Wenn die Fahrradschaltung oder das Einstellen der Fahrradschaltung nicht funktioniert, kann der Fehler an verschiedenen Stellen liegen. Deine Schaltung funktioniert nicht mehr, macht komische Geräusche oder die Kette springt? Für das alles kann eine falsch eingestellte Schaltung der Grund sein. Es gibt aber noch ganz andere Ursachen, die man oft nicht auf dem Schirm hat.
Häufige Ursachen für Schaltprobleme
Es gibt viele Gründe, warum ein Shimano Schaltwerk defekt sein oder nicht richtig funktionieren kann. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
1. Verschleiß
Immer in Bewegung erleidet der Antrieb unserer Bikes einiges an Abrieb - besonders zusammen mit Schmutz und Witterung. Mit Messlehre und/oder Augenmaß lässt sich dieser Verschleiß erkennen: Sind die Zähne (Zacken) an der Kassette oder am Kettenblatt abgerundet, sollten diese getauscht werden. Bei der Kette kommt es darauf an, ob sich der Abstand zwischen den Kettengliedern vergrößert hat, was mit der Zeit bei jeder Kette passiert. Mit dem bloßen Auge ist dies nicht zu erkennen, deshalb benötigt man ein Messwerkzeug.
Lässt sich dieses zwischen die Kettenglieder schieben, ist die Kette sozusagen ausgeleiert und muss ersetzt werden. Aber Obacht: es gibt unterschiedliche Kettenlehren für 11- bzw. 12-Fach Ketten. Es lohnt sich außerdem Teile zusammen zu tauschen. Eine neue Kette auf rund gefahrenen Kettenblatt- oder Kassettenzähnen kann springen und ist so bald wieder hinüber.
2. Reibung
Wie oft man seine Kette ölen muss, hängt davon ab wie oft man fährt und bei welchen Bedingungen. Vor dem Ölen sollte man auf jeden Fall den Antrieb und die Kette putzen. Am besten nicht nur mit Wasser und Waschmittel, sondern auch mit Kettenreiniger, der fettlösend wirkt.
Das ist wichtig, da Öl quasi anziehend auf Dreck wirkt und sich mit diesem über die Zeit verbindet. Falls man altes Öl nicht entfernt, wird es zu einer üblen Patina, welche für eine erhöhte Reibung im Antrieb sorgt, und somit jeden Schaltvorgang beeinträchtigt. Sieht dein Antrieb wie auf dem Bild aus, solltest du Putzen, Entfetten und dann neu Ölen!
3. Schaltauge oder Schaltkäfig verbogen
Das Schaltauge ist die Verbindung zwischen Schaltwerk und Rahmen und gibt bei einem Sturz als Erstes nach, um die anderen Teile zu schonen. Mit einem Spezialtool kann man selbst oder ein Mechaniker im Radladen ein verbogenes Schaltauge erkennen und richten. Ist ein Schaltauge zu stark verbogen, muss man es tauschen. Dabei gilt es zu beachten, dass viele Hersteller ihre eigenen Standards haben und nicht jedes beliebige Schaltauge zu jedem beliebigen Rad passt.
Ein weiteres Teil, das schnell mal verbogen ist, ist der Schaltkäfig. Das fällt leider nicht immer gleich auf. Um einen verbogenen Schaltkäfig zu erkennen, baut man diesen am besten aus und legt diesen auf eine glatte Oberfläche. Liegt der Schaltkäfig nicht plan auf, ist dieser verbogen und man muss ihn tauschen oder soweit es möglich ist gerade biegen.
Bei allen "Biegereien" am Rad muss man sich aber bewusst sein, dass das Material an dieser Stelle dadurch weiter geschwächt wird und sogar brechen kann. Außerdem erlischt dadurch mit großer Sicherheit die Herstellergarantie für dieses Teil.
4. Schalthebel und Schaltkabel
Wenn eine Schaltung nicht mehr funktioniert, muss das nicht immer am Schaltwerk oder dem Umwerfer liegen, auch der Schalthebel kann defekt sein. Ist der Ratschen-Aufbau im Inneren des Schalthebels abgenutzt oder verschmutzt, kann dieser Gänge überspringen oder für ungleichmäßiges Schalten sorgen.
Ebenso der Schaltzug, welcher, falls gerostet, in seiner Hülle mehr Reibung erzeugt. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, ab und zu einen Tropfen Kettenöl auf den Schaltzug zu geben. Nicht aber in den Schalthebel, da dies zur Verschmutzung beitragen kann.
5. Kettenumschlingung
Das Schaltwerk einzustellen, sollte anhand einer detaillierten Anleitung möglich sein. Ansonsten liegt das Problem eventuell doch noch bei Grund 1 bis 4. Ein oft vernachlässigter Schritt beim Einstellen ist das Justieren der Kettenumschlingung. Diese stellt man an Sram-Schaltwerken anhand einer Schablone und bei Shimano-Schaltwerken mit einem Maßband ein.
Kettenumschlingung bedeutet, wie nah das Schaltwerk die Kette an die Kassette führt. Je näher das Schaltwerk an der Kassette steht, umso weiter umschlingt die Kette die Ritzel der Kassette. Dabei gibt es einen vom Hersteller genau definierten Abstand, indem die Kette am besten läuft.
Weitere mögliche Ursachen
- Verschmutzung: Es könne eben auch möglich sein, das die Fahrschaltung springt, weil der Umwerfer oder der Shifter so extrem verschmutzt sind und die Kette daher nicht mehr sauber auf den Zähnen aufliegt. Ebenfalls können Sie die Ritzelkassette und die Kette selber mit Reinigungsbenzin reinigen.
- Abgenutzte Kette oder Ritzel: Wenn stark abgenutzt oder gar fehlende Zähne in der Kette erkannt werden, muss eine neue Kassette oder einzelner Zahnkranz (soweit möglich) eingebaut werden - ebenso eine neue Kette. Eine ausgeleierte Kette läuft nicht mehr auf allen Ritzeln, sie wird lediglich durch die Zähne und die Kette mitgeschliffen und sollte alsbald getauscht werden.
- Falsche Zugspannung: Vor allem tritt dieses Problem bei alten Schaltwerken bzw. Umwerfern auf, aber auch schlecht eingestellte neue Modelle (beispielsweise eine falsch gewählte Zugspannung) können zu einem Abspringen der Kette führen.
Tipps zur Fehlerbehebung
Wenn Sie Probleme mit Ihrem Shimano Schaltwerk haben, können Sie folgende Schritte zur Fehlerbehebung ausprobieren:
- Überprüfen Sie die Kette: Stellen Sie sicher, dass die Kette sauber, geölt und nicht verschlissen ist.
- Überprüfen Sie die Ritzel: Untersuchen Sie die Ritzel auf Verschleiß oder Beschädigungen.
- Überprüfen Sie das Schaltauge: Stellen Sie sicher, dass das Schaltauge nicht verbogen oder gebrochen ist.
- Überprüfen Sie die Schaltkabel: Stellen Sie sicher, dass die Schaltkabel nicht gerostet oder beschädigt sind.
- Justieren Sie die Schaltung: Stellen Sie sicher, dass die Schaltung richtig justiert ist.
Schaltauge am MTB: Biegen oder tauschen?
Das Schaltauge verbindet am Fahrrad den Rahmen und die Schaltung - genau genommen das Schaltwerk. Ist das Schaltauge - das meist aus Aluminium besteht und den Rahmen bei Stürzen schützen soll - stark verbogen, geht beim Schalten so gut wie nichts mehr. Am besten, man besorgt sich für den Fall der Fälle schon mal ein Austauschschaltauge (Achtung: Je nach Hersteller und Modell unterschiedlich!) und steckt es ins Werkzeugfach des Bike-Rucksacks.
Das Schaltauge ist ein unscheinbares Teilchen am Mountainbike, das oft dafür verantwortlich ist, dass die Schaltung nicht einwandfrei funktioniert. Man bemerkt es aber sofort, wenn es verbogen oder gebrochen ist.
Was ist ein Schaltauge am MTB und wann geht es kaputt?
Ein Schaltauge findet sich an jedem Bike. Oft wird es übersehen. Und doch kommt ihm eine entscheidende Funktion zu. Das Schaltauge fungiert als Sollbruchstelle zwischen Rahmen und Schaltwerk. Es soll beide vor gröberen Schäden schützen, wenn das Schaltwerk etwa an einer Wurzel oder einem Ast hängen bleibt. Deshalb ist das Schaltauge aus sprödem Material gefertigt. Wird die Belastung zu hoch, bricht es. Bevor es knackt, kann es aber auch verbiegen. Dann funktioniert die Mountainbike-Schaltung nur noch eingeschränkt, da die Flucht von Schaltwerk und Ritzeln nicht mehr stimmt. Bisweilen sind Schaltaugen sogar im Neuzustand leicht verbogen. Um sie behutsam auszurichten, arbeitet man am besten mit einem speziellen Richtwerkzeug. Stark verbogene Exemplare tauscht man besser aus.
Zum Ausrichten des Schaltauges muss das Hinterrad gerade im Rahmen sitzen, und es sollte keinen Seitenschlag haben. Danach wird mit der Richtlehre oben und unten an der Felge Maß genommen. Ist das Schaltauge gerade, sollte der Abstand der Lehre zur Felge überall gleich sein. Falls nicht, das Schaltauge vorsichtig zurechtbiegen.
Bei stark verbogenen oder gebrochenen Schaltaugen hilft nur ein Tausch. Es gibt abhängig vom Bike-Rahmen unzählige Schaltaugentypen. Am besten besorgt man sich schon vor dem Defekt eines auf Reserve. Bei der Montage Drehmomentangabe des Herstellers beachten.
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