Nabenschaltungen erfreuen sich aufgrund vielfältiger Vorteile stetig wachsender Beliebtheit. Alle Getriebebauteile sind in der Nabe vor Witterung und Schmutz geschützt, so dass die Haltbarkeit gesteigert und der Verschleiß so gering wie möglich gehalten wird. Zudem muss die Nabe so gut wie gar nicht gewartet werden.
So ist es keine Überraschung, dass die Fahrradnabe im Allgemeinen den Ruf eines recht zuverlässigen Bauteils genießt. Naben von Shimano zeichnen sich durch schnelle, leichte und präzise Schaltvorgänge, auch unter höheren Lasten, aus. Für den Nutzer bedeutet das sanfte und komfortable Gangwechsel. Die engeren Gangabstufungen und die deutlich höhere Übersetzungsbreite (im Vergleich zur Inter-7) ermöglichen eine effizientere Trittfrequenz. Dennoch kann es natürlich trotzdem zu gelegentlichen Problemen kommen.
Wenn die Fahrradschaltung oder das Einstellen der Fahrradschaltung nicht funktioniert, kann der Fehler an verschiedenen Stellen liegen. Schaltprobleme während des Tretens können vielfältige Ursachen haben. In den meisten Fällen liegt hier eine falsche Justierung der Schaltzüge vor, die allerdings recht einfach behoben werden kann.
Häufige Probleme und Lösungen
1) Geräusche
Treten ungewöhnliche Geräusche auf, sollten Sie zunächst überprüfen, ob der Zug korrekt justiert ist. Hierfür stellen Sie den Schalthebel in den vierten Gang. Anschließend verstellen Sie die Zugeinstellschrauben so lange, bis die roten Markierungslinien von Schaltrad und Halterung übereinstimmen. Überprüfen Sie Ihre Justierung, indem Sie zunächst den Schalthebel in den ersten und danach wieder in den vierten Gang stellen. Die Markierungslinien müssen übereinstimmen. Korrigieren Sie gegebenenfalls nach.
Wenn die Geräusche nach dem Justieren immer noch vorhanden sind, müssen möglicherweise einzelne Bauteile ausgetauscht werden. Treten die störenden Laute während des Schaltvorgangs auf, sollten die Träger- sowie die Achseinheit gewechselt werden. Dies gilt für alle Gänge, mit Ausnahme von Geräuschen beim Schalten vom fünften in den sechsten Gang und umgekehrt. Hier wäre zusätzlich der Austausch der Kupplungseinheit fällig.
2) Kein Schalten möglich
Auch in diesem Fall überprüfen Sie zunächst, ob der Schaltzug korrekt justiert ist. Gehen Sie hierfür wie bereits unter Punkt 1 beschrieben vor. Besteht das Problem weiterhin, sollten Sie das Laufrad ausbauen und kontrollieren, ob das Schalten nun funktioniert. Wenn ja, liegt die Ursache wahrscheinlich in einem defekten Schalthebel. In diesem Fall tauschen Sie den Schalthebel aus.
Wenn nein, liegt das Problem in der Nabe. Tauschen Sie in diesem Fall die Achs- sowie die Trägereinheit aus. Wenn zum Beispiel der eingelegte Gang nicht mit der Ganganzeige übereinstimmt wird ebenfalls ein Austausch von Achs- und Trägereinheit empfohlen. Das Gleiche gilt auch, wenn das Drehen des Drehgriffschalters nicht möglich ist oder der Gang nur sehr schwerfällig wechselt (4. Gang, 8. Gang). Tritt eines dieser beiden Probleme außer beim 4. und 8. Gang auf, ist voraussichtlich nur die Trägereinheit betroffen und sollte ausgetauscht werden.
Wenn der Konus rau und unstimmig läuft, empfiehlt es sich, den Antrieb sowie den rechten Konus zu wechseln.
Bei Schaltproblemen während des Nicht-Tretens könnte eine Blockade des Freilaufs vorliegen.
Weitere Ursachen und Lösungen
Hier sind einige zusätzliche Ursachen, die zu Problemen mit Ihrer Shimano-Schaltung führen können:
- Verschleiß: Der Antrieb unserer Bikes erleidet einiges an Abrieb - besonders zusammen mit Schmutz und Witterung. Sind die Zähne an der Kassette oder am Kettenblatt abgerundet, sollten diese getauscht werden. Bei der Kette kommt es darauf an, ob sich der Abstand zwischen den Kettengliedern vergrößert hat, was mit der Zeit bei jeder Kette passiert.
- Reibung: Wie oft man seine Kette ölen muss, hängt davon ab wie oft man fährt und bei welchen Bedingungen. Vor dem Ölen sollte man auf jeden Fall den Antrieb und die Kette putzen. Am besten nicht nur mit Wasser und Waschmittel, sondern auch mit Kettenreiniger, der fettlösend wirkt. Falls man altes Öl nicht entfernt, wird es zu einer üblen Patina, welche für eine erhöhte Reibung im Antrieb sorgt, und somit jeden Schaltvorgang beeinträchtigt.
- Schaltauge oder Schaltkäfig verbogen: Das Schaltauge ist die Verbindung zwischen Schaltwerk und Rahmen und gibt bei einem Sturz als Erstes nach, um die anderen Teile zu schonen. Mit einem Spezialtool kann man selbst oder ein Mechaniker im Radladen ein verbogenes Schaltauge erkennen und richten. Ist ein Schaltauge zu stark verbogen, muss man es tauschen. Ein weiteres Teil, das schnell mal verbogen ist, ist der Schaltkäfig.
- Schalthebel und Schaltkabel: Wenn eine Schaltung nicht mehr funktioniert, muss das nicht immer am Schaltwerk oder dem Umwerfer liegen, auch der Schalthebel kann defekt sein. Ist der Ratschen-Aufbau im Inneren des Schalthebels abgenutzt oder verschmutzt, kann dieser Gänge überspringen oder für ungleichmäßiges Schalten sorgen. Ebenso der Schaltzug, welcher, falls gerostet, in seiner Hülle mehr Reibung erzeugt. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, ab und zu einen Tropfen Kettenöl auf den Schaltzug zu geben.
- Kettenumschlingung: Ein oft vernachlässigter Schritt beim Einstellen ist das Justieren der Kettenumschlingung. Kettenumschlingung bedeutet, wie nah das Schaltwerk die Kette an die Kassette führt. Je näher das Schaltwerk an der Kassette steht, umso weiter umschlingt die Kette die Ritzel der Kassette.
- Verunreinigungen: Der häufigste Grund für eine schwer gehende Schaltung sind angesammelte Verunreinigungen. Schlechtes Wetter oder Geländefahrten gehen an keinem Fahrrad spurlos vorbei.
Einstellen der Schaltung
Eine korrekt eingestellte Schaltung sorgt nicht nur für flüssiges und geräuschloses Schalten - sie verlängert auch die Lebensdauer deiner Kette und Kassette.
Werkzeuge
Du benötigst für das Einstellen der meisten Schaltungen nur minimales Werkzeug. In der Regel reicht ein Kreuzschlitz-Schraubenzieher oder ein Inbusschlüssel - je nach Modell deines Fahrrads.
Begrenzungsschrauben (H und L)
Zwei kleine Schrauben haben eine große Wirkung: Die sogenannte H-Schraube (High) und L-Schraube (Low) begrenzen die äußersten Positionen des Schaltwerks. Damit verhindern sie, dass die Kette über das kleinste bzw. größte Ritzel hinausspringt - das schützt sowohl das Material als auch deine Sicherheit.
- Die H-Schraube regelt den unteren Anschlag (kleinstes Ritzel)
- Die L-Schraube regelt den oberen Anschlag (größtes Ritzel)
Ein falsch eingestellter Anschlag führt oft dazu, dass Gänge gar nicht erreichbar sind oder die Kette abspringt.
Vorbereitung:
- Kette und Ritzel reinigen - Schmutz beeinflusst die Schaltvorgänge negativ.
- Fahrrad in einen stabilen Zustand bringen - entweder mit einem Montageständer oder seitlich aufgestellt.
- Kette auf das mittlere Ritzel legen - das ist der neutralste Startpunkt.
- Ganghebel durchschalten - prüfe, wie die Kette reagiert. Bleibt sie hängen? Springt sie?
Wenn deine Gänge nicht richtig laufen, liegt das oft an falsch eingestellten Begrenzungsschrauben. Diese Schrauben bestimmen, wie weit sich das Schaltwerk in beide Richtungen bewegen darf. Stimmen diese Grenzen nicht, schaltet dein Fahrrad entweder nicht weit genug oder die Kette springt aus dem Ritzelbereich.
Wichtig: Vor dem Einstellen solltest du die Zugspannung komplett rausnehmen, indem du die Stellschraube am Schalthebel ganz hineindrehst.
Begrenzung am kleinsten Ritzel (H-Schraube = High): Schalte ganz nach unten auf das kleinste Ritzel (höchster Gang). Wenn die Kette nicht richtig auf dem kleinsten Ritzel liegt oder nicht dorthin wechselt, ist die H-Schraube möglicherweise zu stark angezogen. In diesem Fall: etwas lösen (gegen den Uhrzeigersinn). Wenn die Kette über das kleinste Ritzel hinausspringt, dann ist die H-Schraube zu locker.
Begrenzung am größten Ritzel (L-Schraube = Low): Schalte auf das größte Ritzel (niedrigster Gang). Läuft die Kette nicht sauber drauf? Dann ist die L-Schraube zu stark angezogen → etwas lösen (gegen den Uhrzeigersinn). Springt sie über das größte Ritzel hinweg in die Speichen? Dann musst du die L-Schraube anziehen (im Uhrzeigersinn).
Tipp: Immer in kleinen Schritten arbeiten - Viertelumdrehungen sind ideal - und nach jeder Änderung eine Probefahrt der Kette mit der Handkurbel machen.
Zugspannung einstellen
Hast du die Begrenzungsschrauben richtig eingestellt, aber deine Schaltung zickt immer noch rum? Dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zugspannung nicht optimal. Das bedeutet: Der Schaltzug, der vom Schalthebel zum Schaltwerk führt, hat entweder zu wenig oder zu viel Spannung - und dadurch trifft die Kette nicht punktgenau auf das gewünschte Ritzel.
Woran erkennst du falsche Zugspannung?
- Die Kette wechselt nicht sauber in den nächsten Gang: Meist zu wenig Spannung.
- Die Kette springt über das gewünschte Ritzel hinaus: Meist zu viel Spannung.
- Zwischen den Gängen ist kein klarer Übergang, sondern es schleift oder rattert: Die Spannung ist unklar oder instabil.
Ein häufiger Fehler ist auch, dass sich die Stellschraube (Barrel Adjuster) am Schalthebel oder am Schaltwerk verstellt hat - unbemerkt durch Transport oder Erschütterung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einstellen der Zugspannung
- Stellschraube ganz hineindrehen, um von null anzufangen.
- Schalte auf das mittlere Ritzel, um neutral zu starten.
- Drehe die Kurbel von Hand und wechsle in den nächsthöheren Gang.
- Reagiert die Schaltung träge? Dann drehe die Stellschraube gegen den Uhrzeigersinn, um die Spannung zu erhöhen.
- Springt sie zu weit? Dann drehe im Uhrzeigersinn, um die Spannung zu reduzieren.
- Wiederhole das Spiel, bis jeder Gangwechsel sauber, knackig und leise funktioniert.
Wichtig: Achte darauf, dass du dich immer nur in kleinen Schritten bewegst - 1/8 bis 1/4 Umdrehung - und nach jedem Schritt testest.
Schaltauge prüfen
Du hast die Begrenzungsschrauben korrekt eingestellt, die Zugspannung feinjustiert - aber irgendwie läuft’s immer noch nicht rund? Das sogenannte Schaltauge ist der kleine Halter, an dem das Schaltwerk am Rahmen befestigt ist. Es ist aus gutem Grund oft aus weichem Aluminium gefertigt - denn im Falle eines Sturzes oder Transports soll sich lieber das Schaltauge verbiegen als der Rahmen oder das teure Schaltwerk.
Symptome eines verbogenen Schaltauges:
- Die Kette springt unregelmäßig
- Die Schaltung reagiert verspätet oder überspringt Gänge
- Gänge lassen sich gar nicht mehr sauber durchschalten
Lösung: Ein verbogenes Schaltauge lässt sich manchmal mit einer Zange vorsichtig richten - allerdings nur, wenn du weißt, was du tust. Andernfalls: ab in die Werkstatt!
Abstand zwischen Schaltröllchen und Ritzel
Ein weiteres Detail ist der Abstand zwischen oberem Schaltröllchen und Ritzel. Ist dieser Abstand zu gering, kann die Kette nicht sauber über die Ritzel springen.
- Drehen gegen den Uhrzeigersinn: Schaltwerk näher ans Ritzel
- Optimaler Abstand: ca. 1 bis 1,5 cm zwischen oberem Leitrollen-Zahn und dem Zahnkranz.
Verschlissene Komponenten
Auch abgenutzte Komponenten können der Grund sein, warum sich deine Schaltung nicht mehr sauber einstellen lässt. Besonders bei häufiger Nutzung, schlechter Schmierung oder dreckigen Antrieben verschleißt Material schneller als gedacht.
Worauf du achten solltest: Ist die Kette stark gedehnt? In diesen Fällen hilft kein Einstellen mehr - da muss getauscht werden.
Wann zur Werkstatt?
Wenn bei Ihnen ein Austausch einer der genannten Komponenten fällig ist, müssen Sie je nach Kenntnisstand entscheiden, ob Sie die Reparaturarbeiten selbst durchführen möchten, oder ob Sie Ihr Bike in die Fahrradwerkstatt Ihres Vertrauens geben. Halten Sie sich bei jeglicher Art von Reparaturen immer genau an die Gebrauchsanleitung und an die Herstellerangaben.
Mit diesen Informationen und Anleitungen können Sie viele Probleme mit Ihrer Shimano-Schaltung selbst beheben. Eine regelmäßige Wartung und Pflege verlängern die Lebensdauer Ihrer Komponenten und sorgen für ein angenehmes Fahrerlebnis.
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