifen um 40 Millimeter eignet. Steifigkeit trotz wenig Speichen okay, wer mit Gepäck fährt, sollte das Gewichtslimit beachten.
Leeze AC 25 Allroad
- Preis pro Satz: 599 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo, Campagnolo N3W
- Lieferumfang: Felgenband
- Fahrergewichtslimit: 110 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 21 / 21
- Felge B x H / Innenbreite: 26 x 25 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 667 / 775 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 38 / 32 N/mm
- Gesamtnote: 3,2
- Fazit: Sehr leichter Laufradsatz mit hochwertigen Sapim-CX-Ray-Speichen und breiter, leichter Felge. Die Steifigkeiten sind unterm Durchschnitt, daher eher was für leichte Fahrer. Optional mit Keramiklagern.
Mavic Allroad S
- Preis pro Satz: 490 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR, Campagnolo, Campagnolo N3W
- Lieferumfang: Tubeless-Ventile
- Fahrergewichtslimit: 120 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 25 x 21 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 836 / 981 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 56 / 42 N/mm
- Gesamtnote: 3,1
- Fazit: Schwerer, aber fahrstabiler Laufradsatz mit hoher Gewichtsfreigabe. Geschlossene Tubeless-Felge ohne Felgenband. Adapter für Schnellspanner und 15-mm-Achsen als Zubehör erhältlich.
Ritchey Comp Zeta Disc
- Preis pro Satz: 426 Euro
- Varianten: Shimano, SRAM XDR
- Lieferumfang: Felgenband
- Fahrergewichtslimit: 110 Kilogramm
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 25 x 23 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 847 / 1000 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 55 / 48 N/mm
- Gesamtnote: 2,9
- Fazit: Preiswert, aber kein Leichtgewicht. Hohe Nabenflansche und stabile Speichen bringen Steifigkeit. Mit klassischen DT-Swiss-Speichen leicht zu reparieren. Nur für 6-Loch-Bremsscheiben!
Shimano GRX WH-RX570
- Preis pro Satz: 610 Euro
- Varianten: Shimano
- Lieferumfang: Felgenband, Tubeless-Ventile
- Fahrergewichtslimit: k. A.
- Speichenzahl v. / h.: 24 / 24
- Felge B x H / Innenbreite: 26 x 22 / 22 Millimeter
- Gewicht v. / h.: 786 / 956 Gramm
- Seitensteifigkeit v. / h.: 48 / 41 N/mm
- Gesamtnote: 3,1
- Fazit: Einfaches Laufrad aus Shimanos Gravel-Gruppe mit durchschnittlichen Werten.
Mittelklasse-Laufräder im Test: RoadBIKE
Irgendwann ist es so weit. Irgendwann denkt jeder, der sich auch dann ausgiebig mit seinem Rennrad beschäftigt, wenn er nicht im Sattel sitzt, über das Thema Laufräder nach. Erst über die eigenen, dann über jene Modelle, die den geliebten Rennräder noch ein wenig schöner, schneller und leichter machen würden.
Laufradtuning ist äußerst beliebt, und das vollkommen zu Recht: RoadBIKE-Komplettradtests zeigen immer wieder, dass selbst Rennräder, die rund 3000 Euro kosten, häufig mit absoluten Einsteiger-Laufradsätzen bestückt sind, die aufs Gewicht und Temperament der Kandidaten drücken.
Das Problem: Um sich an teuren Carbon-Rahmen, im Hinblick auf ein bestimmtes Preisziel, beispielsweise eine komplette Shimano-Ultegra-Gruppe leisten zu können, sind viele Produktmanager gezwungen, an den Laufrädern zu sparen.
Mittelklasse-Laufräder zu Preisen zwischen 442 und 680 Euro steigern die Performance gerade solcher Rennräder meist spürbar - auf der Waage und, viel wichtiger, auf der Straße. Grund genug, sich diese äußerst interessante Preisklasse genauer anzuschauen - und die Bestseller zum anspruchsvollen RoadBIKE-Test zu bitten.
Gewichtige Messung
Das standardisierte Programm führt die Testkandidaten als Erstes auf die Waage: Das Gewicht zählt zu den wesentlichen Parametern, über die sich ein Laufrad definiert. Für Allround-Sätze wie die hier getestete Gruppe gilt: Je leichter, desto besser. Geringes Laufradgewicht macht sich bei jedem Antritt aus dem Stand oder beim Beschleunigen aus geringer Geschwindigkeit positiv bemerkbar - beispielsweise in engen Kurven oder an steilen Rampen.
Doch wie groß ist die Einsparung, die sich mit einem Mittelklasse-Laufrad gegenüber einem günstigen Satz realisieren lässt? Ein Beispiel: Während Mavics Aksium, ein sehr häufig verbautes Einsteiger-Modell, das auch in hochwertigen Rädern zwischen 2500 und 3000 Euro zu finden ist, rund 1750 Gramm wiegt, kommt das aktuell getestete Mavic Ksyrium Elite S auf 1563 Gramm. Einsparung: satte 186 Gramm.
Und das ist noch nicht mal das Maximum in der Mittelklasse. Im Vergleich zu den leichtesten Sätzen im Test, die zwischen 1402 und 1457 Gramm auf die Waage bringen, ergibt sich ein Unterschied von rund 300 bis 350 Gramm zum Einsteiger-Modell.
Wollte man solche Tuning-Erfolge etwa am Rahmen erzielen, müsste man schon ins absolute High-End-Regal greifen und stolze Euro-Beträge investieren.
Wie gut das Geld in der Mittelklasse angelegt ist, verdeutlicht auch der Vergleich mit deutlich teureren Laufradmodellen. Erneut lohnt der Blick auf ein Mavic-Produkt, denn das Mavic R-Sys SLR C gehört mit seinen rund 1300 Gramm Satzgewicht zu den leichtesten Alu-Allroundern am Markt.
Mit einem solchen High-End-Satz wäre, im Vergleich zu leichten Mittelklasse-Modellen, nochmals eine Gewichtsersparnis von 100 bis 150 Gramm möglich. Doch statt durchschnittlich 550 Euro, die für die Sets im aktuellen Test fällig werden, kostet ein solcher Edel-Laufradsatz stramme 1800 Euro. Jede weitere - und vergleichsweise geringe - Gewichtsersparnis, das zeigt dieser Vergleich deutlich, muss also extrem teuer erkauft werden.
Wirkungsvoller Widerstand?
Doch wie sieht es mit den übrigen Testwerten aus? Geringes Gewicht ist zwar wichtig, doch die Performance eines Rennrades beeinflusst ein leichtes Laufrad nur dann positiv, wenn auch die Steifigkeiten überzeugen. Gibt ein Hinterrad unter Last, wie etwa im Wiegetritt, seitlich nach, wirkt sich das negativ auf die Kraftübertragung aus und wiegt den Gewichtsvorteil unter Umständen auf. Ist das Vorderrad zu nachgiebig, leidet die Lenkpräzision.
Der RoadBIKE-Test prüft deshalb, wie gut die Laufräder seitlicher Krafteinwirkung widerstehen. Das Ergebnis (in Newtonmeter pro Grad, kurz: Nm/°) sagt aus, wie viel Newtonmeter nötig sind, um das Laufrad um 1 Grad auszulenken. Je höher dieser Wert ausfällt, desto steifer ist das Laufrad - und desto besser seine Performance.
Umfangreiche Testreihen, bei denen verschiedene Laborwerte mit den Praxiseindrücken erfahrener Tester abgeglichen wurden, haben ergeben, dass Werte oberhalb von 70 Nm/° auch für Fahrer mit 80 Kilo Körpergewicht und mehr ausreichen. RoadBIKE spricht in diesem Fall vom „grünen Bereich“, den ein gutes Laufrad auf jeden Fall erreichen sollte. Liegen die Werte deutlich darunter, ist das Laufrad unter Umständen noch steif genug für leichte Fahrer unter 70 Kilo. Schweren Piloten und starken Sprintern wird es jedoch nicht genügend Steifigkeit bieten.
Die gute Nachricht im aktuellen Test: Bis auf eine einzige Ausnahme liegen alle Laufräder im grünen Bereich. Bei den Vorderrädern liegen alle Werte zwischen guten 72 und herausragenden 106 Nm/Grad - das Gros des Testfeldes landet zwischen 82 und 97 Nm/Grad. Bei den Hinterrädern gibt es mit dem American Classic ein Exemplar, das den grünen Bereich mit 66 Nm/Grad knapp verfehlt, alle anderen kommen auf untadelige 79 bis 95 Nm/Grad. Steifigkeiten, die auch stärksten Sprinterbeinen genügen.
Tolles Verhältnis
Fazit dieser Messung: Im Gegensatz zum Gewicht, wo sich in höheren Preislagen noch Vorteile erzielen lassen, ist bei den Steifigkeiten bereits in dieser Preisklasse ein Level erreicht, das keinen Anlass zu Kritik bietet. Im Gegenteil. Oft sind deutlich teurere Laufräder weniger steif, da aus Gewichtsgründen weniger Material verbaut wird, was zulasten der Widerstandsfähigkeit gehen kann. Ausnahmen bilden einige Carbon-Modelle am Markt, die extrem leicht und gleichzeitig vorbildlich steif sind. Doch für diese Wunderwerke des Laufradbaus werden in aller Regel mehrere tausend Euro fällig.
Testfazit kompakt
Die Laufradmittelklasse bringt hervorragendes Tuningpotenzial für Kompletträder mit, die serienmäßig mit Einsteiger-Sätzen bestückt sind.
Zusammenfassung der getesteten Laufräder
Um einen besseren Überblick über die getesteten Laufräder zu erhalten, finden Sie hier eine Tabelle mit den wichtigsten Daten:
| Laufrad | Preis (ca.) | Gewicht (Satz) | Seitensteifigkeit (v/h) | Gesamtnote |
|---|---|---|---|---|
| Aerycs Alutrek | 579 € | 1654 g | 51/46 N/mm | 2,9 |
| DT Swiss CR 1600 Spline | 559 € | 1740 g | 53/47 N/mm | 2,8 |
| Fulcrum Racing 3 | 642 € | 1659 g | 49/44 N/mm | 3,1 |
| Leeze AC 25 Allroad | 599 € | 1442 g | 38/32 N/mm | 3,2 |
| Mavic Allroad S | 490 € | 1817 g | 56/42 N/mm | 3,1 |
| Ritchey Comp Zeta Disc | 426 € | 1847 g | 55/48 N/mm | 2,9 |
| Shimano GRX WH-RX570 | 610 € | 1742 g | 48/41 N/mm | 3,1 |
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