Viele moderne Fahrräder verwenden Kettenschaltungen. Wenn die Schaltung mal wieder hakt und ihr Gänge nicht hoch oder runter schalten könnt, liegt das bei einer indexierten Schaltung nicht selten an einem verdreckten bzw. verklebten Innenleben des Schalthebels durch altes Fett. Eine nicht funktionierende Schaltung macht ein Fahrrad unfreiwillig zum Singlespeed.
Schaltzug wechseln: So geht's
Ich habe mir ein altes Rennrad gekauft und würde nun gerne den Schaltzug wechseln, da dieser leider ein wenig zu kurz ist und deswegen die Schaltung vorne nicht funktioniert. Im Prinzip geht es immer genauso. Du löst ihn hinten und schiebst ihn vorn raus. Wie genau es bei diesen RSX-Hebeln geht, weiß ich nicht mehr, obwohl es erst ein halbes Jahr her ist, dass ich die hatte. Vielleicht muss noch eine Kappe entfernen oder so.
Grundlagen der Kettenschaltung
Der Umwerfer vorne besteht aus einem Stahlkäfig, der seitlich bewegt werden kann. Umwerfer und Schaltwerk bewegen die Kette seitlich, so dass sie nicht gerade, sondern in einem Winkel auf die Ritzel trifft. Wird der Winkel spitz genug, greifen die Zähne der Ritzel nicht mehr in die Kettenglieder.
Wenn eine Kette von einem kleineren auf ein größeres Ritzel geschaltet wird, ist es ein wenig anders. Neuere Ritzel haben normalerweise speziell geformte Zähne und kleine Rampen auf den Seiten, die diesen Vorgang ruhiger ablaufen lassen. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass moderne Schaltsysteme besser funktionieren als ältere.
Überprüfen und Richten des Schaltwerks
Bevor man versucht, ein Schaltwerk einzustellen, sollte man sicherstellen, dass es nicht verbogen ist. Wenn ein Schaltwerk verbogen wird, biegt es sich nach innen, in Richtung der Speichen. Ein manchen Fällen landet es zwischen den Speichen des Hinterrads, während das Rad sich dreht. Wenn man Glück hat, bricht das Schaltwerk ab. Wenn man weniger Glück hat, nimmt es dabei einige Speichen mit und runiert leicht das Hinterrad.
Wenn das Schaltwerk gestossen wird, ist es oft nicht das Schaltwerk selbst, das sich verbiegt, sondern eher das Schaltauge, der Teil am Ausfallende, an dem das Schaltwerk befestigt ist. Wenn ein Schaltauge verbogen ist, ist es normalerweise notwendig, das Schaltwerk zu demontieren, um das Schaltauge wieder gerade auszurichten. Fahrradwerkstätten verfügen dafür über ein spezielles Werkzeug, ein Metallstab mit einer verschiebbaren Lehre, die in das Schaltauge an Stelle des Schaltwerks geschraubt wird.
Die wichtigsten Einstellungen am Schaltwerk
- Die Begrenzungsschrauben: Die Begrenzungsschrauben sind zwei Schrauben, mit denen festgelegt wird, wie weit das Schaltwerk sich nach rechts und links bewegen kann. Diese Schrauben befinden sich normalerweise auf der Rückseite des Parallelogramms. Die Begrenzungsschrauben sind nicht dafür gedacht, das Schaltwerk zu bewegen. Sie begrenzen die Bewegung durch den Schalthebel. Bei neueren Schaltwerken sind die Begrenzungsschrauben beschriftet: „H“ (high) und „L“ (low). Die untere Begrenzung (normalerweise mit dem Buchstaben „L“ gekennzeichnet) verhindert, dass das Schaltwerk die Kette über das größte Ritzel hinaus in die Speichen drückt. Die obere Begrenzung (normalerweise mit dem Buchstaben „H“ gekennzeichnet) verhindert, dass das Schaltwerk die Kette über das kleinste Ritzel hinaus zwischen Ritzel und Ausfallende drückt.
- Die Indexeinstellung: Die Indexeinstellung ist die am häufigsten benötigte Einstellung für Schaltwerke. Die einzelnen Raststufen („Klicks“), die die Indexierung bewirken, werden durch die Schalthebel vorgegeben. Die Indexeinstellung ist eine Justierhülse, die sich an einem Ende der Zughülle befindet. Alle Schaltwerke für Index-Schaltungen haben eine Justierhülse am Anschlag für die Zughülle.
- Die Winkel-Einstellung (B-Tension): Die meisten besseren Schaltwerke verfügen über eine Schraube zur Einstellung des Winkels (Shimano bezeichnet diese Schraube als „B-Tension“). Diese Schraube verändert die Spannung der oberen Feder des Parallelogramms und dadurch die Höhe der Führungsrolle. Der Winkel muss passend zur Größe des größten Ritzels eingestellt werden.
Kettenlänge und Kettenverschleiß
Wenn die Kette oder die Ritzel ausgetauscht werden, sollte die Kettenlänge überprüft werden. Neue Ketten werden normalerweise länger als nötig hergestellt, damit sie für die meisten Fahrräder passen. Neue Ketten müssen daher fast immer gekürzt werden, bevor sie auf einem Fahrrad montiert werden.
Ketten nutzen sich ab, üblicherweise nach einigen tausend Kilometern. Durch die Abnutzung längen sie sich leicht. Sie sollten regelmässig auf diese Zeichen der Abnutzung überprüft werden.
Einstellung des Umwerfers
Die Einstellung des Umwerfers ist keine exakte Wissenschaft. Da der Umwerfer Schaltvorgänge durch den oberen, kraftübertragenden Teil der Kette ausführt, hat er eine schwierigere Aufgabe zu erfüllen.
- Position des Umwerfers: Bei einem Fahrrad mit kleinem Hinterrad, hohem Tretlager oder steilem Sattelrohr, verläuft die Kette stärker nach unten in Richtung des Hinterrads und der Umwerfer muß weiter nach hinten sitzen.
- Befestigung am Rahmen: Die kritischste Einstellung des Umwerfers ist die Befestigung am Rahmen. Diese Position muss richtig sein, bevor man die Begrenzungen anpasst. Die Höhe des Umwerfers ist ein entscheidender Faktor dafür, wie gut er schaltet. Die Hersteller empfehlen in der Regel einen Abstand von 2 mm zwischen dem unteren Rand des Schaltkäfigs und dem äusseren Rand des größten Kettenblatts.
- Modifikation des Umwerfers: Kürzlich habe ich damit begonnen, einen Umwerfer für das Schalten mit größeren Kettenblättern zu modifizieren.
- Untere Begrenzung: Die untere Begrenzung verhindert, dass der Umwerfer die Kette über das kleinste Kettenblatt drückt und sie auf das Innenlagergehäuse schiebt.
- Obere Begrenzung: Die Einstellung der oberen Begrenzung ist in der gleichen Weise vorzunehmen. Sie sollte so angepasst werden, dass die Kette die Außenseite des Schaltkäfigs gerade nicht mehr berührt, wenn der größte Gang (grosses Kettenblatt vorne, kleinstes Ritzel hinten) eingelegt ist.
Restaurierung eines alten Rennrads
Ich kann ja nicht nur dem Mountainbiken etwas abgewinnen - auch Rennradfahren macht Spaß. Da ich aber schon genug Geld in mein Mountainbike stecke, wollte ich beim Rennrad sparen und habe mir günstig ein altes Rennrad aus den 80ern besorgt und restauriert, so dass es fit ist für Touren.
Grundsätzlich sind Rennräder natürlich für den sportlichen Einsatzzweck gedacht. Man sieht Rennräder, insbesondere ältere, aber immer häufiger auch als Stadtrad. Dennoch kann ein altes Rennrad auch ein tolles Stadtrad sein. Dafür können „retro“ Rennräder super geeignet sein.
Worauf man beim Kauf achten sollte:
- Achte auf eine passende Rahmengröße.
- Auch der Lenker sollte zu euch passen.
- Achte auf die einzelnen Komponenten. Sind es noch die Originalteile? Ist das ein Gruppenmix oder eine reine Gruppe? Welche Qualität? Sind vielleicht besondere Komponenten verbaut?
- Wurde das Rad „verbastelt“? Sprich neu lackiert, Teile ausgetauscht o. ä.
- Was gibt es für Materialschäden?
- Was muss ersetzt werden?
Die Restaurierung eines alten Rennrades ist nicht automatisch ein günstiges Vergnügen. Damit die Gangschaltung am Fahrrad reibungslos funktioniert und sich alle Gänge sauber schalten lassen, muss neben Schaltwerk, Schalthebel und Umwerfer auch der Schaltzug inklusive seiner Außenhülle intakt sein.
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