Shimano Scheibenbremse Klappert: Ursachen und Lösungen

Ein klappernde Scheibenbremse kann das Fahrerlebnis erheblich beeinträchtigen. Experte Riko Vodan gibt Rat.

Ursachen für klappernde Scheibenbremsen

Mehrere Gründe können dafür sorgen, dass sich eine Scheibenbremse akustisch bemerkbar macht. Der häufigste Grund ist Feuchtigkeit. Bei Regen oder niedrigeren Temperaturen quietscht so gut wie jede Scheibenbremse. Sollte deine Bremse auch im trockenen Zustand quietschen oder auf eine andere Art Probleme machen, liegt höchstwahrscheinlich einer der folgenden Fälle vor.

  • Schwingungen: Bei Scheibengrößen ab 180 Millimetern tritt dieses Phänomen immer mal wieder auf. Besonders in schnellen Kurven auf Asphalt kann man das Klingeln hören. Die Ursache sind Schwingungen, die sich im gesamten Bike aufbauen, das ist ausstattungsabhängig. Einfluss haben zum Beispiel Naben, Gabel, Reifen und der Rahmen, aber natürlich auch der Bremssattel, der Adapter und die Qualität der Scheibenbremsaufnahme.
  • Verunreinigungen: Da tippe ich doch fast auf nicht gereinigte Bremsscheiben, bzw. Fett auf den Bremsscheiben ( vom Montieren an den Händen, oder wo auch immer).
  • Falsche Montage: Haben Sie die Bremsbeläge herausgenommen und überprüft, dass einer oder beide nicht falsch montiert sind? In einem unbewussten Moment habe ich es mit einem Bremsbelag getan, als ich sie ausgewechselt habe.

Häufige Probleme und Lösungen

1. Die Scheibenbremse quietscht oder vibriert am neuen (E-)Bike

Falls dein Fahrrad oder dessen Bremsbeläge noch relativ neu sind und du Probleme mit quietschen oder vibrieren beim Bremsen hast, dann ist die Lösung häufig recht einfach. Das sogenannte „Einbremsen“ passiert zwar normalerweise von selbst, muss aber hin und wieder etwas forciert werden. Viele Bremsenhersteller wie Shimano oder Magura sprechen hier von etwa 20 bis 30 stärkeren Bremsungen - beispielsweise bergab - bis die Bremsbeläge eingebremst sind. Im flachen Terrain funktioniert es, auch wenn du während des Tretens für maximal fünf Sekunden die Bremse ziehst, während du weiter in die Pedale trittst. Bei E-Bikes ist dies dank der Motorunterstützung einfach. Nach ein paar Bremsungen solltest du dann feststellen, dass die Bremsleistung zunimmt und Geräusche oder Vibrationen abnehmen.

2. Die Scheibenbremse schleift teilweise oder dauerhaft

Wenn die Bremse bei deinem Fahrrad bzw. E-Bike auch ohne Betätigung des Bremshebel Geräusche macht, ist der Abstand zwischen Bremssattel bzw. -belag und Bremsscheibe zu gering. Überprüfe, ob der Bremssattel mittig ausgerichtet ist oder ob die Bremsscheibe einen Schlag hat. Vor einem hellen Hintergrund kannst du den Lichtspalt zwischen Bremsbelag und -scheibe am besten erkennen. Drehe das Rad, um zu überprüfen, wie und wo das Geräusch entsteht.

Wenn die Bremsscheibe eiert: Verzogen oder verbogen?

Wenn die Bremsscheibe an einem oder mehreren Punkten leicht schräg läuft und die Bremse in diesem Bereich schleift, ist die Lösung recht simpel: Einfach die Bremsscheibe in diesem Bereich mit (möglichst fettfreien Finger bzw. Handschuhen) zurückdrücken. Hier kannst du ruhig etwas sanfte Gewalt anwenden, wenn du merkst, dass sich eine Verbesserung einstellt. In seltenen Fällen ist die Bremsscheibe aber auch so verformt, dass sie sich nicht mehr zurückbiegen lässt. Dann ist nur ein Austausch möglich. Sollte die Scheibe gerade genug sein, kannst du mit der Einstellung der Bremse weitermachen.

Methoden zur Einstellung der Bremse

Um eine Scheibenbremse einzustellen, gibt es drei verschiedene Methoden:

  1. Methode 1: Bremshebel ziehen und halten

    Am schnellsten geht es, wenn du beide Befestigungsschrauben so weit löst, dass sich der Bremskörper frei bewegen kann. Dann ziehst du den Bremshebel und ziehst beide Schrauben immer abwechselnd ein Stück an, während du den Bremshebel weiter gedrückt hältst. So zentriert sich der Bremskörper im Idealfall selbst mittig über der Bremsscheibe. Sollte die Bremse danach immer noch schleifen, musst du die Einstellung händisch korrigieren.

  2. Methode 2: Bremssattel optisch ausrichten

    In der Regel funktioniert die erste Methode schon sehr gut. Manchmal bekommt man die Bremse aber nur schleiffrei, wenn man sie nochmal mit dem Auge ausrichtet. Hierzu löst man nur eine Schraube etwas weiter, dreht dann den Bremssattel per Hand, sodass der Spalt auf beiden Seiten möglichst gleich (parallel) ist. Wer es perfekt haben will, braucht hier etwas Geduld.

  3. Methode 3: Bremskolben zurücksetzen

    Solltest du mit beiden Methoden kein Glück haben bleibt dir noch eine dritte Option. Wenn sich die Bremskolben - die hinter den Bremsbelägen liegen - nicht gleichmäßig bewegen, fängt die Bremse schneller an zu schleifen und der Verschleiß ist ungleichmäßig. Für das Zurücksetzen der Kolben müssen das Rad und die Bremsbeläge ausgebaut werden. Drücke die Bremskolben am besten mit einem Reifenheber oder einem großen Schlitzschraubendreher zurück. Achte besonders bei hochwertigen Bremsen mit Keramikkolben - erkennbar an der weißen Farbe - darauf, nur wenig Druck auszuüben. Drücke alle Bremskolben zurück bis sie wieder innen mit dem Bremssattel abschließen. Hast du die Bremsbeläge wieder montiert und das Rad eingebaut, starte mit der Einstellung wie bei der Methode 1 oben.

3. Die Scheibenbremse quietscht beim Bremsen und hat eine schlechte Bremsleistung

Wenn deine Bremse auch nach einem wiederholten Einbremsen (siehe oben) quietschen oder nicht richtig bremsen sollte, solltest du die Bremsbeläge prüfen und ggf. reinigen. Es gibt grundsätzlich zwei Fälle von „Defekten“ bei Bremsbelägen.

Fall 1: Bremsbeläge sind verglast

Das „Verglasen“ lässt sich bei Bremsbelägen an einer glänzenden, Glas-ähnlichen Oberfläche erkennen. Je nach Intensität lässt sich die Oberfläche der Beläge aber noch mit Schleifpapier anrauen und der Bremsbelag lässt sich als Notlösung weiter benutzen. Alle Bremsenhersteller empfehlen jedoch einen verglasten Bremsbelag auszutauschen, da dieser nicht mehr die volle Bremsleistung bieten kann.

Fall 2: Bremsbeläge (-und Scheibe!) sind kontaminiert

Bei einer Scheibenbremse reicht oft schon ein winziger Tropfen Öl oder Fett zur Kontamination. In den meisten Fällen ist Kettenöl der Verursacher. Es kann aber auch ein Defekt an der Hydraulik vorliegen. Prüfe daher genau, ob sich an den Anschlüssen oder innerhalb des Bremssattel Ölspuren befinden. Die schlechte Nachricht: Die Bremsbeläge lassen sich leider nicht mehr weiterverwenden. Die gute Nachricht: Die Bremsscheibe kann in den meisten Fällen nach einer gründlichen Reinigung weiterverwendet werden.

Hinweis: Achte darauf nur wenig Kettenöl zu verwenden und richte Sprühöl immer nur in Richtung des Tretlagers nach vorne. Verölte Bremsbeläge und -scheiben lassen sich an ihrem schmierigen Gefühl erkennen. Tausche den Bremsbelag aus (siehe Methode 3) und reinige den Bremssattel und die Bremsscheibe. Hierzu kannst du entweder Bremsenreiniger, Reinigungsbenzin oder warmes Wasser mit Spülmittel verwenden. Kontaminierte Bremsbeläge können nicht gereinigt werden und müssen ausgetauscht werden.

Weitere Tipps zur Fehlerbehebung

  • Reifendruck: Nach unserer Erfahrung hilft es gelegentlich, wenn man ein wenig Luft aus dem Reifen lässt.
  • Bremsflüssigkeit: In einigen Fällen konnten wir auch feststellen, dass zu viel Bremsflüssigkeit in der Anlage war.
  • Reinigung: Bremsenreiniger und sauberes Tuch und peniebles entfetten konnte bei ihm das Problem lösen.

Wartung und Inspektion

Viele Geräusche lassen sich durch regelmäßige Pflege und Wartung vermeiden. Achten Sie darauf, alle beweglichen Teile Ihres Fahrrads regelmäßig zu kontrollieren, zu reinigen und zu schmieren. Nach Fahrten bei Regen oder auf Schotterwegen lohnt es sich, das Rad und die Bremsen mit einem sauberen Tuch abzuwischen und von Schmutz zu befreien. Kontrollieren Sie Schrauben und Befestigungen, vor allem nach dem Transport oder nach längerer Standzeit. Verwenden Sie für die Schmierung der Lager ein geeignetes Fett und achten Sie bei der Montage immer darauf, alle Teile korrekt und mit dem richtigen Drehmoment zu befestigen. Auch der Reifendruck sollte regelmäßig geprüft werden. Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel, da diese Lager und Dichtungen angreifen können.

Wann zum Fachmann?

Auch wenn Sie viele Geräuschursachen selbst identifizieren und beheben können, gibt es Situationen, in denen der Gang zur Fachwerkstatt unverzichtbar ist. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie gravierende Defekte wie gebrochene Speichen, ausgeschlagene Lager oder beschädigte Naben feststellen. Auch bei Unsicherheiten im Umgang mit Spezialwerkzeugen oder bei komplexen Lagersystemen sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

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