Gravelbikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind aus unseren Wäldern kaum noch wegzudenken. Mit der Beliebtheit wächst auch das Angebot, und es gibt immer mehr Gravelbikes von bekannten Fahrradmarken. Doch was macht ein gutes Gravelbike aus?
Ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Gravelbikes ist die Schaltgruppe. Shimano GRX ist eine weit verbreitete Gravelbike-Schaltgruppe. Deshalb haben wir alle Shimano GRX-Gruppen für dich sortiert, damit du die richtige Wahl für dein Gravelbike treffen kannst!
Was ist die Shimano GRX?
Die Shimano GRX-Gruppe ist eine Schaltgruppe speziell für Gravelbikes. Unter diesem weit gefassten Begriff kann man alles von Bikepackern bis zu Cyclocrossern zusammenfassen. Die Shimano GRX-Gruppen bieten eine breite Palette an Ausstattungsmöglichkeiten, darunter 10-fach, 11-fach, Einfach- und Zweifach-Antriebssysteme.
Shimano hat nicht unbedingt eine völlig neue Gruppe entwickelt. In vielerlei Hinsicht sind die Shimano GRX-Gruppen von bestehenden Technologien abgeleitet, die sowohl bei Rennrad- als auch bei Mountainbike-Gruppen verwendet werden, wobei einige neue Komponenten hinzugefügt wurden.
Die verschiedenen Shimano GRX Gruppen im Überblick
Die Shimano GRX gibt es in verschiedenen Varianten, die sich in Anzahl der Gänge, Schaltsystem, Preis, Gewicht und Verarbeitung unterscheiden.
- GRX RX825, RX820, RX815 und RX810 sind die leichten Top-Gruppen. Hier kommen die hochwertigsten Materialien zum Einsatz. Die Kurbelarme sind hohl, um Gewicht zu sparen.
- Knapp unter den Top-Gruppen findest Du die GRX RX600. Sie übernimmt Schaltwerk und Umwerfer aus der 800er-Serie und spart bei den anderen Teilen zugunsten des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die Kurbelarme sind zum Beispiel nicht hohl. Mit etwas günstigeren Materialien und Herstellungsmethoden wird die Gruppe etwas schwerer - funktionell macht sie allerdings keine Kompromisse. Diese Gruppe ist vom Niveau her mit der Shimano 105 Rennradgruppe vergleichbar. Es handelt sich um eine 11-Gang-Gruppe (optional ist auch eine 10-Gang-Kurbel erhältlich).
- Als günstigen Einstieg in die Welt der Gravel-Gruppen bietet Shimano außerdem die GRX RX400 an. Du kannst diese Gruppe mit der Shimano Tiagra Gruppe für Rennräder vergleichen. Im Vergleich zu den anderen GRX-Gruppen ist die GRX 400 eine 10-Gang-Gruppe.
Etwas kompliziert wird die Sache dadurch, dass Shimano, wie bereits erwähnt, nicht für jede Serie eine eigene Schaltgruppe entwickelt hat. Nehmen wir zum Beispiel die GRX 600 Gruppe. Du kannst aus dieser Serie keine komplette GRX 600 Gruppe zusammenstellen, da Shimano sich entschieden hat, kein GRX 600 Schaltwerk herzustellen. Das heißt, wenn du ein mechanisches 11-Gang-Schaltwerk willst, musst du das RX800 nehmen.
Kompatibilität und Details
Die GRX-Kurbelgarnituren mit einem Kettenblatt verwenden das Dynamic-Chain-Zahnprofil von Shimano. Die Kurbeln haben längere Zähne, die abwechselnd breiter und schmaler sind. Nicht unwichtig zu wissen ist auch, dass jede GRX-Kurbelgarnitur mit einer um 2,5 mm weiter außen liegenden Kettenlinie als bei normalen Rennrad-Kurbelgarnituren ausgestattet ist. Dies wurde gewählt, da die breiteren Reifen eines Gravelbikes zusätzlichen Platz im Rahmen benötigen. Unter anderem muss die Breite der Hinterradgabel entsprechend angepasst werden.
Wie bereits erwähnt, sind nicht alle Serien komplett erhältlich, was zum Beispiel bei der GRX 400 Serie bedeutet, dass keine separate Kurbelgarnitur hergestellt wurde.
Wie bereits erwähnt, sind die GRX-Gruppen mit mechanischer oder elektrischer Schaltung erhältlich. Auch hier gibt es einen deutlichen Unterschied zu den Rennradgruppen, nämlich die zusätzlichen 2,5 mm „Outboard Clearance“, um Platz für die breiteren Reifen zu schaffen.
Sowohl der RX810 als auch der RX815 Di2-Umwerfer sind in der Lage, eine Differenz von 17 Zähnen zwischen den beiden Kettenblättern zu überbrücken.
Schaltwerk
Wie bei den Umwerfern gibt es auch bei den GRX-Schaltwerken verschiedene Ausführungen (mechanisch und elektronisch). Egal für welches Schaltwerk du dich entscheidest, alle sind mit der Shadow RD+-Technologie ausgestattet. Dies wird dadurch erreicht, dass unnötige Bewegungen des Schaltkäfigs minimiert werden. Die GRX-Schaltwerke sind mit einem Stabilisator ausgestattet. Jedes Schaltwerk hat auch einen Stabilisator.
Die GRX-Schaltwerke sind weiter unterhalb der Kassette positioniert als herkömmliche Rennradschaltwerke. Auch bei Verwendung der kleinsten Ritzel ragen sie weniger weit aus dem Rahmen heraus. Die Idee dahinter ist, dass das Schaltwerk dadurch weniger exponiert und anfällig für Beschädigungen ist.
Kassetten und Ketten
Für GRX werden keine eigenen Kassetten und Ketten hergestellt. Es ist daher üblich, eine Kassette aus der Renn- oder MTB-Serie zu verwenden. Wenn du z. B. eine Shimano Ultegra oder 105er 11-fach-Kassette mit 11-30/34-Abstufung verwendest, empfehlen wir das RD-RX815 Di2 Schaltwerk mit kurzem Schaltkäfig oder das RD-RX810 mechanische Schaltwerk. Für das 10-Gang-System wird das Schaltwerk RD-RX400 benötigt, das ein Ritzel mit bis zu 36 Zähnen aufnehmen kann.
Wenn du dich für XT, SLX oder Deore entscheidest, kannst du eine Kassette mit maximal 42 Zähnen verwenden. Es ist jedoch wichtig, das Di2 Schaltwerk RD-RX817 oder das mechanische Schaltwerk RD-RX812 mit längerem Schaltkäfig zu verwenden. Beide Schaltwerke haben eine „Kabelzug“-Übersetzung (die Größe der Schritte zwischen den Gängen), die der von Shimanos Rennradschaltwerken ähnelt.
STI-Hebel und Bremsen
Speziell für GRX hat Shimano STI-Hebel (Brems- und Schalthebel kombiniert) sowohl für mechanische als auch für elektronische Schaltungen entwickelt. Diese STI-Hebel verfügen über ein ergonomisches Hebeldesign, das speziell auf Gravel abgestimmt ist.
Und die Ausrichtung auf den Offroad-Einsatz zeigt sich unter anderem auch in der Form der Hebelkappe. Diese ist größer als üblich, was eine sicherere Handhaltung in unwegsamem Gelände ermöglicht. Die Idee ist, dass die Kappe dafür sorgt, dass die Hand auch bei vielen Stößen und Schlägen auf den Lenker hinter dem Bremshebel bleibt.
Neben den standardmäßigen STI-Schalthebeln bietet Shimano auch einen mechanischen ST-RX810-LA-Bremshebel an, der in Kombination mit einem 1x11-Antriebssystem auch einen Dropper Post bedienen kann. Das integrierte System ist mit kabelgesteuerten Dropper Posts kompatibel.
Shimano bietet auch 1x11-fach hydraulische Scheibenbremshebel für die linke Seite an, die ohne Dropper oder interne Schaltelemente konzipiert sind. Dabei handelt es sich um den BL-RX810 bzw. den BL-RX600.
Die hydraulischen BL-RX812 „Sub-Bremshebel“ sind für uns eine der exotischsten Ergänzungen zu dieser Gravel-Gruppe. Es handelt sich um einen zweiten Satz Bremshebel im MTB-Stil, die du am Oberlenker anbringen kannst. Man kann sich viele Situationen vorstellen, in denen dies nützlich sein könnte, zum Beispiel beim Cyclocross oder bei den Klassikern auf Kopfsteinpflaster.
Die Flat-mount -Bremssättel unterscheiden sich im Design nicht von den aktuellen Bremssätteln, tragen aber natürlich GRX-Logos. Sie verfügen über die gleichen Merkmale wie Einwegentlüftung und die wärmeableitenden Lamellen von Shimanos Ice Technologies in den Belägen und Rotoren.
Mit den Shimano GRX-Bremsen bremst du kraftvoll und wohldosiert.
Laufräder
Shimano hat auch zwei Sätze schlauchloser GRX-Laufräder im Programm. Eine 700C-Option und eine 650B-Option. Jede hat eine Felge mit einer Innenbreite von 21,6 mm und einer Höhe von 22 mm.
Shimano GRX Di2 im Detail
Im Jahr 2019 hatte Shimano mit der 11-fachen GRX-Gruppe einen sofortigen Erfolg. Die erste speziell für Gravelbikes hergestellte Schaltgruppe war eine sichere Wahl für alle, die ein neues Geländefahrrad ausrüsten wollten. Kunden und Hersteller vertrauten darauf, dass das Unternehmen, mit seiner langjährigen Expertise in Mountainbike- und Rennradschaltungen, das Beste aus beiden Bereich kombinieren und die gewohnte Shimano-Qualität liefern würde.
Obwohl die meisten Käufer zufrieden waren, stellte Shimano sein Angebot hauptsächlich auf günstige und mittlere Preisklassen aus. Anspruchsvollere Gravelfahrer/innen, die nach etwas Besonderem suchten, könnten daher enttäuscht gewesen sein. Sram nutzte bei seiner fast zeitgleich vorgestellten AXS direkt 12 statt 11 Ritzel und ließ Shimano damit schon nach der Vorstellung hinter sich zurück.
Bereits ein erster Blick auf das neue Gravel-Topmodell des Branchenführers offenbart, dass das Update der Elektronikgruppe GRX Di2 lediglich ein behutsames Facelift von Shimano darstellt. Es übernimmt die Brems- und Antriebssysteme der mechanischen Version, wobei nur die Schaltbremshebel, der Umwerfer und das Schaltwerk wirklich neu sind.
In der Praxis lässt die Funktionalität der Gruppe kaum Raum für Kritik. Die Griffe sind nun, wie bei den neueren Rennradgruppen, drahtlos mit den Schaltkomponenten verbunden, wobei Shimano eine Batterielebensdauer von bis zu vier Jahren verspricht. Form und Befestigung wurden leicht angepasst, um besser zu den typischen, ausgestellten Lenkerenden von Gravelbikes zu passen. Dies sorgt für einen ergonomischeren Übergang zum Lenker und lässt die Bremshebel weniger zur Seite stehen.
Das ansprechende Design der Schaltgriffe ist nach wie vor unübertroffen, insbesondere wenn die Hände auf den Griffkörpern liegen. Die Handauflage ist groß und rutschfest; der kleine, steil aufstehende Griff am vorderen Ende bietet guten Halt. Die Griffe sind zudem sehr schlank, damit auch kleinere Hände sie gut greifen können, besonders bei ruppiger Fahrt.
Wie erwartet, ist das Schaltverhalten der neuen Shimano GRX Di2 sowohl vorne als auch hinten hervorragend, allerdings arbeitet der Umwerfer ziemlich laut. Das heulende Motorgeräusch erinnert an die frühen Di2-Generationen, während die aktuellen Rennrad-Umwerfer deutlich leiser und optisch unauffälliger sind. Das neue Schaltwerk am Hinterrad arbeitet schnell und präzise. Der bewährte Dämpfer verhindert zuverlässig, dass die Kette bei Erschütterungen klappert.
Im Gegensatz zur mechanischen Version ist das Schaltwerk nicht dafür ausgelegt, Ritzel mit mehr als 36 Zähnen zu bewältigen. Auch eine Alternative zum Zweifach-Kurbelsatz mit 48/31 Zähnen ist nicht verfügbar. Daher ist der Betrieb mit einem Einfach-Kurbelsatz ohne Umwerfer schlicht bei der neuen GRX Di2 nicht möglich.
Konkurrenz: SRAM und Campagnolo
Die Gravel-Revolution hat vor einigen Jahren begonnen, und angesichts der wachsenden Beliebtheit konnten die großen Hersteller nicht untätig bleiben. Die drei führenden Komponentenhersteller - der japanische Shimano, der amerikanische SRAM und der italienische Campagnolo - haben speziell entwickelte Gruppen für den Gravel-Einsatz auf den Markt gebracht.
SRAM ist sicherlich die Marke, die im Gravel-Segment am schwersten zu durchschauen ist. Das amerikanische Unternehmen bietet mit der XPLR-Serie spezielle Gravel-Komponenten an, aber oft werden auch MTB- oder Rennrad-Gruppen für den Aufbau verwendet.
Im Vergleich zu SRAM oder Shimano ist das Campagnolo-Angebot für Gravel weniger vielfältig. Campagnolo präsentierte 2020 die Ekar Schaltgruppe, die mit 13 Ritzeln das derzeit umfassendste Einfach-Getriebe für das Gelände bietet.
Shimano GRX vs. SRAM Apex
Shimano aus Japan und der US-amerikanische Konkurrent SRAM prägen das Erscheinungsbild des Gravelbikes maßgeblich, indem sie betont sportliche, aber auch für Freizeit- und unerfahrene Radler und Radlerinnen maßgeschneiderte Komponenten anbieten.
SRAM belebt dafür die frühere Rennrad-Gruppe Apex wieder und macht sie zum spezialisierten Antrieb fürs Gelände. Shimano setzt seine Erfahrungen mit der populären GRX, der ersten erklärten Gravel-Gruppe überhaupt, in einer zweiten Generation um.
SRAM sieht die Zukunft im Einfach-Kettenblatt und dem elektronisch gesteuerten Gangwechsel. Die Amerikaner machten Antriebe mit einem einzelnen Kettenblatt einst salonfähig, für die neue Apex gibt es nun gar keinen vorderen Umwerfer mehr.
Die zweite GRX-Generation von Shimano bekommt ebenfalls ein zwölftes Ritzel spendiert. Doch sie wird, wie an unserem Testrad von Arc8, bis auf Weiteres nur mit den gewohnten Schaltbremsgriffen und Bowdenzügen bedienbar sein. Eine elektronische Di2-Version, die es in der ersten Generation parallel gab, ist zum Marktstart nicht erhältlich. Der Zweifach-Antrieb mit Umwerfer dagegen ist am Gravelbike noch eine selbstverständliche Option - auch wenn Shimano das Angebot an Einfach-Übersetzungen jetzt deutlich ausgebaut hat.
Bei Shimano alles aus wie gewohnt, fein poliertes, dunkel eloxiertes Alu bestimmt den Eindruck. Doch schon beim Erstkontakt mit den neuen GRX-Hebeln fällt auf, dass an deren Form gefeilt wurde. Die Bremshebel sind weit nach außen angestellt, extrem breit und bieten den Fingern eine satte Auflagefläche; von oben lassen sie sich wunderbar greifen, und man kann viel Kraft aufbauen. Die Auflagefläche auf den Griffgummis ist größer und bietet nun ein regelrechtes Tableau für die Hände. Weniger auffällig ist, dass die Geometrie an die weiter ausgestellten Gravellenker angepasst wurde.
Die SRAM-Griffe sind schlanker und runder, sie passen auch kleinen Händen. Auch die Bremshebel sind breit, vorne abgeflacht und prima erreichbar, die riesigen Schaltknöpfe sowieso. Einen haptischen Unterschied zu den teuren Gruppen spürt man nicht. Optisch ist die Apex der darüber angesiedelten Rival sehr ähnlich, die massive Kurbel ist fast identisch.
Im Sattel überzeugt die Apex vor allem mit präzisen Gangwechseln auf Knopfdruck. Spielerisch klickt man durchs Getriebe, drückt man links, wird’s leichter, rechts schwerer, einfacher und intuitiver geht’s nicht.
Etwas mehr Konzentration, besonders bei Fahrten im anspruchsvollen Gelände, erfordert die mechanische GRX, denn ihre Kette reagiert sensibel auf die Befehle am leichtgängigen Schalthebel. Die menschliche Hand funktioniert weniger präzise als elektronische Stellmotoren, was sich beim geringeren Ritzelabstand des Zwölfer-Pakets offenbar bemerkbar macht.
Komponenten einer Gravel-Schaltgruppe
Zu einer Schaltgruppe gehören alle Bestandteile des Antriebes und die Bremse. Die Schaltgruppe ist maßgeblich für die Funktion und Performance der Schalt- und Bremsleistung verantwortlich. Das Schaltwerk sorgt für die Gangwechsel am Hinterrad und wird auch als hintere Schaltungsvorrichtung bezeichnet. Die Kette deines Gravel Bikes verläuft hinten über die Kassette und durch das Schaltwerk.
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Shimano GRX Gruppen mit den jeweiligen Gang Optionen:
| 2x12 Gänge | 1x12 Gänge | 2x11 Gänge | 1x11 Gänge | 2x10 Gänge | |
|---|---|---|---|---|---|
| Di2 | RX825 | RX815 | - | RX815 | - |
| Mechanisch | RX820 | RX820 | RX810 RX600 | RX810 RX600 | RX400 |
Bitte beachte: Es kann vorkommen, dass einzelne Varianten vorübergehend nicht lieferbar sind.
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