Viele Radfahrer, die ein älteres Centurion-Rennrad mit einer Shimano RSX-Gruppe besitzen, stehen irgendwann vor der Frage, wie sie das Rad modernisieren oder an ihre Bedürfnisse anpassen können. Ein häufiger Wunsch ist der Austausch des Rennradlenkers gegen einen geraden Lenker. Dieser Artikel beleuchtet die Details eines solchen Umbaus und die damit verbundenen technischen Aspekte.
Herausforderungen beim Lenkerumbau
Beim Umbau eines Rennradlenkers auf einen geraden Lenker gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Zunächst einmal muss der passende Lenker gefunden werden, der in den Vorbau des Centurion-Rennrads passt. Hierbei ist der Vorbau-Klemm-Durchmesser entscheidend. Es gibt verschiedene Standards, die genau gemessen werden müssen, bevor man einen neuen Lenker kauft.
Achtung! Es gibt verschiedene Vorbau-Klemm-Durchmesser. Daher bitte erst messen und dann kaufen!
Die gängigen Maße sind:
- Oversize-Lenker: 31,8 mm (Deda verwendet 31,9 mm)
- Normale Lenker (Rennrad): 26,0 mm
- Normale Lenker (MTB): 25,8 mm (teilweise auch 25,4 mm bzw. 1")
Es ist wichtig, den Durchmesser exakt zu messen, da der Unterschied zwischen den einzelnen Maßen gering sein kann.
Kompatibilität von Brems- und Schalthebeln
Ein weiteres Problem ist die Kompatibilität der Brems- und Schalthebel. Wenn man bei einer 7-fach Schaltung bleiben möchte, sollten auch 7-fach Hebel verwendet werden. Als Bremshebel sind Cantilevermodelle besser geeignet als V-Brake-Hebel, da die Bremshebel für Cantilever übersetzt sein müssen.
Die Schalthebel müssen hinreichend alt sein, damit sie den Umwerfer bedienen können. Bei modernen Zeug darf man nicht zu viel nachrüsten. Es ist also komplizierter als es zunächst scheint.
Weitere benötigte Teile
Neben dem Lenker und den passenden Hebeln sind möglicherweise noch weitere Teile erforderlich:
- Gerader Lenker, der in den Vorbau passt
Ein generelles Problem beim Umbau ist, dass ein gerader Lenker am Rennrad die normale Griffposition um etwa 10 cm verkürzt.
Kassette und Kette
In der Regel müssen Kassette und Kette beim Umbau nicht zwingend ausgetauscht werden.
Reduzierhülsen und alternative Lösungen
Wenn der Durchmesser des Lenkers nicht mit dem des Vorbaus übereinstimmt, stellt sich die Frage nach Reduzierhülsen. Diese sind jedoch oft teuer. Eine Notlösung kann die Verwendung einer Coladose sein, um den Durchmesser anzupassen. Dies sollte jedoch als Pfusch betrachtet werden, der im schlimmsten Fall gefährlich sein kann.
Es gibt auch kommerzielle Reduzierhülsen, wie z.B. die Nitto Reduzierhülsen. Diese sind jedoch relativ teuer.
Alternativ kann der Vorbau ausgetauscht werden. Dies ist oft die bessere Lösung, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.
Reduzierhülsen - Maße und Material
Reduzierhülsen von 26,0 auf 25,4 oder gar 25,8 mm sind sehr dünn. Hier kann man notfalls etwas mit einer Coladose versuchen (die ca. 0,08 mm dick ist). Kommerziell gibt es hier wenig, da diese Adapter wegen der geringen Wandstärke kaum formstabil wären.
Vorbau-Klemmung
Bei einem Centurion-Rennrad kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass der Vorbau eine 25,4mm-Klemmung hat. Es gab früher viele unterschiedliche Standards, besonders bei italienischen Herstellern wie Cinelli und 3ttt.
Zusammenfassung
Der Umbau eines Rennradlenkers auf einen geraden Lenker erfordert sorgfältige Planung und genaue Messungen. Die Kompatibilität der Brems- und Schalthebel sowie der Durchmesser von Lenker und Vorbau sind entscheidende Faktoren. Notlösungen wie die Verwendung einer Coladose sollten vermieden werden. Der Austausch des Vorbaus oder die Verwendung passender Reduzierhülsen sind oft die besseren Alternativen, um ein sicheres und zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
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