Wer auf steilsten Trails oder bei Downhillrennen unterwegs ist, weiß, wie wichtig eine gute Bremse ist. In diesem Testbericht wird die Shimano Saint Bremse in der Top-Version ‚Ice-Tech‘ genau unter die Lupe genommen.
Die verschiedenen Versionen der Shimano Saint Bremse
Es gibt verschiedene Versionen der Saint Bremse sowie eine günstigere Low-Tech-Variante namens Zee. Diese basiert aber auf der gleichen Grundtechnik und ist für die meisten Anwendungsbereiche ausreichend. Für den Test wurde die Saint in der Top-Version ‚Ice-Tech‘ ausgewählt.
Die Bremsscheiben der Shimano Saint
Shimano bietet vier verschiedene Bremsscheiben an:
- Die normale Edelstahlvariante
- Eine Edelstahlvariante (Lauffläche) mit Alu-Spider
- Eine mit Alu-Spider und Sandwich-Scheibe (Edelstahl und Aluminium)
- Eine Top-Version mit zusätzlichen Lamellen zur verbesserten Kühlung
Die Top-Version mit Lamellen ist nur mit dem Shimano-eigenen Center-Lock-Verschlusssystem erhältlich.
Erster Eindruck und Design
Die Saint Bremse macht einen ansprechenden Eindruck und wirkt hochwertig. Einzig der Kunststoff-Bremshebel wirkt etwas billig, liegt aber gut am Finger und ermöglicht eine perfekte Dosierung der Bremse. Der Bremsbelag ist mit Kühlrippen zur besseren Wärmeableitung versehen.
Performance auf dem Trail
Nach kurzer Einfahrzeit beeindruckt die Saint Bremse mit enormer Power. Die Bremsleistung ist auf höchstem Niveau, übertrifft andere Bremsen aber nur marginal. Shimano hat die Art des Zupackens weiterentwickelt, sodass die Bremse gut dosierbar ist und einen definierten Druckpunkt bietet. Die Saint ist in jeder Lebenslage gut zu kontrollieren und besonders für den Freeride- und Downhill-Bereich geeignet.
Standfestigkeitstest
Beim Standfestigkeitstest bei der Bike-Attack in der Schweiz, bei der 2000 Tiefenmeter zu bewältigen waren, hat die Saint Bremse keinerlei Fading gezeigt. Die hohe Bremskraft ermöglicht späte Bremspunkte, und es ist nur eine geringe Handkraft erforderlich.
Einstellbarkeit und Wartung
Shimano verwendet für seine Bremsen Mineralöl anstelle von Bremsflüssigkeit, was die Wartung vereinfachen soll. Die Montage ist einfach, und die Bremsleitung kann ohne Austritt von Öl abgeschraubt werden. Die Griffweite ist variierbar, jedoch kann sich der Druckpunkt dabei verändern.
E-MTB-Bremsen
Bei E-Bikes mit höheren Systemgewichten ist eine gesonderte Betrachtung der Bremsen nötig. Es wird empfohlen, große 203mm Bremsscheiben vorne und 180mm Discs hinten zu verwenden. Hersteller geben unterschiedliche Gewichtsbeschränkungen an oder verzichten ganz darauf. Trickstuff bietet sogar eine 223mm Bremsscheibe an, Now8 ein 254mm großes Modell.
Montage und Cockpitintegration
Vor der Montage sollten die Bremsaufnahmen auf Planheit geprüft werden. Die Bremssättel setzen auf drehbare Leitungsabgänge und den Postmount-Standard. Adapter ermöglichen die Befestigung von Schalthebeln direkt am Bremshebel.
Weitere wichtige Aspekte
- Der Bremshebel sollte gut in der Hand liegen und justierbar sein.
- Mineralöl ist als Bremsmedium weit verbreitet.
- Organische, Semimetall- und Sintermetall-Bremsbeläge bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile.
- Der Entlüftungsvorgang sollte einfach sein.
- Das Gewicht der Bremsanlage ist ein wichtiger Faktor.
Vergleichstest verschiedener Bremsen
Im Vergleichstest verschiedener Bremsen zeigte sich, dass keine Bremse einen Ausfall hatte. Die Bremsen unterscheiden sich jedoch in Details, was sich nicht zwingend im Notenausgang widerspiegelt. Beim Preis-Leistungsverhältnis ist die Magura MT5 hervorzuheben. Der Testsieg ging an Sram mit der neuen Code RSC und an Trickstuff mit der Direttissima.
Testergebnisse im Überblick
Die Testkandidaten waren mit vier Kolben pro Sattel bestückt und für den Downhill-Einsatz konzipiert. Die Standfestigkeit ist besonders für schwere Fahrer relevant. Drei von vier Bremsen hatten in Extremsituationen mit verformten Scheiben oder Fading zu kämpfen. Die Magura MT7 kam selbst unter extremsten Bedingungen ihrer Pflicht nach.
Testergebnisse im Detail
Hier eine Übersicht der Testergebnisse der einzelnen Bremsen:
| Bremse | Preis¹ | Gewicht² / Größe | Dosierbarkeit | Standfestigkeit | Bremskraft | Ergonomie |
|---|---|---|---|---|---|---|
| MAGURA MT7 HC3 | 508 Euro | 447 Gramm / 180 mm | 4 von 6 Punkten | 6 von 6 Punkten | 3 von 6 Punkten | 6 von 6 Punkten |
| SHIMANO SAINT | 660 Euro | 481 Gramm / 180 mm | 6 von 6 Punkten | 3 von 6 Punkten | 4 von 6 Punkten | 6 von 6 Punkten |
| SRAM CODE RSC | 690 Euro | 509 Gramm / 180 mm | 6 von 6 Punkten | 5 von 6 Punkten | 5 von 6 Punkten | 6 von 6 Punkten |
| TRP QUADIEM G-SPEC | 508 Euro | 521 Gramm / 180 mm | 4 von 6 Punkten | 2 von 6 Punkten | 2 von 6 Punkten | 5 von 6 Punkten |
¹Der Preis bezieht sich auf einen kompletten Bremsensatz inklusive zwei 180-Millimeter-Bremsscheiben und den zur Montage nötigen Schrauben und Adaptern.
²Gewicht einer Vorderradbremse in Gramm inklusive Scheibe, Schrauben und Adapter
Fazit
Die Shimano Saint ist immer noch einer der besten Allrounder, wenn es um massive Power und unglaubliche Zuverlässigkeit geht.
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Shimano 105 Di2 RD-R7150 Schaltwerk im Test – Revolutionäre Hightech-Schaltung für Rennräder!
- Scott Motocross Handschuhe Test & Vergleich: Die Top Modelle für ultimativen Grip und Schutz!
Kommentar schreiben